Landkreis Osnabrück Note 4,3: Sicherheit und Fahrradklima in Osnabrück werden als...

Note 4,3: Sicherheit und Fahrradklima in Osnabrück werden als mangelhaft bewertet

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Am Dienstag, den 16. März 2021, wurde der ADFC-Fahrradklima-Test 2020 im Bundesverkehrsministerium vorgestellt. Das Ergebnis fällt für Osnabrück durchweg negativ aus: Im Durchschnitt wird das Fahrradklima in der Hansestadt mit 4,3 bewertet und damit schlechter als vor zwei Jahren.

Beim gestern im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 landete Osnabrück im unteren Drittel auf dem 31. von 41 Plätzen der Städte seiner Größe. 664 Osnabrücker haben das Fahrradklima mit der Note 4,3 bewertet. Insbesondere die Sicherheit und der Komfort des Radfahrens wurden negativer bewertet als noch vor 2 Jahren. Damit setzt sich der Trend in Osnabrück seit dem Fahrradklimatest im Jahr 2012 ungebrochen fort. Der ADFC Osnabrück fordert den flächendeckenden Ausbau eines sicheren und flächendeckenden Radverkehrsnetzes.

Gute Konzepte, zu wenig Umsetzung

Wolfgang Driehaus, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Osnabrück sagt: „Osnabrück hat in letzten Jahren gute Konzepte für die Förderung des Radverkehrs auf den Tisch gelegt. Nur ist leider in der Stadt viel zu wenig passiert, während der Autoverkehr weiterhin zunimmt. Daher hat Osnabrück diese miese Bewertung völlig zu Recht bekommen. Leidtragende dieser Versäumnispolitik sind alle, die in dieser Stadt Rad fahren wollen oder müssen, insbesondere die Schüler*innen und Studierenden, für die das Fahrrad immer noch das einfachste, bequemste und schnellste Verkehrsmittel ist.“

Sicherheit in Osnabrück als „mangelhaft“ bewertet

„Neben der Umsetzung des Radverkehrsplans 2030 mit den besten Ausbauvarianten sind auch der Landkreis und die Umlandkommunen gefordert, um mehr Einpendler zum Radfahren zu bewegen. Vor allem muss Osnabrück jetzt richtig Gas geben bei der Umsetzung des Fahrradstadtbeschlusses vom 28. Mai 2019“, so der verkehrspolitische Sprecher weiter. „Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt – und wir wollen, dass sich auch die Neuaufsteiger auf dem Rad wohl und sicher fühlen. Das ist in Osnabrück leider nicht der Fall. So schnitt Osnabrück in den Kategorien Sicherheit beim Radfahren und Komfort beim Radfahren mit der Note 4,7, also mangelhaft ab.“

Ausreichend Mittel verfügbar

Driehaus berichtet weiter: „Die Menschen in Osnabrück wollen Straßen, die einladend und sicher zum Radfahren sind. Dafür brauchen wir ein durchgängiges Netz an guten Radwegen. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt.“

Grüne schlagen Tempo 30 am Wall vor

Die Osnabrücker Grünen schlagen in einer Pressemitteilung Sofortmaßnahmen vor, um das Fahrradklima in Osnabrück zu verbessern: die Einführung von Tempo 30 entlang des Walls, an allen verlärmten Straßen und überall, wo sich Radler unsicher fühlen, die Ausweitung der Radwege am Wall und den Zufahrtsstraßen auf mindestens ERA+Standard, besser aber 2,50 Meter oder wie die Protected Bike Lane sogar drei Meter sowie die Verlegung der B68 auf die A30 und A1 vor. Mittelfristig gelte es, dem ÖPNV und dem Rad- und Fußverkehr überall im Innenstadtbereich Vorrang einzuräumen und die mit dem Radverkehrsplan 2030 einhergehenden Zielsetzungen ernsthaft umzusetzen.

Sicherheit zur Chefinnensache machen

„Die gegenwärtige politische Konstellation im Rat ohne klare Mehrheit ist in Sachen Radsicherheit ein Problem. Viele Initiativen der Grünen Ratsfraktion wurden blockiert oder fielen der Kompromissfindung zum Opfer. Wir hoffen daher auf klare progressive Mehrheiten nach der Kommunalwahl mit einer Grünen Oberbürgermeisterin und werden die Themen Verkehr und Mobilität mit guten Ideen ganz oben auf unsere Agenda setzen. Wie der Klimaschutz muss auch die enkeltaugliche Verteilung des Verkehrsraums in unserer Stadt zur Chefinnensache werden. Insofern wird der 12. September in jedem Fall eine Richtungswahl sein“, macht der Grüne Parteivorsitzende Jurek Milde abschließend deutlich.

Verschlechterung im Vorjahresvergleich

Osnabrück liegt heute bundesweit auf Platz 31 in der Kategorie der Städte von 100.000 bis 200.000 Einwohnern, vor zwei Jahren war es noch der 27. Platz. In Niedersachsen liegt Osnabrück vor Hildesheim auf dem vorletzten Platz. Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2018 hat sich Osnabrück in der Gesamtnote von 4,2 auf 4,3 verschlechtert. Dieses Jahr sind neben Quakenbrück und Melle, die auch vor zwei Jahren schon bewertet wurden, auch die Gemeinden Hasbergen und Wallenhorst sowie die Stadt Bramsche aus dem Landkreis Osnabrück vertreten. „Wir freuen uns, dass Radfahren auch im Umland einen größeren Stellenwert bekommt. Die genannten Kommunen landen in ihrer Klasse mit Noten von 3,6 bis 3,9 im Mittelfeld“, so der ADFC abschließend.

Fahrradunfall am Hasetorwall im Juni 2020, Archivbild.



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