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Diese Woche: 6 Jahre Fukushima-Katastrophe

Fukushima
Diese Woche: 6 Jahre Fukushima-Katastrophe

An diesem Samstag ist es wieder soweit: Der Jahrestag einer der weltweit größten Atom-Katastrophen steht an. Die „Antiatomgruppe Osnabrück“ wird am Freitagabend an die Katastrophe erinnern.

Am 11. März vor 6 Jahren ereignete sich vor Japans Ostküste ein starkes Erdbeben mit einem anschliessenden Tsunami, in dessen Folge 18.537 Menschen als tot gemeldet wurden.

Das Beben führte auch zu Explosionen im Kernkradftwerk Fukushima Daiichi und der radioaktiven Kontamination der Region. Hätte der Wind nicht weite Teile radioaktiver Partikel nach Osten aufs Meer getrieben, wären die Auswirkungen wohl noch drastischer gewesen.
Die Zahl der Toten durch die Evakuierung bzw. ihre Folgen sowie im Kraftwerk selbst starben, wird auf mehr als 600 geschätzt. Langfristig wird die Zahl der Todesopfer durch Krebserkrankungen im Bereich von mehreren Hundert liegen, so aktuelle Schätzungen.

Erinnerung gegen das vergessen

Gegen das Vergessen zündet die „Antiatomgruppe Osnabrück“ am Freitag den 10. März Kerzen an. Die Aktion findet einen Tag vorher um 18:00 Uhr am Nikolaiort statt. Zu dem Zeitpunkt wird in Japan schon seit zwei Stunden der 11. März sein. Etwa einen halben Tag vor dem damaligen großen Erdbeben.

Die Aktivisten weisen darauf hin, dass noch immer allein in Deutschland täglich in acht Atomkraftwerken hoch radioaktiver Müll produziert wird. Eine weitreichende Bedrohung für Millionen von Jahren. Die Antiatomgruppe Osnabrück ringt schon seit 2010 um den Atomausstieg und die ungelöste Endlagerfrage. „Weil Menschen alles Schreckliche gern und schnell vergessen, ist es an uns allen, die Erinnerung an dieses Desaster in Fukushima und seine zahllosen Opfer wach zu halten und dafür zu kämpfen, dass niemals wieder ein atomarer Super-GAU geschehen kann.“, sagt Hannes Janott von der Antiatomgruppe Osnabrück. 

Die Antiatomgruppe Osnabrück trifft sich jeden 2. Dienstag im Monat um 20 Uhr im Haus der Jugend. „Gerne werden wir bei der Aktion oder unseren Stammtischen Interessierte und Mitgegner der Atomwirtschaft informieren“, so die Antiatomgruppe Osnabrück in einer Pressemitteilung.

Foto: Imagebank, Greg Webb / IAEA, Lizenz CC BY SA 2.0

 

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Multimedia-Pionier Prof. Dr. Oliver Vornberger geht in den Ruhestand

Oliver Vornberger 1977 in Dortmund
Oliver Vornberger: hier 1977 frisch diplomiert an der Universität Dortmund, Quelle aido.

„Vornberger zeigt, wie die Zukunft aussehen kann“ zwischentitelte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel 2012 in einem Artikel über den in Osnabrück lehrenden Prof. Dr. Oliver Vornberger. Nun geht der Hochschullehrer, dem die multimediale Wissensvermittlung so viel leichter fiel als vielen teils deutlich jüngeren Kollegen, in den Ruhestand.

Er sein „ein Vordenker der virtuellen Lehre an deutschen Hochschulen“ schreibt die Universität Osnabrück in einer Pressemitteilung. Und tatsächlich hat sich Prof. Vornberger auf diesem Gebiet einen internationalen Ruf erarbeitet – und einen Platz in den Podcast-Downloads-Charts der vergangenen Jahre.
Der innovative Wissenschaftler nutzt seit vielen Jahren moderne Lehrverfahren, die er teilweise selber entwickelt hat, um seinen Studierenden die Inhalte der Informatik verständlich zu präsentieren. 2009 erhielt er dafür den Ars legendi-Preis, der vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für herausragende Leistungen in der Hochschullehre vergeben wird. Nun wurde der Informatiker der Universität Osnabrück mit einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet.

Von Dortmund über Kalifornien nach Osnabrück

Vornberger, 1951 geboren in Essen/Ruhr, studierte an der Universität Dortmund Informatik zum Diplom. Unser Foto oben (Quelle: aido – Alumni Netzwerk der Universität Dortmund) zeigt den jungen Wissenschaftler 1977 in Dortmund.

Nach seiner 1980 eingereichten Promotion, in der er sich mit der Komplexität von Wegeproblemen befasste, ging er für ein Jahr als Postdoc an die University of California at Berkeley. 1987 habilitierte er sich an der Universität Paderborn und wurde anschließend auf die Professur für Praktische Informatik an die Universität Osnabrück berufen. Seine Spezialgebiete sind unter anderem Computergrafik, Web Publishing sowie E-Learning. In der Lehre leistete er seit vielen Jahren Pionierarbeit bei der Entwicklung neuer Autorensysteme. »Mir war es immer besonders wichtig, dass die Dozentin bzw. der Dozent mit vertretbarem Aufwand multimediales Vorlesungsmaterial erstellen kann«, so der Wissenschaftler.

Verabschiedung Prof. Oliver Vornberger
Feierten gemeinsam den Abschied von Prof. Dr. Oliver Vornberger (Dritter von links): der Vizepräsident für Hochschulentwicklung und Strategie, Prof. Dr. Thomas Bals; Prof. Dr. Tim Römer, Dekan des Fachbereichs Mathematik/Informatik; Prof. Dr. Joachim Hertzberg, Institut für Informatik; Prof. Dr. Burkhard Monien, Universität Paderborn, sowie Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld, Gründungspräsident der Hochschule Hamm-Lippstadt (v.l.). Foto: Elena Scholz/Universität Osnabrück

Vornbergers übergeordnetes Ziel lautet, Studierende beim eigenständigen Lernen zu unterstützen. Dafür hat Vornberger eine Reihe verschiedener multimedialer Werkzeuge entwickelt, wie beispielsweise das Autorensystem media2mult und das Videoaufzeichnungssystem virtPresenter. Bundesweit bekannt machte ihn zum Beispiel seine Vorlesungsreihe über Algorithmen, die er im Netz präsentierte und die bundesweit auf eine enorme Resonanz stieß.

All diese technischen Innovationen wären indes nicht möglich gewesen, ohne die technische und strukturelle Unterstützung der Universität. Aus dieser Einsicht heraus hat sich Vornberger seinerzeit stark beim Aufbau des Zentrums für Informationsmanagement und virtuelle Lehre an der Universität Osnabrück (VirtUOS) engagiert. »Ohne seine Expertise in den verschiedensten eLearning Themenfeldern und insbesondere bei videobasierten Veranstaltungsaufzeichnungen wäre es uns nie gelungen, so viele Hochschullehrer von den Vorteilen des Einsatzes digitaler Lerntechnologien im Lehralltag zu überzeugen«, so der Leiter des Zentrums, Dr. Andreas Knaden.

Ein „Urgestein“ auch in der Uni-Selbstverwaltung

Auch in der universitären Selbstverwaltung hat sich der Wissenschaftler viele Jahre engagiert eingebracht, so unter anderem als Sprecher des Senats, Direktor des Instituts für Informatik sowie als Dekan des Fachbereichs Mathematik/Informatik. Auf der Abschiedsveranstaltung sagte der Vizepräsident für Hochschulentwicklung und Strategie, Prof. Dr. Thomas Bals: »Als Urgestein des Senats waren Sie immer stark bemüht, zwischen Senat und Hochschulleitung zu vermitteln.« Für sein außergewöhnliches Engagement sei die gesamte Universität Prof. Vornberger zu großem Dank verpflichtet.

 

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FMO baut kräftig aus: Im Sommer mehr als 100.000 zusätzliche Plätze zu Ferienzielen

Flughafen Münster Osnabrück
FMO

Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) wird ab Ende März noch direkter an zahlreiche Sonnenziele angebunden. Mit dem Sommerflugplan, rechtzeitig zu den Osterferien, gibt es zahlreiche neue Ziele, viel mehr Direktverbindungen und sogar neue Airlines, die den Hausflughafen der Hasestadt ansteuern.

Mallorca 25x pro Woche und das gleich mehrmals pro Tag, ist eines der Highlights des neuen Flugplans (hier Download als PDF), der ab dem 26. März gültig sein wird.
Damit ist Osnabrück richtig gut an die Lieblingsinsel der Deutschen angebunden. Verantwortlich dafür, dass es jetzt noch mehr Auswahl auf der „Rennstrecke“ ins Mittelmeer gibt, ist die Airline Eurowings. Die Lufthansa-Tochter stockt den FMO-Flugplan gleich mit fünf wöchentlichen Flügen auf die Baleareninsel auf und ist der prominenteste Neuzugang bei den regelmäßig am FMO vertretenen Airlines.

Reiseplanung ab FMO wird deutlich einfacher

„Mehr Auswahl bei den Airlines und vor allem mehr Flüge und attraktive Abflugzeiten machen die Reiseplanung deutlich einfacher“, so Andrés Heinemann, beim FMO für die Kommunikation verantwortlich, im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch nicht nur Mallorca ist jetzt deutlich besser angebunden als im Vorjahr, auch die Verbindungen zu den griechischen Inseln werden immer beliebter bei den Reisenden aus der Region. Damit in Zukunft die Reiseplanung flexibler gestaltet werden kann, setzt die Traditionsairline Germania (Sitz in Berlin) ab dem Sommerflugplan einen großen Airbus A321 ab dem FMO ein. Bislang hatte Germania nur einen deutlich kleineren Airbus A319 fest am FMO stationiert, der 150 Sitzplätze bot. Der Airbus A321 ist die größte Ausbaustufe dieser Airbus-Baureihe und hat eine Kapazität von 215 Sitzplätzen. Germania fliegt mit den ab Ende März zwei am FMO stationierten Maschinen europaweit dann 15 Ziele an, die 30 Mal pro Woche bedient werden. Dabei setzt Germania nicht allein auf die Balearen und Griechenland, auch Urlaubsziele in der Türkei, auf dem spanischen Festland, den Kanaren und in Bulgarien werden im Direktflug von Greven aus erreicht.
Insgesamt, so hat es der FMO berechnet, stehen den Reisenden aus der Region in diesem Sommer so mehr als 100.000 zusätzliche Flugplätze in die Sonne zur Verfügung.

Flughafen Münster Osnabrück, Germania, Boeing 737
Abflugbereit in Richtung Süden. Germania stationiert zukünftig einen großen Airbus A321 am FMO.

Neue Airlines und ein neues Direktziel

Neben der oben bereits erwähnten Lufthansa-Tochter Eurowings sind die Airlines NikiSmall Planet Airlines und FlyEgypt echte Neuzugänge am FMO. Mit der ägyptischen Airline geht es direkt an den Badeort Hurghada, während Niki die Flüge von AirBerlin nach Mallorca übernimmt. Mit Faro an der portugiesischen Algarveküste gibt es auch eine komplett neue Ferienregion, die umsteigefrei erreicht wird.

Wenn das Urlaubsziel etwas exotischer sein soll, bieten sich die mehrmals täglichen Zubringerflüge der Lufthansa zu den Drehkreuzen Frankfurt und München an. Mit der Rückkehr von Turkish Airlines zum FMO, und der ebenfalls türkischen Pegasus, wird auch das Drehkreuz Istanbul für Fernreisende immer attraktiver. Auf dem Weg nach Asien liegt zwischen dem FMO nur ein kurzer Zwischenstopp.
Besonders beliebt bei Geschäftsreisenden und weiterhin im Angebot ist die AIS Airline, die Münster und Osnabrück zu besonders attraktiven Tagesrandzeiten mit Stuttgart verbindet.

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Sparkasse Osnabrück macht Lust auf Bauen & Wohnen

Messe Bauen und Wohnen 2017
Zahlreiche Aussteller werden auch in diesem Jahr wieder über ihr Angebot informieren

Während der Immobilienmesse der Sparkasse Osnabrück präsentieren sich auch dieses Jahr wieder über 30 Aussteller. Neben aktuellen Immobilienangeboten finden die Besucher alles rund um das Bauen, Kaufen und Modernisieren, aber auch Hinweise zur Einbruchsprävention und zum Wohnen im Alter. Auch größere Objekte stehen im Fokus. Dazu gehören der Kühnehof und Wohneinheiten am Johannistorwall in Osnabrück oder das „Wohnen am Glaner Bach“.

Fachkundige Experten klären alle Fragen rund um Immobilien – egal ob Planung eines Neubaus oder Kauf  einer Bestandsimmobilie. „Eine gute Baufinanzierung ist mehr als Zins und Tilgung“, sagt Friedrich H. Petersmann, Vorstandsmitglied der Sparkasse Osnabrück. „Deshalb sind hier mehr als 30 unserer kompetenten Finanzierungsberater engagiert im Einsatz.“ Diese Spezialisten beraten die Besucher auch zu komplexen Themen wie die individuelle Baufinanzierung und den passenden Versicherungsschutz für Gebäude. Zahlreiche Fachvorträge zu aktuellen Immobilienthemen und Wohntrends runden das Messeangebot ab.

Messe Bauen und Wohnen 2017
Experten der Sparkasse Osnabrück beraten bei der Messe Bauen und Wohnen 2017.

Wohneigentum als Geldanlage nutzen

„Nach wie vor sind die Zinsen für die Baufinanzierung sehr günstig“, so Sparkassenvorstand Petersmann. „Allerdings sehen wir derzeit wieder eine leicht steigende Tendenz. Wer also aktuell eine Immobilie bauen oder erwerben will, sollte sich unbedingt beraten lassen.“ Das eigene Zuhause ist auch eine krisensichere Geldanlage und kann als Teil der Vorsorgeplanung fürs Alter genutzt werden. „Die Sparkasse Osnabrück ist der größte Immobilienmakler in der Region und hält ein breites Angebot an Objekten bereit“, so Petersmann, der im Vorstand auch das Immobiliengeschäft verantwortet. Für Petersmann ist im Raum Osnabrück keine Immobilienblase zu erkennen: „Die Mieten und Neubaupreise steigen in etwa im Gleichklang“, meint er dazu. Ein immer wichtiger werdendes Thema seien bei der Immobilienentscheidung die Lage und die vorhandene Anbindung an die Infrastruktur.

Messe Bauen und Wohnen 2017
Immobilienexperten der Sparkasse Osnabrück: Karl Ahrnsen, Siegfried Ketteler und Vorstandsmitglied Friedrich H. Petersmann vor dem Entwurf des „Kühnehofs“.

Am Kühnehof zahlen Familien günstigere Preise

Zahlreiche besondere Immobilienangebote warten auf die Besucher. „Beim Kühnehof in Osnabrück haben wir auch Wohnungen speziell für Familien im Angebot“, berichtet Karl Ahrnsen, der Leiter des ImmobilienCenters Osnabrück der Sparkasse Osnabrück. „Familien zahlen über 10 % weniger für den qm.“
Am Johannistorwall entstehen außerdem 43 Wohneinheiten und eine Tagespflegeeinrichtung. Dazu hält Gunnar Sander von der Sander Pflege GmbH am Sonntag um 13.00 Uhr einen Vortrag zum Thema „Wohnen im Alter – Entwicklungen und Perspektiven“.  Der Eintritt zur Messe und zu allen Vorträgen ist frei.

Messe Bauen und Wohnen 2017

Polizei informiert über Einbruchschutz

Wie bereits im vergangenen Jahr ist auch die Polizei Osnabrück mit einem Stand für die „Aktion Sicher Wohnen“ zum Thema Einbruchschutz vertreten. Handwerker und Polizei zeigen gemeinsam an Türen und Fenstern, wie man sich mit einfachen Mitteln vor Einbrechern schützen kann. Die Besucher können selbst einen Hebeltest am Fenster vornehmen, um das Gefühl der (Un-) Sicherheit zu haben.

 

 

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Mösers Meinung – eine Lanze brechen

Mösers Meinung, Lanzen brechen
Mösers Meinung – eine Lanze brechen

Guten Abend,

ich möchte an dieser Stelle mal eine Lanze brechen. Und zwar für all die armen Schweine, die bereitwillig in jedes Fettnäpfchen treten und anschließend ausgiebig Prügel von all möglichen Seiten beziehen. Zum Beispiel Kevin Großkreutz. Der Mann ist durch seinen Vornamen ja schon schwer gestraft, aber jetzt ist er auch noch beim VfB Stuttgart rausgeflogen. Weil er in eine Prügelei geraten ist, die er weder begonnen noch an der er in irgendeiner Form beteiligt war. Er hatte einfach nur das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein – und Kevin Großkreutz zu heißen. Da lieben es die Medien, über seinen nächsten Fauxpas zu berichten. Schließlich hat er bei der Vorbereitung zur Fußball-WM 2014 in angetrunkenem Zustand mal in ein Hotelfoyer uriniert. Da passt es natürlich ausgezeichnet ins Klischee, wenn er sehenden Auges in das nächste Unglück rennt. Ich finde es nicht gut von den Stuttgarter Vereinsoberen, daß sie Kevins Mißgeschick nutzen, um sich von einem Spieler zu trennen, der sportlich in den letzten Spielen ein wenig neben der Spur hing. Man sollte doch grade in Krisenzeiten ein wenig Loyalität beweisen und einen Menschen nicht für etwas bestrafen, wo er nun wirklich gar nichts für konnte. Aber der Profifußball ist nun mal ein hartes Geschäft, daß bekommt der Kevin nicht als erster am eigenen Leibe zu spüren.

Und während sich die Republik mit dem vorläufigen Ende der Profikarriere Kevin Großkreutz beschäftigt, wird das unsägliche und immer neue Blüten treibende Wirken des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, wenn überhaupt, nur mit größter Vorsicht kritisiert. Denn dieser Mann könnte sich ja wehren und den ohnehin wackeligen Flüchtlingsdeal zwischen EU und Türkei beenden. Scheinbar genießt der Kalif vom Bosporus auch nach dem Aschermittwoch noch Narrenfreiheit. Der inhaftierte Journalist Deniz Yücel wird als „Agent des deutschen Staates“ bezeichnet und schon fordert ein beleidigter AKP-Minister „Vergeltung“, weil er als Tourist in Deutschland nicht öffentlich für die Abschaffung der türkischen Rest-Demokratie agitieren durfte.
Um es klar zu sagen: Ich bezeichne die Reaktion von Politik und Medien in dieser Angelegenheit als feige und unmoralisch. 

Schließlich möchte ich eine Lanze für Gerrit Heinemann brechen. Der Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Stadtentwicklung hatte am Mittwoch auf einer Veranstaltung der Osnabrücker CDU auf die Frage, ob er das geplante Einkaufscenter am Neumarkt bauen würde, geantwortet: „Nein, ich würde das größte Parkhaus Deutschlands bauen.“ Damit bezog er sich auch auf seine zuvor geäußerten Thesen zu der problematischen Situation des innerstädtischen Einzelhandels, der seiner Ansicht nach nur am Markt bestehen könne, wenn Innenstädte mit dem Auto möglichst einfach zu erreichen seien. Eine diskussionswürdige, aber durchaus legitime Meinung, mit der ich durchaus einverstanden bin. Doch die Grünen qualifizierten Heinemanns Äußerung umgehend als durchgeknallten Karnevalsscherz ab, bezeichneten ihn als „Schmalspurexperten“ und fanden für diese Ansicht auch sofort eine Bühne bei der führenden Lokalzeitung. Was soll das? Mit sachlicher Auseinandersetzung hat diese Art der Herabsetzung und Verunglimpfung rein gar nichts mehr zu tun. Hier sollen Menschen einfach nur noch fertiggemacht werden, weil deren politische Gesinnung nicht in das eigene Weltbild paßt. Ich finde das traurig. So machen selbst unsere Lokalpolitiker die Gesprächskultur in Deutschland jeden Tag ein Stückchen mehr kaputt. Bis sich niemand mehr traut, einen Gedanken zu äußern, der für Kontroversen sorgen könnte. Dabei geht die Freiheit, die doch eigentlich unser höchstes Gut sein sollte, endgültig vor die Hunde. Wir sollten uns das nicht gefallen lassen und öfter mal eine Lanze brechen. Für welchen Querdenker und Querulanten auch immer. Auch wenn uns vieles von dem, was diese Leute von sich geben, nicht gefällt, so sollten wir doch froh sein, daß wir sie haben. Denn sie trauen sich wenigstens, von ihrem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch zu machen. Diese Geisteshaltung wird in Deutschland leider immer seltener. In der Türkei kann man grade gut beobachten, was geschieht, wenn das Grundrecht eine eigene Meinung zu haben zerstört wird. Laßt uns das eine Warnung sein. Die Freigeistfresser sind unter uns und es werden leider immer mehr! 

Ich wünsche allen HASEPOST-Lesern ein Wochenende, an dem es nichts zu mösern gibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ihr

Justus Möser

Hier alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser.

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DFB-Pokal bringt Spielpläne der Sportfreunde Lotte und des VfL Osnabrück durcheinander

Spielplan 2017
DFB-Pokal bringt Spielpläne der Sportfreunde Lotte und des VfL Osnabrück durcheinander

Nach der Entscheidung des Pokalspiel der Sportfreunde Lotte gegen die Dortmunder Borussen an die Bremer Brücke zu verlegen, mussten die Lotter und die Osnabrücker ihren Kalender neu sortieren.

Bei der Suche nach einem geeigneten Austragungsort für das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund sind die Sportfreunde Lotte beim VfL Osnabrück fündig geworden. In Absprache der beteiligten Vereine sowie des Deutschen Fußball-Bundes und des VfL wird das Pokalspiel am Mittwoch, den 14. März um 18.30 Uhr an der Bremer Brücke nachgeholt.

VfL einen Tag früher gegen die „Störche“ aus Kiel

Das Liga-Heimspiel des VfL Osnabrück gegen Holstein am Wochenende zuvor verlegt. Statt am Samstag (11.03.) um 14 Uhr empfangen die Lila-Weißen die „Störche“ bereits am Freitagabend (10.03.) zum Flutlichtspiel um 19 Uhr.

Lotte gegen Rostock wird ebenfalls vorverlegt

Das Drittligaspiel der Sportfreunde Lotte gegen Hansa Rostock war zunächst für Sonntag, 12. März, 14 Uhr, angesetzt. Durch das Nachholspiel im DFB-Pokal, hat der DFB das Heimspiel der Sportfreunde gegen Hansa Rostock für Samstag, 11. März, 14 Uhr, neu terminiert.

Anfang der kommenden Woche setzen sich die Sportfreunde Lotte und der VfL Osnabrück zusammen, um die weiteren Organisation des DFB-Pokalspiels an der Bremer Brücke voranzutreiben. Erst dann werden die Nachbarn aus Lotte als Veranstalter weitere Informationen rund um das Spiel bekanntgeben.

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„Hello Weekend“ – Was bietet das Wochenende in und um Osnabrück?

Hello Weekend Osnabrück
„Hello Weekend“ – Was bietet das Wochenende in und um Osnabrück?

In unserer neuen Rubrik „Hello Weekend“ wollen wir Euch ab sofort ausgesuchte Veranstaltungen am Wochenende präsentieren. Los geht es mit dem Wochenende vom 3. bis 5. März.

Wenn Ihr Euch beeilt könnt Ihr noch einen Platz beim FineWineDinner im Restaurant EssTheater ergattern.
In Zusammenarbeit mit dem langjährigen Weinlieferanten des EssTheaters, Tim Riemann, besucht Winzer Eckehart Gröhl aus Rheinhessen die Lokalität im Alando am Pottgraben.


Küchenchef Jurek Morgenstern kreiert für die Gäste des Abends ein kulinarisches Vier-Gang-Menü. Hierzu korrespondierende Weine aus dem Hause Gröhl.
Preis für das Menü (inkl. Empfangsgetränk, begleitenden Weinen, Mineralwasser und Kaffee) 69,00 € pro Person.
Eine Reservierungsanfrage sollte telefonisch erfolgen unter
0541-6001110.


Ebenfalls im Alando Palais findet am Samstag von 10-18 Uhr die zweite Auflage der Osnabrücker Sportmesse OSPO unter dem Motto „Osnabrück bewegt sich“ statt.

Nachdem die Messe bereits im vergangenen Jahr mit über 30 Ausstellern und circa 2.200 Besuchern ein voller Erfolg für alle Beteiligten war, wird die Messe in diesem Jahr erweitert und breiter aufgestellt.

OSPO 2017 – Osnabrücker Sportmesse from NC Next choice on Vimeo.

Über 40 Aussteller werden auf der OSPO 2017 ihre Vereine und Unternehmen präsentieren. Hierbei wird der Fokus nicht nur auf dem Bereich Sport, sondern erstmals auch auf den Themen Gesundheit und Wellness liegen.


Wer sich ein eigenes Nest schaffen will, also für „Bauen und Wohnen“ interessiert, der wird am Samstag und Sonntag von der Sparkasse Osnabrück gut informiert.
Über 30 Aussteller. Neben aktuellen Immobilienangeboten finden die Besucher alles rund um das Bauen, Kaufen und Modernisieren, aber auch Hinweise zur Einbruchsprävention und zum Wohnen im Alter.

HASEPOST wird am Samstag erste Impressionen von der Immobilienmesse zeigen.

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Reisende kriminelle Frauenbande vom Balkan auch in Osnabrück aktiv?

Fahndung Polizei Gütersloh
Reisende kriminelle Frauenbande vom Balkan auch in Osnabrück aktiv?

Die Polizeiinspektion Osnabrück unterstützt ihre Kollegen von der Kreispolizeibehörde Gütersloh bei der Suche nach Hinweisen auf eine international tätige Verbrecherbande.

Die Polizeibehörde aus Ostwestfalen führt zur Zeit ein Ermittlungsverfahren gegen eine Einbrecherbande von vier Frauen, denen vorgeworfen wird, von Mitte Januar bis Anfang Februar mindestens sieben Einbruchdiebstähle in Wohnhäuser begangen zu haben. Drei der Frauen befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft; nach einer weiteren Einbrecherin fahndet die Polizei nun öffentlich mit einem Foto.

Vom Balkan über Belgien nach Deutschland

Die intensiv betriebenen polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass die Frauen, die ursprünglich aus Bulgarien und Jugoslawien stammen, über einen festen Wohnsitz in den Niederlanden und Belgien verfügen. Von dort aus reiste das Quartett gezielt für einige Tage nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ein, um Einbrüche zu begehen, nachdem sie günstige Gelegenheiten zuvor ausbaldowert hatten. 

Nach den Taten, die in den Städten Rheda-Wiedenbrück, Köln, Vechta, Quakenbrück und Wildeshausen begangen wurden, zogen sich die Frauen sofort wieder in Richtung Belgien und die Niederlande zurück. 

Polizei Gütersloh
Nach dieser Frau wird gefahndet.

Die Einbrüche, bei denen Bargeld und Schmuck gestohlen wurde, wurden teilweise zu dritt, teilweise zu viert begangen. Die Beschuldigten Frauen übernachteten in Mittelklassehotels und nutzten zur Tatausübung nach Angaben der Polizei ein Auto mit Essener Kennzeichen („E“). Drei der Tatverdächtigen konnten nach umfangreichen ErmittlungenAnfang Februar in Delmenhorst festgenommen werden. Für die Festgenommenen Täterinnen wurde vom Amtsgericht Bielefeld Untersuchungshaft angeordnet.

Seit Anfang der 90er Jahre mit 62 verschiedenen Identitäten unterwegs

Zwei der Frauen im Alter zwischen 35 und 48 Jahren sind seit Anfang der Neunzigerjahre als Wohnungseinbrecherinnen bekannt und bereits mit bis zu 62 unterschiedlichen Identitäten polizeilich in Erscheinung getreten.
Von der bislang unbekannten vierten Tatverdächtigen, der die Beteiligung an fünf Einbrüchen vorgeworfen wird, konnten nun Fotos aus einer Überwachungskamera erlangt werden. 

Die Polizei Gütersloh sucht Zeugen und fragt: 
Wer kennt diese Frau, hat sie gesehen oder kann Hinweise auf ihren Aufenthaltsort geben? Wer kann sonst Angaben zu dem Sachverhalt machen? 

Hinweise dazu nimmt die Polizei in Gütersloh unter der Telefonnummer 05241 869-0 entgegen.

Fotos: Kreispolizeibehörde Gütersloh

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Nach Hasepost-Artikel: Stadtwerke veröffentlichen Schadstoffwerte

Abschlussbericht Schadstoffmessungen Stadtwerke Osnabrück
Nach Hasepost-Artikel: Stadtwerke veröffentlichen Schadstoffwerte

„Wir hatten die richtigen Insider-Informationen und wir hatten den richtigen Riecher“, kommentiert Hasepost-Herausgaber Heiko Pohlmann die Reaktion der Stadtwerke Osnabrück AG auf einen Artikel über bislang unveröffentlichte Schadstoff-Messergebnisse der städtischen Bus-Flotte.


Anmerkung des Herausgebers: Es geht nicht darum eine angebliche Vertuschung oder ungerechtfertigte Geheimhaltung etc. aufzudecken, wie in den Kommentaren bei Facebook orakelt wurde. Wir haben am Mittwoch in der Hauptsache gefragt, warum ein nach unseren Informationen längst vorliegendes Dokument nicht veröffentlicht wird.
Auch geht es nicht darum den Bus und damit den ÖPNV gegen den Individualverkehr auszuspielen. Wenn jedoch die bestehende Bus-Flotte ausgerechnet im Bereich der Schrittgeschwindigkeit die für PKW geltenden Grenzwerte – selbst der Euro 5 Norm – um mehr als das Hundertfache übersteigt, ist das eine relevante Information in gleich drei aktuellen Debatten: (1) Ausweitung des Schrittverkehrs für Stadtbusse in Fußgängerzonen (Umwidmung des Neumarkts), (2) Diskussion über Diesel-Fahrverbote in Osnabrück und (3) Zeitplan für die Elektrifizierung des Stadtbus-Netzes (Linie 41 und weitere Linien).
Man wird nach Veröffentlichung dieses Artikels der HASEPOST vorwerfen, man könne den Schadstoffausstoß von Stadtbussen nicht mit PKW-Grenzwerten vergleichen. Wir meinen, das geht sehr wohl – zumindest so lange, wie auch immer wieder Vergleiche bei Flächenverbrauch, Lärm oder Kosten angestellt werden – die hinken ebenfalls an der ein oder anderen Stelle.


Keine 24 Stunden nach Veröffentlichung des Hasepost-Artikels, in dem vor allem die Schadstoffbelastung der ausschließlich von Diesel-Bussen befahrenen Johannisstraße thematisiert wurde, veröffentlichten die Stadtwerke online einen kompakten 39-seitigen Berichtsband (hier als PDF zum Download), der zumindest als teilweise „aufbereitet“ betrachtet werden kann. Noch am Vortag sprachen die Stadtwerke in einer ersten Reaktion davon, dass die Daten „noch nicht entsprechend aufbereitet“ werden konnten.

Das vorliegende und vom TÜV Nord als „Abschlussbericht“ gekennzeichnete PDF-Dokument, ist zusätzlich mit der Datumsangabe „September 2016“ versehen, es liegt also schon etwas länger vor.

Leider wurde der Datenband zu der vorliegenden Zusammenfassung nicht veröffentlicht. Unsere Redaktion konnte daher in einer ersten Analyse lediglich die aus den vorliegenden Grafiken ablesbaren Daten in Bezug zu Messwerten aus dem PKW-Bereich setzen.
Offensichtlich haben die städtischen Busse tatsächlich ein erhebliches Schadstoffproblem, vor allem im Bereich der Schrittgeschwindigkeit, wo geltende Grenzwerte aus dem PKW-Bereich (selbst das veraltete Euro 5) von den Stadtbussen mehr als 100fach überschritten werden. Siehe unten auf dieser Seite.

Stadtwerke-Vorstand „verwundert“ über Hasepost-Artikel

„Uns hat die Berichterstattung über eine angeblich bewusste Zurückhaltung der Ergebnisse doch sehr verwundert“, so Stadtwerke-Vorstand Dr. Stephan Rolfes in einer Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Messergebnisse.

Abgasmessungen Stadtwerke Osnabrück AG
Kein „Fluxkompensator“, sondern moderne Messtechnik.

Der Stadtwerke-Vorstand bezeichnet das vorliegende Material als „nur bedingt aussagekräftig.“ Zur Bewertung der Ergebnisse fehle es an Vergleichswerten und einheitlichen Parametern. „Die reinen Messergebnisse geben nur sehr wenige konkrete Anhaltspunkte“, erläutert Dr. Rolfes weiter. So seien die Werte in Gramm pro gefahrenen Kilometer gemessen. Standard für die Messung der Luftbelastung sei aber ein Wert in Mikrogramm pro Kubikmeter.

Dr. Rolfes scheint die in der öffentlichen Diskussion maßgeblichen Euro-Schadstoffwerte aus dem PKW-Bereich nicht als Referenzwerte nutzen zu wollen, denn die sind in Milligramm pro gefahrenem Kilometer festgelegt, also exakt so, wie der TÜV seine Messdaten für die Stadtwerke ausgewiesen hat – lediglich um drei Zehnerpotenzen verschoben (Gramm vs. Milligramm).
Für Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen wird hingegen in „Milligramm bzw. Gramm pro Kilowattstunde Leistung“ gemessen – hierzu fehlen im vorliegenden Dokument tatsächlich Werte und Referenzen, weswegen wir in unserer ersten Analyse (unten) auch vorerst nur einen Systemvergleich Bus vs. PKW ziehen können, und das auch nur bei den aktuell heiss diskutierten Stickoxidwerten (NOx).

Aufsichtsrat hatte vorzeitig Kenntnisse über Messergebnisse

Der Stadtwerke-Vorstand bestätigte Informationen unserer Redaktion, dass der Aufsichtsrat fortlaufend über den Status Quo der Messungen und der Ergebnisse informiert wurde.
„Unser Vorschlag war es, die mit Referenzwerten unterfütterten Daten vorzulegen und daraus zugleich Handlungsoptionen zur Nachrüstung von Dieselbussen abzuleiten“, erläutert der Stadtwerke-Verkehrsvorstand weiter. So haben die Stadtwerke in der Zwischenzeit Hersteller von Nachrüstsystemen kontaktiert und auch die Bestellung der Systeme angestoßen. „Hier liegen uns aber noch nicht alle Informationen vor.“ Es bleibe klares Ziel der Stadtwerke, ernsthaft zu prüfen, wie der reale Schadstoffausstoß der Busse verbessert werden kann.
 

Daten ab sofort auf Stadtwerke-Homepage einsehbar

Die bislang vorliegenden Messergebnisse stellen die Stadtwerke unkommentiert der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Auf www.swo.de/emissionen ist das Datenmaterial hinterlegt. „Die teils hitzige und emotional geführte Diskussion über die Schadstoffbelastung und dem Anteil der Dieselbusse daran sollte wieder auf eine sachliche Ebene zurückgeholt werden“, so Dr. Stephan Rolfes. Dies sei von Beginn an der Ansatz der Stadtwerke und der Auslöser für die in der ÖPNV-Branche auch kritisch gesehenen Messfahrten gewesen. „Uns geht es um eine Versachlichung und um reale Ergebnisse – und nicht um Schuldzuweisungen.“

Erstanalyse der vorliegenden Ergebnisse durch die HASEPOST

Die Redaktion der HASEPOST hat sich das vorliegende und eher kompakte statt zu umfangreiche Datenmaterial angeschaut. Wie bereits oben angemerkt, wurden keine Referenzwerte – zum Beispiel von Diesel-PKW in den Schadstoffklassen 5 und 6 – in der Auswertung berücksichtigt.
Da aber der durchaus übliche Schadstoffwert „Gramm/Kilometer“ (eigentlich Milligramm/Kilometer) ausgewiesen wird, ist eine Gegenüberstellung mit Messwerten moderner PKW und geltenden Grenzwerten (Euro 5 und Euro 6) sehr einfach möglich.

Selbst ab 30km/h wird die Euro 6 Norm noch 120fach überschritten
Wir wollen und können keine Analyse durch Fachleute vorwegnehmen, die unten eingebundene Grafik zeigt jedoch anschaulich, wie exponentiell die Stickoxid- bzw. NOx-Schadstoffwerte im niedrigen Geschwindigkeitsbereich ansteigen. Erst ab Geschwindigkeiten über 30 km/h sinken die Emissionen auf einen Wert von unter 10.000mg/km – immer noch mehr als 120fach über der  strengen Euro 6 Norm für PKW.

Bei Schrittgeschwindigkeit: 1 Stadtbus = Stickoxide wie 650 moderne PKW
Drastisch sind allerdings die Werte im Bereich der Schrittgeschwindigkeit, wie er in der Johannisstraße Vorschrift ist und zukünftig auch auf dem Neumarkt zwischen Neuem Graben und Kollegienwall gefahren werden soll.
Der ungefähre Mittelwert (es fehlen die Quelldaten) für die beiden untersuchten Bus-Typen der Stadtwerke (Mercedes Benz und MAN) zeigt eine mehr als 650fache Übersteigung der Euro6-Norm an!

Der Vollständigkeit halber finden sich unten in der Grafik ergänzend Rollenprüfstandsmessungen moderner Euro 6 PKW in drei verschiedenen Geschwindigkeitsbereichen (30, 40 und 50 km/h). Die bereits 2014 vorgenommenen Messungen des ADAC zeigten schon damals, dass der VW-Diesel nicht in der Lage ist in allen Geschwindigkeitsbereichen – selbst unter Laborbedingungen – die strengen Euro 6 Werte für Stickoxide einzuhalten. Im Vergleich zu den aktuell von den Stadtwerken Osnabrück eingesetzten Diesel-Busse, scheint so ein Lungenzug aus einem VW-Auspuff aber immer noch Luftkurort-Qualitäten zu besitzen.

Schadstoffe Bus vs. PKW im Vergleich
Grafik (c) Hasepost


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Handelsexperte Gerrit Heinemann: „Innenstadt erreichbar halten und die Herausforderungen des Onlinehandels aufnehmen“

Prof. Dr. Gerrit Heinemann
Handelsexperte Gerrit Heinemann: „Innenstadt erreichbar halten und die Herausforderungen des Onlinehandels aufnehmen“

Auf Einladung der Osnabrücker CDU referierte am Mittwoch Handelsexperte Professor Gerrit Heinemann vom eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein, ein ausgewiesener Experte des eCommerce und des stationären Handels ,bei einer öffentlichen Fraktionssitzung und Informationsveranstaltung zum Thema „Zukunft des Handels & Entwicklung der Innenstädte“.

Grüne bezeichnen Berater der rot/grünen Landesregierung als „Schmalspur-Experten“

Der Einladung waren zahlreiche Vertreter aus Handel, Verbänden und Politik gefolgt. Es fehlten allerdings Mitglieder der Grünen Ratsfraktion, die dennoch am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung ordentlich Kontra gaben. So wurde per Fernanalyse – vermutlich nach Lektüre eines bereits online erschienenen Artikels der NOZ (Abruf ggf. kostenpflichtig) – die Veranstaltung als „Karnevalsscherz“ bezeichnet und der Hochschullehrer, der auch die rot/grüne NRW-Landesregierung berät, als „Schmalspurexperte“ geschmäht.

Handelsexperte, der früher selbst Warenhausdirektor war

Mit einer 20-jährigen Handelserfahrung in namhaften Unternehmen, bei der er zeitweise sogar als Warenhausdirektor für den Kaufhof-Konzern tätig war, dürfte Heinemann zu den profundesten Kennern der deutschen Handelslandschaft zählen. Der gebürtige Osnabrücker Heinemann kennt nach eigenen Angaben fast jede deutsche Stadt und behauptet von sich, über das notwendige „Handwerkszeug“ zu verfügen, um zur Erhaltung der Attraktivität von Innenstädten beizutragen und dem Onlinehandel erfolgreich zu trotzen.

Onlinehandel wächst ungebremst

Zu Beginn seines Vortrags präsentierte Professor Heinemann aktuelle Zahlen, die viele anwesende Einzelhändler beunruhigt haben dürften.
Der Onlinehandel wächst rasanter als angenommen. Oft sind es die Paketdienste, die als Engpass dafür sorgen, dass der eCommerce nicht noch schneller wachse.
Bereits 70% der Erwachsenen, die ein Geschäft betreten, sind heute irgendwo schon Online-Kunde. Diese Kunden haben bestimmte Erwartungen, der Einkauf im stationären Handel wird von ihnen oft online „vorbereitet“, sie informieren sich im Vorfeld über Ebay, Google oder Amazon über das anvisierte Produkt.

Auch lokale Händler müssen ins Netz

„Wer keinen Onlineshop hat, wird nicht gesehen“, so Professor Heinemann. Es müsse gar nicht sofort der große Wurf sein, eine einfache Onlinepräsenz mit den wichtigsten Informationen wie Öffnungszeiten, der Anfahrt, Parkmöglichkeiten und ein paar Angeboten und dargestellten Artikeln reiche erst mal für den Anfang aus.
Eine Riesenchance für den stationären Einzelhandel wäre bereits bloße Anzeige der Warenverfügbarkeit für die Kunden, „denn Einkaufen ist für Kunden Streß.“

„Click and collect“ ist hier ein wichtiges Stichwort, der Kunde kauft die Ware online, holt sie aber im stationären Einzelhandel ab. Vorteile für den Kunden sind die Versandkostenersparnis, die flexible Abholung vor Ort, auch können Kleidungsstücke noch probiert oder die Elektronikware noch begutachtet werden. Barzahlung vor Ort wäre ebenfalls möglich. Eine riesige Chance sieht Heinemann in Initiativen lokale Lieferdienste aufzubauen, um innerhalb der Stadt und von lokalen Händlern aus taggleiche Lieferung anbieten zu können.

CDU Osnabrück, Onlinehandel
Dr. Fritz Brickwedde (CDU) und Handelsexperte Professor Gerrit Heinemann.

Einzelhändler leiden unter „Digitalisierungsallergie“

Professor Heinemann verwies darauf, dass bei vielen Einzelhändlern seiner Ansicht nach noch eine „Digitalisierungsallergie“ herrschen würde und viele Händler über kein digitales Warenwirtschaftssystem verfügten. Wenn diese grundlegende Voraussetzung für den Onlinehandel fehlen und keine Bereitschaft herrscht selbst einfache Softwareprodukte, die bereits für monatlich 50 Euro geleast werden können, dann haben diese Händler eigentlich schon aufgegeben, so Heinemann.
Innerhalb der kommenden Jahren werden wir uns von Einzelhändlern im zweistelligen Prozentbereich verabschieden: „Die kommen auch nicht wieder“.

Kunden oft besser informiert als Händler

Studien zeigen, dass 7 von 10 Kunden im stationären Handel meinen, dass sie besser informiert sind als das Ladenpersonal – ein Alarmsignal!
Statt Informationen vom Verkäufer erwarten sie vor Ort einen Internetzugang via WLAN, damit sie sich mit Freunden über die Produkte in den sozialen Netzwerken austauschen können, um so ein direktes Feedback zu dem Produkt zu erhalten. Ein WLAN im Handel ist somit für die Kaufentscheidung von Vorteil.

Ein flächendeckendes WLAN im gesamten Stadtbereich sei ein wichtiger Aspekt der Attraktivität für Käufer und Besucher, so Heinemann [Aktuell besitzt Osnabrück nur ein rudimentäres und gut getarntes öffentliches WLAN, die Redaktion].

91% der Händler gingen davon aus, sie würde die Wünsche der Kunden erfüllen, ein Irrtum so Professor Heinemann und spricht von der Froschteichtheorie: „Wenn man den See trocken legen möchte, muss man nicht die Frösche fragen.“

Der Kunde ist längst emanzipiert und hat eine Alternative: Den Onlinehandel. Im vergleich zu einem gut sortierten warenhaus, mit vielleicht 200.000 Artikeln, glänzt Amazon mit einem Artikelstamm von 2 Millionen Artikeln.
Wenn der Handel auf diese Herausforderung nicht reagiert, werden die Auswirkungen dramatisch sein, das zeigt ein Blick in die USA, die uns im Schnitt in der Entwicklung etwa vier Jahre voraus sind.

Die Aufgaben der Stadt: Sauberkeit, Ambiente und Flair

Osnabrück punktet mit seiner gut erhaltenen und attraktiven Altstadt mit historischer Bedeutung, allerdings sollten die Geschäftszeiten und Vorschriften bezüglich der verkaufsoffenen Sonntage gelockert werden. Baunutzungsverordnungen sollten den angepasst werden um ehemals vom Handel genutzte, leerstehende Gebäude in Wohnungen umzuwandeln. Das Stadtbild würde dadurch wesentlich aufgewertet, so Heinemann, der auch nicht davor zurückschrecken würde ganze Einkaufsstraße und selbst Fußgängerzonen neu zu definieren und zurückzubauen.

Gut erreichbare Parkmöglichkeiten, deren Parkgebühren sich in einem Rahmen bewegen, der nicht über den typischen Versandkosten liegt, sind essentiell im Wettbewerb mit dem Onlinehandel. Ein wesentliches Argument für den Käufer im stationären Handel sind die ersparten Versandkosten – wenn er diese Ersparnis wieder in Parkgebühren investieren muss, kauft er zukünftig gleich online und spart sich den Weg in die Stadt.

Selbstverständlichkeiten, wie saubere und frei zugängliche Toiletten und Wickelmöglichkeiten in den Geschäften, eine saubere Innenstadt, Sitzgelegenheiten und die Möglichkeit kostengünstig zu essen – wie in einer Shoppingmall – sind nach Ansicht des Handelsexperten ebenfalls essentiell.

Ist der ÖPNV bereits ausgereizt?

Zur Frage der Nutzung von Bussen und Bahnen hat Professor Heinemann eine sehr klare Antwort: Die Nutzung wird sich nicht mehr steigern, sie seien „zu spät und zu gefährlich.“
Das Auto hingegen bietet Privatsphäre und Komfort auf den der Kunde nicht bereit sei zu verzichten, eine Umerziehung hält der Hochschullehrer für wenig erfolgreich: Das würde selbst in Ehen nur zu 0,01% funktionieren.

Für die gesamte Innenstadt sei ein Profi-City Management nötig. Ein gesunder Branchenmix in der Innenstadt, um die Kunden vom Sofa und dem Onlineshopping weg in die Stadt zu holen. Dazu sei es aber erst mal wichtig, in die Stadt kommen zu können!
Eine gelungene Verkehrsstruktur sei essentiell wichtig für eine attraktive Einkaufsstadt, wer hier eine Weile im Stau gestanden hätte, „der überlegt es sich, ob er noch einmal in die Stadt kommt“, so Professor Heinemann. Wenn es oberirdisch nicht ginge, müsse man unterirdische Verbindungen schaffen. In den Niederlanden sei man hinsichtlich Stadtplanung und Architektur deutlich weiter, so der Wissenschaftler vom Niederrhein.

Keine Experimente in Osnabrück!

Städte mit sehr hoher Zentralität wie Osnabrück müssen aufpassen, damit die Kunden aus dem Umland nicht aufgrund mangelnder Attraktivität in andere Städte abwandern. Osnabrück sei hier ein Paradebeispiel, der hohe Zentralitätsindex der Stadt ist ein deutliches Signal dafür, dass man sich keine Experimente leisten darf.
Ein Einkaufscenter mache nur Sinn, wenn es Magnetwirkung entfalten würde und Kunden anziehe, dafür fehle es aber an der dafür notwendigen Fläche die mindestens 50.000 Quadratmeter betragen müsse. Statt eines Einkaufscenters wäre es effektiver und gewinnbringender, wenn die ganze Stadt in Kooperation mit den lokalen Händlern eine gut erreichbare Einkaufsstadt werden würde.

Ein Pilotprojekt des Onlinehandelns über eine lokale ebay-Plattform begleitete der Professor in Mönchengladbach, wo sich 70 Händler zusammentaten und ihren Umsatz sofort um 7% steigerten.

Professor Heinemanns Vortrag kann als Brandrede betrachtet werden. Zusammengefasst: „Jahr für Jahr werden mehr Umsätze ins Internet abwandern. Am Anfang wird es ein Rinnsal sein, am Ende ein reißender Strom. Es ist eine Einbahnstraße. Was weg ist, kommt nicht mehr zurück.“ Nur wenn die Innenstadt gut erreichbar bleibt, sauber ist und den auswärtigen Kunden günstiges Parken ermöglicht wird, hat sie eine Chance.

Als Professor Heinemann vom Publikum in der anschließenden Diskussionsrunde gefragt wird, ob er das Einkaufscenter am Neumarkt bauen würde, überlegt er nicht lange: „Nein, ich würde das größte Parkhaus Deutschlands bauen!“

 

AFP