Osnabrück 🎧Mehr Arbeitslose in Osnabrück über den Jahreswechsel

Mehr Arbeitslose in Osnabrück über den Jahreswechsel

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Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Osnabrück nahm im Januar um 739 auf jetzt 12.801 zu. Im Vorjahresvergleich waren 80 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Dezember um 0,3 Prozentpunkte, blieb jedoch gegenüber dem Vorjahreswert konstant.

„Zum Jahreswechsel steigt die Arbeitslosenzahl typischerweise an. Unter anderem laufen dann diverse befristete Arbeitsverträge aus“, resümiert Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Osnabrücker Arbeitsagentur. Zu den saisonal betroffenen Bereichen seien auch einige Verkaufsberufe und Metallberufe im verarbeitenden Gewerbe zu zählen. Fern ergänzt. „Darüber hinaus sorgt die Witterung dafür, dass in einigen Außenberufen nicht mehr oder weniger gearbeitet werden kann, etwa im Gartenbau. Hoch-, Tiefbau- und Ausbauberufe gehören ebenfalls dazu, allerdings hat hier der bisher eher milde Winter die Entlassungszahlen im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt.“

Mehr Kurzarbeit erwartet

Zu den Perspektiven des Arbeitsmarkts äußert sich die Expertin zurückhaltend. So schwächele die Arbeitskräftenachfrage vor allem in der Leiharbeit und im Handel weiter. Dagegen habe das verarbeitende Gewerbe wieder leicht mehr neue Stellen gemeldet als im Januar 2019. Fern: „Viele Betriebe blicken vorsichtig in die Zukunft und loten alle ihre Optionen aus. Der Beratungsbedarf etwa in Sachen Kurzarbeitergeld hat merklich zugenommen in den vergangenen Monaten. Auch wenn diese Anfragen eben auch nur Anfragen sind: Wir rechnen damit, dass deutlich mehr Kurzarbeit als in den vergangenen Jahren realisiert wird. Allerdings lägen wir auch dann in der Größenordnung weit unter dem Niveau zu Zeiten der Finanzkrise.“

Über den Jahreswechsel stieg die Arbeitslosenzahl saisontypisch an. / Foto: Agentur für Arbeit Osnabrück

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im Januar 17.944 Personen – 508 mehr als im Vormonat (plus 2,9 Prozent) und 91 mehr als vor einem Jahr (plus 0,5 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 5,9 Prozent gleichauf mit dem Vorjahreswert.

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer stieg im Vorjahresvergleich um 32 auf 3.382 Personen (plus 1,0 Prozent) und im Vergleich zum Vormonat um 166 (plus 5,2 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 973 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im Januar 2020 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1.327 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, erweiterte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem Dezember um 600 auf jetzt 5.819 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 533 Menschen mehr. In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 6.982 Personen, 139 mehr als im Vormonat, allerdings 453 weniger als im Januar 2019.

Jugendarbeitslosigkeit

Im Januar waren im Agenturbezirk 1.176 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 108 Personen bzw. 10,1 Prozent mehr als im Dezember und elf mehr als im Januar 2019 (plus 0,9 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 3,2 Prozent und lag somit exakt auf dem Niveau des letztjährigen Januars.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im Januar nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 3.374 Arbeitslosmeldungen auf (133 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 2.636 Abmeldungen (17 weniger als im Januar 2019). Es meldeten sich 1.710 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 92 mehr als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 864 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, elf weniger als im Vorjahr (minus 1,3 Prozent) und 15 mehr als im Dezember.

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 6.436 arbeitslose Menschen gezählt, 14 mehr als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent (Januar 2019: 6,8 Prozent). 2.087 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Zuwachs um 101 Menschen gegenüber dem Vorjahr (plus 5,1 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.349 Personen als arbeitslos registriert – ein Minus von 87 Menschen im Vergleich zum Januar 2019 (minus 2,0 Prozent).
Im Landkreis stieg die Arbeitslosenquote mit 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte an, lag aber auf Vorjahresniveau. So waren 6.365 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 66 mehr als im Januar 2019. 3.732 Arbeitslose (432 mehr als im Januar des Vorjahres) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 2.633 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Rückgang um 366 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat.

Langzeitarbeitslosigkeit

Exakt 4.051 Personen zählten im Januar zu der Gruppe der Langzeitarbeitslosen, ein Rückgang um 324 Männer und Frauen im Vorjahresvergleich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung umfasste die Gruppe insgesamt 523 Personen (2019: 577), in der Grundsicherung waren es 3.528 Menschen (2019: 3.798). Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtzahl Arbeitsloser im Agenturbezirk sank im Jahresvergleich: Waren im Januar 2019 34,4 Prozent aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos, galt dies im Januar 2020 für 31,6 Prozent.

PM
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