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Weniger Unternehmensinsolvenzen gemeldet

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Foto: Wegen Coronakrise geschlossener Laden, über dts

Wiesbaden (dts)[speaker-break time=”1s” strength=”medium”] – Von den deutschen Amtsgerichten sind im ersten Halbjahr 2020 6,2 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen gemeldet worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Insgesamt waren es 9.006 Insolvenzen, teilte das Statistische Bundesamtes (Destatis) am Donnerstag mit. Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 1.485 Fällen (erstes Halbjahr 2019: 1.653).

Unternehmen des Baugewerbes stellten 1.462 Insolvenzanträge (erstes Halbjahr 2019: 1.586). Im Gastgewerbe wurden 1.004 (erstes Halbjahr 2019: 1.143) und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 974 (erstes Halbjahr 2019: 1.032) Insolvenzanträge gemeldet. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen stiegen nach Angaben der Amtsgerichte im ersten Halbjahr 2020 deutlich auf 16,7 Milliarden Euro. Im Vorjahreshalbjahr hatten sie noch bei 10,2 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im ersten Halbjahr 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im selben Zeitraum 2019, so die Statistiker. Auch für den August 2020 zeigen die vorläufigen Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzen wie bereits in den vorangegangenen Monaten eine deutliche Abnahme an Verfahren. Laut dem Bundesamt sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren um 38,9 Prozent im Vergleich zum August 2019. Der große Rückgang an Insolvenzanträgen von Verbrauchern erklärt sich zum einen durch den eingeschränkten Betrieb der zuständigen Insolvenzgerichte während der Corona-Pandemie und einer damit verlängerten Bearbeitungszeit. Zum anderen haben Verbraucher vermutlich den Zeitpunkt ihres Insolvenzantrages aufgrund der Pandemie zeitlich nach hinten verschoben, so die Statistiker.


dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

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