Nur drei Zahlen am Telefon eintippen und schon ist man mit jemandem verbunden, der einem bei seinem Anliegen weiterhelfen kann. Wer wünscht sich das nicht? So einfach funktioniert es tatsächlich mit der Behördenrufnummer 115. Einziges Manko: Osnabrück ist noch nicht mit dabei!

Deshalb reicht die Ratsgruppe UWG und Piraten für die kommende Ratssitzung am Dienstag einen entsprechenden Antrag ein. “Die Digitalisierung der Verwaltung ist ein Thema, das die Piraten vorantreiben. Wir haben einen Antrag ausgearbeitet, der einen Beitritt zu dem Netzwerk Behördenrufnummer 115 vorsieht und dabei durch die geringen Kosten und den hohen Nutzen für alle ein Gewinn ist. Wir hoffen zugunsten der Bürger auf die Unterstützung der anderen Fraktionen. Wir sind der festen Überzeugung, dass die 115 einer der wichtigsten Treiber für eine modernisierte, effiziente und bürgernahe Verwaltung ist. Besonders die Verwaltung profitiert durch die Entlastung”, führt Nils Ellmers, Ratsmitglied der Piraten an.

Die Zahlen sprechen klare Worte

75% aller Anrufe bei der Behördenrufnummer 115 müssen innerhalb einer maximalen Wartezeit von unter 30 Sekunden angenommen werden.
65% der Fragen werden bereits abschließend beim ersten Telefonat im Callcenter geklärt. Folglich würden viele Verwaltungsbeamte von Unterbrechungen durch Anrufe, bei denen sie nicht weiterhelfen können oder für die sie nicht zuständig sind, entlastet und können ungestört arbeiten. Aus einer Studie der Bundesbehörde der 115 zur Stadt Karlsruhe hat sich ergeben, dass die Stadt pro Anruf 1,11€ spart. Dabei geht sie von einer Übertragbarkeit auf andere Städte aus.

Die 115 vereinfacht allen Bürgern (Kunden) in Osnabrück die Kommunikation mit der Stadt. Das umständliche und zeitaufwändige Suchen des gewünschten Ansprechpartners entfällt und die Telefonzentrale wird entlastet.

Netzwerk hat sich entwickelt

In der Verwaltung wurde bereits 2010 über die zentrale Rufnummer 115 beraten. Damals war die Zukunft des Netzwerks allerdings noch zu ungewiss, weshalb von einer Einführung seitens der Stadtverwaltung abgeraten wurde.

“Mittlerweile ist die 115 ein etabliertes Netzwerk, welches in ganz Deutschland vertreten ist. 52 Millionen Bürger aus 500 Kommunen sind in der Lage die 115 zu wählen und innerhalb kürzester Zeit Informationen über verwaltungstechnische Belangen zu erhalten. Osnabrück würde mit dem Anschluss an das Netzwerk einen weiteren wichtigen Schritt in die Richtung der Modernisierung vollbringen”, erklärt UWG-Ratsmitglied Wulf-Siegmar Mierke.