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Gute Nachricht des Tages: Schuhladen nimmt Herausforderung des Internets auf

Schuhplus
Schuhplus setzt auf digitale Preisschilder

Es passieren jeden Tag viele schlimme Dinge – aber auch viele gute. Leider schaffen es die schönen Nachrichten viel zu selten in die Presse. Das wird sich jetzt ändern, denn die HASEPOST berichtet jeden Tag über mindestens eine „Gute Nachricht“ aus aller Welt.

Am heutigen Aktionstag „Heimat shoppen“ haben wir eine gute Nachricht aus der Welt des Einzelhandels. Zwar ein wenig nordöstlich unserer Heimat gelegen, im ländlich geprägten Dörverden, haben „Georg & Kay“, neben ihrem Schuhgeschäft auch einen veritablen Onlineversandhandel aufgebaut. Jede noch so kleine Preisänderung im schuhplus Webshop wird ab sofort synchron durch Digitaldisplays auch in ihrem Fachgeschäft dargestellt. Die smarten Preisschilder können aber noch viel mehr.

Das Geheimnis der beiden Schuhverkäufer: Die Konzentration auf die Nische, die bei ihnen „Übergröße“ bedeutet.
So gelang der Sprung aus der Provinz zum europaweiten Marktführer für große Schuhe – online wie auch offline mit ihrem Geschäft irgendwo nahe der Weser im Niemandsland zwischen Bremen und der Autobahn A7.

Die schuhplus-Chefs sind bei Facebook sehr aktiv

Was die beiden schuhplus-Chefs angeht, die sich konsequent über Social Media und ihre Website zur Marke aufgebaut haben, qualifiziert sie zur guten Nachricht ihre jüngst eingeführte moderne Preisauszeichnung.
Digitale Preisschilder sind zwar nichts wirklich neues. Manch ein Supermarkt, verschiedene Tankstellenschops und auch die ein oder andere Handelskette hat so etwas an den Regalen. Die beiden mittelständischen Unternehmer Kay Zimmer und Georg Mahn zeigen, dass auch abseits der Konzerne nicht nur ein zweites (Online-) Standbein möglich ist, sondern moderne Technik jeden Unternehmer unterstützen kann.

Im Fall der beiden Übergrößen-Schuhverkäufer hilft die Technik nicht nur den Online- und den Offlinepreis synchron zu halten, sondern ermöglicht auf einen Blick zu erfassen, ob die passende Größe noch vorhanden ist und wo der Lagerort ist.

AFP

75% der Fahrer bald in Rente: Haben wir bald keine Busfahrer mehr?

Fahrer

Aktuell soll der Busbetrieb in Osnabrück weiter ausgebaut werden, geplant ist ab 2019 zum Beispiel eine Ringbuslinie und viele weitere Verbesserungen auf anderen Strecken. Für die Kunden ist das eine gute Sache, denn sie können von diesem Ausbau stark profitieren. Den Fahrbetrieb stellt das allerdings vor eine Herausforderung.

„Es ist gut, dass der Stadtrat die Busmobilität vorantreiben will“, sagt André Kränzke, Leiter Verkehrsbetrieb bei den Stadtwerken Osnabrück. „“Allerdings heißt das auch, dass wir 20 bis 30 Fachkräfte mehr brauchen werden.“ Ein Problem, denn auch bei den Stadtwerken ist der demographische Wandel angekommen. Bis 2030 gehen etwa 75% der aktuell 240 Fahrer in den Ruhestand. Ein Verlust, der nur schwer abzufedern ist. „Wir fischen in einem leer gefegten Arbeitsmarkt. Das betrifft nicht nur uns, sondern auch andere Branchen“, erklärt Kränzke.  Wenn das so weiter gehe, könne es zu einem Busfahrer-Notstand kommen.

Wer will arbeiten, wenn andere schon längst frei haben?

Vor allem die Arbeitszeiten seien für viele unattraktiv. Kaum einer wolle dann arbeiten, wenn andere schon lange ihren Feierabend genießen. Dabei seien gerade die Feiertage die beliebtesten Schichten unter den Fahrern. „Das Fahren ist besonders an diesen Tagen sehr stressfrei, weil es weniger Fahrgäste als an normalen Tagen sind. Außerdem erhalten die Fahrer Feiertags-, Sonntags-, und Nachtzuschläge“, erklärt Kränzke. Als größtes Problem sieht er die öffentliche Sicht auf den Beruf der Fachkraft im Fahrbetrieb. Es gilt als stupide Arbeit, die nicht viel Abwechslung biete. Dabei sei es aber vor allem durch den intensiven Kundenkontakt sehr abwechslungsreich.

Berufszweig mit vielen Möglichkeiten

Außerdem sei auch nicht viel über die Möglichkeiten im Betrieb bekannt. „Wenn man an ÖPNV denkt, denkt man automatisch an die Fahrer. Aber wir brauchen auch viele Kräfte im IT-Bereich“, so Kränzke. „Oft sind Menschen erstaunt, wenn man ihnen erklärt, was für eine Technik beim Fahrbetrieb dahinter steckt. Aber heutzutage läuft nun mal viel digital ab und das muss auch entwickelt und am laufen gehalten werden.“ Deswegen seien Spezialisten im Fahrbetrieb äußerst wichtig.

Fahrer
Azubis Luca Kottwitz und Hendrik Lamping in der Leitstelle.

Keine Konkurrenz innerhalb der Verkehrsgemeinschaft

Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten bleiben von der Öffentlichkeit oft unbeachtet. „Dabei hat man die Chance, sich in jeden Bereich des Betriebs weiterzuentwickeln wenn man möchte“, führt er weiter aus. Erschwerend hinzu komme weiter, dass sich die Verkehrsbetriebe nicht untereinander die potentiellen Arbeitsnehmer wegschnappen dürfen. Viele Strecken werden nämlich an andere Dienstleister der Verkehrsgemeinschaft vergeben. Nehme man diesen die Arbeitskräfte weg, so könnten sie im schlimmsten Fall die geforderten Strecken nicht besetzten. Das Problem würde dadurch also nur verlagert werden. So verschärfe sich das Problem dann weiter.

Aktionen zur Besserung des Berufsbilds

Um den Beruf weiter in die Öffentlichkeit zu rücken und damit potentielle Fahrer und Auszubildende auf sich aufmerksam zu machen, plant die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) schon viele Aktionen. Gerade erst fand der Super-FiF statt und bald soll es mit einem Doppeldecker-Bus an die Schulen gehen um für ein vielseitiges Berufsbild zu werben. Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen plane außerdem eine gemeinsame Branchen-Imagekampagne. Darin soll auch die abwechslungsreiche Seite des Berufs gezeigt werden.

Ausbildung bietet viele Möglichkeiten

Die Vielseitigkeit steht auch bei der Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb im Fokus. Nicht nur erhalten die Auszubildenden in der hauseigenen Fahrschule ihren Busführerschein, sie lernen auch alle anderen Abteilungen des Betriebs kennen. So wechseln die Auszubildenden zwischen Kundenberatung, Marketing, Vertrieb, Leitstelle, Werkstatt und vielem mehr. Außerdem organisiert der Betrieb viele Projekte wie beispielsweise einen Azubi-Austausch mit einem Betrieb in Rostock und der „Mobilitätsübernahme“, bei der Auszubildende aus dem 2. Lehrjahr die Mobilitätszentrale am Neumarkt übernehmen. Auch ein soziales Praktikum bei der Heilpädagogischen Hilfe wird angeboten. „Es ist uns wichtig, unsere Auszubildenden möglichst vielseitig zu schulen und ihnen viele Einblicke zu ermöglichen“, erklärt Kränzke.

Noch zwei Ausbildungsstellen unbesetzt

Dass das Angebot bei den angehenden Fachkräften gut ankommt, zeigt sich im Gespräch mit den Azubis. „Es ist eine vielfältige Ausbildung, bei der man sich in vielen Bereich ausprobieren kann. Jeder Tag ist wie eine Wundertüte“, erzählt Hendrik Lamping, Auszubildender im 2. Lehrjahr. Luca Kottwitz, ebenfalls im 2. Lehrjahr, ergänzt: „Man hat hier viele verschiedene Möglichkeiten und arbeitet viel mit Menschen. Und gerade dieser Kundenkontakt macht mir viel Spaß.“ Dennoch konnten dieses Jahr die Ausbildungsstellen nicht voll besetzt werden. „Zwei Stellen sind noch frei. Wer sich jetzt noch meldet, wird gerne genommen“, sagt Kränzke.

 

AFP

Haste Open Air 2018 – Der erste Tag in Bildern

Haste Open Air
Foto: Monique Müller

Gestern, den 07. September, startete wieder das Haste Open Air.

Ab 19 Uhr bespielten AGP, 30 Grad im Schatten und Razz die Benefizveranstaltung. Heute um 17 Uhr geht es auf dem Gelände der Pfarrei Christus König weiter. Dann dürfen sich die Zuschauer auf Frances KMatthew Graye und Le Fly freuen. Als besonderes Highlight treten die Killerpilze um 22 Uhr auf.

Hier könnt ihr euch in vier Galerien einige Eindrücke vom Abend ansehen:

Haste Open Air – Das Drumherum

AGP

„Das Beste am Haste Open Air ist, dass wir hier gespielt haben. Und auch, dass trotz der überschaubaren Größe des Open Airs immer gute Acts hier sind.“

30 Grad im Schatten

„Das Beste am Haste Open Air 2018 sind die super Organisation und die netten Leute. Da freuen wir uns schon aufs nächste Jahr. Und wir waren natürlich auch super!“

Razz

„Das Beste am Haste Open Air 2018 ist, dass es Haste und nicht Osnabrück ist. Und natürlich der gute Zweck!“

Tickets gibt es an der Abendkasse für 13€. Der Eintritt für Kinder bis einschließlich 11 Jahren ist in Begleitung eines Erwachsenen umsonst.

AFP

Mösers Meinung: Kapitulation vor der Wirklichkeit

Olle Use
Olle Use 2018!

„Nich hup de lange Bank schufen – nu sett die eis up dienen Achtersten“

Guten Abend,

ich bin ein paar Tage auf Reisen gewesen und habe mir die Welt angeschaut. Nach meiner Rückkehr in das heimatliche Osnabrück verspüre ich trotz recht angenehm verbrachter Urlaubstage weiterhin eine tiefe Sehnsucht nach der Ferne. Hier scheint alles immer mehr drunter und drüber zu gehen, hier brechen vertraute Strukturen zusammen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt einst gewährleistet haben, jetzt aber scheinbar klag- und widerstandslos als überflüssig angesehen werden. Ich bin fassungslos ob der Ratsentscheidung zum Thema „Seebrücke“, die ein ähnlicher Rohrkrepierer ist wie das ewige Tauziehen um die Neumarktsperrung. Es kann doch nicht sein, daß Lokalpolitiker entgegen ihren Kompetenzen und Befugnissen Beschlüsse fassen, die zum einen gar keine praktischen Konsequenzen haben und so lediglich zu moralischen Lippenbekenntnissen herabgewürdigt werden, was wiederum dem Ernst der Sache überhaupt nicht angemessen ist, und die zum anderen ohne ausreichende Prüfung von tatsächlich Faktenlagen vorgenommen werden, rein zur Bestätigung der Richtigkeit des eigenen Weltbildes und wohl auch als Machtdemonstration gegenüber CDU und BOB im Osnabrücker Stadtrat. Ich nenne so ein Verhalten eine Kapitulation vor der Wirklichkeit, einen Realitätsverlust erster Güte, der das Zeug hat, sowohl die Politikverdrossenheit auf lokaler Ebene weiter zu fördern als auch die Spaltung der Osnabrücker Bürger in immer unversöhnlicher gegenüber stehende Lager voranzutreiben. Fast scheint es mir so, als ob die damit einhergehende Zuspitzung der gesellschaftlichen Auseinandersetzung, die wir seit vielen Monaten auf Bundesebene beobachten können, auch in Osnabrück politisch gewollt ist. Die klammheimliche Freude, mit der Politiker aller Couleur die Risse in unserem Land goutieren, dürfen doch nicht zum Vorbild werden für lokalpolitisches Handeln, daß sich aufgrund der weltweiten Verwerfungen nicht mehr am Wohl der hiesigen Menschen orientiert, sondern das ideologisch orthodoxe Verfassen von obskuren Pamphleten über konkrete Maßnahmen zur Verbesserung unserer Lebensqualität stellt.

Vielleicht sollte der diesjährige Schnatgang dazu genutzt werden, um unseren Volksvertretern klarzumachen, was ihre eigentliche Aufgabe ist und wofür sie gewählt worden sind. Ich möchte an dieser Stelle keinen ausschweifenden Exkurs über die Geschichte dieser schönen Tradition anstellen, aber folgende Anmerkung mag mir doch gestattet sein: seit fast 500 Jahren wird in unserer Region Wert auf die Einhaltung von Grenzen gelegt, um den Frieden zwischen den Bürgern zu gewährleisten. Auch wenn in der heutigen Zeit Grenzen keine ganz so große Rolle mehr zu spielen scheinen, so sollten doch grade die Osnabrücker Lokalpolitiker den Schnatgang als historische Herausforderung begreifen und deutlich machen, daß das Setzen von Grenzen auch durchaus positive Effekte haben kann und den Bestand einer Stadt langfristig sichert. Wer das Einhalten von Grenzen für unwichtig und die Verfolgung von Grenzverletzungen für überflüssig hält, der schadet sich und seinem Gemeinwesen damit schlussendlich selbst. Und er tut auch den Grenzverletzern keinen Gefallen, weil er es versäumt, sie rechtzeitig auf die Gefahren von Grenzverletzungen hinzuweisen. Was letztlich zu Konflikten führen muss, die einer selbsternannten Friedensstadt wie Osnabrück doch eher unwürdig sind. Ich appelliere daher an alle Mitglieder des Stadtrats: nutzt den Schnatgang 2018, um in Eurem Handeln wieder zu einem richtigen und vernünftigen Maß zurückzufinden. Denkt bei Euren Entscheidungen daran, welche Konsequenzen sie für die hier lebenden Menschen haben und lasst die großen weltpolitischen Probleme andere lösen. Kapituliert nicht vor der Wirklichkeit, sondern versucht einfach immer wieder, sie ein kleines bißchen besser zu machen. Und gebt die obligatorische Ohrfeige zum Ausklang des Schnatgangs zur Abwechslung mal Euch selber, statt einen armen jungen Mann zu malträtieren. Das würde ja auch ganz gut in diese antiautoritäre Zeit passen und müßte damit voll auf Eurer Linie liegen. Denkt mal drüber nach!

Ich wünsche allen HASEPOST-Lesern ein Wochenende, an dem es nichts zu mösern gibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ihr

Justus Möser

Hier alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser.

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Gute Nachricht des Tages: Gluckstraße wird vor Sperrung der Lotter Straße fertig

Gluckstrasse, Jürgen Schmidt

Es war eine gute Nachricht mit der sich Jürgen Schmidt, Leiter des Fachdienstes Straßenbau, bei den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt verabschiedete: Die Bauarbeiten auf der Gluckstraße, der „heimlichen Westumgehung“, werden doch noch vor den Herbstferien beendet sein.

In den Herbstferien plant die Verwaltung die Sperrung der Lotter Straße um das ehemalige Hagedorn-Fabrikgebäude an die Ver- und Entsorgungsleitungen anzuschließen. Dass bis dahin womöglich die Sperrung der Gluckstraße noch nicht aufgehoben sein wird, hatte bei unseren Lesern und den Anliegern für Unruhe gesorgt. Schon jetzt bricht der Verkehr auf der Ausweichroute über die Albrechtstraße regelmäßig zusammen.

Der ganz große Stau rund um den Westerberg bleibt also aller Voraussicht nach im Herbst aus: Unsere Gute Nachricht für heute!

Während der Baufortschritt auf dem Westerberg also eine gute Nachricht ist, werden auch ausgemachte Kritiker der Baustellen- und Verkehrspolitik der Stadt den Wechsel von Jürgen Schmidt in den Ruhestand bedauern.
Schmidt stand jedem offen gegenüber, auch wenn die Fragen kritisch waren und die Antworten nicht immer leicht zu vermitteln. Unsere Redaktion konnte immer sicher sein: Von Jürgen Schmidt gibt es fachlich fundierte und sachliche Erläuterungen zu allem was in Osnabrück mit Baustellen und Verkehr zu tun hat. Keine Taktiererei, keine Ideologie sondern Fakten und Kompetenz: Jürgen Schmidt dürfte soetwas wie das Ur-Meter sein, an dem sich alle Verwaltungsmitarbeiter messen lassen können.
Auch Anette Meyer zu Strohen, Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, sparte nicht mit Lobesworten bei der Verabschiedung aus dem Ausschuss – der eigentliche Abschied aus dem Amt erfolgt erst noch im Oktober.
„1.492 Straßen gibt es in der Hasestadt, zusammen länger als 770 Kilometer“, rechnete die CDU-Politikerin vor: „Sie kennen Sie alle – von innen und außen“.
Nach 38 Jahren für die Stadtverwaltung – vor allem aber auch für den Bürger – geht es nun in den Ruhestand. Wenn Jürgen Schmidt diesen Ruhestand nur im Ansatz so genießen kann, wie jeder der mit ihm zu tun hatte sein sachliches, kompetentes und freundliches Wesen, dann wird das eine tolle Zeit für ihn!

AFP

Stimmungsvoller Fackelzug der Heger Laischaft

Start des Fackelumzugs der Heger Laischaft auf dem Marktplatz vor dem Rathaus
Start des Fackelumzugs der Heger Laischaft auf dem Marktplatz vor dem Rathaus

Ein dreifaches „Olle Use!“, schallte gestern Abend über den mit Menschen gefüllten Marktplatz vor dem historischen Rathaus in Osnabrück. Kurz danach erstrahlte der Platz im stimmungsvollen Licht unzähliger Fackeln. Aber warum fand dort ein Fackelzug statt?

Wer in den letzten Tagen aufmerksam durch die Osnabrücker Altstadt flaniert ist, dem sind dort die mit grünen Girlanden verzierten Gebäude und Straßen aufgefallen. Auch sind einige Schilder mit plattdeutschen Sprüchen in der Altstadt liebevoll aufgestellt.

Blasen des Horns eröffnet den Schnatgang

Denn alle sieben Jahre findet in der Altstadt eine Osnabrücker Besonderheit statt: Der Schnatgang der Heger Laischaft. Am Donnerstagabend wurde er um 20.15 Uhr durch Gerhard Gust, dem Buchhalter und Worthalter der Heger Laischaft, eröffnet. Dabei wurde das Horn geblasen und es gab Trommelschläge auf der traditionellen Wolfstrommel.

Eröffnung des Schnatgangs durch Gerhard Gust
Eröffnung des Schnatgangs durch Gerhard Gust (Foto:Leandra Finke)

Der Grenzgang ist eine alte Tradition der Heger Laischaft

Das Blasen des Horns geht auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Ursprünglich war die Heger Laischaft eine Viehtriebsgemeinschaft, die es seit 1560 in Osnabrück gibt. Mit dem Blasen des Horns gab es das Zeichen, dass sich die Viehherde bald in Bewegung setzen wird. Auch betrieb die Heger Laischaft rund 400 Jahre lang Forstwirtschaft. Das Schnatgangfest wird allerdings erst im 19. Jahrhundert zu einer Tradition.

Start des traditionellen Schnatgangs 2018
Start des traditionellen Schnatgangs 2018 (Foto:Leandra Finke)

Schnatgang ist ein Grenzkontrollgang

Das sieben Tage andauernde Fest leitet sich vom niederdeutschen Begriff „Schnat“ ab, das auf hochdeutsch „Grenze“ bedeutet. Es werden also die Grenzen, der früher gemeinsam bewirtschafteten Flächen, abgelaufen und kontrolliert. Der Begrüßungsausruf „Olle Use“ bedeutet übrigens „Alles unsere“ und meint damit die Grenzen des Gebiets. Eine Osnabrücker Kneipe wurde nach diesem Ausruf benannt.

Neues Laischaftlied feiert Premiere beim Fackelzug

Nach der Eröffnung des Festes zog der Zug der Fackelträger der Heger Laischaft, begleitet durch die Feuerwehr Osnabrück, durch die Straßen des Laischaftsgebiets. Das Laischaftsgebiet erstreckt sich über das hinter dem Heger Tor gelegene Altstadtviertel. Dabei wurde der Fackelzug musikalisch untermalt durch Schülerkapellen der Angelaschule und des Ratsgymnasiums aus Osnabrück. Sie feierten Premiere und durften zum ersten Mal das neue Heger Laischaftslied, welches anlässlich des Schnatgangs 2018 komponiert wurde, spielen. Viele Anwohner schauten sich das Spektakel herausgelehnt aus ihren Fenstern an oder begleiteten den Fackelumzug ein Stück.

Blasorchester der Angelaschule Osnabrück
Blasorchester der Angelaschule Osnabrück (Foto:Leandra Finke)

Traditionelle Ohrfeige ist eine Ehrung

Am ersten Grenzstein an der Lotter Straße findet eine weitere Tradition der Heger Laischaft statt: Die traditionelle Ohrfeige. Denn traditionell wird beim Grenzgang darauf geachtet, dass kein Grenzstein verrückt wurde. Bei einer Grenzverletzung wurde dieses Vergehen bestraft. Auch heute noch muss ein Junge der Laischaft an diesem Grenzstein, stellvetretend für alle, die Ohrfeige einstecken. „Die rituelle Ohrfeige, die der Auserkorene erdulden muss, ist zwar keine angenehme Prozedur, aber eine Ehrung“, erklärt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bei dem Vorab-Empfang des Schnatgangfestes im Friedenssaal des historischen Rathauses. Das Fest sei bewusstseins- und identitätsprägend für die Stadt. „Die Seele Osnabrücks besteht aus geschriebener und gelebter Geschichte des westfälischen Friedens durch die Bürgerinnen und Bürger“, so Griesert weiter. Das Fest vereine den westfälischen Frohsinn und die bodenständige Leichtigkeit.

Wo de Junge dumm is do möhte de Hoor weg gaun! Olle Use!
Wo de Junge dumm is do möhte de Hoor weg gaun! Olle Use! (Foto: Leandra Finke)

 

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„Zoo Lights“ 2018 – Eine kleiner Vorgeschmack

"Zoo Lights"
Foto: Johanna Marie Torliene

Neue Route, neue Lichter: Am 15. September starten zum zweiten Mal die „Zoo Lights“ im Zoo Osnabrück. Dabei beleuchten über 650 tierische Lichtfiguren den Weg.

Nach und nach werden immer mehr Lichtfiguren im Zoo Osnabrück aufgebaut. Bis zum Eröffnung der „Zoo Lights“ am 15. September muss alles stehen. Doch noch befindet sich der Aufbau in der heißen Phase. „Der Aufbau läuft bis jetzt gut. Wenn das Wetter schlechter wird, könnte es natürlich ein wenig schwierig werden“, sagt Huug Lohuis von der niederländischen Firma Showline, die für den Aufbau der Figuren zuständig ist. „Die größte Herausforderung hier im Zoo ist das hügelige Gelände, denn das ist mit einer Hebebühne schwerer zu bewältigen als bei flachem Gelände.“

Figuren sind reine Handarbeit

Die Lichtfiguren werden in Handarbeit gefertigt. Dafür wird mit Bauschaum ein Gerüst gefertigt, worum Metalldrähte gezogen werden. Dieser Korpus wird mit Tüchern bespannt, die von einer Künstlerin mit einer Airbrushpistole besprüht werden. In das Innere der Figuren kommen Lampen oder Lichtdrähte und -schläuche. Ein Aufwand der sich lohnt, darüber sind sich der Zoo und Lohuis einig. „Der ganze Wald erleuchtet in wechselnden Farben. Das gibt einen magischen Effekt“, sagt der Niederländer.

"Zoo Lights" 2018 - Eine kleiner Vorgeschmack
Jennifer Ludwig (links) und Haug Lohuis Foto: Johanna Marie Torliene

Viele neue Figuren bei „Zoo Lights“

„Neben einer neuen Route wird es dieses Jahr auch viele neue Lichtfiguren geben“, erzählt Jennifer Ludwig. „Dieses Jahr sind es etwa 650 Figuren, darunter Pinguine, Flamingos und Elefanten.“ Viele der Lichtfiguren werden in nächster Nähe zu ihren Artgenossen aufgestellt. So hängen beispielsweise die Bäume in der Nähe des Aquariums voller Seesterne. Die Flamingo-Lichter begrüßen die Besucher wie auch die echten Vögel direkt am Eingang. „Die größten Lichtfiguren sind aber der 4.500 Kilo schwere Schmetterling und die Giraffenköpfe am Eingang des Zoos“, erklärt Lohuis. Ludwig lacht: „Man kann schon einige Jogger dabei beobachten, wie sie die Giraffenköpfe entdecken und erst einmal zweimal hinsehen müssen.“

Erstmals wieder findet die Laternen-Woche statt

Am 13. September findet eine „Zoo Lights“ Preview inklusive Sektempfang statt. Interessierte können Tickets im Zoo Online Shop erwerben, denn die Teilnehmerzahl ist auf maximal 100 Personen begrenzt. Auch bei der Löwenmahlzeit am 14. September können die Lichter schon vorab bewundert werden. Regulär starten die „Zoo Lights“ am 15. September. Besucher können sich die Lichtfiguren täglich von 18:30 bis 22 Uhr ansehen und auch an kostenlosen Führungen teilnehmen. Die „Zoo Lights“ werden auch als Kulisse für andere Veranstaltungen dienen, wie beispielsweise die Afrikanischen und Brasilianischen Nächte und ein Mittelalter-Spectaculum. „Außerdem lassen wir in der letzten ‚Zoo Lights‘-Woche die traditionelle Laternenwoche für Kinder wieder aufleben“, ergänzt Ludwig. Bis zum 11. November erleuchten die Lichtfiguren den Zoo. Die Eintrittspreise starten bei 15 Euro, über den Online Shop gibt es 25% Rabatt. Jahreskartenbesitzer erhalten vergünstigten Eintritt.

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Wollte Mietwagenunternehmer bei Osnabrücker Taxifahrern abkassieren?

Bargeld

Der als „Taxikrieg von Osnabrück“ bekannte Konflikt zwischen Mietwagenunternehmern und Taxifahrern bekommt eine neue Wendung. Unsere Redaktion konnte die Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen einem Mietwagen- und einem Taxiunternehmer abhören, eine Abschrift liegt unser Redaktion exklusiv vor.

Bereits die Erwähnung der in diesem Gespräch aufgestellten Forderungen und die Existenz einer Mitschrift brachten am Mittwoch einen Gerichtstermin zum Platzen. Der Anwalt des Mietwagenunternehmers zog noch im Gerichtssaal die Klage zurück – andernfalls hätte der Richter wohl weitergehende Ermittlungen gegen den Kläger in Gang setzen können.

Klagen gegen mehr als ein Dutzend Taxiunternehmen wurden kostspielig

„Es verdienen immer nur die Anwälte“ war der Tenor zahlreicher Kommentare unter den Facebook-Teasern zu den verschiedenen Beiträgen, die unsere Redaktion in den vergangenen Monaten zum Osnabrücker Taxikrieg veröffentlichte.
War es diese Erkenntnis, die einen Mietwagenunternehmer dazu brachte am Gericht und auch am von ihm beauftragten Anwalt vorbei eine für ihn vorteilhafte finanzielle Lösung zu suchen?

Auf mehr als 20.000 Euro schätzt ein Osnabrücker Rechtsanwalt, mit dem unsere Redaktion die grundsätzlichen Fragen der aktuell laufenden Klagen gegen zahlreiche Taxiunternehmer diskutierte, die Vorleistung die vom Kläger zu erbringen war, um seine Kollegen aus dem Personenbeförderungsgewerbe aktenkundig zu machen. Und dieser Betrag umfasst nur die Zahlungen, die sein Anwalt dafür im Vorfeld in Rechnung gestellt haben dürfte. Über allem schwebt das Prozessrisiko, das bedeutet, dass vor Gericht auch ein Urteil droht, das so vom Kläger nicht erwartet wird. Dann werden auch die Anwaltskosten der Gegenseite und die Gerichtskosten fällig.

Mit der Gießkanne gegen das komplette Taxigewerbe

Überhaupt wundert sich unser Anwalt über die hohe Anzahl der im Raum stehenden Klagen und zuvor verschickten Unterlassungserklärungen. Wurde das Gericht hier mißbräuchlich genutzt um mit der Gießkanne das komplette Gewerbe zu schädigen, oder geht es wirklich noch um die Durchsetzung konkreter Ansprüche basierend auf einzeln festgestellten Verstößen? Diese Frage könnten andere Kläger stellen und damit den Spieß sprichwörtlich umdrehen.

Am Mittwoch trafen also Taxiunternehmer N* und Mietwagenunternehmer K* (* alle hier und im weiteren Verlauf abgekürzten Namen und Personen sind der Redaktion bekannt) am Landgericht am Osnabrücker Neumarkt aufeinander. Es ging wie bei ähnlichen Prozessen zuvor auch in dieser Woche darum, dass sich der eine Personenbeförderer mit seinem Auto an einer Stelle bereitgestellt hatte, an der er nach Ansicht seines Wettbewerbers nicht hätte stehen sollen. Beweismittel des Kläger waren verdeckt und mit Teleobjektiv gemachte Fotos.
Da zum fraglichen Zeitpunkt die nach Oldenburger Vorbild zukünftig auch für Osnabrück geltende Taxiordnung noch nicht rechtskräftig war – und dies bedingt durch einen bürokratischen Fehler bei der Antragstellung im Stadtrat vor der Sommerpause auch noch immer ist – sah die Angelegenheit aus Sicht des Klägers eigentlich ganz gut für ihn aus.

Mietwagenunternehmer verdient meist nichts an der Abmahnung

Allerdings (siehe oben) verdient hat bis dahin nur sein Anwalt. Lediglich wenn ein Taxifahrer eine strafbewährte Unterlassungserklärung abgibt, kann der Kläger irgendwann auf eine Vertragsstrafe hoffen. Sich auf so eine Lösung mit dem Mietwagenunternehmer einzulassen, davon raten allerdings viele Anwälte ihren Mandanten ab. Eine große Osnabrücker Kanzlei sucht sogar direkt über ihre Homepage nach Taxifahrern, die einen Rechtsbeistand suchen um nicht in vertragliche Verpflichtungen gegen ihren Wettbewerber einzuwilligen.
Denn geht ein Taxifahrer auf die ursprünglichen Forderungen des Mietwagenunternehmers ein, kann dieser ihn in den Folgejahren jederzeit und vollkommen legal zur Kasse bitten, wenn dieser bei einer Regelübertretung erwischt wird.

Plan B: Am Gericht und am Anwalt vorbei?

Ob dieses Abmahnen-Modell nicht zog, das Geld knapp und das Risiko vor Gericht doch einmal zu unterlegen zu hoch wurde?
Die unserer Redaktion vorgelegte Tonaufzeichnung, auf der der uns persönlich bekannte Mietwagenunternehmer zweifelsfrei zu erkennen ist, lassen den Schluss zu, dass ein „Plan B“ – am Gericht und am eigentlich mit der Durchsetzung der Klage beauftragten Anwalt vorbei – gesucht wurde.

Man könne die „Sache abschließen“, wenn seine Kosten erstattet würden, leitet Mietwagenunternehmer K das Gespräch ein, das er im weiteren Verlauf als „Privatvergleich“ bezeichnen wird, allerdings nicht ohne in diesem Kontext darauf aufmerksam zu machen, dass für den Fall, dass man sich nicht auf diesem Wege einig werde, bereits weitere Fotos vorhanden sind um vor Gericht neue Forderungen aufzumachen.
Taxiunternehmer S will darauf nicht eingehen und erwidert, dass ihm das alles nicht gefalle, wenn ihm gleichzeitig zu dem scheinbar versöhnlichen Angebot auch klargemacht wird, dass es noch weitere Beweise (Fotos) für andere angebliche Verstöße gibt.

Nur Bargeld – nichts schriftlich…

Es geht ein wenig hin und her, die beiden kommen nicht zueinander, vor allem als es nochmals um Details geht – der Taxiunternehmer hätte gerne schriftlich, dass er in Zukunft nicht mehr im Visier seine Wettbewerbers steht. Von einer schriftlichen Vereinbarung will der Mietwagenunternehmer aber nichts wissen, nur von Bargeld. Auch das Wort „Erpressung“ fällt, das man aus einer schriftlichen Vereinbarung ableiten könne. Nein, so der Mietwagenunternehmer, es soll alles ohne Unterschrift geregelt werden.
Selbst wenn Mietwagenunternehmer K dann Ruhe geben wird, befürchtet der Taxifahrer, dass dann andere Wettbewerber [verschiedene Namen werden genannt] weitermachen würden. Man kommt nicht zu einer Vereinbarung.

Unsere Redaktion bat den Mietwagenunternehmer am Donnerstag um eine Stellungnahme, erhielt jedoch keine Rückmeldung.

Kommentar des Redakteurs

Ob die Taxiordnung nach Oldenburger Vorbild in Zukunft für das Taxigewerbe mehr Rechtssicherheit bringen wird ist ebenso offen, wie die vom FDP-Ratsmitglied Oliver Hasskamp in der vergangenen Ratssitzung angemahnte Aufgabe der Politik, sich in Zukunft auch verstärkt um die Belange der Mietwagenunternehmen zu kümmern. Das was öffentlich, in Hinterzimmern und Gerichtssälen derzeit zwischen den Personenbeförderern passiert, ist geeignet Existenzen zu ruinieren!
Die Politik muss sich kümmern und es kann nicht angehen, dass wie vor der Sommerpause erlebt, einzelne Ratsmitglieder aus rein egoistischen Gründen eine sich bereits im Vorfeld abzeichnende Einigung auf eine unbürokratische Taxiordnung blockieren. Was ohne Rechtssicherheit und mit einer sich aus der Verantwortung stehlenden Lokalpolitik passiert, wird auf dem Rücken sowohl der Mietwagen. wie auch der Taxifahrer ausgetragen. Der Osnabrücker Taxikrieg ist in Wahrheit das Versagen der Lokalpolitik und Stadtverwaltung Rechtssicherheit zu schaffen und Aufsicht zu führen!

AFP

Geht in Osnabrück ein Feuerteufel um? – Brandserie von Mülltonnen geht weiter

Mülltonnen Feuer in der Heinrich-Heine-Straße, Osnabrück
Eine verbrannte Mülltone aus der Brandserie Anfang des Jahres

Bereits die letzten beiden Tagen berichteten wir über eine Reihe von Bränden, bei denen vor allem Mülltonnen und Müllcontainer angezündet wurden. Nun wurden wieder Brände gelegt und ein Zusammenhang scheint immer wahrscheinlicher.

Auch in der letzten Nacht musste die Feuerwehr zu brennenden Mülltonnen ausrücken. In der Großen Rosenstraße setzten Unbekannte einen Müllcontainer in Brand, welcher in der Nähe eines Wohnhauses unter einem Baum stand. Dank engagierten Zeugen, die gegen 01:15 Uhr auf das Feuer aufmerksam wurden, konnte Schlimmeres verhindert werden: Sie schoben den Container auf die Straße, wo die Feuerwehr ihn löschte.

Wieder ein Feuer in der Schloßstraße

Für die Einsatzkräfte gab es aber nur eine kurze Verschnaufpause: Schon knapp zwei Stunden später, gegen 03:30 Uhr, wurde die Feuerwehr erneut alarmiert. Diesmal hatten Unbekannte in der Schloßstraße Sperrmüll angezündet, der bei Eintreffen der Einsatzkräfte bereits in Vollbrand stand. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, wodurch das Feuer sich nicht weiter ausbreiten konnte. Schon in der Nacht zuvor standen in der Schloßstraße Container voll in Flammen. Das Feuer griff auf einen Baum über und zog eine Grundstücksmauer in Mitleidenschaft, bevor die Feuerwehr den Brand löschen konnte. Auffällig ist, dass beide Brände somit in direkter Nähe des ersten Brandes von Mittwochmorgen stattfanden, bei dem neben den Mülltonnen auch noch Teile der Dachrinnenanlage, ein Kellerfenster sowie die Fassade des Hauses beschädigt wurden.

Polizei spricht von einem Verdacht

Pressesprecher Frank Oevermann von der Polizeiinspektion Osnabrück spricht weiterhin „von einem Verdacht“. „Eine Verbindung kann natürlich nicht ausgeschlossen werden und liegt Nahe. Allerdings stecken wir noch in den Ermittlungen und können dazu noch keine klaren Aussagen machen“, sagte er auf Nachfrage. Auch ein Zusammenhang mit der Brandserie von Anfang des Jahres könne nicht ausgeschlossen werden. Der Verdacht werde daher bei den Ermittlungen im Hinterkopf behalten.

Feuer in der Bischofsstraße, Osnabrück, Mülltonnen
Die Fassade nach dem Feuer in der Bischofsstraße am 14. Januar

Schon zu Beginn des Jahres gab es eine ähnliche Brandserie

Bereits zu Beginn des Jahres hatte eine Brandserie Bürger und Einsatzkräfte in Osnabrück über mehrere Tage in Atem gehalten. Damals waren ebenfalls Mülltonnen und Container in Brand gesetzt worden. Bei einem Brand war die Lage so gefährlich, dass es Tote hätte geben können. An einem frühen Sonntagmorgen, den 14. Januar, hatten Flammen von brennenden Müllsäcken in einer Hausdurchfahrt in der Bischofsstraße am Marienhospital schnell auf die Außenfassade des Gebäudes und zwei geparkte Pkw übergegriffen. Die Feuerwehr brachte das Feuer unter Kontrolle und verhinderte so Schlimmeres. Damals konzentrierten sich die Brände vor allem auf die Umgebung des Marienhospitals, nun scheint die Schloßstraße im Fokus zu stehen.

Die Brandermittler der Osnabrücker Polizei bitten Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Rufnummer 0541/327-2115 oder 327-3103 zu melden.

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Grünen-Politiker findet Westerberg-Autos sind zu breit für Parkbuchten und Garagen

schmale Garage
Screenshot: YouTube

Eine persönliche Beobachtung von HASEPOST-Herausgeber Heiko Pohlmann

Vorurteile wollen gepflegt werden und schließlich weiß ja auch jeder: „Die da oben“ auf dem Westerberg – wozu nach Ansicht eines Grünen-Politikers offensichtlich auch die Bewohner der Mehrparteien-Wohnhäuser entlang der Rheiner Landstraße gehören – fahren alle SUV, Porsche oder Lamborghini… mindestens. Und diese Autos sind viel zu breit für eine DIN-Parklücke, ebenfalls mindestens.

Autos sollen in Hinterhöfen parken – Parkbuchten sollen Fahrradständer werden

Jens Meier, Mitglied der Osnabrücker Grünen, war mal Stadtrat und hatte es dort sogar bis zum „verkehrspolitischen Sprecher“ seiner Fraktion gebracht. Doch seit der vergangenen Kommunalwahl hat er weder Sitz noch Stimme im Stadtrat. Allerdings ist er für seine Partei immer noch im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) tätig, und egal worum es da geht: „Wurde auch an Fahrradabstellplätze gedacht“, dürfte eine seiner häufigsten Wortmeldungen sein, serviert in Varianten, vom Thema her aber immer gleich.

Auch am Donnerstagabend fand Meier einen Stimulus um die gewohnte Frage in den Raum zu stellen, als es um den geplanten Ausbau der Rheiner Landstraße ging, die mit einer Bauzeit von rund 2½ Jahren ab kommenden Sommer wohl zum Hauptärgernis der Hasestadt für die Jahre 2019 bis 2021 werden wird.

Plan Rheiner Landstraße
So soll die Rheiner Landstraße zukünftig aussehen, Quelle: Stadtverwaltung, StUA

Wie viele Parkplätze wegfallen bleibt vorerst offen

Vor dem Hintergrund kursierender Gerüchte wollte Ratsfrau Katharina Pötter von den im Ausschuss vertretenden Verwaltungsmitarbeitern wissen, wie viele Parkplätze denn nach der Fertigstellung verschwunden sein werden. „20, 40 oder gar 70 Parkplätze weniger für die Anwohner“, die CDU-Frau hat von Anwohnern schon allerlei Zahlen gehört.
Doch von der Verwaltung erhielt Pötter nur ein Schulterzucken und auch Stadtbaurat Frank Otte wusste nicht, was seine Behörde da geplant hat.
Gleiches Unwissen auch bei der Diskussion um „Aufpflasterungen“, die in den Bauplänen für die Nebenstraßen eingezeichnet sind. Ob das nun wirklich in die Straße eingearbeitete „Pflaster-Huppel“ oder die simplen aus Kunststoff bestehenden aufgeschraubten „Berliner Kissen“ werden, konnten die Fachleute vom Bauamt nicht sagen, wohl aber, dass es nicht die im Kirchenkamp verbaute moderate Variante werden wird, denn inzwischen sei es Standard die Stoßdämpfer und Nerven von motorisierten Verkehrsteilnehmer stärker zu strapazieren.

Otte berichtete von Testfahrt über „Berliner Kissen“

Allerdings wollte der Stadtbaurat nicht akzeptieren, was ihm aus den Reihen der CDU-Fraktion berichtet wurde. Man könne sehr wohl mit konstanter Geschwindigkeit von 30 km/h zum Beispiel über die Albrechtstraße fahren. Er (Frank Otte) habe das selbst mit dem Auto (VW New Beetle) einer Verwandten und mit dabei eingeschaltetem Tempomat ausprobiert. Berichte über vor den Berliner Kissen abbremsenden und wieder beschleunigenden Autos konnte sich der Stadtbaurat, der sonst nie mehr als zwei Räder für den individuellen Personentransport nutzt, nur mit bewusster Geschwindigkeitsübertretung durch die Fahrzeuglenker erklären.
Er selbst habe sich von anderen Verkehrsteilnehmern bedrängt gefühlt, berichtete der motorisierungskritische Verwaltungschef über seine Testfahrten, bei denen andere Autofahrer seinem entschleunigten Fahrstil offenbar nicht folgen wollten.

Aber zurück zur Rheiner Landstraße. Nachdem die Verwaltung ihr zumindest ausgerechnet zum Zeitpunkt der Sitzung bestehendes Unwissen über die genaue Anzahl wegfallender Parkplätze erklärte und versprach diese Zahl im Anschluss an die Sitzung „zu Protokoll“ zu geben, kam die Stunde des zwar bei Abstimmungen stimmrechtlosen Jens Meier. Obwohl Meier nicht mit abstimmen darf, ist er durchaus zu Redebeiträgen berechtigt.

Westerberg-Autos sind zu breit für Garagen?

Meier erklärte den Ausschussmitgliedern und der spärlich anwesenden Öffentlichkeit, dass es ja nicht sein könne, dass derart viele Flächen entlang der neu geplanten Rheiner Landstraße wieder dem Abstellen von Autos gewidmet werden sollen. Die Autos, so Meier, können doch auch alle in den seiner Ansicht nach reichlich vorhandenen Hinterhöfen abgestellt werden, auf deren Gelände zahlreiche Garagen vorhanden seien, wie er selbst auf Luftaufnahmen erkannt haben wolle.
Dass die Anwohner dann doch lieber am Straßenrand parken würden, erklärte sich der beruflich als „Kulturplaner“ tätige ehemalige Stadtrat damit, dass die Autos der Westerberg-Anwohner wohl alle zu breit seien und daher nicht mehr in den vor Jahrzehnten gebauten Garagen hineinpassen würden.
Und einmal das Stichwort „Fahrzeugbreite“ gefunden referierte Meier, dass die vom Bauamt vorgelegten Pläne derart schmale Parkbuchten zeigen würden, die für die von ihm verorteten überbreiten Westerberg-Autos ja allesamt unterdimensioniert seien. Messerscharf kam Meier so zu seinem Lieblingsthema: Aus seiner Sicht sei es nur logisch, dass man dort Fahrradbügel montieren solle, oder noch besser kompakte abschließbare Fahrradboxen, für die zumindest Meier eine große Nachfrage sieht.

AFP