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Kommentar: Fährt der „Regenbogen“ nun seinem Untergang entgegen?

Regenbogenkoalition Osnabrück

Nun wollen Sie nicht mehr nur politisch mitreden, sondern auch Verwaltung spielen. Die bunt zusammengewürfelten Regenbogenkoalitionäre wollen ab sofort dem dafür gewählten Oberbürgermeister die Kompetenzen rund um den Neumarkt abnehmen.

Meuterei auf einem Schiff, das nüchtern betrachtet seinem eigenen Untergang entgegen fährt. Ein Kommentar von Heiko Pohlmann.

Die Begründung für die erste entsprechende Maßnahme der Meuterer (unten auf dieser Seite) ist geradezu schon niedlich: Die Mitarbeiter des Rechtsamtes (allesamt gestandene Juristen) sollen vor innerlichen Konflikten „bewahrt“ werden. 

Es gehört zu den besonderen und nur schwer vermittelbaren Spielregeln der niedersächsischen Kommunalverfassung, dass der Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück – anders als in Landesparlamenten oder im Bundestag – nicht von der stärksten Partei oder Koalition gestellt und zur Wahl vorgeschlagen wird, sondern in einem eigenen Wahlgang direkt gewählt wird, der zudem zeitlich auch noch abgekoppelt ist von der Wahl des Stadtrates.

Meuterei der Wahlverlierer und Kleinstparteien

So kam es in den vergangenen Jahren dazu, dass die CDU, die in zwei aufeinanderfolgenden Perioden die Partei mit der weitaus stärksten Zustimmung in der Stadtbevölkerung war und ist, durch eine Koalition der kleineren und kleinsten Parteien regelmäßig überstimmt wird.
Angesichts der Disziplinlosigkeit, die manch eine Debatte seither prägt, nennt sich diese Gruppierung nicht etwa „Waldorf-Kindergarten“ (die, die ihren Namen tanzen können), sondern so herrlich bunt „Regenbogenkoalition“.

Erst noch unter dem der „Regenbogenkoalition“ zugeneigten OB Boris Pistorius (SPD), und nach dem deutlichen Sieg des CDU-Mannes Wolfgang Griesert, unter einem OB, der zwar Rückhalt in der zahlenmäßig stärksten Fraktion genießt, aber keine Mehrheiten findet, ist die Stadt Osnabrück seit Jahren faktisch zum Stillstand verdammt.

Alle wichtigen Projekte: Gescheitert

So manch eine Entscheidung der Regenbogenkoalition läßt sich nur mit einer kindlichen Trotzhaltung erklären. Egal ob es die finanziell vollkommen aus dem Ruder gelaufene Renovierung der Stadthalle war, der jahrelange Streit zwischen dem Stadtbaurat und den Eigentümern des Güterbahnhofs oder das blinde Festhalten an den Plänen für ein Shoppingcenter, an dem ganz offensichtlich nicht einmal der Investor erinnert werden will: In dieser Stadt wird seit Jahren kein Projekt zu einem ordentlichen Ende gebracht. Es wird entweder zum Millionengrab oder findet gar kein Ende. Am Neumarkt oder am Güterbahnhof stehen die Denkmäler der Regenbogenkoalition, die in der langsam zu Ende gehenden Niedrigzinsphase eigentlich zum Wohlergehen der Stadt hätten entwickelt werden sollen. Aber das ging ja nicht, weil sich der Grüne Stadtbaurat einerseits ein Scharmützel nach dem anderen mit den Eignern des Güterbahnhofs lieferte, andererseits der Stadtrat jede neue Terminverschiebung des Shoppingcenters kritiklos abnickte, denn es war ja „ihr Projekt“, und der Investor hatte ja auch mehrmals zu Kaffee und Kuchen eingeladen und den Regenbogenpolitikern erklärt, was für fähige Köpfe sie doch allesamt seien.

Wie ein Hohn muss das den Osnabrückern vorkommen, wenn nun SPD, Grüne und die Kleinstparteien gemeinsam auch Oberbürgermeister „spielen“ wollen.
Zur Erinnerung: Wolfgang Griesert wurde 2013 mit 55% in sein Amt gewählt und die CDU 2016 erreichte mit 37,59% in der Hasestadt ein Ergebnis, das selbst aktuell auf Bundesebene nicht als erreichbar gilt.
Doch was nützt all das, wenn an der Hase die kleinen Parteien alles tun um an der Macht zu bleiben und die wohl kurioseste große Koalition der Bundesrepublik zimmern?

Ein kurioses Kompetenzteam will OB spielen

Am Mittwochabend beschloss der nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss einen Antrag, mit dem sie nicht weniger erreicht werden soll, als das Votum der Oberbürgermeisterwahl von 2013 in Teilbereichen – wenn es um den Neumarkt geht – in die Hände einer pensionierten Gewerkschaftssekretärin (Giesela Brandes-Steggewentz, Linke), eines Finanzbeamten (Frank Henning, SPD), eines Hautarztes (Dr. Thomas Thiele), eines Verwaltungsmitarbeiters (Wulf-Siegmar Mierke, UWG) und eines Rentenberaters (Michael Hagedorn, Grüne) zu legen.
Diese „Glorreichen Fünf“ haben den Antrag für die „Übertragung von Zuständigkeiten“ unterzeichnet und wollen nun mit geballter Kompetenz den Oberbürgermeister vertreten. Wie bezeichnend, dass sie sich nichtmal getraut haben diese Meuterei in einer öffentlichen Sitzung zu wagen!

Worum es eigentlich geht? Die Neumarktsperrung!

Und einen weiteren Antrag schoben die Hobbypolitiker gleich hinterher. Nicht mehr die aus dem Steueraufkommen und dem städtischen Haushalt bezahlten Experten aus dem Rechtsamt sollen zukünftig die möglichen Klagen gegen die so sehnlichst erwartete Neumarktsperrung abschmettern. Dafür wünschen sich die Vertreter der teilweise nur mit ein oder zwei Sitzen im Rat der Stadt vertretenen Parteien einen „qualifiziertes Rechtsanwaltsbüro“. Begründet wird dieser Antrag mit einer erstaunlichen Fürsorgeabsicht, man wolle die Angehörigen des Rechtsamtes „davor bewahren, Rechtspositionen zu vertreten, die sie für falsch halten“. Ob die Osnabrückerinnen und Osnabrücker das alles noch so für richtig halten, darf bezweifelt werden.

Schon ist zu vernehmen, dass das Schauspiel, das da am Dienstagabend nicht-öffentlich aufgeführt wurde, rechtlich gar nicht haltbar ist. Und der Bund Osnabrücker Bürger will am Freitag zusätzlich den Beweis führen, dass das ganze Konstrukt der Neumarktsperrung juristisch zum Scheitern verurteilt ist  – eine Pressekonferenz dazu ist bereits angekündigt.

Es bleibt spannend, und Zukunftsprojekte sind so auch weiterhin nicht zu erwarten; Neuwahlen allerdings auch nicht. Dazu kennen die Regenbogenkoalitionäre den Bundestrend wohl nur zu gut und werden auch sehr genau den Unmut der Bürger registrieren, der das alles nur noch mit Unverständnis verfolgt. Soweit wollen sie dann doch nicht gehen, oder?

AFP

Fassade der Bierstraße 28 wird saniert – Gebäude grenzt an historisches Rathaus

Die Fassade des denkmalgeschützten Rathaus-Anbaus an der Bierstraße 28 soll umfangreich renoviert werden – wenn der Rat der Stadt Osnabrück zustimmt.

„Mitte Mai hatte sich ein Teil des oberen Gurtgesims, das zwischen zwei Geschossen liegt, gelöst und stürzte zu Boden. Eine Untersuchung zeigte: An der Natursteinfassade besteht gravierender Handlungsbedarf. Zurzeit wird das Gebäude mit Netzen gesichert“, sagt Dr. Sven Jürgensen, Pressesprecher der Stadt Osnabrück.

Betroffen ist vor allem die Verfugung, die teilweise nicht tief genug ist. Daneben sind Teile der Sandsteinfassade locker, sie müssen gesichert und ausgetauscht werden. Die Sanierungsarbeiten betreffen sowohl den Gebäudeteil an der Bierstraße als auch den Bereich am Markt. Während die Fassade saniert wird, werden gleichzeitig auch die Fenster überarbeitet.
Außerdem wird der Übergang zwischen dem Anbau in der Bierstraße 28 und dem historischen Rathaus überarbeitet. Nach den aktuellen Planungen wird das etwa drei bis vier Monate dauern.

Kosten rund eine Viertelmillion

Wenn der Rat zustimmt, beginnen die Arbeiten voraussichtlich erst nach der Frostperiode im Frühjahr 2018. So empfiehlt es die Verwaltung. Die Bauarbeiten müssen zunächst umfangreich vorbereitet und geplant werden, es werden denkmalrechtliche Genehmigungen benötigt und es gibt ein europaweites Vergabeverfahren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Baubranche derzeit sehr stark ausgelastet ist. Während der Sanierung ist das Gebäude komplett eingerüstet.

Um die derzeitige Absperrung an der Bierstraße abbauen zu können, wurden die Fassaden ab dem ersten Obergeschoss mit Netzen gesichert. Damit können Veranstaltungen auf dem Markt ohne Einschränkungen stattfinden.

Eine erste Kostenschätzung der gesamten Sanierungsmaßnahme beläuft sich auf rund 250.000 Euro. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass während der Arbeiten an der Fassade weitere verdeckte Schäden auftreten, soll vorsorglich eine Position für Unvorhergesehenes in Höhe von 50.000 Euro zusätzlich eingestellt werden.

AFP

187 Arbeiten auf der Shortlist des Felix-Schoeller-Photo-Award 2017

Die Jury hat sich für die herausragenden Arbeiten des Felix Schoeller Photo Award entschieden und aus den 2377 Einreichungen aus 92 Ländern die 187 besten ausgewählt. Diese auserwählte Gruppe von etablierten und angehenden Profifotografen stellt die internationale zeitgenössische Fotografie in allen fünf Kategorien und im Nachwuchsbereich in exzeptioneller Art und Weise dar.

In diesem Jahr wurden Arbeiten aus 34 Nationen in die Shortlist aufgenommen, 60 Prozent (2015: 48 Prozent) davon stammen aus dem Ausland und nur 40 Prozent (2015: 52 Prozent) aus Deutschland.

Rekord bei den eingereichten Bildern

Obwohl der Award einen Rekord bei den eingereichten Bildern verzeichnete (1000 Einreichungen mehr als 2015), spricht der Juryvorstand Michael Dannenmann von einer hohen Qualität der Arbeiten. Erneut haben zahlreiche Gewinner renommierter internationaler Fotografie-Preise teilgenommen und neue sowie bereits prämierte Werke ins Rennen geschickt. In diesen Fällen waren der Jury viele der Absender natürlich bekannt.

Dennoch bleibt ein Grundsatz des Awards bestehen: Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Wettbewerben kennt die Jury die Namen der Einreicher prinzipiell nicht. Erst nach der finalen Jury-Sitzung am 28. August erfahren die Juroren die Namen der Finalisten und Gewinner. Die Jury, bestehend aus Gérard Goodrow, Clara Maria Sels, Simone Klein, Julia Sörgel sowie Juryvorstand Michael Dannenmann, ist überzeugt davon, dass unter diesen Voraussetzungen eine möglichst faire Beurteilung der Arbeiten möglich ist.

Aus diesem Grund wird die Shortlist am Abend des 28. August, unmittelbar nach den letzten Entscheidungen der Jury, veröffentlicht. Die Nominierten werden eine Woche später bekannt gegeben. Dann können sich die Fans des Felix Schoeller Photo Award die Arbeiten in der Web-Galerie unter www.felix-schoeller-photoaward.com ansehen.

Die Namen der Sieger werden erst bei der Preisverleihung am 14. Oktober im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück bekannt gegeben. Ab 15. Oktober wird die Ausstellung mit den Gewinnern und Nominierten vier Monate im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück gezeigt.

Foto: Karolin Klüppel

AFP

Polizei und Feuerwehr ratlos: Woher kam der „ölige Geruch“ über Osnabrück?

Osnabrück, Geruch

Kurz nach Mitternacht, in der Nacht zu Dienstag, meldete sich ein Leser bei unserer Redaktion, von seiner Wohnung in der Weststadt aus, würde er einen fürchterlichen „Ölgeruch“ riechen. Die Polizei bestätigte am Vormittag, dass zahlreiche andere Osnabrücker ähnliche Wahrnehmungen hatten.

„Amtspersonen“ wußten Bescheid

Unser Leser schrieb: „In der Stadt riecht es ganz fürchterlich nach Öldämpfen. Die Leitstelle sagt, es hätten sich schon viele gemeldet. Bei einem zweiten Anruf sagten sie, der Geruch käme von einer Firma im Hafen. Dies sei aber ganz harmlos, das habe die Polizei festgestellt . Dies seien Amtspersonen und die wüßten es eben, als ich nach der Fachkunde fragte und sagte, das die Feuerwehr da doch wohl besser beurteilen könne. Der Wind stehe eben unglücklich. Ich habe noch nie einen solchen Geruch in der Stadt erlebt.“

Polizei bestätigt am Morgen mehrere Anrufe

Am Dienstagvormittag bestätigte Anke Hamker von der Polizeipressestelle, die Bebachtungen unseres Lesers: „In der Nacht gab es mehrere Anrufe aus dem Bereich Weststadt/ Westerberg.  Auch bei der Feuerwehr gingen Anrufe ein, es ging um Ölgeruch. Zwei Streifenwagen waren eingesetzt, konnten aber keine Feststellungen zur  Ursache treffen. Die Anrufe gingen noch vor Mitternacht bei der Leitstelle ein.“

Doch woher kam der Geruch wirklich? Haben auch andere Leser der HASEPOST ähnliche Geruchswahrnehmungen gehabt? Über einen Hinweis und Kommentar auf unserer Facebook-Seite würden wir uns sehr freuen. Wir sind berufsbedingt sehr neugierig….

 

 

AFP

Schlossgarten-Planung: Es geht nur um Geld – sehr viel Geld!

Schlossgarten Osnabrück

„Eigentlich“ hat der Osnabrücker Schlossgarten, so wie er ist, keine Probleme. Er wird von den Osnabrückern und vor allem den Studenten gerne angenommen und ist die zentrale Grünfläche der Innenstadt. 

Bereits seit Jahrzehnten plätschern ein halbes dutzend kleine Springbrunnen Sommer für Sommer in ihren Sandsteinbecken vor sich hin. Dazwischen, wo früher weitere Springbrunnen ihren Standort hatten, lockern seit Jahren jedes Jahr aufs Neue bunt bepflanzte Beete die Szenerie auf.

Springbrunnen und Beete im Schlossgarten
Hier demnächst, so der Plan: Ein gepflasterter Platz und ein zentraler Spritzbrunnen.

Es begann mit einem kleinen Spielplatz

„Eigentlich“ alles wunderbar. Bis vor einiger Zeit die Idee aufkam zwischen dem EW-Gebäude und der Mensa ein weiteres Uni-Gebäude anzusiedeln. Auch das „eigentlich“ kein Problem, denn lediglich ein kleiner Spielplatz wird für den Neubau weichen müssen und soll einen neuen Platz im Schlossgarten finden.
Doch dieser Spielplatz löste Planungen aus, bei denen es inzwischen um eine Summe von weit über 5 Millionen Euro geht – und das Geld anderer Leute, denn bezahlen sollen die Steuerkassen aus Hannover und Berlin. Und das nur, weil ein kleiner Spielplatz verlegt werden soll.

Spielplatz an der Uni Mensa Osnabrück
Weil dieser Spielplatz einem Neubau weichen soll, begann die Planerei für den gesamten Schlossgarten.

Warum nicht auf eigene Fachleute vertrauen?

„Eigentlich“ hätte sich bestimmt ein Mitarbeiter des Bauamts (Amtsleiter dort der umstrittene Frank Otte) auf den Weg machen und zum Beispiel vor dem Ratsgymnasium eine neue Fläche für die paar Spielgeräte und den Sandkasten ausfindig machen können. Auch die Idee, die inzwischen arg in die Jahre gekommene Asphaltierung der Wege neu zu gestalten, zum Beispiel mit den Bodenplatten, die vor der OsnabrückHalle verlegt wurden, wäre „eigentlich“ den Beamten aus dem Bauamt zuzutrauen gewesen.

Im August 2016 wollte eine Mehrheit der Politik einen Wettbewerb mit teuren „Profis“ und „Fachplanern“

Doch im August vor ziemlich genau einem Jahr kam es anders. In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwickung um Umwelt (StUA) forderte die SPD, es sei „wichtig und richtig, Profis mit dieser Aufgabe zu befassen“ und die Grünen argumentierten im Sinne eines Planungswettbewerbs, dessen Kosten in Höhe von 80.000 Euro da schon im Raum standen: „Es handele sich hier um einen markanten Innenstadtbereich, für den vielfältige Nutzungen denkbar seien und der deshalb in die Hände qualifizierter Fachplaner gelegt werden müsse“.
Stadtbaurat Frank Otte, der sich dem Berufsbild des Architekten offenbar sehr zugeneigt fühlt, fand die damals schon diskutierte Idee, die Planung kostengünstig in die Hände von in Osnabrück ansässigen Fach-Studiengängen und deren Hochschullehrer zu geben, als „nicht zulässig“. Wie Grüne und SPD plädierte der Stadtbaurat dafür externe Planungsbüros zu beauftragen. Und auch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, so ist aus den Reihen der Verwaltung zu vernehmen, soll sich seinerzeit sehr für einen Planungswettbewerb stark gemacht haben.
Eine Handlungsalternative, die von UWG und Piraten eingebracht wurde, zusammen mit der Hochschule und unter Beteiligung der Bürger einen Plan zu entwickeln, wurde von einer Mehrheit der Lokalpolitiker rundweg abgelehnt – sehr im Sinne der Verwaltungsspitzen.

Frank Otte, Stadtbaurat Osnabrück
Er findet die Idee mit der Pflasterung vor dem Schloss gut: Frank Otte.

Breite Ablehnung für Pläne eines Berliner Planers

Der Sieger des Planungswettbewerbs wurde Ende Juni ermittelt und ist seit Anfang August im Foyer des Schlosses für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Siegerentwurf sieht vor, weite Teile der Fläche vor dem Schloss zu pflastern und statt sechs kleinen Springbrunnen einen großen Spritzbrunnen zu installieren. Doch die Pläne des Büros POLA aus Berlin kamen bislang bei den Osnabrücker Bürgern nicht gut an.
Rund 83% der HASEPOST-Leser lehnen die Pläne für den Schlossgarten ab und 78% der NOZ-Leser sind gegen eine Neugestaltung der beliebten Parkanlagen. Und auch eine zwischenzeitlich vom Bund Osnabrücker Bürger (BOB) auf den Weg gebrachte Onlinepetition motivierte binnen weniger Tage mehr als 740 Osnabrücker zur Unterzeichnung eines Aufrufs gegen die Schlossgarten-Pläne.

Schlossgarten Osnabrück Neuplanung
Entwurf: POLA Berlin

Der Stadtbaurat und seine Version der Wahrheit

„Einmütig“ habe sich die Jury für den Entwurf entschieden, der als Siegerentwurf der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Und da es schon „grünes Licht aus dem Rathaus“ geben würde, hätte er (der Stadtbaurat) sich vor der öffentlichen Präsentation bereits mit den extra aus Berlin angereisten Planern zusammengesetzt und dabei die nächsten Schritte der Umsetzung besprochen – so der Stadtbaurat bei der Eröffnung der kleinen Ausstellung im Foyer des Schlosses.
Allerdings war es mit der suggerierten Harmonie bei der Auswahl des Siegerentwurfs nicht weit her. Nach Informationen dieser Redaktion gab es durchaus Diskussionen in der Jury über den Siegerentwurf. Der Begriff „Einmütig“, der laut Duden auch mit „Einstimmigkeit“ gleichzusetzen ist, war tatsächlich eine Finte. Womöglich konnte oder wollte sich der Stadtbaurat nicht an die bereits in der Jury geführten Diskussionen über den Pflaster-Entwurf erinnern?

Tatsächlich gab es, so die Informationen unserer Redaktion, bei der Abstimmung über den Siegerentwurf starke Zweifel von CDU-Ratsfrau Katharina Pötter an der Sinnhaftigkeit des Entwurfs. Neben der großen Pflasterfläche bemängelte das Ausschussmitglied der Union vor allem, dass die geplanten Hecken zukünftig den Aufbau einer großen Open-Air Bühne verhindern würden.

Otte konnte sich nicht mehr an Sitzungskalender erinnern

Doch Frank Otte hatte am 8. August noch ganz andere Erinnerungslücken. Denn das „grüne Licht“ von Seiten der Lokalpolitik, mit dem ein Fortschreiten der Planungen in Zusammenarbeit mit den Berliner Planern vom Stadtbaurat öffentlich erklärt wurde, gab und gibt es noch gar nicht.
Auf Nachfrage begründete Otte die angebliche Zustimmung zu den Entwürfen mit einer fiktiven Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses – der allerdings zwischen dem Jury-Entscheid Ende Juni und dem Präsentationstermin im August noch in der Sommerpause war.
Erst heftiges Kopfschütteln von ebenfalls anwesenden Mitarbeitern aus Ottes Bauamt brachten den Spitzenbeamten wieder auf die Spur.

Tatsächlich geht es  vor allem um millionenschwere Fördergelder

Erst in dieser Woche, am Donnerstagabend (24. August, 17 Uhr), wird die Lokalpolitik im zuständigen Ausschuss offiziell über den Ausgang des Planungswettbewerbs informiert. Bei der Sitzung soll dann auch über die weitere Beauftragung des Berliner Büros POLA entschieden werden, das dann zusätzlich zu den bereits erhaltenen 17.500 Euro Preisgeld nochmals 70.000 Euro dafür erhalten soll, etwas konkreter zu planen als bislang geschehen.
Noch wichtiger aber wird ein kurzfristig eingeschobener Tagesordnungspunkt sein, der die tatsächlichen Hintergründe für die umfangreichen Planungen entlarvt.
In diesem Tagesordnungspunkt sollen die Ausschussmitglieder die Verwaltung offiziell beauftragen für Schlossgarten – und zusätzlich auch den Ledenhof – eiligst eine Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Zukunft Stadtgrün“ für das Jahr 2017 zu beantragen. Es geht um geschätzte Gesamtkosten in Höhe von 5,87 Millionen Euro, von denen man sich eine Förderung in Höhe von 90% durch Bund und Land Niedersachsen erhofft.
Dieser Förderantrag steht bereits am Dienstag auf der Agenda der Sitzung des Finanzausschusses, verbunden mit dem Hinweis, dass der Antrag auf die üppigen Fördergelder bis zum 1. September 2017 gestellt werden muss. Zeit für Debatten und Abwägungen gibt es so nicht. Gut geplant…

Ein kurzer Kommentar

Ganz offensichtlich macht die Aussicht auf Fördergelder blind für die Sinnlosigkeit den Schlossgarten möglichst teuer – aber ohne Not – zu pflastern, nur um die Fördergelder möglichst üppig sprudeln zu lassen.

Angeblich, so Stadtkämmerer Thomas Fillep gegenüber dieser Redaktion, soll die Reparatur der maroden bisherigen Brunnenanlage zwischen 600 und 700tausend Euro kosten [Update: Diese Kostenschätzung wurde vom Stadtkämmerer inzwischen auf 300tausend Euro korrigiert, der oben genannte Betrag wäre inklusive der Spielplatzverlegung gewesen]. Ein stolzer Preis für sechs kleine Sprudelbecken [wenn auch inzwischen halbiert]. Warum da nicht lieber 6 Millionen Euro ausgeben, für einen mehrheitlich von der Bevölkerung abgelehnten Entwurf? Immerhin 90% bezahlen ja Steuerzahler aus anderen Regionen Deutschlands. Ganz schön clever? Es ist ja das Geld anderer Leute.

Das Monstrum des zugepflasterten Schlossgarten bleibt für Jahrzehnte den Osnabrückern erhalten, wenn die Fördergelder dafür schon längst ausgegeben sind. Vermutlich wird dann auch schnell wieder darüber diskutiert, ob man den (neuen) Springbrunnen nicht aus Kostengründen abschalten kann – das kennt man ja in der Hasestadt.

Aus Respekt vor dem Steuerzahler, egal ob in Osnabrück oder Oberbayern, wäre es angebracht nur das zu sanieren, was wirklich notwendig ist. Die maroden aber wunderbar in den Barockgarten und zwischen die Bluembeete eingepassten alten Springbrunnen hätten es verdient. Selbst wenn es am Ende sogar ein wenig teurer werden sollte als „der große Plan“, der scheinbar nur ein Ziel hat: Fördergelder einsammeln und verbrennen.

Ob die Renovierung der bestehenden kleinen Springbrunnen wirklich fast mehr als eine halbe Million Euro kosten wird, darf bezweifelt werden. Bislang ist es nur eine Kostenschätzung – Fachleute für Springbrunnentechnik haben bislang noch kein Angebot abgegeben, warum eigentlich nicht?

Und was den Kinderspielplatz angeht, der dem Neubau der Uni weichen soll: Wenn die Uni bauen will, dann soll sie dafür zahlen. Auch so können Landesgelder angezapft werden – in dem Fall sogar zu 100%. Der Umzug des Kinderspielplatzes wurde sogar schon beziffert: 300tausend Euro. Die Landesregierung sollte diese Summe gerne zahlen – besser als 90% von fast 6 Millionen Euro.

Heiko Pohlmann (der im Schlossgarten einen Teil seiner Kindheit verbracht hat)

AFP

Bombenräumung in Osnabrück am 22. August fällt aus

keine Bombe

Im Stadtteil Hafen wurden vergangene Woche mögliche Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg geortet.

Diese stellte sich jedoch am Montagnachmittag als Überbleibsel von Kanalbauarbeiten aus dem Jahre 1913 heraus. Daher werden die für Dienstag, 22. August 2017, angekündigten Evakuierungsmaßnahmen abgesagt.

6500 Osnabrücker müssen nun nicht ihr Zuhause räumen!

AFP

Ministerium von Boris Pistorius verweigerte G20-Polizisten Teilnahme an Gratis-Konzert

Foto: Polizei bei Anti-G20-Protest in Hamburg, über dts

Bei den Krawallen in Hamburg während des G-20-Gipfels wurden dutzende Beamte verletzt, davon 40 allein aus Niedersachsen. Ein versprochenes Gratisgeschenk, ein Konzert in der Elbphilharmonie, wurde den Beamten vom obersten Dienstherrn verboten.

Als Dankeschön für die Polizeibeamte aus dem gesamten Bundesgebiet, die in Hamburg den Kopf hinhalten mußten und den Einsatz teilweise mit schweren gesundheitlichen Folgen bezahlten, veranstaltete das Hamburger Abendblatt zusammen mit der Elbphilharmonie im Juli ein Sonderkonzert.

Eingeladen waren 2.000 Polizeibeamte aus dem ganzen Bundesgebiet, die beim G-20-Gipfel im Einsatz waren.

FDP deckte Ministeriums-Verbot auf

Wer nicht teilnehmen durfte, waren die Polizeibeamten aus Niedersachsen. Wie im Rahmen der Beantwortung mündlicher Anfragen am 17. August bekannt wurde (Protokoll liegt dieser Redaktion vor), befürchtete das vom ehemaligen Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pistorius geleitete Landesinnenministerium eine „generelle Gefahr für den Anschein der Empfänglichkeit für private Vorteile“ der in Hamburg eingesetzten Polizisten.  Beamtinnen und Beamten dürfen nach Beamtenstatusgesetz keine Belohnungen, Geschenke oder sonstigen Vorteile, zu denen auch Eintrittskarten zu Konzerten gehören, annehmen.

Ausnahme war möglich, wurde aber verweigert

Allerdings wäre durchaus auch eine Ausnahmeregelung möglich gewesen, die in diesem Fall durch die oberste Dienstbehörde, dem Ministerium für Inneres und Sport, hätte gewährt werden können. In einer extra herbeigeführten Telefonkonferenz einigten sich aber die Ministeriumsbeamten aus Hannover mit ihren Kollegen aus den anderen Ländern, ihren Beamten die Teilnahme zu verbieten. Grund dafür sei gewesen, dass der Veranstalter des Konzerts die private Lokalzeitung war und nicht die finanziell klamme Stadt Hamburg.

Die Stadt Hamburg sah offenbar kein Problem in der Einladung durch ein Privatunternehmen und erlaubte ihren Polizeibeamten die Teilnahme an dem Gratis-Event.

AFP

Hier wird in dieser Woche in der Region Osnabrück „geblitzt“

Raser
Raser (Symbolbild)

Auch in dieser Woche, bis zum 27. August, ist der Außendienst des Landkreises Osnabrück wieder aktiv mit der „Verkehrsfotografie“ beschäftigt. Die Fotos sind kostenpflichtig und nur die Schnellsten bekommen eines per Post nach Hause geliefert.

Montag,    21.08.                      Melle
Dienstag,   22.08.                     Bissendorf
Mittwoch,   23.08.                     Bohmte
Donnerstag, 24.08.                     Georgsmarienhütte
Freitag,   25.08.                      Glandorf
Samstag,   26.08.                      Quakenbrück
Sonntag,   27.08.                      Bippen

Der Landkreis Osnabrück weißt darauf hin, dass jederzeit auch an anderen Orten die Geschwindigkeit gemessen werden kann.

Tatsächlich ist in dieser Woche im gesamten Nordwesten mit mehr Kontrollen zu rechnen.

Kontrollaktion der Polizeidirektion Osnabrück

Vom 21. bis 27. August 2017 müssen Verkehrsteilnehmer im Nordwesten, vom Teutoburger Wald bis zur Nordseeküste, mit verstärkten Kontrollen der Hauptunfallursachen rechnen.

Geschwindigkeit und Sicherheitsabstand – das sind in der kommenden Woche zentrale Themen der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizeidirektion Osnabrück. Durch die Kontrollaktion soll eine Verhaltensänderung bei den Verkehrsteilnehmern bewirkt werden, denn die gefahrene Geschwindigkeit hat erheblichen Einfluss auf die Unfallfolgen. Ähnlich verhält es sich mit dem Sicherheitsabstand, denn Drängler gefährden durch ihre aggressive Fahrweise ihre eigene Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer.

Zielgerichtete Kontrollen in der Polizeidirektion Osnabrück sollen auch zukünftig dazu dienen, Verkehrsteilnehmer auf die Hauptunfallursachen hinzuweisen und für eine verantwortungsbewusste Fahrweise zu sensibilisieren, um langfristig Unfälle mit schweren Personenschäden zu minimieren. Die Aktion findet zeitgleich länderübergreifend im Rahmen des TISPOL-Verbundes statt.

AFP

Sonntagvormittag am Raiffeisenplatz: Drei Unbekannte verprügelten Mann

Symbolbild Gewalt Faust
Junger Mann vor Alando Palais zusammengeschlagen

Am Sonntagvormittag wurde ein Mann (32) auf dem Raiffeisenplatz an der Heinrich-Heine-Straße von drei Unbekannten verprügelt. Der Vorfall soll sich gegen 11 Uhr auf dem von der Drogenszene frequentierten Platz ereignet haben.

Mann liegt auf Intensivstation

Wie unsere Redaktion von der Lebensgefährtin des Opfers erfuhr, soll der Mann zur Behandlung in der Intensivstation eines Osnabrücker Krankenhauses liegen.

Passant verscheuchte die Angreifer

Polizeipressesprecherin Mareike Kocar bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion den Vorfall. Ein Passant (43) kam dem Opfer zu Hilfe, daraufhin flüchteten die drei Angreifer in Richtung Hauptbahnhof. Über die Täter ist bislang nur bekannt, dass einer ein weißes Hemd getragen haben soll.

Zeugen, die Hinweise zu dem Geschehen geben können, melden sich bitte bei der Polizei Osnabrück unter 0541/327-2115 oder 327-3103.

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AFP

Rosenplatz: Waffe aus Hochzeitsgesellschaft abgefeuert

Waffe, Osnabrück Rosenplatz
Symbolbild

Allzu viele Glückwünsche wird das junge Paar, das am Samstagabend mit einem Autokorso auf dem Rosenplatz stoppte, von den Anwohner nicht mit auf den Weg bekommen haben.

Nachdem aus der Menge eine Waffe abgefeuert und den Passanten damit ein gehöriger Schreck eingejagt wurde, kam es zu einem Polizeieinsatz in der Osnabrücker Neustadt.

Ein Leser berichtete unserer Redaktion am Samstagabend von dem Einsatz, bei dem kurz nach 18 Uhr mehrere Streifenwagen beteiligt waren – wir hakten bei der Polizei nach.

„Aus Freude“ mehrmals eine Waffe abgefeuert

Frank Oevermann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Osnabrück, bestätigte am Sonntagvormittag den Einsatz seiner Kollegen: „Eine türkische Hochzeitsgesellschaft war in Kolonnenfahrt auf der Meller Straße in Richtung Kommenderiestraße unterwegs.
Bei einem Halt und „Tanz“ am Rosenplatz hat ein türkischer Teilnehmer (26 Jahre alt) aus Freude über den Anlass mehrere Schüsse aus einer Schreckschusspistole in die Luft abgegeben.
Da der Mann keinen kleinen Waffenschein besitzt, wurde eine Strafanzeige wegen Verstosses gegen das Waffengesetz gefertigt. Die Waffe wurde von der Polizei sichergestellt.“

Auch mit „kleinem Waffenschein“ verboten

Aber auch mit dem „kleinen Waffenschein“ hätte der junge Mann die Waffe lediglich mit sich führen dürfen, keinesfalls aber in der Öffentlichkeit abfeuern dürfen, wie der Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte.

 

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