Zeigte die Ampel „rot“? Polizei sucht dringend Unfallzeugen
Nach einem Unfall am Kurt-Schuhmacher-Damm (Wüste), bei dem am Dienstag zwei Fußgängerinnen schwer und leicht verletzt wurden, sucht die Polizei nun nach Unfallzeugen.
Wie die Polizei berichtet, befuhr ein Ibbenbürener (49) gegen viertel nach fünf am späten Nachmittag mit seinem VW den Blumenhaller Weg und wollte nach links auf den Kurt-Schumacher-Damm abbiegen. Dabei kollidierte er im Bereich der Fußgängerfurt mit zwei Fußgängerinnen (20 und 24), die aus Richtung eines Autohauses die Fahrbahn überquerten. Die ältere der beiden jungen Frauen zog sich dabei schwere Verletzungen zu, während die 21-Jährige glücklicherweise nur leicht verletzt wurde.
Erste Zeugen: die Ampel zeigte rot
Da durch unbeteiligte Zeugen bereits geäußert wurde, dass die beiden Damen die Fahrbahn trotz „rot“ zeigender Ampel überquerten, sucht der Verkehrsunfalldienst dringend weitere Zeugen.
Hinweise bitte direkt an die Polizei unter 327-2315.
Sie sorgen für freies Internet auf dem Weihnachtsmarkt: (v.l.) Alexander Kyriakidis, Hilko Böcker und Lorenz Wenner
Freifunk, das kostenfreie, anonyme und sichere freie Internet in der Osnabrücker Innenstadt, dürfte vielen Osnabrückern spätestens seit der Maiwoche ein Begriff sein. Nun sind die Freifunker wieder am Start den Weihnachtsmarkt mit Internet zu versorgen.
Wie zur Maiwoche, nur noch besser!
Im Frühjahr organisierten die etwa 10 aktiven Freifunker ein kostenfreies Wifi-Netz, das nahezu die gesamte Maiwoche zwischen Neumarkt und Rathaus mit freiem Internet versorgte.
Insgesamt 23 Router wurden in Eigeninitiative und ohne großartiges Sponsoring installiert. Zum Weihnachtsmarkt sollen es bis zu 30 Router werden. Anders als noch im Mai verfügt das Netz inzwischen zusätzlich über eine leistungsstarke Station direkt am Neumarkt, mit dem das neue Winterdorf und weite Teile der Johannisstraße mit Internet versorgt werden können.
Zur Maiwoche konnte das Netz bis zu 500 Nutzer gleichzeitig versorgen, zum Weihnachtsmarkt erwarten die Freifunker neue Spitzenwerte.
Sie sorgen für freies Internet auf dem Weihnachtsmarkt: (v.l.) Alexander Kyriakidis, Hilko Böcker und Lorenz Wenner
Pro Router und Weihnachtsmarktbude wird nur ein Stromanschluss benötigt
Die besondere Struktur des Freifunknetzes erlaubt es ein Netzwerk aufzubauen, bei dem nicht jeder Router direkt mit dem Internet verbunden sein muss, zum Beispiel per DSL-Anschluss. So können die einzelnen Router, die in den Weihnachtsmarktbuden nur einen Stromanschluss benötigen, die Daten untereinander weiterreichen, bis sie dann an verschiedenen „Uplinks“ ins Internet gelangen.
„Weil es so einfach ist“, erläutert Alexander Kyriakidis, „machen auch so viele Marktbeschicker mit“. Der engagierte Freifunker hat auf der Maiwoche festgestellt, dass nicht nur am Abend die Partygäste das Netz nutzen, sondern auch die Mitarbeiter am Tag gerne ihren Datentarif „schonen“ um über das freie Netz mit ihren Kontakten zu kommunizieren.
In Zukunft ein Stadtnetz auf Freifunk-Basis?
Weil für einen einzelnen Router lediglich Einmalkosten zwischen 20 und maximal 50 Euro anfallen, und als laufende Aufwendungen lediglich minimale Stromkosten anfallen, würden die Freifunker gerne ein städtisches Wifi-Netz aufbauen. Verhandlungen laufen, so die Mitglieder des Vereins, ihre Technik in die Super-Mülltonnen einbauen zu dürfen, die in der Großen Straße aufgebaut werden sollen.
Allerdings stehen sie hier im Wettbewerb mit kommerziellen Anbietern, die jedoch längst nicht so verbreitet sind und sein werden, wie das bereits bestehende Freifunknetz, das in Osnabrück bereits jetzt über 400 Router verfügt – im gesamten Bereich der Stadt. Eine interaktive Karte zeigt rund um die Uhr den Status des Osnabrücker Freifunks.
Auch in der Redaktion der HASEPOST steht ein Freifunk-Router, der Teile des Innovationscentrums Osnabrück (ICO) mit kostenlosem Internet versorgt.
Einwahl: ganz einfach und ohne Passwort!
Um mit dem Smartphone unterwegs – und immer wenn ein Freifunk-Router in der Nähe ist – kostenloses Internet zu haben, ist lediglich einmalig eine manuelle Verbindungssuche notwendig. Sobald einmal ein Wifi-Netzwerk mit dem Namen nordwest.freifunk.net mit dem Smartphone verbunden war, wird es immer wieder ausgewählt, sobald ein entsprechender Router in der Nähe ist. Die Eingabe eines Passworts ist nicht notwendig.
So findet zeitgleich eine Projektmesse statt, wo zahlreiche sich Unternehmen und Verbände aus den Bereichen Marketing und Vertriebsstrategien, Internet und Software oder Webdesign vorstellen. Auch die HASEPOST als Medienpartner wird mit einem Stand vertreten sein.
Spannende Vorträge
Alle Interessierten werden um 17:00 Uhr von dem Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen Olaf Lies begrüßt. Anschließend gibt es spannende Vorträge: Sebastian Suhr, Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds gilt als Experte in den Bereichen Business Development, Corporate Finance und E-Commerce und wird ein anhand eines „Best Practise“ seine Arbeit vorstellen.
Christian Erhardt, Geschäftsführender Gesellschafter der Foto Erhardt GmbH mit Sitz in Osnabrück, hält den Vortrag „Click and Collect: Stationärer Handel trifft Online“.
Ab 19:00 Uhr werden alle Gäste und die Nominierten von Bürgermeister Burkhard Jasper begrüßt.
Verleihung der Awards
Im Anschluß meldet sich Dr. Oliver Grün zu Wort. Grün, Gründer, Alleinaktionär und Vorstand der GRÜN Software AG sowie Präsident des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. und des IT-Mittelstand-Europaverbandes PIN-SME, ist seit 2013 Mitglied des IT-Beirates der Bundesregierung, welcher das Bundeswirtschaftsministerium zu Fragestellungen der digitalen Wirtschaft berät. Nach seinem Vortrag „Innovation durch Digitalisierung – Startups und IT-Mittelstand als Treiber“ gibt es eine Interviewrunde mit allen Experten.
Im Anschluß erfolgt die Verleihung des innovate! Concept Award und des innovate! Interaction Award.
Im Anschluß sind alle Gäste dann noch eingeladen, den Abend mit spannenden Gesprächen ausklingen zu lassen.
So wirbt man in den Niederlanden für Fahrten zum Kerstmarkt nach Osnabrück
Diese Zahl klingt fast unglaublich, aber nach Zählungen des Osnabrücker Citymarketings steuerten im vergangenen Jahr rund 1.200 Reisebusse Osnabrück an – allein während der rund vier Weihnachtsmarkt-Wochen!
Für die am Mittwoch startenden Osnabrücker Weihnachtsmärkte werden in diesem Jahr vergleichbare Zahlen erwartet – vielleicht sogar ein paar Busse mehr.
Im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigte am Montag Katrin Holtgräwe, Leiterin des City Marketings, diese erstaunliche Zahl, die vergangene Woche am Rande eines Pressegesprächs zum Weihnachtsmarkt 2015 genannt wurde. Die Marketingspezialistin hofft, diese Zahl dieses Jahr vielleicht noch ein wenig nach oben schrauben zu können.
Die Niederländer lieben den „Kerstmarkt“ in Osnabrück
Petra Rosenbach von der Marketing und Tourismus GmbH (OMT) betont die hohe Anziehungskraft Osnabrücks vor allem auch für unsere niederländischen Nachbarn, Fahrten zum „Kerstmarkt“ in Osnabrück sind westlich von Bad Bentheim ganz besonders beliebt. Auch deshalb wurde in diesem Jahr erneut der Weihnachtsmarkt-Flyer ins Niederländische übersetzt und die Zusammenarbeit mit Onlineportalen gesucht, die in den Niederlanden noch wichtiger sind bei der Vermarktung von Städtetouren.
So wirbt man in den Niederlanden für Fahrten zum Kerstmarkt nach Osnabrück
Geheimrezept: In Osnabrück kümmert man sich um die Fahrer!
Mehr als 40 Reiseveranstalter werden in diesem Jahr den Osnabrücker Weihnachtsmarkt im Programm haben, so Rosenbach. „Das wir so beliebt sind bei den Reiseveranstaltern liegt auch dran, dass wir uns gut um die Fahrer kümmern“, erläutert die oberste Vermarkterin der Stadt eines ihrer Geheimrezepte, zu denen auch der Busfahrer-Stammtisch im Rampendahl gehört.
Katrin Holtgräwe vom City Marketing ergänzt: „Wir leiten die Busse nach dem Ausstieg der Fahrgäste am Domhof gezielt in Richtung gesonderter Busparkplätze bei KME und an der Halle Gartlage. Von dort gibt es einen Shuttle für die Fahrer zum Rampendahl, damit die Fahrer gut gestärkt und erholt wieder die Rückreise antreten können.
Staus in der Hasestraße sollen vermieden werden
Durch das Leitsystem und die gesonderten Busparkplätze ist auch gesichert, dass es in diesem Jahr nicht zu Staus in der Hasestraße kommen wird. In der Vergangenheit gab es beim Bürgerforum Innenstadt von Anwohnern der Hasestraße Beschwerden über Busse, die dort zu lange und mit laufendem Motor stehen würden um auf ihre Fahrgäste zu warten.
Christian Steiffen, oder welcher Osnabrücker soll den Songcontest gewinnen?
Ob nun Xavier Naidoo oder irgendeine Zweitplatzierte eines Zuschauervotings, wie im vergangenen Jahr, Deutschland Osnabrück beim Eurovision Song Contest (ESC) vertreten soll, das war uns eigentlich reichlich egal (HASEPOST ist 100% Osnabrück).
Nun aber hat Comedian Oliver Kalkofe (bereits am Samstag) den Osnabrücker Ex-Oberbürgermeisterkandidaten und Local Hero Christian Steiffen in die Diskussion rund um die ESC-Kandidatenkür eingebracht.
Auch eine Supporter-Seite gibt es schon bei Facebook – die allerdings schon seit Februar… aktuell mit 9 Supportern (Stand 23.11.2015, 15:30 Uhr).
Das Facebook-Posting, das alles auslöste.
Wir fragen unsere Leser, soll Christian Steiffen, oder sonst ein Osnabrücker Künstler, den Songcontest im kommenden Mai in Stockholm gewinnen? Eigene Vorschläge können hinzugefügt werden.
Eine Unfallflucht ereignete sich am Freitag, 20.11.2015, gegen 14.15 Uhr auf dem Gehweg der Kirchstraße in Höhe Hausnummer 4.
Ein 13jähriges Mädchen fuhr auf dem Gehweg der Kirchstraße in Richtung Atterstraße. In Höhe Hausnummer 4 wollte ein roter Pkw vom Grundstück auf die Straße einfahren.
Das Mädchen hielt an, fühlte sich aber durch eine Handbewegung der Autofahrerin aufgefordert, weiterzufahren. In diesem Moment fuhr jedoch auch der Pkw los, so dass die Radfahrerin auf der Motorhaube landete.
Nach diesem Unfall stieg die Fahrerin aus, fragte das Kind ob es verletzt ei. Nachdem das Kind verneinte, wurde sie von der 20-30 Jahre alten, 1,70m-1,75m großen Frau beschimpft. Dann fuhr die junge blonde schlanke Frau davon.
Sinnlos fremde Fahrräder am Hauptbahnhof Osnabrück zerstört
Zivilbeamte der Polizei haben am Samstagabend am Hauptbahnhof einen 19jährigen festgenommen, der zuvor mehrere Fahrräder beschädigt hatte.
Gegen 19.00 Uhr wurden die Polizeibeamten von Zeugen, die den Mann beobachtet hatten, gerufen.
Am Theodor-Heuss-Platz trafen die Ordnungshüter dann auf den Heranwachsenden, der schnell als Täter identifiziert wurde.
Handschellen konnten nur unter Gewaltanwendung angelegt werden
Da der Mann sich nicht ausweisen konnte, sollte er mit dem Streifenwagen zur Wache mitgenommen werden. Der zunächst ruhige Tatverdächtige wurde daraufhin zunehmend aggressiver und weigerte sich, die Polizisten zu begleiten. Das Anlegen von Handschellen war nur unter Anwendung von körperlicher Gewalt möglich. Die Festnahme wurde von vielen Schaulustigen begleitet.
Randalierer ein polizeibekannter Mehrfachstraftäter
Bei der Identitätsfeststellung auf der Polizeiwache stellte sich heraus, dass der Festgenommene zuvor polizeilich mehrfach in Erscheinung getreten ist.
Feindbilder, Schubladen, Vorurteile... muss das sein?
22. November 2015
Wie jede Woche holen wir auch am Ende dieser Woche ein Thema aus dem Papierkorb, das unsere Redaktion bewegt hat. Heute: Eine E-Mail, über die wir uns sehr gefreut haben, und ein schnell gelöschter Kommentar sowie eine PN, die mehr als ärgerlich waren!
Bereits in unseren ersten Outtakes, am 13. September (hier im Archiv zu finden), haben wir Kritik, sowohl von der NPD als auch einem radikalen „Anhänger des Islams“, aus dem Papierkorb geholt – verbunden mit der Frage: „Ja was denn nun?!“
Binnen einer Woche wurde unsere Redaktion damals als „linke Presse“ und als „PI von Osnabrück“ bezeichnet.
Feindbilder, Schubladen, Vorurteile… muss das sein?
Und auch diese Woche schien man sich in den extremeren Ecken der politischen Landschaft nicht so recht einig zu sein, in welche Schublade die HASEPOST denn nun gehört.
Wobei wir uns ausdrücklich über eine E-Mail der „Antifaschistischen Aktion Osnabrück“ gefreut haben, denn von der Seite wurde uns „gute journalistische Arbeit“, die man „nur selten“ in Osnabrück findet, attestiert. In der Mail ging es um unseren Artikel über den dubiosen Verein Volkshilfe e.V. und seine Hintergründe. Danke!
Nur wenige Stunden zuvor wurden wir in einem Kommentar, der jedoch schnell wieder von seinem Verfasser (nicht von uns!) gelöscht wurde, in die Nähe der Pegida gebracht. Es ging dabei um das von uns veröffentlichte (und als solches gekennzeichnete) Zitat des CDU-Fraktionschefs Fritz Brickwedde, der es für möglich hält, dass die Stimmung gegenüber den Flüchtlingen „kippen“ könnte. Dieses Zitat haben wir (anders übrigens als die lokale Tageszeitung) erst veröffentlicht, als eine Stellungnahme von SPD und Grünen vorlag, die wir im gleichen Artikel gebracht haben. Wie auch immer, das qualifizierte uns in den Augen eines Lesers also für die ganz rechte Ecke.
In einem folgenden Austausch per PN (privater Nachricht) kam es dann noch weiter „dicke“, so wurde der HASEPOST-Herausgeber zum „Brandstifter höchster Güte“ und zu einem „Neo Liberale[n] Menschen“, der „das Volk aufwiegelt„.
Nun ja, wir werden damit leben müssen (und können). Auch vom Eigentümer des Güterbahnhofs wurden wir bereits (siehe hier) auf die „schwarze Liste unseriöser Reporter/Medien“ gesetzt, werden nun aber wieder offiziell zu Presseterminen eingeladen.
Also, alles richtig gemacht? Wir meinen ja, und lassen uns nicht in eine Ecke drängen!
Unserer Ansicht nach kann, darf und muss Presse Positionen beziehen – darf aber niemals voreingenommen und parteiisch an ein Thema herangehen.
In diesem Sinne freuen wir uns weiter über Kritik – und fühlen uns ganz wohl als neo-liberale aber dann doch wieder linke Presse, die von der Antifa gelobt und von anderen als „PI von Osnabrück“ bezeichnet wird,. HASEPOST ist wohl zu Recht ein Kandidat für „schwarze Listen“. Womöglich sind wir gar #Lügenpresse (auf diesen Titel warten wir noch!)!
Eine Leserin machte uns auf eine besondere Beobachtung aufmerksam. Ihr war bei Spaziergängen mehrfach aufgefallen, dass oft „gut gefüllte“ Hundekotbeutel entlang der Spazierwege im Gebüsch hängen. Erst heute entdeckte sie im Natruper Holz zwei Beutel, die in einem Gebüsch in etwa Hüfthöhe direkt neben dem Weg „drapiert“ waren.
Direkt neben einem Weg hängen zwei Kotbeutel in Hüfthöhe im Gebüsch
Markieren Hundebesitzer so ihr Revier?
Vielleicht haben unsere Leser eine Antwort auf dieses unappetitliche Verhalten?
So ginge es auch: Entsorgung im Müllbehälter
Immerhin gibt es auch in den städtischen Wäldern nicht nur (wenige) Kotbeutelspender, bei denen Hundebsitzer die praktischen Beutel kostenlos erhalten, sondern auch zahlreiche Abfallbehälter am Wegesrand. Wieso werden diese nicht genutzt?
Nach dem erfolgreichen“Eintüten“ der tierischen Hinterlassenschaft ist doch die meiste Arbeit getan?
Handelt es sich womöglich um krankhaftes Revierverhalten „am anderen Ende der Leine“? Diese und andere Fragen drängen sich auf. Immerhin sollte man annehmen, dass „am anderen Ende der Leine“ an sich vernunftbegabte Wesen hängen.
Springen Verhaltensmerkmale vom Hund zum Menschen über, wo wie „Herrchen“ oder „Frauchen“ oft nachsagt wird, mit der Zeit das Aussehen von Fiffi, Hasso oder Waldi anzunehmen?
Müssen wir in Zukunft auch mit älteren Damen rechnen, die im Café ihren Lieblingsplatz mit der gezielten Abgabe eines Urin-Strahls markieren?
ich hoffe, alles ist gut! Die Flaggen hängen auf halbmast an der Iburger Straße, zwischen Edeka und Polizeistation. Es passiert soviel in immer kürzeren Zeitabständen. Gerade trauert man noch um Helmut Schmidt, und ein paar Tage später werden in Paris völlig wahl- und sinnlos mehr als 130 Menschen erschossen. Beim Feiern in einer Konzerthalle, beim Essen in einem Restaurant, beim Flanieren an einem lauen Novemberabend. Man kommt aus dem Trauern gar nicht mehr raus. Und der Staat zeigt Flagge, im wahrsten Sinne des Wortes.
Als ich im Dienste des Staates stand, gab es unsere Nationalflagge noch gar nicht. Damals hatten wir ganz andere Sorgen als irgendwelche Fahnen. Zum Beispiel, wie wir den Menschen Rechtssicherheit und Schutz vor staatlicher Willkür geben konnten. Aber für die Deutschen wurde die Flaggenfrage ab dem 19. Jahrhundert immer wichtiger. Schwarz-weiß-rot waren die ersten Nationalfarben des 1871 von Bismarck zusammengeschmiedeten Deutschen Reichs, dann gab es in der Weimarer Republik die Farben Schwarz-rot-gold. Sie sollten Einigkeit und Freiheit symbolisieren, weil sie von preußischen Soldaten, dem sogenannten Lützowschen Freikorps, schon während der Kriege gegen Napoleon getragen und anschließend von Studentenverbänden als Zeichen für den Willen zur Bildung eines deutschen Staates und zur politischen Mitbestimmung verwendet wurden.
Im 18. Jahrhundert erschienen dem einfachen Bürger solche Forderungen noch als bloße Utopie, aber schwarz-rot-gold war dann tatsächlich die Farbenkombination, die ein Jahrhundert später für ein gesamtdeutsches Vaterland von freien und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmenden Menschen stand. Beim Hambacher Fest im Jahr 1832, der ersten offiziellen Protestversammlung für einen souveränen deutschen Staat, und auch 1848 bei den zaghaften Revolutionsversuchen gegen eine übermächtige Obrigkeit, wehten Flaggen in diesen Farben. 1933 wurden sie dann zwölf Jahre lang von der unsäglichen Hakenkreuzflagge abgelöst, die heute noch zur Mahnung gereicht, was passiert, wenn sich eine radikale und von allen guten Geistern verlassene Partei den Staat zur Beute macht. Es fängt mit der Fahne an! Nachdem die Zeit des Naziterrors vorbei war, gab es in Deutschland zwei Fahnen: im Osten schwarz-rot-gold mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz und im Westen die bescheidenere Variante nur mit der traditionellen Farbkombination. Die westdeutsche Variante gilt seit 1990 für ganz Deutschland.
Ich bin heute wieder an den beiden Flaggen auf halbmast vorbeigegangen, die an der Iburger Straße hängen. Es war sehr regnerisch und windig, und die Flaggen machten auf mich einen müden Eindruck. Offensichtlich hatten sie keine Lust mehr, verloren im Regen rumzuhängen. Vielleicht sollte man ihnen mehr Beachtung schenken, denn sie können ja nichts dafür, daß es die Deutschen nach der Hitlerzeit nicht mehr so sehr mit ihrer Nationalflagge haben. Die Begeisterung für sie reicht gerade mal ein Sommermärchen lang, dann wird sie abgerissen und weggeworfen, fristet ihr Dasein an schmuddeligen Autobahnauffahrten und wartet auf bessere Tage. In diesen schlimmen Zeiten wird durch die Nutzung der Farben der französischen Trikolore von vielen Menschen ihre Solidarität mit Frankreich und den Opfern des Terrors in der Nacht vom 13. auf den 14. November zum Ausdruck gebracht. Es ist nur eine kleine Geste, aber sie zeugt doch von der Verbundenheit aller aufrechten und freiheitsliebenden Bürger mit dem französischen Volk. Mir gefällt das. Hoffentlich müssen wir die deutsche Fahne nicht irgendwann mal in diesem Sinne verwenden. Sie hat nämlich schon genug mitgemacht. Ich wünsche allen Hasepost-Lesern ein schönes Wochenende.