Die 7. kleine Strafkammer verhandelt am Montag (04.02.) ab 10.00 Uhr in Saal 277 in einem Berufungsverfahren gegen drei jetzt 31, 32 und 35 Jahre alte aktuelle bzw. ehemalige Profi-Fußballspieler des VfL Osnabrück.Das Amtsgericht in Osnabrück hatte die drei Angeklagten am 23. August 2018 vom Vorwurf des Versuchs der Erpressung und der Spielmanipulation freigesprochen.

Die Angeklagten sollen in der Saison 2016/2017 als Profifußballer bei dem Drittligaverein VfL Osnabrück unter Vertrag gewesen sein. Nach einer Niederlage im vorletzten Saisonspiel am 13. Mai 2017 soll die Mannschaft keine Chance mehr auf den Aufstieg gehabt haben. Zugleich aber soll das Ergebnis im letzten Saisonspiel des VfL gegen den SC Paderborn möglicherweise entscheidenden Einfluss auf den Abstiegskampf der 3. Liga gehabt haben.

Was wäre der Sieg wert

Noch am 13. Mai 2017 soll der heute 31 Jahre alte erste Angeklagte deswegen Kontakt zu dem ihm bekannten Mannschaftskapitän des Vereins Rot-Weiß Erfurt aufgenommen haben, um zu fragen, was der Erfurter Mannschaft ein Sieg des VfL Osnabrück Wert wäre. Er soll jedoch zunächst keine konkrete Antwort erhalten haben, dann soll der Kontakt abgebrochen sein. Der erste Angeklagte soll daraufhin die beiden weiteren Angeklagten kontaktiert und gedrängt haben, Spieler und Verantwortliche des SV Werder Bremen II anzusprechen, ob von dort eine „Siegprämie“  für das Spiel des VfL gegen Paderborn angeboten werden würde. Die beiden Mitangeklagten sollen diese Frage auf Drängen des 31-Jähigen Angeklagten letztlich getrennt voneinander an Bekannte von ihnen beim SV Werder II herangetragen haben. Die Mannschaft des SV Werder II soll dieses Ansinnen jedoch beiden gegenüber zurückgewiesen und die Ereignisse dem DFB gemeldet haben.

Keine Straftat nachgewiesen

Das Amtsgericht Osnabrück hatte in dem nun angegriffenen Urteil den vorstehenden Sachverhalt  nach der Beweisaufnahme weitgehend als bestätigt angesehen. Es vermochte jedoch keine Strafbarkeit zu erkennen. Die Angeklagten hätten, so das Amtsgericht, nie gedroht, das Spiel gegen Paderborn ohne Zahlung einer Prämie absichtlich zu verlieren; eine solche Absicht liege auch nicht nahe. Dies wäre aber, so das Amtsgericht, Voraussetzung, um eine strafbare versuchte Erpressung annehmen zu können. Eine unter bestimmten Umständen strafbare Spielmanipulation (§ 265d StGB) liege ebenfalls nicht vor. Die Angeklagten hätten unter anderem gerade nicht angeboten, das Spiel zugunsten des SC Paderborn als Gegner zu beeinflussen. Nur dies aber stelle das Gesetz unter Strafe. Gegen dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.