Deutschland & die WeltUmweltverbände sehen Nachbesserungsbedarf bei Wasserstoffstrategie

Umweltverbände sehen Nachbesserungsbedarf bei Wasserstoffstrategie

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Foto: Wasserstoff-Tankstelle, über dts

Berlin/Frankfurt/Main (dts) – Die Umweltverbände WWF und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sehen Nachbesserungsbedarf bei der Nationalen Wasserstoffstrategie. Bei der Debatte um Wasserstoff als „Energieträger der Zukunft“ würden Grundvoraussetzungen wie der Ausbau erneuerbarer Energien und sozial-ökologische Aspekte der Wasserstoff-Herstellung nicht ausreichend berücksichtigt, teilte der deutsche Ableger der WWF am Mittwoch mit. „Um die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und das Ziel der EU-Kommission, bis spätestens 2050 klimaneutral zu werden, zu erreichen, führt kein Weg an CO2-freien Energieträgern vorbei“, sagte Christoph Heinrich, WWF-Vorstand für Naturschutz.

Wasserstoff werde dabei insbesondere für die Industrie eine zentrale Rolle spielen, ein „klimafreundliches Allheilmittel“ sei er aber nicht. Zudem forderte er, dass die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa „endlich entschieden vorantreiben“ müsse. „Wer so tut, als könne man den einheimischen Erneuerbaren-Ausbau durch Wasserstoffimporte ersetzen, stellt die falschen Weichen und gefährdet die Energiewende.“ Auch die Deutsche Umwelthilfe über Kritik an der Wasserstoffstrategie. „Die Bundesregierung setzt einerseits auf das Pferd `grüner Wasserstoff`, andererseits bremst sie den Ausbau der erneuerbaren Energien aus und verweigert dem Pferd damit das Futter“, sagte Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH, am Mittwoch. Man werde den Eindruck nicht los, dass die fossile Gasbranche mit ihrem blauen Wasserstoff schon „in den Startlöchern“ sitze, um doch noch „das Rennen zu machen“. Deshalb komme es nun auf die konkrete Umsetzung der Wasserstoffstrategie und die Abarbeitung der vielen Prüfaufträge an. „Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft trägt nur zur Energiewende bei, wenn Klima- und Nachhaltigkeitsziele in den Mittelpunkt gestellt werden und nicht die Wunschträume der fossilen Gasbranche“, so Zerger. Konkret forderte die DUH, dass das Ausbauziel von fünf Gigawatt Elektrolyseleistung bis 2030 auf zehn Gigawatt in 2030 verdoppelt wird. Die derzeitigen Erdgasmengen einfach durch Wasserstoff zu ersetzen, sei eine Illusion.

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

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