Anlässlich des nahenden EU-Austritts des Vereinigten Königreiches legt das Team Strategische Stadtentwicklung und Statistik in der neuen Ausgabe der Osnabrück Aktuell den Schwerpunkt auf die in Osnabrück lebenden Britinnen und Briten. Am 31. Dezember 2018 lebten 420 Menschen mit einer britischen Erststaatsbürgerschaft sowie 374 mit einer britischen Zweitbürgerschaft in der Friedensstadt.

Rückblick: Im Jahr 2008 zogen die britischen Streitkräfte, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Osnabrück stationiert waren, ab. Osnabrück war bis zu diesem Zeitpunkt die größte Garnisonsstadt außerhalb Großbritanniens: Bis zu 14.000 Soldaten waren zeitweise hier stationiert. „Damit war einst jeder zehnte Osnabrücker ein Brite“, erklärt Frank Westholt vom städtischen Team Strategische Stadtentwicklung und Statistik die Dimension.

Nicht nur Soldaten

Doch es sind bei Weitem nicht nur ehemalige Soldaten, die in der Friedensstadt gemeldet sind. Ein Großteil der Menschen mit britischer Staatsangehörigkeit hat sich erst nach dem Abzug der Armee hier angesiedelt, fast die Hälfte von ihnen ist erst nach dem Jahr 2010 hierhergezogen. Die 794 britischen Erst- und Zweitstaatsangehörigen leben in 461 Haushalten. Es gibt 126 gemischte Haushalte. „So nennen wir Haushalte, in denen mindestens eine britische mit mindestens einer nicht-britischen Person zusammenlebt“, erklärt Westholt. In rund der Hälfte der britischen Haushalte lebt nur eine Person.

124 Personen mit britischen Wurzeln

Die städtischen Statistiker haben untersucht, wie viele Osnabrücker Briten von 1975 bis 2018 die Staatsangehörigkeit gewechselt haben. Dabei zeigte sich, dass zwei Drittel aller Staatsangehörigkeitswechsel in diesem Zeitraum nach 2015 stattfanden. „Dass 68 Britinnen und Briten nach 2015 die Staatsangehörigkeit gewechselt haben, ist durchaus ein aussagekräftiges Merkmal zur Stimmung der britischen Bevölkerung in Osnabrück mit Blick auf den Brexit“, sagt Westholt. Deshalb bezieht er in seine Beobachtungen auch jene Menschen ein, die zwar keine britische Staatsangehörigkeit mehr haben, aber britischer Herkunft sind. „So kommen 124 Personen hinzu, sodass wir von insgesamt 918 Menschen mit britischen Wurzeln sprechen.“

Kinder mit Migrationshintergrund

Dass 251 von ihnen in Osnabrück geboren wurden, erklärt der Fachmann mit dem sogenannten familiären Migrationshintergrund: „Haben Kinder mindestens ein Elternteil mit britischem Migrationshintergrund, überträgt sich dieser auf die Kinder, bis sie das 18. Lebensjahr vollendet haben.“ 28 Personen mit britischen Wurzeln sind in Georgsmarienhütte geboren ehe auf Rang drei der Liste mit London der erste britische Geburtsort auftaucht. Unter den ersten zehn Geburtsorten liegen vier außerhalb Deutschlands: Neben London sind dies Manchester, Birmingham und Salisbury.

Die Osnabrück Aktuell erscheint viermal jährlich. In jeder Ausgabe setzt das Team Strategische Stadtentwicklung und Statistik Schwerpunkte. Die aktuelle Ausgabe ist unter www.osnabrueck.de/Statistik/ abrufbar.