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Mittwoch, Dezember 11, 2019


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Die Geschichte der E-Zigarette

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Würden Sie heute in Ihrem Bekanntenkreis eine Umfrage starten, wann die E-Zigarette erfunden wurde, wüsste vermutlich niemand die richtige Antwort. Noch vor weniger als zehn Jahren kannte kaum jemand E-Zigaretten oder nutzte diese. Das änderte sich jedoch schlagartig und innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der Dampfer weltweit steil an. Der Begriff Dampfershop hat sich mittlerweile fest eingebürgert. Wegen dieses hohen Tempos ist die Meinung weit verbreitet, dass es sich bei der E-Zigarette um eine sehr junge Erfindung handeln müsse. Die Geschichte der E-Zigarette begann jedoch wesentlich früher, als es erscheint. Bereits 1963 meldete der US-Amerikaner Herbert A. Gilbert ein Patent für eine rauchlose Zigarette an. Die Zuteilung des Patents erfolgte 1965.

Das E-Zigaretten-Patent von Herbert A. Gilbert

Herbert A. Gilbert hatte als Erster die Idee, den beißenden Rauch verbrannten Tabaks, den Zigarettenraucher inhalieren, durch erhitzte, befeuchtete und aromatisierte Luft zu ersetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelte er ein Gerät, das fast genauso wie eine moderne E-Zigarette funktioniert. Die Zeichnungen, die Herbert A. Gilbert mit der Anmeldung seines Patents für die rauch- und tabaklose Zigarette einreichte, zeigen eine längliche Hülse, die starke Ähnlichkeit mit der Form einer Zigarette aufweist. Darin befindet sich ein Tank für ein Liquid. Diese Flüssigkeit sollte nach der Vorstellung des Erfinders erhitzt und verdampft werden. Den aromatischen Dampf kann der Nutzer des Geräts durch ein Mundstück – wie bei einer Tabakzigarette – einatmen. Als Energiequelle für den Verdampfer sah Gilbert eine Batterie vor. 

Eine Erfindung, deren Bedeutung Jahrzehnte unbekannt blieb

Aus heutiger Sicht ist es völlig unverständlich, dass die rauch- und tabaklose Zigarette, die Gilbert erfand, nie produziert wurde. Zwar gab es in den 1960er Jahren noch weitere Patente zum Thema E-Zigarette, doch diesen Patenten war genauso wenig Erfolg beschieden wie der Erfindung von Gilbert.

Ende der 1970er Jahre versuchte der Computerspezialist Phil Ray gemeinsam mit dem Mediziner Norman Jacobson eine massentaugliche Version der E-Zigarette zu entwickeln. Ihr Ziel war es, ein Gerät zum Verdampfen von Nikotin auf den Markt zu bringen. Die Versuche, diese E-Zigaretten zu vermarkten, scheiterten kläglich. Eine Erinnerung an diese beiden Erfinder blieb: In dieser Zeit wurde das Verb ‚vape‘ erfunden, das bis heute in der Community gebräuchlich ist.

Verhinderten Tabakkonzerne die Produktion der E-Zigarette?

Gelegentlich wird vermutet, dass die Herstellung von E-Zigaretten in den 1960er Jahren durch mächtige Tabakkonzerne verhindert wurde. Dieser Gedanke ist naheliegend. Schließlich verdienen Hersteller von Zigaretten und Tabak sehr gut an ihren Produkten. Ein konkurrierendes Produkt wie die E-Zigarette, die ohne Tabak auskommt, könnte das gute Geschäft beeinträchtigen.

In der Industriegeschichte gibt es spektakuläre Beispiele dafür, dass etablierte Unternehmen das Aufkommen innovativer Produkte behinderten. Sehr effektiv erreichten sie dieses Ziel immer dann, wenn sie Patente unliebsamer Erfindungen aufkauften und in der Schublade verschwinden ließen. So erreichen sie effektiv, dass ihr Geschäftsmodell keine Konkurrenz bekommt und gute Renditen weiterhin gewährleistet sind. Im Falle der E-Zigarette war das jedoch nicht der Fall. Offensichtlich interessierte sich in den 1960er Jahren niemand für das tabaklose Rauchen. Diese Erfindung war ihrer Zeit einfach zu weit voraus.

Steigendes Gesundheitsbewusstsein

Dass die Idee von der E-Zigarette schließlich doch noch zu einem Erfolg wurde, ist Hon Lik zu verdanken. Der chinesische Pharmakologe entdeckte sein Interesse für die E-Zigarette nach einem Schicksalsschlag. Sein Vater war ein starker Raucher und starb 2001 an Lungenkrebs. Für Hon Link war das der Anlass, mit dem Rauchen aufzuhören. Bei der Suche nach einer Alternative zum Tabak stieß er auf das Patent von Herbert A. Gilbert. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte er die Ideen des Pioniers weiter und schon 2004 kam seine E-Zigarette auf den Markt.

Hon Link – der Erfinder der modernen E-Zigarette

Wer die ersten E-Zigaretten von Hon Link mit heutigen Modellen vergleicht, wird einen entscheidenden Unterschied finden: Hon Links E-Zigarette hat keine Heizwendel. Stattdessen setzte der Chinese auf den piezoelektrischen Effekt. Diesen Effekt hatten die Gebrüder Curie Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt. Sie beobachteten, dass bei der mechanischen Verformung von Turmalinkristallen elektrische Spannungen erzeugt werden. Die ersten E-Zigaretten von Hon Link enthielten ein piezoelektrisches Element, das Ultraschallwellen erzeugte. Diese energiereichen Wellen wurden zum Verdampfen des Liquids genutzt.

Interessant ist, dass Hon Link bereits Liquids auf der Basis von Propylenglykol (PG) verwendete. In diesem Liquid war das Nikotin gelöst. Allerdings fehlte damals noch die VG-Komponente und die Auswahl an Aromen war deutlich bescheidener als heute. Dass Hon Link heute als derjenige gilt, der der E-Zigarette zum Durchbruch verholfen hat, hat vor allen Dingen mit dem gestiegenen Bewusstsein für die Gefahren beim Genuss des Tabakrauchs zu tun. Als die E-Zigarette von Hon Link 2004 auf den Markt kam, wurde sie als gesunde Alternative zum Tabak angepriesen. Rauchern wurde die E-Zigarette als Hilfsmittel angeboten, um sich endlich das Rauchen abzugewöhnen. Diese Strategie zeigt bis heute Wirkung. Immer mehr Männer und Frauen entscheiden sich ganz bewusst für das Dampfen, um nicht auf Genuss und Entspannung verzichten zu müssen.

Redaktion Hasepost
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