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Lotter Straße wird in den Herbstferien voll gesperrt [Update]

ehemalige Hagedorn-Fabrik
ehemalige Hagedorn-Fabrik

Böse Überraschung bei der erste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt nach der Sommerpause:

Der scheidende stellvertretende Fachbereichsleiter Jürgen Schmidt teilte unter „Sonstiges“ mit, dass in den Herbstferien die Lotter Straße voll gesperrt wird.

Hintergrund sind notwendige Anschlussarbeiten für das ehemalige Hagedorn-Fabrikgebäude. Wie lange die Bauarbeiten genau andauern werden, ist noch offen. Die Herbstferien umfassen die beiden ersten Oktoberwochen.

Gluckstraße: Bauarbeiten bereits jetzt zwei Wochen in Verzug

Die eigentlich „nur“ bis Ende September andauernde Vollsperrung der Gluckstraße (heimliche Westumgehung) wird als Ausweichstrecke womöglich nicht zur Verfügung stehen. Bereits jetzt, so Schmidt, sind die Arbeiten rund zwei Wochen in Verzug.

[Update: Die Baustelle der Gluckstraße wird vor der Sperrung der Lotter Straße beendet]

Umleitung über Rückertstraße

Der Verkehr soll in Richtung Rheiner Landstraße über den Kirchenkamp und die Rückertstraße umgeleitet werden. Der Querverkehr über den Westerberg wird weiter über die bereits jetzt schon häufig in voller Länge durchgestaute Caprivi- und Albrechtstraße ausweichen müssen.

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Hier immer die aktuelle Verkehrslage für Osnabrück.

AFP

Gute Nachricht des Tages: Großbritannien sagt der Obdachlosigkeit den Kampf an

Obdachlos auf der Straße
Obdachlos auf der Straße

Es passieren jeden Tag viele schlimme Dinge – aber auch viele gute. Leider schaffen es die schönen Nachrichten viel zu selten in die Presse. Das wird sich jetzt ändern, denn die HASEPOST berichtet nicht mehr nur an Weihnachten, sondern jeden Tag über mindestens eine „Gute Nachricht“ aus aller Welt.

Umgerechnet mehr als 110 Millionen Euro will die britische Regierung in den kommenden neun Jahren investieren, mit dem Ziel die Obdachlosigkeit auf der Insel einzudämmen.

Wie der Deutschlandfunk berichtet, hat Wohnungsbauminister James Brokenshire in London einen entsprechenden Plan vorgestellt. Das Konzept umfasst unter anderem Hilfestellungen bei psychischen Problemen, die Finanzierung von sozialem Wohnraum und eine Ausweitung der Suchthilfe.

Hilfe für täglich fast 5.000 Obdachlose

Der Minister führte aus, dass es ein erklärtes Ziel sei, dass es künftig gar nicht mehr zu Obdachlosigkeit komme. Britische Wohltätigkeitsorganisationen begrüßten die Pläne. Nach aktuellen Schätzungen schliefen 2017 in Großbritannien pro Tag mehr als 4.700 Menschen auf der Straße.

AFP

Zwischenstand: Wo stehen die Patenprojekte des Projekts „Mobile Zukunft“ ?

Mobile Zukunft Projektandems Osnabrück
Projektandems mit Tandem

Seit rund einem Jahr gibt es Patenprojekte im Rahmen des Projekts „Mobile Zukunft“. Beim inzwischen 8. Mobilitätsforum wurde am Mittwochabend eine Zwischenbilanz gezogen.

Die Patenprojekte, die in der Regel von jeweils zwei Projektpaten aus Politik, Verwaltung und Stadtwerken betreut werden, sind das Herzstück des Projekts „Mobile Zukunft“. Insgesamt 11 Patenprojekte gibt es bislang.

Die meist zwei Paten – das „Tandem“ – waren eingeladen im Projektbüro am Berliner Platz vorzustellen, wo ihr Projekt aktuell steht. Bereits zu Beginn der Abendveranstaltung bremste Projektleiterin Christine Bremer die Erwartung, dass alle Projekte bis zum jetzigen Zeitpunkt umgesetzt werden konnten oder überhaupt eine Aussicht auf Umsetzung haben.

Dielingerstraße-Parklet soll im September fertig werden

Das in der Öffentlichkeit wohl bekannteste – bislang nicht umgesetzte – Projekt ist sicherlich die „Parklet“ getaufte Entwidmung von zwei Parkplätzen an der Dielingerstraße. In der Wahrnehmung des Projektpaten Dr. Michael Kopatz (Grüne) waren es die Anwohner, die es gewünscht hätten, dass nach dem nur für eine Tag angesetzten Parking Day im September 2017 das aus Holzpaletten zusammengezimmerte Konstrukt stehengeblieben ist, vergammelte und schließlich nach fortschreitendem Vandalismus im Frühjahr wieder entfernt wurde. Nun, so die Planung, soll zum neuerlichen Parking Day am 21. September 2018 eine dauerhafte Bebauung der dann seit einem Jahr brachliegenden Parkflächen eingerichtet werden.

Parklet Dielingerstraße
Aktuell einfach nur sinnlos abgesperrte Parkfläche – ab September soll hier ein dauerhaftes „Parklet“ zum Verweilen neben der Dielingerstraße einladen

Ohne Zweifel ein Erfolgsprojekt ist das CarSharing System mit Flow>K und Stat>K der Stadtwerke Osnabrück, das nach Angaben des Unternehmens inzwischen in den schwarzen Zahlen ist und bei dem der Hasestadt etwas gelungen ist, was sonst nur in Großstädten wie Hamburg oder Berlin möglich ist, dort dann mit Sponsoring von großen Automobilherstellern.
Projektpate Frank Otte musste eingestehen, dass zusätzliche Abstellplätze im Bereich Katharinenviertel und Wüste, die er mit seinem Tandempartner von den Stadtwerken aufbauen wollte, derzeit noch in der Warteschleife sind, da ein Bundesgesetz für das CarSharing erst noch in Landesrecht umgesetzt werden muss.

Erfolgsmodell Mobilitätsstation

Ebenfalls in Umsetzung, allerdings voll im Zeitplan sind die neuen Mobilitätsstationen der Stadtwerke, die bis zum Jahresende an den Endhaltestellen der neuen Metrobuslinie in Haste und Düstrup installiert werden sollen und schon jetzt am Bahnhof Sutthausen den Umstieg von Auto und Fahrrad auf Bus oder Nordwestbahn ermöglichen.

Die für die Mobilitätsstationen entwickelten Fahrradboxen sollen in einem weiteren Tandemprojekt bald auch in der Nähe des Nikolaiorts in der Innenstadt aufgestellt werden.

Zu den besonders erfolgreichen Projekten gehört auch die Nahverkehrs-App VOSpilot, die Projektleiter Thomas Teepe vorstellen durfte. Hier sorgen stetig nachgepflegte Funktionen, wie das Lastminute-Shoppingportal mylola für eine steigende Attraktivität der App, die inzwischen mehr als 40.000x heruntergeladen und installiert wurde.

Projekte sind in der Summe ein Erfolg

Auch wenn einige Projekte bislang noch nicht realisiert werden konnten, vielleicht sogar irgendwann mal als gescheitert angesehen werden müssen, sind sich die Paten, Projektleiter und Stadtwerke-Vorstand Dr. Stephan Rolfes sicher, dass dadurch, dass man im „Osnabrücker Modell“ nicht bei Konzeptpapieren für die Ablage stehen bleibt, sondern macht, in der Summe ein Erfolg.

AFP

Bushaltestelle A1 am Neumarkt wird verlegt

Neumarkt
Haltestelle A1 muss weichen

Wer am Neumarkt genau hinsieht, dem sind vielleicht bereits die roten Linien aufgefallen, die bis an die vordere Bushaltestelle reichen. Dort sollen die Arbeiten zum „Baulos 2“ stattfinden. Auf Grund der Größe des Grundstücks muss die daran grenzende Haltestelle A1 komplett verlegt werden. Auch die davor liegende Haltestelle A2 wird verändert. Die Maßnahmen gelten ab kommenden Montag.

Es ist bereits jetzt reichlich eng am Neumarkt, doch mit dem Beginn der Vorarbeiten zum „Baulos 2“ am Montag kommen neue Veränderungen auf die Osnabrücker zu. Die Bushaltestelle A1, die direkt vor dem Mobilitätszentrum der Stadtwerke liegt, wird verlegt. Und zwar auf die Fläche gegenüber vom Landgericht. Dort ist der neue provisorische Bussteig bereits zu erkennen. Er soll Platz für zwei Busse bieten und schließt mit 18cm Höhe so ab, dass Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen ebenerdig einsteigen können. Auch die davor liegende Haltestelle A2 wird verändert. Der vordere Abschnitt Richtung Johannisstraße wird abgetrennt und an den Neuen Graben auf Höhe des Gebäudes der VGH-Regionaldirektion verlegt. Von dort sollen dann die weniger stark frequentierten Linien abfahren.

Neumarkt
So sieht der Neumarkt in Zukunft aus

Haltestelle ein Provisorium

Diese Veränderungen sind gültig ab kommenden Montag um 08 Uhr und werden voraussichtlich bis Frühjahr 2019 gültig bleiben. Die Sperrung erfolgt so früh, weil für das geplante Hotel 400 so genannte Sondierungsbohrungen durchgeführt werden müssen. Die Analyse des Bodens hatte ergeben, dass es sich um eine Kampfmittelverdachtsfläche handelt. Die Verantwortlichen halten die Wahrscheinlichkeit eines Fundes aber für extrem gering. Für den Autoverkehr werden am Neumarkt zunächst keine Einschränkungen entstehen, Fußgänger hingegen werden zum Umsteigen zwischen den Haltestelle neu angelegte Wege wählen müssen. 2019 werden dann die Straßenbauarbeiten , sowie vermutlich der Abriss der Sportarena erfolgen, die eine Sperrung des Neumarktes für den motorisierten Verkehr nötig machen. Ein genauer Zeitpunkt ist aber noch nicht abzusehen.

AFP

Leserbeitrag: Aldi untersagt Verkauf von „abseits“

Petra Lehmkuhl vor der Aldi-Filiale

Unsere Leserin Katharina-Maria Brüggemann-Heilek geht regelmäßig im Aldi an der Hannoverschen Straße einkaufen. Dort traf sie auch regelmäßig auf Petra Lehmkuhl, die dort die „abseits“-Zeitung verkauft. Doch das soll jetzt vorbei sein:

Mittlerweile zählt Petra Lehmkuhl eigentlich zu den festen Einrichtungen des Einkaufszentrums Aldi an der Hannoverschen Straße. Abseits des Eingangsbereiches des Discountergiganten verkauft die chronisch kranke die gleichnamig renommierte Zeitschrift. Unterhalb des Existenzminimus lebend, sichert sie sich auf diesem Wege einen kleinen Hinzuverdienst. Und für viele Kunden gehört ein kleiner Plausch mit Petra, gerne auch bei einer Tasse Kaffee in der nebenliegenden Bäckerei, seit eineinhalb Jahren zum täglichen Einkaufsprozedere.

Lehmkuhl sei ein „Schandfleck“

Damit soll nun Schluss sein – wenn es nach der Bezirkszentrale des Discounters geht. Petra Lehmkuhl sei ein „Schandfleck“. Sie raucht und trinkt Kaffee. So lauten angebliche Beschwerden, welche bei Aldi eingingen. Der Billiganbieter reagierte umgehend und untersagte Petra ihr vierstündiges Verkaufsangebot. Gerne dürfte sie abseits an der Einfahrt zum Parkplatz stehen und ihre Straßenzeitung weiter anbieten. Aber bitte nicht im Eingangsbereich. Für Petra Lehmkuhl bedeutet das eine große finanzielle Einbuße. Hier käme doch niemand vorbei, um ihr eine Zeitung abzukaufen. Unterhalb der Armutsgrenze lebend, dürfe man wohl nur noch am Boden liegen – vor allem aber keine Zigaretten rauchen, so die Geringverdienerin. Sie tue doch niemandem etwas und spreche von sich aus auch niemanden an. So kam es in den letzten 18 Monaten lediglich zu einer einzigen Beschwerde über ihrer Anwesenheit durch einen Discounterkunden.

Besucher geben ihr Rückhalt

Petra möchte für ihren Standort kämpfen. Die zahlreichen Besucher des Einkaufszentrums gäben ihr den nötigen Rückhalt. Offensichtlich gehört Petra für die meisten Passanten einfach dazu. Noch während des Gesprächs erhielt sie eine Einladung auf eine Tasse Kaffee. Die zuständige Bezirksregierung des Billiganbieters verweigerte auf Nachfrage eine weitere Stellungnahme zum Sachverhalt.

Auch die Redaktion der Hasepost bat um eine Stellungnahme des Discounters. Sobald wir sie erhalten, werden wir den Beitrag aktualisieren

AFP

Sommer, Sonne, Sonnenschein – Der Ferienpass 2018

Ferienpass-Team

Unter dem Motto: „Alle Kinder sollen schöne Ferien in Osnabrück verbringen können“ konnten Kinder und Jugendliche in den sechs Wochen Sommerferien ihren Ferienpass nutzen. Besonders der Besuch in den Schwimmbädern war dank des heißen Sommers in diesem Jahr beliebt. Aber auch Klassiker wie „Hütten und Buden bauen“ oder die traditionelle Eröffnungsparty waren gut besucht. Insgesamt ziehen die Veranstalter ein positives Fazit.

Das neue Team, das in diesem Jahr den Ferienpass organisierte, gab beinahe 9000 (8740) Pässe aus, deutlich mehr als noch in 2017. Dabei gingen 1355 kostenlos an Inhaber des Osnabrück-Passes. „Der Ferienpass ist eine soziale Komponente der Stadt“, sagt Stadtrat Wolfgang Beckermann. „Alle Kinder sollen die Chance haben an den Veranstaltungen teilzunehmen, ohne sich Sorgen um die Finanzierung machen zu müssen.“ Allein in diesem Sommer waren etwa 70% aller Veranstaltungen kostenlos.

Wasser marsch!

Wenig überraschend ist die Tatsache, dass besonders die Aktivitäten mit Wasser, wie die Wasserolympiade, äußerst beliebt waren. „Die Kinder hatten so viel Spaß dabei, dass wir uns auch gleich entschieden haben, das Cover für das nächste Jahr hier zu fotographieren“, sagt Andrea Schiltmeyer vom Fachdienst Jugend. Auch als Eintrittskarte ins Schwimmbad wurde der Ferienpass deutlich häufiger verwendet, als noch im Vorjahr. Insgesamt 28.037 Mal nutzten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit sich abzukühlen (Vergleich 2017: 14.586). Im Ranking ganz vorne stand das Nettebad, dicht gefolgt vom Moskaubad. Das Schinkelbad als Hallenbad lag dagegen abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Gut vorgesorgt gegen Hitze

Doch auch die anderen Veranstaltungen des Ferienpasses waren gut besucht. Traditionellerweise ein Highlight ist die Eröffnungsfeier, die in diesem Jahr mit den Groove Onkels und bei bestem Wetter stattfand. „Natürlich haben wir uns an das Wetter ein bisschen anpassen müssen“, erklärt Schiltmeyer. „Wir haben kostenlos Wasser ausgegeben und zusätzliche schattenspendende Pavillons aufgestellt“. Auch das „Hütten und Buden bauen“, das schon seit vielen Jahren Teil des Programms ist, lockte wieder viele Kinder und auch Eltern. „Wir hatten einen Vater dabei, der damals als Kind selbst an der Veranstaltung teilgenommen hat und nun mit seinem eigenen Kind wieder da war“, freut sich das Ferienpass-Team. Leider abgesagt werden mussten „Kochen am Lagerfeuer“ und „Stockbrotbacken“, weil die Gefahr eines Waldbrandes in den Ferien zu hoch war.

Ferienpass
Eröffnungsfeier mit den Groove Onkels Quelle: Stadt Osnabrück

Selbstgemachtes gefragt

Doch es müssen gar nicht immer die besonders aufwendigen Dinge sein, die Teilnehmer sich wünschen. „Wir haben festgestellt, dass die Kinder und Jugendlichen es sehr schätzen, wenn sie Dinge selber machen. Egal ob es nun darum geht die eigene Jeans zu verzieren, oder gemeinsam Cake Pops zu backen“, berichtet Andrea Schiltmeyer. Auch Modernes und Trendsportarten schafften es unter die Highlights der Besucher: Escape Rooms, Stand-Up-Paddeling oder Surfen auf der Welle bei L&T sind nur einige davon.

Insgesamt ziehen die Veranstalter ein positives Fazit: Es habe allen Spaß gemacht und man habe im Nachhinein viele positive Rückmeldungen bekommen. Ein Vater beschrieb den Ferienpass sogar als „sensationell“. Da kommt Vorfreude auf das nächste Jahr und den nächsten Ferienpass auf – die Arbeiten haben auf alle Fälle schon begonnen.

Foto: Das Ferienpass-Team und Stadtrat Wolfgang Beckermann (hinten/mitte) freuen sich über den erfolgreichen Ferienpass

AFP

Osnabrücker Oberbürgermeister will keine zusätzlichen Flüchtlinge aufnehmen

Aufkleber Refugees Welcome
Aufkleber Refugees Welcome

Wolfgang Griesert, Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück, lehnt einen Beitritt zum Bündnis Seebrücke und damit eine Aufnahme zusätzlicher Menschen ab, die von privaten Organisationen mit eigens dafür gecharterten Schiffen vor der nordafrikanischen Küste aufgesammelt wurden.

Mehrere Oberbürgermeistern von Großstädten in NRW hatten sich in den vergangenen Tagen für eine Aufnahme zusätzlicher Migranten entschieden. Der Oberbürgermeister erklärt, dass er es akzeptieren wird, wenn eine Mehrheit im Stadtrat eine andere Entscheidung fällen sollte.

Am vergangenen Samstag hatte es eine Demonstration in der Osnabrücker Innenstadt gegeben, um einem Schreiben Nachdruck zu verschaffen, in dem der Stadtrat und der Oberbürgermeister zur Aufnahme zusätzlicher Migranten aufgefordert wurden.

In einem Brief, der unserer Redaktion vorliegt, teilte der Oberbürgermeister den Vertretern des Bündnis Seebrücke Osnabrück am späten Freitagabend seine Beweggründe mit.

Unsere Redaktion veröffentlicht das Antwortschreiben ungekürzt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

erinnern Sie sich noch an den April 2015, an die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer, als fast 1.000 Menschen auf der Flucht vor Elend und Verfolgung im Mittelmeer ertrunken sind? Dieses nicht unerwartete Unglück hat damals den Rat der Friedensstadt so entsetzt, dass er sich am 22. April 2015 mit einem Brief an die höchsten Repräsentanten Europas, Deutschlands und Niedersachsens gewandt hat, in dem es heißt:

„Wir Europäer sind nicht nur Stolz darauf, dass die Europäische Union 2012 mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden ist, sondern sehen darin auch eine Verpflichtung zum Handeln. Wir sind stolz auf die uns verbindenden Werte der Humanität und Freiheit. Dafür stehen wir ein. Auf diese Werte beziehen wir uns, wenn wir, wie zahlreiche andere Städte auch, Flüchtlinge aufnehmen, sie zunächst versorgen, um sie so schnell wie möglich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe, die wir ihnen gern geben. Wir sind glücklich, in einer Gesellschaft zu leben, in der dieses Angebot unstrittig ist […]. Sehr geehrter Präsident, verehrte Bundeskanzlerin, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, wir schämen uns dafür, dass unsere europäischen Institutionen das Leben dieser Menschen nicht schützen konnten. Und so bitten wir Sie: Verhindern Sie solche Tragödien. Tun Sie bitte sofort etwas, bevor weitere Menschen ertrinken. Retten Sie die Menschen, die vor einem solchen Risiko nicht zurückschrecken, und dabei ihr Leben aufs Spiel setzen, um ihr Leben in Europa zu retten.“

Viele tausend Tote später müssen wir feststellen, dass dieser Appell, so gut er auch gemeint gewesen sein mag, keinem Menschen das Leben gerettet hat.

Erinnern Sie sich noch an die Initiative für die Flüchtlinge in Idomeni von 2017, mit denen Bürger unserer Stadt ganz einfach helfen wollten, 50 Flüchtlinge zu retten? Sie erinnern sich: diese Initiative wurde auch vom Rat unterstützt. Die Bereitschaft, einfach zu helfen, war groß. Abermals viele tausend Tote später müssen wir wieder feststellen, dass wir keinem Flüchtling helfen konnten. Wir sind an den Institutionen gescheitert, die doch allein in der Lage sind, Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten und ihnen bei uns eine Lebensperspektive zu geben, sofern sie als Asylsuchende anerkannt werden. Wir müssen also feststellen, dass allein Europa diese Möglichkeit hat, sofern die Mitgliedsstaaten dafür einstehen. Dafür setzt sich nicht zuletzt auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel ein. Und dafür hat auch der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius geworben. Wenn Europa nicht die Kraft aufbringen sollte, eine Lösung für die Menschen zu finden, die ihr Leben riskieren, um zu uns zu kommen, dann ist Europa an dieser Herausforderung an seine Grenze gekommen und an eben dieser vielleicht sogar gescheitert – gescheitert als Solidargemeinschaft, gescheitert aber auch als Wertegemeinschaft.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihr Schreiben vom 8. August 2018 und Ihr Engagement für Menschen in Not! Wie Sie wissen haben fast 5.000 Frauen, Kinder und Männer seit 2013 in der Stadt Osnabrück Zuflucht gefunden. Dank auch Ihres großen Engagements haben wir aber als Stadt keine „Flüchtlingskrise“ erlebt, sondern konnten von Anfang an die Integration aller Ankommenden fördern und positiv gestalten. So konnten wir eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in der Stadt etablieren, was ohne Ihre Geste des Willkommens, ohne Ihre Unterstützung gar nicht möglich gewesen wäre. Wir haben damals im Rathaus die Öffentlichkeit über diesen Plan unterrichtet und eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft erfahren. Nicht zuletzt die vielen (ehrenamtlichen) Sprach- und Integrationsprogramme, Sport- und Kulturprojekte – die Liste der angestoßenen Begegnungs- projekte ist lang – haben dazu einen ganz entscheidenden Beitrag geleistet. Dazu gehört auch das vom Rat der Stadt Osnabrück verabschiedete aktuelle Integrationskonzept: „Von der Erstaufnahme zur Überleitung in die Regelsysteme. Geflüchtete in der Stadt Osnabrück.“ Darin wird deutlich, dass wir noch viele Herausforderungen zu meistern haben. Die Integration der Neuzugewanderten wird daher ein Schwerpunkt des kommunalen Handelns der nächsten Jahre bleiben. Dieser Schwerpunkt wird umrahmt von einer langen und fundierten Kooperation mit terre des hommes – sozusagen in umgekehrter Richtung.

Gerade auch vor dem Hintergrund dessen, was Sie gemeinsam mit den Beschäftigten der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren für die Geflüchteten getan haben, und auch vor dem Hintergrund der Erfahrung mit den Initiativen, Menschen direkt zu helfen, komme ich zu einem anderen Ergebnis als einige meiner Amtskollegen: Ich kann dem Rat nicht empfehlen, die Aktion „Seebrücke“ zu unterstützen, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es entweder eine gemeinsame Lösung auf europäischer Ebene oder gar keine Lösung geben wird. Ich bitte Sie um Verständnis für diese Haltung, so sehr ich ihre Auffassung auch nachvollziehen, verstehen und akzeptieren kann. Auch der Rat wird dieses Anliegen in seiner nächsten Sitzung diskutieren und möglicherweise zu einer anderen Auffassung kommen. Auch diese werde ich selbstverständlich akzeptieren.

Ich habe mich aber aus den genannten Gründen entschieden, dem Bündnis nicht beizutreten, sondern den Fokus auf konkrete Maßnahmen für die Ankommenden zu richten. Ich danke allen Initiativen, Verbänden und Ehrenamtlichen sowie Hauptamtlichen, die tagtäglich Geflüchtete betreuen und begleiten.

Ich erlaube mir, eine Kopie dieses Schreibens den Medien zukommen zu lassen.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis verbleibe ich

Wolfgang Griesert
Oberbürgermeister

 


 

Hinweis: Angeblich soll sich die Grüne Ratsfraktion Osnabrück inzwischen für eine Aufnahme zusätzlicher aus „Seenot“ geretteter Menschen und für einen Beschluss in der nächsten Ratssitzung einsetzen.
Eine Pressemitteilung dazu wurde von dieser Ratsfraktion, die entsprechend der Kommunalverfassung nicht für eine Klientel in das Kommunalparlament gewählt wurde, sondern als hinzugewählter Teil der Verwaltung für alle Bürger tätig sein soll, erneut nur an Redaktionen verschickt, die in den Augen der Ökopartei „genehm“ berichten.

Die Grüne Ratsfraktion setzt damit ihre Politik der gesteuerten und gelenkten Medieninformation weiter fort und verstösst damit unserer Ansicht nach weiterhin gegen das im Grundgesetz undiskutierbar festgeschriebene Diskriminierungsverbot, die Presse- und Meinungsfreiheit und konkret gegen das Niedersächsische Pressegesetz. 

Neben der Grünen Ratsfraktion boykottiert auch die SPD-Ratsfraktion seit ein paar Wochen die Redaktion der HASEPOST.

Hier alles über den Presseboykott der Grünen- und SPD-Ratsfraktion.

AFP

Unfallstatistik 2017 – aus diesen Gründen passieren die meisten Unfälle

Symbolbild Verkehrsunfall
Foto: mhp – fotolia.com

In Osnabrück gab es 2017 wieder etwas mehr Unfälle als 2017 – doch welche Ursachen hatten diese eigentlich und was kann dagegen getan werden? Titelfoto: mhp – fotolia.com

Osnabrück ist eine der vier größten Städte Niedersachsens. Die mehr als 160.000 Einwohner genießen – im Hinblick auf Arbeitsweg und Infrastruktur – viele Vorteile. Ganz ohne Auto geht es dann aber doch nicht. Der Verkehr in Osnabrück ist nicht nur für die Stadtplaner eine Herausforderung. Auch im Hinblick auf die Unfallstatistik ist der Verkehr in Osnabrück relevant. Wie viele Autos täglich in Osnabrück unterwegs sind, lässt sich leider nicht ohne Weiteres feststellen. Es fehlt einfach an verlässlichen Zahlen zum Verkehrsaufkommen. Ein Grund, warum Zahlen so schwer zu erheben sind, ist die Zahl der Pendler aus dem Umland.

Aber: Die aktuelle Unfallstatistik für die Stadt lässt vermuten, dass in Osnabrück die Verkehrsdichte zunimmt. Im Vergleich zum Jahr 2016 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle um 1,4 Prozent an. Veröffentlicht von der zuständigen Polizeidirektion, gab es 2016 31.367 Unfälle. Im Berichtsjahr 2017 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle auf 31.595 an. Allerdings darf diese Zahl keinen falschen Eindruck erwecken. In Osnabrück belief sich die Zahl der Verkehrstoten im gleichen Zeitraum auf 54 – was einen Tiefststand für die vergangenen 10 Jahre bedeutet. Welche Gründe tauchen in der Statistik besonders oft als Unfallursache auf?

Vorfahrtsverletzungen, Abbiegen und Sicherheitsabstand

Die in Osnabrück häufig in Erscheinung tretenden Unfallursachen sind:

  • Nichteinhaltungen des Sicherheitsabstands
  • Verletzungen der Vorfahrtsregeln
  • Fehler beim Abbiegen.

Für die beiden letztgenannten Unfallursachen verzeichnet die Statistik – im Vergleich zum Vorjahr – eine Zunahme. Während beispielswiese 2016 noch 2.346 Verletzungen der Vorfahrtsregeln zu einem Unfall führten, waren es 2017 2.413. In einer ähnlichen Größenordnung bewegt sich die Veränderung bei den Fehlern beim Abbiegen.

Aber: Der Sicherheitsabstand ist als Unfallursache in Osnabrück rückläufig. Hier hat sich das Unfallgeschehen sogar sehr deutlich verändert. Von 2.893 Unfällen wegen des Sicherheitsabstands in 2016 auf 2.282 Unfälle in 2017.

Welche Rückschlüsse lassen die Zahlen zu? Generell scheint Autofahrern inzwischen klar zu sein, wie wichtig der Sicherheitsabstand ist. Auf der anderen Seite keimt – angesichts der Veränderungen bei Unfällen durch die Nichteinhaltung der Vorfahrtsregeln oder Fehler beim Abbiegen – der Verdacht auf, dass die Aufmerksamkeit einiger Autofahrer 2017 gelitten hat.

Mit welchen Strafen ist im Zusammenhang mit den Verkehrsdelikten zu rechnen? Beispiel Sicherheitsabstand: Für Geschwindigkeiten bis 80 Stundenkilometer kommen Autofahrer noch recht glimpflich davon. Eine Unterschreitung des zulässigen Abstands (halber Tachowert) kostet in erster Linie ein Bußgeld. Wie hoch ein solches Bußgeld ist, richtet sich nach den Folgen, die der Verstoß hat. Eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder Sachbeschädigungen können teurer werden.

Fahrverbote und Punkte drohen dann, wenn die Geschwindigkeit über 80 Stundenkilometern liegt. In diesem Zusammenhang kann es schnell zu Punkten und Fahrverboten kommen. Allerdings ist fraglich, ob Geschwindigkeiten, die dafür nötig sind, in Osnabrück im Stadtverkehr erreicht werden.

Ein anderes Beispiel ist die Missachtung der Vorfahrt. Auch hier drohen Verkehrsteilnehmern Strafen, bei denen es auch um Punkte gehen kann.

  • Missachtung der Vorfahrt mit Behinderung – 25 Euro, keine Punkte
  • Missachtung der Vorfahrt mit Gefährdung – 70 Euro, 1 Punkt
  • Nichtbeachtung Stoppschild mit Gefährdung – 70 Euro, 1 Punkt

Alkohol und Drogen

Als Unfallursache kommen leider auch Alkoholmissbrauch und der Konsum von Betäubungsmitteln immer wieder vor. Letztere halten sich in Osnabrück auf einem hohen Niveau. Alkoholfahrten sind ein Problem, das Verkehrsteilnehmer immer wieder – besonders aber in den Abend- und Nachtstunden betrifft. Also gerade dann, wenn schon aufgrund der Tageszeit die Sichtverhältnisse auf der Straße eingeschränkt sind.

Wie sehen die Strafen in diesem Zusammenhang aus? Die Höhe der Strafe variiert und hängt vom Blutalkoholspiegel ab. Besonders viel Aufmerksamkeit ist von Fahranfängern gefragt. Hintergrund: Für diese Personengruppe gilt im Straßenverkehr die 0-Promille-Regel. Wird dies überschritten, drohen 250 Euro Bußgeld und 1 Punkt im Verkehrsregister. Bei Überschreitungen der 0,5 Promillegrenzen ergeben sich zudem deutlich höhere Strafen.

Zusätzlich winken Autofahrern, die erwischt werden, Fahrverbote. Diese variieren zwischen 1 Monat bis 3 Monaten. Übersteigt die Blutalkoholkonzentration den Wert von 1,1 Promille, handelt es sich um eine Straftat, die mit Gefängnis geahndet werden kann.

Alkohol und Fahrrad

Das Thema Alkohol im Straßenverkehr beschäftigt immer wieder. Autofahrer meinen mitunter, nach einer durchzechten Nacht wieder ins Auto steigen zu können. Allerdings braucht der Körper immer einige Stunden, um Alkohol komplett abzubauen. Restalkohol kann daher immer noch nachgewiesen werden und zu einer Strafe führen.

Wie sieht das Ganze eigentlich mit dem Fahrrad aus? Wer als Autofahrer den Pkw stehen lässt und von einer Feier mit dem Rad nach Hause fährt, macht offensichtlich etwas richtig. Allerdings sieht das deutsche Verkehrsrecht auch hier teils drastische Strafen vor. So zielt § 316 Strafgesetzbuch(StGB) nicht allein auf Pkw ab, sondern umfasst allgemein alle Fahrzeuge.

Ab 1,6 Promille drohen Radfahrern Geldstrafen, Führerscheinentzug und MPU. Der Entzug der Fahrerlaubnis gründet sich auf die Annahme, dass Betroffene nicht die entsprechende Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs besitzen.

Weitere Unfallursachen

Bild : nd3000 – fotolia.com
Mal schnell eine Nachricht lesen oder Emails checken während der Fahrt – leider wird diese Gefahr von vielen Autofahrern deutlich unterschätzt.  Bild : nd3000 – fotolia.com

Unfälle im Straßenverkehr gehen nicht nur auf die bisher genannten Ursachen zurück. In der Praxis gibt es viele weitere Gründe, warum es auf Osnabrücks Straßen täglich kracht. Dazu gehören Übertretungen der Geschwindigkeit sowie die Nutzung des Smartphones oder Handys.

Aber auch die in den letzten Jahren immer weiter verbreiteten Elektrofahrräder werden zu einem Problem. Hintergrund: 2013 erfasste die Statistik weniger als 75 Unfälle. 2017 erreicht die Zahl der Unfälle mit Beteiligung eines Pedelecs bzw. E-Bikes bereits die Marke von 280.

Der sprunghafte Anstieg ist leicht zu erklären – es sind mehr dieser Zweiräder mit elektrischer Tretunterstützung auf den Straßen unterwegs. Auffällig ist allerdings die Zahl der Betroffenen, die bei einem solchen Unfall eine schwere Verletzung – teils mit Todesfolge – erleiden, gestiegen. Verantwortlich macht die Polizei Osnabrück hierfür zwei Aspekte. Auf der einen Seite sind Pedelecs – im Vergleich zu einem normalen Fahrrad – deutlich schwerer.

Die Gewichtszunahme entsteht durch den verbauten Elektromotor und den Akku. Auf der anderen Seite erreichen Radfahrer mit den elektrischen Rädern höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten. Aufgrund dieser Tatsache gehen Unfälle mit Pedelecs folgenschwerer aus. Auch das Alter der Unfallopfer spielt eine wichtige Rolle, da Pedelecs gerne von älteren Personen gefahren werden. Diese könnten bei Unfällen schwerer Verletzungen davontragen, weil sie zum Beispiel häufig blutverdünnende Medikamente schluckten.

Risikogruppen im Straßenverkehr

Jugendliche haben es mit dem Auto besonders eilig. Diese Ansicht ist weit verbreitet. Auf die Zahl der Unfälle bzw. der Verkehrstoten bezogen lässt sich die Aussage allerdings nicht pauschal untermauern. Gegenüber 2016 ist die Zahl der jungen Verkehrstoten (15 Jahre – 24 Jahre) zurückgegangen.

Überraschend auf der anderen Seite die Entwicklung bei den Unfallzahlen in der Altersgruppe 65+. Hier verzeichnet die Statistik eine Zunahme von mehr als 500 Unfällen innerhalb nur eines Jahres. Als mögliche Ursache wird die Überforderung im Straßenverkehr mit zunehmendem Alter angesehen. Präventiv kann die Polizei Osnabrück hier nicht einschreiten – die Gesellschaft (und alle anderen Verkehrsteilnehmer) sind auf die Einsicht der betagten Autofahrer angewiesen. Letztlich müssen diese selbst erkennen, ob die Herausforderung noch zu bewältigen sind.

Symbolbild Unfall
Zum Glück gingen trotz der gestiegenen Unfallzahlen weniger Unfälle am Ende tödlich aus. Das ist ein Signal der Hoffnung für die Zukunft. Bild: Paolese – fotolia.com

Fazit: Zahl der Unfälle in Osnabrück gestiegen

Jeder will mobil sein. Entsprechend hat sich die Verkehrsdichte in Osnabrück in den letzten Jahren entwickelt. Und damit natürlich auch die Zahl der Unfälle. Insgesamt macht die Unfallstatistik einen leichten Anstieg bei den Verkehrsunfällen aus. Allerdings sind davon nicht alle Bereiche betroffen. Autofahrern haben im letzten Jahr mehr auf den Sicherheitsabstand geachtet, dafür häuften sich allerdings Unfälle aufgrund der Missachtung der Vorfahrt. Ein Problem bleiben auch in Osnabrück Alkohol- und Drogenfahrten. Trotz der inzwischen sehr drastischen Strafen tauchen diese Delikte in den Statistiken nach wie vor auf. Eine Überraschung ist der starke Anstieg von Unfällen mit Pedelecs. Die Elektrofahrräder sind zuletzt vermehrt in Unfälle verwickelt – was einerseits auf die Zunahme in der Bevölkerung, aber auch auf die Besonderheiten der Bauart – zurückzuführen ist.

 

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Warum sind Vampire sexy? Körperwelten-Special mit Dr. Mark Benecke

Text: Laura Stevens, Fotos: Ines Benecke | fb.com/markbenecke

Warum sind Vampire sexy? – Dieser und vielen weiteren Fragen gingen die Zuschauer am Montagabend (13.08.) gemeinsam mit dem Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke auf den Grund. Schon lange vor der Veranstaltung gab es keine Karten mehr, Beneckes Veranstaltungen sind beliebt. Zuletzt besuchte er die Hasestadt im letzten Jahr, auch der Rosenhof war dabei schnell ausverkauft.

Diesmal sollte es kein gewöhnlicher Vortrag werden, sondern ein Special speziell für die Körperwelten, die aktuell in der OsnabrückHalle zu Besuch sind. Mit den Körperwelten in Verbindung steht Benecke bereits seit 1999, als es noch keine transparenten Scheibenplastinate gab. Große Aufmerksamkeit erregte dabei besonders ein Ausstellungsstück, bei der eine Person ihre eigene Haut in der Hand hält. Die Aufregung um die Darstellung verwundert ihn jedoch, wie er selbst berichtet. Bereits der Anatom Andreas Vesalius veröffentlichte 1543 ein Werk, basierend auf Leichenschauen, mit exakt diesem Motiv. Die Körperwelten sind also an sich nichts neues, nur die Technik ist moderner – statt Aufzeichnungen über die Studien an menschlichen Körpern, werden diese plastiniert und den Menschen direkt gezeigt. Sie ermöglichen einen Blick in das Innenleben, den es sonst nicht gäbe.

Benecke beeindruckt von Gunther von Hagens

Gunther Von Hagens, der „Schöpfer“ persönlich, war vor seiner Parkinsonerkrankung zudem ein äußerst schneller und präziser Präparator, der Benecke durch sein Können schon damals sehr beeindruckt hat. Das einzig besondere an ihm ist seine Technik, das Präparat haltbar zu machen und es farbecht zu plastinieren – denn erst das ermöglicht die Körperwelten in ihrer Art.

Benecke
Dr. Mark Benecke und begeisterte Besucher; Foto: Ines Benecke

Woran erkennt man die Untoten?

Nach kurzer Abstimmung des Themengebiets durch das Publikum, wie es bei seinen Vorträgen üblich ist, geht es schließlich mit dem Thema des Abends „Vampir-Leichen“ los. Benecke erklärt dabei die typischen und auch heute noch weit verbreiteten Kennzeichen, an denen ein Untoter angeblich zu erkennen sei. Neben biologisch erklärbaren Zeichen wie etwa den wachsenden Fingernägeln, Zähnen und Haaren, die aufgrund von Vertrocknung der umliegenden Haut entstehen können, dem zwinkernden Gesichtsausdruck und auch dem „Häuten“ toter Körper geht es schließlich auch um den Sexappeal eines Vampirs. Was inspiriert kreative Köpfe dazu, aus einem verwesenden Körper, dem Blutsaugen nachgesagt wird, etwas Erotisches zu kreieren? Was macht eine faule Leiche sexy? Eine Teilschuld gibt Benecke dabei der Fehlinterpretation von „Erektionen“ bei den männlichen Leichen. Durch die Gasbildung bei der Verwesung bzw. der Fäulnis blähen sich Körperbereiche auf, vorher schlanke Menschen wirken dadurch bspw. oft beleibt. Das kann auch bei den Geschlechtsteilen passieren: Es handelt sich bei den Beobachteten „Beulen in der Hose“ also nicht um echte Erektionen, sondern nur um durch Gase entstandene aufgeblähte Bereiche des Körpers.

Ernstes Thema mit viel Humor

Doch durfte bei all den ernsten Themen der Humor nicht fehlen. So gab es zu den käuflich zu erwerbenden Büchern auch Tatortaufkleber, die neben verschiedenen Maßen wie bspw. Zentimeter und Inch auch eine Farbskala zeigen. Und warum jeder sich so ein Tatortkärtchen mitnehmen sollte? „Für Ihre nächste Leiche!“, antwortet Benecke wie selbstverständlich. Man weiß ja nie, was einen erwartet, wenn man wieder nachhause kommt. Zur Beruhigung gab es schließlich noch die altbekannten Knicklichter – durch deren einmalige Wirkung wird bei Tragen der leuchtenden Armbänder alles Böse – also auch Vampire! – fern gehalten!

Foto: Dr. Mark Benecke und seine Frau Ines am Bahnhof in Osnabrück

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Klare Trennung: OPG steht nach Anteilsverkauf für Parken in Osnabrück

Nikolai-Garage, OPG, Parkhaus, Osnabrück
Nikolai-Garage, Archiv Hasepost

Der Verwaltungausschuss der Stadt Osnabrück hat in seiner gestrigen Sitzung dem Verkauf von städtischen Geschäftsanteilen in Höhe von 25,04 Prozent an der OPG Center-Parking GmbH an die deutschlandweit aktive Goldbeck Services GmbH zugestimmt.

Damit ist die Trennung der OPG von seiner bundesweit tätigen Tochtergesellschaft auch rechtlich unter Dach und Fach.

Über den Kaufpreis der Anteile haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

Klare Verhältnisse geschaffen

Prof. Dr. Stephan Rolfes, Vorstand Mobilität der Stadtwerke Osnabrück und Verhandlungsführer auf Seiten der Stadt, sagt: „Mit dem Verkauf haben wir klare Verhältnisse geschaffen. Die OPG als kommunaler Anbieter von Parkstätten hat jetzt keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen mehr mit Wettbewerbern, die privatwirtschaftlich organisiert sind. Im Rahmen unseres Mobilitätskonzepts wird die OPG eine wichtige Rolle bei der Verknüpfung aller Verkehrsträger spielen. Mit der intelligenten Abstimmung zwischen den Angeboten der OPG und dem Individualverkehr sowie dem ÖPNV machen wir Osnabrück attraktiv und die Innenstadt erreichbar.“

Die kommunale Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft mbH (OPG) hatte schon Ende 2016 geplant, sich voll und ganz auf den Raum Osnabrück zu konzentrieren. Im Mai 2017 wurde die operative Trennung von der bundesweit tätigen OPG Center-Parking GmbH mit Sitz am Flughafen Münster-Osnabrück weitgehend abgeschlossen. Aufgrund der engen organisatorischen und vertragsrechtlichen Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen brauchte es aber seine Zeit, auch die gesellschaftsrechtliche Trennung vollständig abzuschließen.

Parkhäuser in anderen Städten gehören nicht zur Aufgabe der Stadt

Thomas Fillep, Stadtrat und Finanzvorstand der Stadt Osnabrück, sagt: „Mit dem Verkauf der Anteile wollten wir in erster Linie den Handlungsspielraum der OPG verbessern, die sich künftig noch stärker als Stadtwerke-Tochter profilieren kann. Im Übrigen gehört es nicht zu unseren kommunalen Aufgaben, Parkstätten im Bundesgebiet zu entwickeln und zu bewirtschaften.“

Bislang haben die meisten Parkstätten in Osnabrück das Logo der OPG getragen, obwohl nicht alle Stellplätze von der Stadtwerke-Tochter OPG bewirtschaftet wurden. Auch die OPG Center-Parking mit Sitz am Flughafen Münster-Osnabrück durfte aus historischen Gründen das OPG- Logo nutzen. Mit dem Verkauf der Anteile wird die Marke „OPG“ alleine von der OPG genutzt. Volker Hänsler, Geschäftsführer der OPG, sagt: „Wo OPG drauf steht, ist jetzt auch OPG drinnen. Das ist ein wichtiger Schritt unserer Markenführung. Gemeinsam mit der Stadt und den Stadtwerken können wir uns jetzt noch stärker am Markt positionieren.“ Bis Ende 2019 werden die OPG- Logos auf den Parkstätten der OPG Center-Parking entfernt sein. Die Tiefgarage OsnabrückHalle/Arcona Living behält das OPG-Logo und wird wieder von der OPG bewirtschaftet.

Wigand Maethner, Geschäftsführer der OPG, sagt: „Wettbewerb, auch der zwischen den Osnabrücker Parkstätten, ist grundsätzlich immer gut. Ich freue mich darauf, den Autofahrerinnen und Autofahrern ein wettbewerbsfähiges und immer besser werdendes OPG-Stellplatzangebot machen zu können. Wir haben in Osnabrück eine der modernsten Park-Leitstellen in Deutschland, wir haben nicht nur Neuerungen wie beispielsweise die XXL-Stellplätze eingerichtet, wir investieren darüber hinaus mit Hochdruck in die Zukunft des Parkens.“ Mit dem gemeinsamen Innovationsprogramm von Stadtwerken und OPG werden in Osnabrück beispielsweise ein Fahrradparkhaus in der Bahnhofsgarage gebaut, die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge deutlich ausgebaut und auch digitale Einfahrtssäulen in den OPG-Parkhäusern eingeführt. Maethner: „Wir setzen uns anspruchsvolle Ziele. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen so bequem und so einfach wie möglich die Innenstadt anfahren und erleben können.“

Die Parkstätten der OPG

  • Altstadt-Garage
  • Bahnhofsgarage
  • Kollegienwall-Garage
  • Ledenhof-Garage
  • Parkhaus Lotter Straße
  • Tiefgarage Neustadt-Carré
  • Tiefgarage OsnabrückHalle/Arcona Living
  • Nikolai-Garage
  • Salzmarkt-Garage
  • Stadthaus-Garage und Parkplatz
  • Vitihof-Garage
  • Parkhaus und Parkplätze der Sparkasse
  • Parkplatz Berliner Platz
  • Parkplatz Karl-Bücher Straße
  • Parkplatz Kinderhospital Iburger Straße
  • Parkplatz Schlosswallhalle
  • Parkplatz Stüvestraße
  • Parkplatz Haarmannsbrunnen
  • Parkplatz Kunsthalle Dominikanerkirche
  • Parkplatz Süsterstraße

Die OPG gehört den Bürgern der Stadt

Seit der Gründung 1967 vor 50 Jahren ist die OPG zu einem wichtigen und serviceorientierten Anbieter und Bewirtschafter von Parkraum in Osnabrück geworden. Die OPG ist seit Mai 2017 wieder operativ und seit August 2018 auch rechtlich selbstständig und konzentriert sich auf den Raum Osnabrück. Die OPG betreibt in 12 Parkhäusern und auf 11 Parkplätzen rund 5.000 Stellplätze. Gesellschafter der OPG sind die Stadtwerke Osnabrück AG (94 %) und die Stadt Osnabrück (6 %). Die OPG hat einen eigenen Aufsichtsrat, der aus Vertretern der Stadtwerke Osnabrück, dem Vorstand der Stadt und Vertretern des Rates besetzt ist.

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