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Sonntag, Dezember 15, 2019


Nachrichten Zulieferer fordern niedrige Auto-Zölle zur Trump-Besänftigung

Zulieferer fordern niedrige Auto-Zölle zur Trump-Besänftigung

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Foto: Container, über dts

Berlin (dts) – Im Handelsstreit mit den USA fordern deutsche Autozulieferer ein deutliches Signal an Donald Trump – und zwar nicht in Form von Vergeltungszöllen, wie sie jetzt die EU schnell verhängt hat. „Ich bin der Meinung, dass man in den Verhandlungen etwas anbieten muss“, sagte Wolf-Henning Scheider, Vorstandsvorsitzender des Autozulieferers ZF Friedrichshafen in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe): „Die EU könnte schnell ein Zeichen setzen. Zum Beispiel könnten wir den Amerikanern entgegen kommen und die Importzölle von 10 Prozent auf amerikanische Autos abschaffen. Das wäre ein symbolträchtiger Akt.“

Aktuell ist es so, dass die EU auf Autoimporte 10 Prozent Zoll erhebt, während umgekehrt die Autolieferungen in die Vereinigten Staaten nur mit 2,5 Prozent Zoll belegt sind. Auch andere Autozulieferer und der Branchenverband VDA plädierten auf Nachfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unisono für Deeskalation. Elmar Degenhart, der Vorstandsvorsitzende der Continental AG, sagte mit Blick auf den mit 2,5 Prozent deutlich niedrigeren US-Zollsatz auf Autoimporte: „Ganz abschaffen oder auf geringstem Niveau einander angleichen: das ist die beste Lösung. Eine Reaktion auf einzelne Zölle ist für die Autozulieferer kaum möglich“, betonte der ZF-Chef mit Blick auf die Stahl und Aluzölle: „Wenn man die Komplexität der Warenströme betrachtet, dann wird klar, dass sich hier nichts über Nacht ändern lässt“, sagte Scheider der FAZ. Produziert werde dort, wo die Bedingungen am günstigsten seien, zum Beispiel weil die Autohersteller in der Nähe, weil Arbeitskräfte billig sind oder weil hochqualifizierte Mitarbeiter benötigt werden. Aus diesen optimierten Werken heraus wird in alle Regionen der Welt geliefert. ZF Friedrichshafen gehört zu den größten Autozulieferern der Welt und beschäftigt knapp 150.000 Mitarbeiter, davon 86.000 in Europa und 35.000 in Nordamerika. Vom Umsatz von 36 Milliarden Euro entfallen knapp die Hälfte auf Europa und gut ein Viertel auf Nordamerika.

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

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