Aktuell Jahresrückblick: Das war 2020 in Osnabrück wichtig

Jahresrückblick: Das war 2020 in Osnabrück wichtig

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Das ungeliebte Jahr 2020 geht zu Ende. In Osnabrück ist in den vergangenen 12 Monaten einiges passiert, zum Jahreswechsel fasst die HASEPOST die wichtigsten Ereignisse noch einmal zusammen.

  • Die Corona-Pandemie war zweifellos das prägendste Ereignis des Jahres und ein denkbar schlechter Start ins neue Jahrzehnt. Seit März stellt das Virus Osnabrück auf den Kopf. Schulen, die Gastronomie und Geschäfte wurden geschlossen, das Nachtleben steht still und viele Menschen haben ihren Job verloren oder wurden in Kurzarbeit geschickt. Nachdem sich die Lage im Sommer zu bessern schien, kam die Pandemie im Herbst mit voller Wucht zurück. Inzwischen haben sich 11.506 Menschen in der Region Osnabrück mit dem neuartigen Virus infiziert, 231 von ihnen verloren ihr Leben. Im Kampf gegen die Pandemie wurde ein Testzentrum am Limberg errichtet, ein Impfzentrum in der Schlosswallhalle aufgebaut und massenhaft Schutzmasken an Risikogruppen verteilt. Inzwischen wurden die ersten Osnabrücker gegen Corona geimpft, damit wächst die Hoffnung auf ein absehbares Ende der Krise.

Impfstoffzentrum statt Sport: In einem Einbahnstraßensystem sollen die Impflinge durch die Schlosswallhalle geführt werden.

  • Endlich gab es mal gute Nachrichten vom Neumarkt: Nach Jahren des Stillstandes wurde ein konkreter Plan für den Schandfleck im Stadtzentrum bekannt gegeben. Am Neumarkt soll mit den sogenannten „Johannishöfen“ ein neuer Stadtteil entstehen, in dem Platz für Wohnungen, Büros, Geschäfte und vielleicht sogar eine Bibliothek ist. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert verkündete am 8. Dezember „der Gordische Knoten ist durchschlagen“, die Fertigstellung des Projektes ist für 2025 geplant, man darf gespannt sein…

Erste Entwürfe für die "Johannishöfe", SKAI
Erste Entwürfe für die „Johannishöfe“, SKAI

  • Am 23. Oktober wurde an der Straße Alte Münze eine besondere Fußgängerampel enthüllt, die der Osnabrücker Tradition des Steckenpferdreitens ein Denkmal setzt. Rote und grüne Steckenpferdreiter-Ampelmännchen leiten die Passanten und weisen Gäste von Außerhalb auf eine liebgewonnene Osnabrücker Tradition hin. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Steckenpferdreiten 2020 zum ersten Mal seit 1953 abgesagt werden, mit der neuen Ampel gibt es immerhin einen kleinen Ersatz.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert enthüllt gemeinsam mit Janin Arntzen, die das Ampelmännchen entworfen hat, die neue Steckenpferdreiter-Ampel.

  • Manche lieben sie, Manche hassen sie und Einige setzen sie sogar in Brand: Mit den E-Scootern von TIER und Lime  hat Osnabrück über Nacht ein neues Verkehrsmittel bekommen. Die kleinen Elektroroller können mit dem Smartphone gemietet werden und tragen einen mit 20 km/h durch die Stadt. Im September erneuerte TIER seine Flotte, die neuen Roller haben eine Box mit einem faltbaren Helm und sind mit Blinkern ausgestattet. Trotz der verbesserten Sicherheit sorgten einige Unfälle für Schlagzeilen, die Polizei beklagte sich außerdem über zahlreiche alkoholisierte Fahrer.

TIER oder Lime? Osnabrück bekam 2020 ein neues Verkehrsmittel.

  • 2020 war auch ein Jahr der Demonstrationen. Nachdem der Afroamerikaner George Floyd im Mai von weißen Polizisten ermordet wurde, kam es zu weltweiten Protesten gegen Rassismus und Diskriminierung. Im Schlossgarten versammelten sich am 6. Juni etwa 2.000 Menschen unter dem Motto „Black Lives Matter“ zu einer Großdemonstration. Auch die Klimaaktivisten von „Fridays for Future“ konnten im September zahlreiche Menschen auf die Straße bringen. Nach einer Kundgebung im Schlossgarten zogen die meist jungen Demonstranten in einem großen Zug durch die Innenstadt.

Zwei Meter Abstand, mit Ausnahme Angehörige eines gemeinsamen Haushalts...
Im Schlossgarten wurde ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

  • Am 20. Juli kam es beim Reinigungsmittelhersteller Belkola zu einem Großbrand. Das Firmengebäude wurde vollständig zerstört, die Feuerwehr war im Großeinsatz und die schwarze Rauchsäule war weit über Osnabrück hinaus sichtbar. Während der Löscharbeiten gelangte kontaminiertes Löschwasser in die Hase und löste eine ökologische Katastrophe aus. Der Sauerstoffgehalt des Flusswassers fiel durch die Chemikalien rapide, was ein Massensterben der Tiere zur Folge hatte. Die Hase war für mehrere Kilometer ökologisch tot, die Stadt sammelte tausende verendete Fische ein. Das Ökosystem wird Jahre brauchen um sich von der Katastrophe zu erholen.

Schaum in der Hase nach Großbrand in Osnabrück Fledder./Foto: Tatjana Rykov

  • Im Juli konnten sich die Osnabrücker über ein seltenes Himmelsschauspiel freuen. Der Komet „Neowise“ flog durch das innere Sonnensystem und war am dunklen Himmel sogar mit bloßem Auge zu sehen. In der helleren Stadt war jedoch ein Fernglas zur Beobachtung empfehlenswert. Neowise war der hellste Komet seit Hale-Bopp im Jahr 1996. Wer den Kometen verpasst hat, muss sich noch etwas gedulden um ihn wieder zu sehen. Neowise wird sich der Erde erst in knapp 7.000 Jahren wieder nähern.

    Komet C/2020 F3 NEOWISE über der Region Osnabrück, Foto: Dr. Andreas Hänel
    Komet C/2020 F3 NEOWISE über der Region Osnabrück, Foto: Dr. Andreas Hänel
  • Reisen war im Krisenjahr 2020 schwierig. Um trotzdem etwas Urlaubsatmosphäre zu schaffen, wurde im Sommer eine Strandbar im Schlossgarten eröffnet. Dafür wurden etwa 350 Kubikmeter Sand aufgeschüttet, Liegestühle aufgestellt und eine Gastronomie installiert. Auch für Trendsportarten wie Beachtennis war Platz. Inzwischen hat die Strandbar wieder geschlossen, der Schlossgarten wird umgestaltet und es soll ein neuer Kinderspielplatz entstehen.

Beach Tennis in der Strandbar am Schlossgarten. / Foto: Jannis Brunsmann

  • Der zentrale Adolf-Reichwein-Platz bekam 2020 ein neues Gesicht. Der Platz wurde monatelang gesperrt und grundlegend erneuert. Der neue Platz soll mehr Aufenthaltsqualität bieten, die Kinder können sich außerdem über den erneuerten Spielplatz freuen.

Wiedereröffnung nach der Umgestaltung des Adolf-Reichwein-Platzes in Osnabrück . Foto: Swaantje Hehmann

  • Der Zoo Osnabrück hatte es 2020 nicht leicht. Im ersten wie im zweiten Lockdown musste er seine Tore schließen und auf die Einnahmen aus den Ticketverkäufen verzichten. Kurz vor Weihnachten konnte man sich jedoch über elefantösen Nachwuchs freuen! Die Elefantenkuh Douanita brachte den „kleinen“ Yaro zur Welt, der schon bei seiner Geburt stattliche 100 Kilogramm wog. Yaro ist der erste in Osnabrück gezeugte Elefant und kann sich schon auf Gesellschaft freuen, auch Elefantenkuh Sita ist schwanger und dürfte in etwa einem Monat Nachwuchs zur Welt bringen.

    Das Elefantenbaby wurde auf den Namen Yaro getauft. / Foto: Pohlmann.

 

 

 

 

 


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Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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