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Politische Maßnahmen gegen den Klimawandel: Kann der klassische Gebrauchtwagenhandel überleben?

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Der Gebrauchtwagenhandel ist in Deutschland die häufigste Art, wie Fahrzeuge gekauft werden. Laut des Portals “Statista” sind 2018 rund 84,7 Milliarden Euro auf diese Weise umgesetzt worden. Verkauft wurden etwa 7,2 Millionen Autos. Dieser Wert ist seit 2013 in etwa konstant. Und an dieser Stelle wird es spannend: “Statista” hat ebenfalls erhoben, dass nur noch 5,4 Millionen Deutsche in 2019 einen Gebrauchtwagen kaufen wollten. Dies sind also fast zwei Millionen Personen weniger als in den vergangenen fünf Jahren. Eine Frage stellt sich von selbst: Wie lässt sich das deutlich geringere Interesse erklären? Vermutlich ist bereits jetzt eine Folge der politischen Maßnahmen gegen den Klimawandel zu spüren. Der klassische Gebrauchtwagenhandel könnte in der Folge sterben.

5,4 Millionen Gebrauchtwagen: Der schwächste Wert seit Beginn der 1980er Jahre

Wenn sich die 5,4 Millionen Gebrauchtwagen für 2019 beheimaten, so ist dies der schwächste Wert seit 1980. Damals wurden nur etwa 5,1 Millionen Fahrzeuge auf entsprechende Weise gehandelt. Zu beachten ist allerdings, dass diese Zahl für das noch nicht wiedervereinigte Deutschland erhoben wurde – nur die alte Bundesrepublik fand also Berücksichtigung. Die Gesamtbevölkerung war um 17 Millionen Personen geringer als heute. Zieht man diesen Wert mit in Betracht, so sind die 5,4 Millionen Fahrzeuge der schwächste Wert seit den 1970er Jahren.

Erklärungsversuch: Angst vor Preissteigerungen durch die Politik

Viele Menschen fürchten vermutlich, dass die Politik im Kampf gegen den Klimawandel Gebrauchtfahrzeuge zu teuer macht. Hierfür lassen sich einige Indizien finden. Beispielsweise sah das Klimapaket der Bundesregierung einige Entlastungen im Gegensatz zu den steigenden Treibstoffkosten vor. So sollte die Pendlerpauschale erhöht werden. Der Bundesrat stoppte diese Entlastungen vorläufig. Die für Autofahrer kostenintensiven Maßnahmen wurden hingegen verabschiedet. Verkehrsminister Andreas Scheuer kündigte zudem an, dass alternative Antriebsarten massiv gefördert werden sollen. Dies dürfte Gebrauchtwagenkäufer zusätzlich verunsichern. Gebrauchte Fahrzeuge, die verkauft werden, kosten in Deutschland im Schnitt 11.780 Euro. Sie sind 6,3 Jahre alt und haben einen Kilometerstand von lediglich 76.350. Sie sollen also noch einige Jahre gefahren werden. Es bestehen offensichtlich Zweifel, inwiefern dies noch möglich ist.

Der Gebrauchtwagenhandel hat bereits reagiert

Der Gebrauchtwagenhandel hat sich hieran bereits angepasst. Die europaweit agierende Plattform adesa.eu präsentiert beispielsweise E-Autos und Fahrzeuge mit Hybridantrieb prominent auf der eigenen Seite. Andere Portale sind diesem Beispiel ebenfalls gefolgt. In Deutschland werden 2019 laut “Statista” insgesamt rund 180.000 Fahrzeuge mit E- oder Hybridantrieb neuzugelassen. Dies sind so viele wie noch nie. Für den Gebrauchtwagenhandel mit diesen Antriebsformen liegen leider noch keine Statistiken vor. Allerdings dürfte sich die Zahl hier ebenfalls positiv entwickeln. 40,6 Prozent der Deutschen sagen schon jetzt, dass sie wegen der Umwelt Interesse an einem E-Fahrzeug haben. 89 Prozent fühlen sich aber noch durch den hohen Preis abgeschreckt. Der Gebrauchtwagenhandel bietet hierfür eine Lösung.

Fazit: Der Markt ändert sich

Der klassische Gebrauchtwagenhandel mit Diesel- und Benziner-Motoren ist noch nicht tot, aber er verliert an Bedeutung. Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Menschen zunehmend mehr Interesse an alternativen Antriebsarten haben, um den Preisschock zu umgehen, der von der Politik für den Klimaschutz ausgelöst wird. Noch sind die Anschaffungskosten für Neufahrzeuge mit E- oder Hybridantrieb sehr hoch. Aber eben dies ist eine gute Nachricht für den Gebrauchtwagenhandel, weil er an dieser Stelle helfen kann. Der Markt ändert sich und dürfte dies in den kommenden Jahren deutlich rasanter als bislang tun.

Redaktion Hasepost
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