Deutschland & die Welt Ständig steigende Strompreise - und was ist mit Gewerbekunden?

Ständig steigende Strompreise – und was ist mit Gewerbekunden?

-

Die steigenden Energiekosten haben die Menschen auch in Osnabrück fest im Griff., Schaut man allein auf die Statistik der letzten zehn Jahre, zeigt sich ein deutlicher Anstieg von rund 20 auf 31 bis 34 Cent pro Kilowattstunde. In den letzten 20 Jahren haben sich die Preise sogar verdoppelt. Das ist eine sehr große Belastung für die meisten Haushalte und das Schlimme ist, dass die Erhöhungen Haushalte mit geringem Energieverbrauchbesonders hart treffen. Nicht nur sparsame Haushalte, sondern auch solche, die oftmals auch Geringverdiener sind, werden unverhältnismäßig belastet. Haushalte mit einem hohen Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden und mehr pro Jahr sind von den Steigerungen weniger betroffen. Dieser Effekt kommt dadurch zustande, dass die Grundpreise deutlich stärker erhöht wurden als die Gebühren für den tatsächlichen Verbrauch.

Da stellt sich automatisch die Frage, was eigentlich mit den zahlreichen Gewerbetreibenden ist, die ja deutlich mehr Strom verbrauchen als ein privater Haushalt. Wie können Betriebe die steigende Belastung stemmen? Die Antwort ist einfach: Sie beziehen sogenannten Gewerbestrom. Gewerbebetriebe mit einem bestimmten Verbrauch können den Gewerbestrom beim Energieversorger beantragen. Sie bekommen dann natürlich denselben Strom geliefert, der auch in privaten Haushalten aus der Steckdose kommt – doch es gibt einige wesentliche Unterschiede.

Die Unterschiede zwischen Gewerbestrom und Privatstrom

Müssten Unternehmen dieselben Tarife wie der Privatbürger bezahlen, bliebe vielen nur die Schließung, denn natürlich verbrauchen erzeugende Betriebe deutlich mehr Energie. Maschinen müssen am Laufen gehalten werden, riesige Flächen beleuchtet und unzählige Rechner und Monitore mit Energie versorgt werden. Wann aber ist ein Gewerbetreibender berechtigt, den günstigeren Gewerbestrom zu bekommen, und wie kommen die Unterschiede beim Preis zustande?

Der wesentlichste Unterschied ist die Mengedes verbrauchten Stroms. Die meisten privaten Haushalte verbrauchen zwischen 1.000 und 5.000 Kilowattstunden pro Jahr. Betriebe können jedoch Hunderttausend oder sogar Millionen Kilowattstunden verbrauchen. Also richten sich die Tarife für Gewerbestroman gewerbliche Abnehmer, die ab 100.000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen. Wird die Menge gelegentlich unterschritten oder beträgt mehr als 10.000.000 Kilowattstunden, dann gelten spezielle Regelungen.

Ein zweiter wichtiger Unterschied ist auch der Zeitpunkt, an dem der Strom verbraucht wird. Während die meisten privaten Haushalte tagsüber genmeisten Strom verbrauchen, laufen die Maschinen in vielen Betrieben rund um die Uhr.

Doch wie kommen die unterschiedlichen Preise zustande?

Gewerbestrom: Weniger Steuern, weniger Belastung

Gut zu wissen: Den größten Teil der Kosten für privaten Strom machen staatliche Steuern und Umlagen aus. Der Rest setzt sich aus den Kosten für die Leistungen des Energieanbieters und den Netzentgeltendes Betreibers zusammen.

Gewerbekunden werden hingegen vom Staat begünstigt. Beim Gewerbestrom liegt der Anteil an Steuern und Umlagen nicht bei rund 50 Prozent, sondern nur bei etwa 15 und 30 Prozent. Betriebe können durch verschiedene steuerliche Umstände ihre Kosten direkt beeinflussen.

Kleine Betriebe zahlen wie Privathaushalte

Kleinere Gewerbetreibende werden bei der Abrechnung ähnlich wie Privatkunden behandelt, denn sie zahlen in der Regel einen festen monatlichen Abschlag. Am Ende des Abrechnungszeitraums wird dann der tatsächliche Verbrauch festgestellt und abgerechnet. Handelt es sich jedoch um einen Großabnehmer, dann wird die Leistung beständig gemessen und punktgenau abgerechnet.

Kann jeder Selbstständige Gewerbestrom beziehen?

Gewerbebetriebe gibt es in den verschiedensten Größen, von Ein-Mann-Betrieben bis zu riesigen Konzernen. Natürlich möchte jeder gern von den günstigeren Tarifen profitieren, die der Wechsel zum Gewerbestrom mit sich bringt. Das gilt natürlich auch für Vereine, die ebenfalls nicht den Status von Privatpersonen haben. Doch welche Bedingungen muss man eigentlich erfüllen, um wechseln zu können?

So gelingt der Wechsel zum Gewerbestrom

Theoretisch kann jeder Vereinsvertreter, Gewerbetreibende und Freiberufler selbst entscheiden, ob er sich bei seinem Anbieter als Gewerbestrom-Kunde eintragen lässt. Die einzige Einschränkung liegt in der Mindestabnahmemenge, die von Anbieter zu Anbieter variieren kann. Wer also als Freiberufler mit nur wenigen Geräten arbeitet, wird diese Menge in der Regel nicht erreichen.

So sparen auch Privathaushalte bei den Stromkosten

Wer als Selbstständiger aufgrund des geringen Verbrauchs nicht wechseln kann, wird ebenso wie alle anderen Privathaushalte ein großes Interesse daran haben, seine Stromkosten dennoch unter Kontrolle zu halten. Ein Blick in die zuvor aufgeführte Statistik zeigt, dass die Preise dann am höchsten sind, wenn man im Grundtarif bleibt. Das ist sozusagen der voreingestellte Standardtarif, den die Anbieter als Grundlage haben.

Wer sparen will, der muss vergleichen und wechseln! Das funktioniert heute ganz einfach online. Sogar die Stiftung Warentest rät dazu, regelmäßig einen Wechsel durchzuführen. Meist bekommen Neukunden besonders günstige Tarife, von denen man theoretisch jedes Jahr erneut profitieren kann.

Vor einem Vergleich und einem Wechsel steht jedoch erst einmal die Ermittlung des Bedarfs. Dazu nimmt man am besten die Abrechnungen der letzten Jahre zur Hand und ermittelt, wie viele Kilowattstunden man eigentlich verbraucht hat. Zudem sollte man einen Blick auf die Geräte werfen, die mit dem Strom betrieben werden. Heizt man zu Beispiel mit Strom, sollte man direkt zu einem Heizstromtarif greifen, der in diesem Fall die besten Konditionen bieten wird.

Eines ist klar: Der Strommarkt ist agil, und der sparwillige Kunde muss es ebenso sein. Nur so wird er den für sich besten Tarif ermitteln können, was eine Ersparnis von mehreren hundert Euro pro Jahr bedeuten kann.

Redaktion Hasepost
Dieser Artikel entstand innerhalb der Redaktion und ist deshalb keinem Redakteur direkt zuzuordnen. Sofern externes Material genutzt wurde (bspw. aus Pressemeldungen oder von Dritten), finden Sie eine Quellenangabe unterhalb des Artikels.

aktuell in Osnabrück

Zoos starten Zuchtprojekt zugunsten bedrohter Nutztierrassen – auch Zoo Osnabrück beteiligt

Artenschutz der anderen Art: Die Mitglieder des Verbandes der Zoologischen Gärten bündeln künftig ihre Kräfte in einem neuen Projekt,...

15-jähriger und alkoholisierter Fahrraddieb festgenommen – Polizei Osnabrück sucht Fahrradeigentümer

Dank einer aufmerksamen Passantin und einer ausführlichen Täterbeschreibung gelang es der Polizei Osnabrück am letzten Mittwoch, den 23. September...

Inflationsrate im September bei -0,2 Prozent

Wiesbaden (dts) - Die Inflationsrate in Deutschland wird im September 2020 voraussichtlich -0,2 Prozent betragen. Das teilte das Statistische...

Testzentren an NRW-Flughäfen werden im Oktober weiterbetrieben

Foto: Flughafen Düsseldorf, über dts Düsseldorf (dts) - NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will angesichts der Herbstferien weiter Reiserückkehrer aus...

 

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion

Hasepost

Kostenfrei
Ansehen