Eine Insolvenz ist für viele Schuldner immer noch die beste Möglichkeit endlich aus den Schulden herauszukommen. Allerdings sind viele Firmen immer noch unsicher, wie sie bei einer Geschäftsaufgabe vorzugehen haben.

Für Menschen, die einen Berg von Schulden angesammelt haben, ist die Privatinsolvenz häufig die einzige Option, um aus den Schulden herauszukommen. Allerdings ist dieses vereinfachte Insolvenzverfahren nur für Privatpersonen geeignet. Auch ehemalige Selbstständige, die bis zu 19 Gläubiger haben, können eine private Insolvenz durchlaufen. Allerdings dürfen keine Forderungen aus der Selbstständigkeit mehr bestehen.

Unternehmen dagegen müssen sich auf eine Firmeninsolvenz berufen. Beim Insolvenzverfahren geht es also darum, dass Unternehmen aufzulösen, zu sanieren oder zu liquidieren.

Eine Firmeninsolvenz muss beantragt werden, wenn eine Zahlungsunfähigkeit vorliegt, es zu einer Überschuldung kommt oder eine drohende Zahlungsunfähigkeit vorhanden ist.

Welcher Ablauf ist gültig?

Viele Betroffene fragen sich, wie ein Insolvenzverfahren abläuft. Grundsätzlich müssen drei Phasen durchlaufen werden. Diese sind:

  1. Antrag und Eröffnungsverfahren
  2. Insolvenzverfahren
  3. Abschluss des Verfahrens

Der Ablauf beginnt mit der Registrierung. Diese muss man beim örtlich zuständigen Amtsgericht durchführen. Das Amtsgericht sollte natürlich an dieser Stelle als Insolvenzgericht. Die Zuständigkeit ergibt sich aus dem Sitz des Unternehmens.

Wenn der Antrag gestellt worden ist, prüft das zuständige Gericht, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. So kann das Insolvenzverfahren auch geöffnet werden. Dazu müssen aber auch Eröffnungsgründe vorliegen. Weiterhin muss ausreichend verwertbares Vermögen vorliegen. Nur so können die Kosten für das Insolvenzverfahren gedeckt werden.

Im klassischen Insolvenzverfahren übernimmt ein Insolvenzverwalter die Führung des Unternehmens. In diesem Fall wird das Vermögen des Unternehmens beschlagnahmt. Der Schuldner kann somit über diese Wertgegenstände nicht mehr verfügen. Die Verfügungsbefugnis geht somit auf den Insolvenzverwalter über.

Gut zu wissen ist, dass die Dauer für die Abwicklung einer Firmeninsolvenz kaum vorhergesagt werden kann. Wichtige Einflussfaktoren für die Dauer des Insolvenzverfahrens sind die Größe des Unternehmens sowie die Anzahl der Gläubiger. Anders ist das bei Selbstständigen. Diese Personen durchlaufen die Wohlverhaltensphase, wo sie am Ende eine Restschuldbefreiung bekommen. Diese Phase dauert in der Regel sechs Jahre. Sie kann aber auch drei oder fünf Jahre verkürzt werden.

Eine Privatinsolvenz bei Einzelunternehmen ist aber nicht möglich. Dies geht nur bei Privatpersonen und bei ehemaligen Selbstständigen, die bis zu 19 Gläubiger haben.