Ab Montagmorgen wird aus der Bäckerei Niemeyer ein Brinkhege Café
Es war das Stammhaus der einstigen Niemeyer-Bäckereifilialen, seit dem Wochenende hängen bereits die Werbeschilder des neuen Eigentümers, ab Montag geht der Verkauf unter neuem Namen weiter.
Nachdem die Bäckerei Niemeyer 2014 in Zahlungsschwierigkeiten geraten war, wurden nach und Filialen geschlossen oder an Wettbewerber verkauft. Das Geschäft in der vorderen Wüste war einst das Stammgeschäft. In besseren Zeiten zog der Familienbetrieb mit der Produktion nach Bissendorf und betrieb insgesamt zehn Geschäfte in Osnabrück und im Osnabrücker Land. Das Geschäft in direkter Nachbarschaft zur Arbeitsagentur wurde zuletzt aufgegeben.
Mit dem neuen Eigentümer, der Bäckerei Brinkhege, folgt ein ebenfalls inhabergeführtes Unternehmen, das wie Niemeyer seine Produktion in Bissendorf angesiedelt hat. Brinkhege betreibt bereits sechs Fachgeschäfte in Osnabrück und mehr als zwei Dutzend Filialen im Nord- und Südkreis, dem Kreis Steinfurt und Ostwestfalen.
Hier gibt es – zu wenige – Karten für das Spiel Sportfreunde Lotte vs. VfL Osnabrück
Hier gibt es Karten für das Nachbarschaftsduell zwischen dem VfL Osnabrück und den Sportfreunden aus Lotte. Ob das knappe Kontingent ausreicht, darf bezweifelt werden.
Vorausschauende Fans machten die Nacht durch
Ab 10 Uhr am Sonntagmorgen begann der Vorverkauf für Dauerkartenbesitzer und Mitglieder. Doch tatsächlich sicherten sich die ersten Fans des VfL schon um 3 Uhr in der Nacht ihren Warteplatz in der Scharnhorststraße.
Schaut man sich die Bilder an, die kurz vor Beginn des Kartenvorverkauf entstanden sind, dann war das sicher keine falsche Entscheidung, diese Nacht im Schinkel durchzumachen.
Die Fotos machte unsere Kollegin Susanne Kistenmacher, die selbst den Blick aus der Fan-Perspektive statt von der Pressebank bevorzugt und an diesem Sonntag auch auf das Ausschlafen verzichtete.
Nur etwas mehr als 1.000 Karten für den VfL
Insgesamt wurde dem VfL Osnabrück für die Partie am 29. April ein Kartenkontingent von rund 1.100 Eintrittskarten zur Verfügung gestellt, die üblichen 10% an Steh- und Sitzplatzkarten, die für ein Auswärtsspiel den Gäste-Fans zugebilligt werden. Dauerkartenbesitzer, dazu zählen auch die Inhaber einer lebenslangen Dauerkarte, und Vereinsmitglieder haben die Möglichkeit maximal zwei Tickets pro Person zu erwerben.
Eine kurze Umfrage unter den wartenden Kartenberechtigten ergab, dass viele auch die Mitgliedsausweise von Freunden oder Verwandten dabei haben. Kurz nach Beginn des Vorverkaufs waren konnten etwa 700 – 800 Wartende in der Schlange gezählt werden. Einige Fans des VfL könnten an diesem Sonntag leer ausgehen.
Ob für jeden Fan an diesem Sonntagmorgen noch ein Ticket verfügbar ist?
Eintrittspreise Sitzplätze für das Nachbarschaftsduell gegen die Sportfreunde Lotte kosten 21 Euro, Stehplatzkarten für den Gästebereich im Frimo-Stadion sind zum Preis von 11 Euro (ermäßigt 8 Euro) zu haben (inklusive Vorverkaufsgebühr). Ermäßigungsberechtigt sind Schüler, Studenten, Wehr- und Zivildienstleistende, Rentner und Schwerbehinderte.
Hinweis des Gastgebers Wer sich über Beziehungen zum westfälischen Nachbarn mit Karten versorgen kann, den warnen die Gastgeber im Vorfeld: Im Heimblock J und auf der Osttribüne ist ausschließlich blau-weiße Fankleidung und keine Fankleidung des VfL Osnabrück gestattet ist. Auch der VfL bitte seine Anhänger darum, dies zu berücksichtigen.
Fotos und Informationen direkt aus der Warteschlange: Susanne Kistenmacher
Immer weniger Raucher: Stadtwerke Osnabrück führen neuen Aschenbecher „Kippy“ ein
Vorbei die Zeiten, an denen rund um die Bushaltestellen der Stadtwerke Osnabrück wild verteilt oft hunderte Zigarettenkippen lagen. Mit dem Trend gegen das Rauchen in der Öffentlichkeit entfällt auch die Notwendigkeit großer Abfallbehälter.
„Kippy“ heißt der neue Mini-Abfallbehälter, der seit dem 1. April an immer mehr Haltestellen im Stadtgebiet installiert wird.
In einer gemeinsamen Presseerklärung stellten die Stadtwerke Osnabrück, der OsnabrückerServiceBetrieb (OSB) und die Hochschule Osnabrück das gemeinsam entwickelte neue Entsorgungsgerät (so die offizielle Bezeichnung) vor.
April, April: Das war natürlich nur ein Aprilscherz. Wir freuen uns über die positiven Reaktionen, die wir auf Facebook erhalten haben.
„Kippy“ soll die Stadt von Zigarettenkippen befreien
Studenten im Studiengang Kognitive Diskrepanz experimentierten in einem eigens dafür entwickelten Versuchslabor am Osnabrücker Westerberg, um das perfekte Verhältnis zwischen Entsorgungsbedarf der Bevölkerung und den Anforderungen modernen Industriedesigns zu finden. „Kippy“, hergestellt aus hochfestem Spezialstahl, soll nun die Lösung für die Entsorgungsprobleme moderner Großstädte sein.
Kippen einfach ins Gesicht drücken
„Durch sein freundliches Äußeres“, so Versuchselter Dr. Armin Meierstrahl, „animiert der Abfallbehälter zur Entsorgung“. Es sind letztlich archaische Reflexe, so das Ergebnis einer begleitenden Studienarbeit, die den Raucher dazu bewegen seine Hinterlassenschaft in ein freundlich schauendes Gesicht zu drücken, statt die Zigarettenkippe einfach auf die Straße zu werden. Der Osnabrücker Service Betrieb (OSB) hofft mit der bereits in Entwicklung befindlichen größeren Variante „Evenbigger Kippy“ so auch die Müllprobleme in der Osnabrücker Innenstadt in den Griff zu bekommen.
„Wer sich in Osnabrück daran beteiligt die Stadt von ihrer Schuldenlast zu befreien, der soll zukünftig auch davon profitieren“, auf diesen Kernsatz konzentrierte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert das Konzept des „PLUS-Bürgers“, das in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am 1. April vorgestellt wurde.
Hintergrund der langen Geheimhaltung und der überraschenden Pressekonferenz: Das Land Niedersachsen erwartet von Osnabrück einen weiteren und vor allem schnellen Abbau der kommunalen Verschuldung.
April, April: Das war natürlich nur ein Aprilscherz. Wir freuen uns über die positiven Reaktionen, die wir auf Facebook erhalten haben.
Osnabrück brauchte eine kreative Lösung gegen die Schuldenlast
„Durch eine nochmalige Erhöhung der Hundesteuer (HASEPOST berichtete) oder der Einführung von Prämien an die Familien, die ihre Kinder in Landkreisgemeinden in die Kitas schicken und für ältere Familienmitglieder Grabstätten im Ausland organisieren, hätten wir das nicht geschafft“, so Thomas Fillep, Kämmerer der Stadt Osnabrück, der das neue Konzept zusammen mit dem Oberbürgermeister vorstellte.
Tatsächlich lagen schon fertige Konzepte in der Schublade, so geheime Informationen die unserer Redaktion exklusiv vorliegen, die Hundesteuer von 120 auf 240 Euro zu verdoppeln und unter dem Projektnamen „Oma soll auf Mallorca bleiben“ für Auslandsbestattungen zu werben.
Der Stadtkämmerer zu den Beweggründen der Verwaltung: „Wir müssen runter von dem unerträglichen Schuldenstand, der nach neuesten Berechnungen jeden der mehr als 168.000 Einwohner rein rechnerisch mit mehr als 2.000 Euro belastet“.
Der Preis für die Privilegien: 2.000 Euro
Die Pro-Kopf-Verschuldung, die für das Konzept des „PLUS-Bürgers“ für die kommenden 36 Monate (Verwaltungsintern: „der Dreijahresplan“) auf 2.000 Euro festgelegt wurde, sind der Preis, den der Osnabrücker Bürger zahlen muss um in den Genuss der PLUS-Bürgerschaft zu gelangen. Wer bis zum Jahresende eine PLUS-Bürgerschaft beantragt und 2.000 Euro auf ein extra dafür eingerichtetes Konto überweist, erhält auf Lebenszeit besondere Privilegien und hat sich aus der Schuldenlast der Kommune quasi „freigekauft“.
Diese Karte trennt zukünftig die schuldenfreien „PLUS-Bürger“ vom rest der Stadtbevölkerung.
Schwimmbad, Bus und „lauwarme Saunanächte“: frei
Zu den Privilegien der zukünftigen PLUS-Bürger gehört eine Bus-Flatrate innerhalb des Stadtgebiets. Für Fahrten in das benachbarte Belm sind allerdings geringe Aufschläge zu bezahlen. Ein Stadtwerke-Mitarbeiter, der diese Komponente der Bus-Flatrate erläuterte, begründete das mit Zuschüssen für Fahrten in den Landkreis, die das Land sonst nicht mehr bezahlen würde.
Auch die Nutzung der städtischen Schwimmbäder wird für PLUS-Bürger auf Lebenszeit kostenfrei sein, da mit der wegfallenden Verschuldung des Bürgers auch sein Beitrag an den Subventionen der Bäder getilgt ist.
Für die Nutzung der Saunalandschaft im Nettebad wird noch nach einer Lösung gesucht, da hier besonders hohe Energiekosten für die einzelnen Saunen einzuberechnen sind. Die Pläne gehen dahin, für PLUS-Bürger zukünftig spezielle „lauwarme Saunanächte“ anzubieten, die dann weniger Heizkosten verursachen und den PLUS-Bürgern die Möglichkeit geben die Sauna zu nutzen ohne gleich ins Schwitzen zu geraten.
Kommt der Überhol-Status auf der Kartbahn?
Unklar ist auch noch, wie PLUS-Bürger auf der Elektrokartbahn „Nettedrom“ von ihren Privilegien profitieren können. Neben einer kostenlosen Runde pro Halbjahr Mitgliedschaft, wird aktuell ein besonderes „Überholrecht“ für PLUS-Bürger angedacht. Dabei werden alle Elektrokarts auf der Rennstrecke automatisch gedrosselt, sobald ein PLUS-Bürger unter den Fahrern ist. Der Geschwindigkeitsvorteil für die Bürger mit der goldenen Karte soll voraussichtlich 10 km/h betragen und für ein bequemes Fortkommen zwischen den verschuldeten Minus-Bürgern sorgen. Allerdings will man den Begriff „Minus-Bürger“ nur intern verwenden, so ein Verwaltungsmitarbeiter gegenüber unserer Redaktion. Mitarbeiter der Verwaltung bekommen die PLUS-Mitgliedschaft ebenso umsonst wie Mitglieder aller im Stadtrat vertretenen Parteien.
„Frei Parken“ und „Rüpel-Radeln“ für PLUS-Bürger
Besonders attraktiv dürfte das Angebot sein, als privilegierter Bürger ab sofort „frei parken“ zu können. Allerdings gilt dieses Angebot nicht für die Parkhäuser der OPG, die auch weiterhin Geld in die städtischen Kassen spülen müssen. Stattdessen hat sich die Verwaltung einen besonderen Service für falsch parkenden PLUS-Bürger ausgedacht. Wenn ein im Verwaltungscomputer hinterlegtes KFZ-Kennzeichen bei der Bussgeldstelle abgefragt wird – zum Beispiel wegen fehlendem Parkschein oder Parken im Halteverbot – dann wird diese Anfrage automatisch gelöscht und es wird kein „Ticket“ ausgestellt. Das System wurde nach Informationen unserer Redaktion in den vergangenen Monaten bereits mit den PKW der leitenden Mitarbeiter der Stadtverwaltung ausprobiert.
Verwaltungsmitarbeiter, die mit dem Fahrrad Verkehrsverstösse begingen, wurden ebenfalls schon testweise von der Verfolgung durch das OS-Team ausgenommen. Auf Wunsch der Osnabrücker Grünen, soll das System für PLUS-Bürger so angepasst werden, dass wer mit dem Fahrrad bei rot über die Ampel fährt, bei Dunkelheit ohne Licht durch die Stadt radelt oder Autofahrer lautstark beschimpft, bei Vorlage der goldenen PLUS-Bürger-Karte straffrei bleibt.
Wer kein Geld hat muss sich halt anstrengen
Um die Zustimmung aller Parteien zu bekommen, war es notwendig vor allem die Bedenken der Linken und Teilen der Grünen- und SPD-Ratsfraktion zu entkräften. Ausschlaggebend für die Lokalpolitiker, die eine Ungleichbehandlung einkommensärmerer Bevölkerungsgruppen befürchteten, war das Bonusprogramm „PCB“.
PCB ist die Abkürzung für „Prekariats-Citizen-Bonus“
Wer am PCB-Programm teilnimmt, kann Bonuspunkte sammeln, die es ermöglichen die PLUS-Bürgerschaft auch ganz ohne finanzielle Zuwendung an die Stadt zu erhalten. So gibt es besondere Boni, wenn man sich als einkommensschwächerer Mitbürger dazu schriftlich verpflichtet an verkaufsoffenen Sonntagen, in der Vorweihnachtszeit oder zur Maiwoche nicht in die Innenstadt zu kommen. Auch die Teilnahme an einem „Veggie-Day“ wird mit Bonuspunkten belohnt. Die Osnabrücker Tafel wird dazu extra an Donnerstagen nur noch vegetarische Lebensmittel ausgeben und den PCB-Bürgern den Erhalt bestätigen. Kontrolliert wird die Teilnahme am PCB-Programm durch das OS-Team, das dafür eine „Task Force Prekariat“ gebildet hat, damit auch niemand mogelt und sich so die begehrte goldene Karte erschleicht. Besonders ausgebildete Mitarbeiter aus dem Jobcenter der Stadt Osnabrück unterstützen die Kontrolle im PCB-Programm.
Stadt nimmt Anträge und Geld ab sofort entgegen
Ab sofort – das Rathaus hat dazu extra am Samstag 1. April bis 22 Uhr geöffnet – kann die Gold-Mitgliedschaft für Osnabrücker PLUS-Bürger beantragt werden.
An diesem Wochenende nehmen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Zahlung von einmalig 2.000 Euro in bar an, ab kommender Woche steht dann die bargeldlose Zahlung zur Verfügung.
Albert Einstein hat einmal gesagt: „Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.“
In dieser Woche haben führende Vertreter der sogenannten Regenbogenkoalition im Osnabrücker Stadtrat wieder einmal nichts unversucht gelassen, um den Wahrheitsgehalt dieses Bonmots zu bestätigen. Ich bin erschrocken darüber, mit welch harten Bandagen auf lokalpolitischer Ebene gekämpft wird, wenn im Rahmen von demokratischen Entscheidungsfindungsprozessen andere Ergebnisse zustande kommen als die gewünschten, wenn Ereignisse und Beschlussvorlagen auf die Tagesordnungrücken, die dem eigenen Weltbild zuwiderlaufen, wenn unbequeme Wahrheiten an das Tageslicht kommen, die deutlich machen, mit welch überheblichem Dilletantismus bei wichtigen politischen Streitthemen zu Werke gegangen wird. In den vergangenen Tagen istdem Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert mangelnde demokratische Legitimation für sein Handeln in Bezug auf die von der Regenbogenkoalition (alle im Osnabrücker Stadtrat vertretenen Parteien mit Ausnahme von CDU und BOB)geforderte Sperrung des Neumarkts für den privaten Automobilverkehr vorgeworfen worden. Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr ausführlich auf die detaillierten Gründe für diesen Vorwurf eingehen, sie sind einfach zu ermüdend und ungerechtfertigt, als daß ihnen das Privileg der ständigen Aufmerksamkeit zuteil werden darf. Ich möchte mich aber als ein im besten Sinne des Wortes alteingesessener Osnabrücker aufs entschiedenste dagegen verwahren, daß ein rechtschaffener Politiker, der bisher einen wirklich guten Job gemacht hat und auch in der unendlich scheinenden Neumarkt-Posse in erster Linie seinem Gewissen und dem gesunden Menschenverstand folgt, nun zu einem kleinen Erdogan hochstilisiert wird. Und das Ganze unter dem Deckmantel angeblich fehlender demokratischer Legitimation. Hier wird mit Fake News operiert und einem aggressiven Populismus Tür und Tor geöffnet. Wolfgang Griesert hat als gewählter Oberbürgermeister mehr demokratische Legitimation als die meisten der sich im Stadtrat tummelnden Parteienvertreter, die oftmals nur über sichere Listenplätze jetzt die Möglichkeit haben, über das Wohl und Wehe der Osnabrücker Bürger mitzuentscheiden.
Und, Herr Henning, Herr Hagedorn und Herr Bajus, die Kommunalwahl im September 2016 war keine Volksabstimmung über die Neumarktsperrung. Wenn sie das gewesen wäre, dann sollten Ihnen die stetig sinkenden Zustimmungswerte für SPD und Grüne als treibende Kräfte hinter der Neumarktsperrung wahrlich sehr zu denken geben. Da nützt es auch nichts, auf Facebook den starken Mann zu markieren und durch die Verdrehung von Tatsachen die Osnabrücker Verwaltung der Lächerlichkeit preiszugeben. Auch wenn im Stadthaus wahrlich nicht alles Gold ist, was da so zu glänzen scheint, hat sie das nicht verdient. Ganz abgesehen davon, daß durch das verantwortungslose Raushauen von starken Sprüchen der Frieden in dieser Stadt empfindlich gestört wird. Und das in Zeiten des allgegenwärtigen Terrors und weltweit zunehmender autokratischer Tendenzen.
Merke: „Das Internet vergisst nie“, Quelle: Facebook via Google
Vielleicht sollte sich der ein oder andere Lokalpolitiker ein wenig zurücknehmen und auch mal einsehen, auf das falsche Pferd gesetzt zu haben. Wenn ich das immer weiter verfallende Wöhrl-Haus sehe, an dessen Stelle angeblich schon im Jahr 2017 ein blühendes Einkaufscenter fertiggestellt werden sollte, dann kann ich dem Osnabrücker Oberbürgermeister nur wünschen, daß er seiner Linie treu bleibt und mit Geduld und Intelligenz die Geschicke der Stadt zum Besten lenkt. Viele andere Lokalpolitiker scheinen daran nämlich kein Interesse zu haben.
Ich wünsche allen HASEPOST-Lesern ein Wochenende, an dem es ausnahmsweise mal nichts zu mösern gibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!
PKW kollidierte auf der Iburger Straße mit Stadtbus
Vermutlich beim Ausparken mit ihrem PKW haben zwei ältere Damen auf der Iburger Straße einen stadteinwärts fahrenden Bus übersehen. Nach anderen Angaben von Zeugen war ein missglücktes Überholmanöver die Unfallursache.
Der Sachschaden am Bus blieb überschaubar.
Durch den Aufprall wurde der PKW herumgeschleudert und hinterliess an einer Hauswand einen nicht unerheblichen Schaden.
Die Iburger Straße wurde im Zuge der Bergungsarbeiten und der Unfallermittlungen halbseitig gesperrt.
Hier wurde der PKW gegen die Hauswand geschleudert.
Die PKW-Insassen wurden in ein Krankenhaus gebracht, das Unfallauto musste durch die Feuerwehr mit Bergungsgerät geöffnet werden.
Die Polizei sperrte die Iburger Straße halbseitig für den Verkehr.
Angaben zum genauen Unfallhergang liegen noch nicht vor.
Vom 5. bis 14. Mai verwandelt sich die Osnabrücker Innenstadt mit der 45. Maiwoche wieder in eine große Open-Air Bühne.
Trotz des großen Erfolgs im vergangenen Jahr, wird es allerdings 2017 keine Ledenhof-Bühne geben. Da nur vier Veranstaltungstage an dieser Location möglich gewesen wären, fand sich kein Veranstalter bereit hierfür die Kosten für den Auf- und Abbau zu zahlen und das unternehmerische Risiko zu tragen.
Auch die auf den Neumarkt gestellte Bühne wird in diesem Jahr entfallen. Aus Platzgründen rutscht die Bühne vom Problemplatz zurück in den Bereich zwischen Fielmann und H&M, wo auch in der Vergangenheit schon einmal eine Bühne aufgebaut wurde. Wieder mehr Platz ist rund um den Bereich „Öwer de Hase“, nachdem die Bauarbeiten zur Haseöffnung abgeschlossen wurden.
Insgesamt 10 tolle Tage!
Das beliebte Stadtfest bietet auch in diesem Jahr ein breit gefächertes Musikprogramm – „umsonst und draußen“ – auf sieben Bühnen, ein abwechslungsreiches Familien- und Kinderprogramm sowie zahlreiche gastronomische und kulinarische Angebote. An den insgesamt zehn Veranstaltungstagen werden für Groß und Klein wieder viele Gelegenheiten geboten, Freunde zu treffen, Musik zu hören und die Open-Air-Stimmung zu genießen.
Es geht schon am Donnerstag los
Neu in diesem Jahr: Erstmals wird es ein „Warm-up“ am Donnerstagabend geben, so dass bereits am 4. Mai, also noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier, Musikprogramm geboten wird. Das Alando Maidorf öffnet am 4. Mai um 17:30 Uhr, die erste Band auf dem Nikolaiort tritt um 19 Uhr auf.
Der grüne Programmflyer in der handlichen „Pocket-Version“ ist ab Ende nächster Woche in der Tourist Information in der Bierstraße erhältlich und danach ebenfalls an den bekannten Auslagestellen in Stadt und Landkreis.
Der Flyer umfasst nicht nur das komplette Maiwochen-Programm, sondern enthält auch eine Übersichtskarte aller Bühnen, Parkplätze, Toiletten und der nahegelegenen Bushaltestellen.
Wie in den letzten Jahren ist zur Maiwoche auch der schwarz-weiße Flyer im XL-Format, mit vergrößerter Schrift für eine bessere Lesbarkeit, exklusiv in der Tourist-Information erhältlich.
Das Programm zur Maiwoche ist auch auf der Homepage www.osnabrueck.de/maiwoche online. Nutzer erhalten dort zusätzliche Informationen zu den Bands und Genres, inklusive Links zu deren Homepages, Facebook und Youtube. Unter der Rubrik „Service“ erfährt man alles zum Thema Anreise, Übernachtung, Barrierefreiheit und Kinderprogrammen während der Maiwoche.
Die gute Nachricht vorweg: Für die SPD-Ratsfraktion erklärten inzwischen Frank Henning, Fraktionsvorsitzender der SPD und Kerstin Lampert-Hodgson, kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Fraktion, dass sie in der nächsten Ratssitzung die Wiederaufnahme des Angelangebots in das Ferienpassprogramm der Stadt Osnabrück beantragen werden.
Somit steht inzwischen eine breite Basis aus SPD, CDU und FDP im Rathaus dafür, dass die vermutlich vor dem Hintergrund einer von PETA angezettelten Kampagne, in der Verwaltung getroffene Entscheidung gegen das Ferienpass-Angeln zurückgenommen werden wird.
AfD will alternative Angelkurse anbieten
„Ich zeige den Kindern gerne, wie z.B. Forellendie wir geangelt haben, vorbereitet,eingelegt und geräuchert werden“, mit diesem Alternativ-Angebot wollte sich auch der AfD-Kreisvorsitzende Daniel Wolf in das Thema einklinken.
Er schickte einen offenen Brief an den Oberbürgermeister, die lokalen Medien und gleich auch noch an diverse Angelvereine und Angelgeschäfte, in denen er nicht nur die Rücknahme der Verwaltungsentscheidung forderte, sondern auch eine Ausdehnung des Angelprogramms auf „mindestens 100 Kinder“, damit diesen „die Möglichkeit gegeben werde, in diese verantwortungsvolle und lehrreiche Freizeitgestaltung Einblick zu erlangen.“
In der Sache sind AfD und SPD gleichauf
Die weiteren Formulierungen der AfD, mit denen sie das Angelprogramm im Ferienpass retten will, gleichen dann denen der SPD. Zwei Beispiele:
AfD: „Wir alle haben die Verantwortung unseren Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit, und der Ehrerbietung gegenüber der getöteten Kreatur, bei zu bringen.“
SPD: „Die Erfahrungen zeigen: Kinder und Jugendliche begreifen sich bei diesem Pro- gramm als Teil des komplexen und schützenwerten Ökosystems, eine Erfahrung, die von der Peta völlig außer Acht gelassen wird. Wir wollen, dass man diese Erkenntnisse weiter sammeln, aber auch an andere weiter geben kann“, so die Politikerin weiter.“
Kommentar von Christian Schmidt:
Angesichts der inzwischen von allen großen im Stadtrat vertretenen Fraktionen geäußerten Kritik an der einsam in der Verwaltung getroffenen Entscheidung gegen das Ferienpass-Angeln, kann die AfD wohl die Angelruten wieder einpacken. Sollte sich die Verwaltung nicht gegen diese breite Mehrheit stellen, werden auch 2017 wieder Ferienpasskinder ihre Smartphones für einen Tag gegen eine Angelrute eintauschen.
Die unüberlegte Entscheidung der Verwaltung zeigt, wie schnell man mit einer gutmenschelnden Minderheitenmeinung eine Diskussion zu Gunsten des rechten Spektrums anheizen kann. Gut, dass inzwischen auch die SPD den Pfad der Verbote-Politik verlassen hat und sich für das traditionelle Ferienpass-Angeln einsetzt.
Sprachlosigkeit im Rathaus bei Neumarksperrung und Bus-Schadstoffen
Wer erwartet hatte, bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) würden am Donnerstagabend die auf der Tagesordnung stehenden Themen Neumarktsperrung („Teilentziehung“) und Schadstoffgutachten der Stadtwerke-Busse zu womöglich heftigen Diskussionen führen, der sah sich getäuscht.
Um für Fragen zu der am Mittwochvormittag fertiggestellten Verwaltungsvorlage zur Teilentziehung des Neumarkts zur Verfügung zu stehen, hatte der Oberbürgermeister extra seinen Terminplan umgestellt, denn üblicherweise ist er nicht Teilnehmer dieses Ausschusses.
Doch gleich zu Beginn der Sitzung beantragte Ulrich Hus (SPD) für die Regenbogenkoalition die den Neumarkt betreffenden Tagesordnungspunkte von der Tagesordnung zu nehmen.
Konnten die Ausschussmitgliedern sich nicht vorbereiten?
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Ratsfraktion beklagte, dass den Ausschussmitgliedern die notwendige Zeit gefehlt hätte, um die Vorlage inhaltlich beurteilen zu können. Angeblich wäre die Vorlage erst am Mittwoch nach 11 Uhr im Ratsinformationssystem (RIS) verfügbar gewesen und die Presse sei bereits vor den Ratsmitgliedern informiert worden. Dem widersprach später für die BOB-Fraktion Dr. Stephen Grüner, der anmerkte, er hätte die Vorlage gegen 11 Uhr, also parallel zum Pressetermin des Oberbürgermeisters, per E-Mail erhalten.
Pötter: „Skurrile“ Reaktion der Regenbogenkoalition
Für die CDU erklärte Katharina Pötter, dass man sich „aus guter Tradition“ dem Wunsch auf mehr Vorbereitungszeit nicht verweigern wolle. Pötter empfand es jedoch „skurril“, da von Seiten der Regenbogenkoalition noch vor wenigen Wochen „getobt“ worden sei, als der Stadtbaurat bei der letzten Sitzung des StUA keine Vorlage vorlegen konnte und es gar nicht schnell genug gehen konnte.
Bevor Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sich von den Sitzungsteilnehmern verabschiedete, erläuterte er, unter welchem Zeitdruck „drei bis vier Tage am Stück“ an der Verwaltungsvorlage gearbeitet worden sei, und dass der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Henning noch in der letzten Ratssitzung ausdrücklich eine zeitnah zu erstellende Verwaltungsvorlage – egal zu welchem Schluss diese kommt, „egal ob ja oder nein“ – gefordert hatte.
Schadstoffwerte der Busse: Auch kein Thema
Während die Debatte über den Neumarkt wohl nur verschoben wurde, wandern die Messergebnisse der „Realemissionen von Linienbussen“, die vom TÜV Nord ermittelt wurden, ohne jegliche Diskussion wieder in die Schublade.
Die Aussage von von Franz Schürings, Fachbereichsleiter Städtebau, dass weder die Stadtwerke noch die Verwaltung inhaltlich die zwischenzeitlich veröffentlichten Messergebnisse interpretieren können, was nur der TÜV könne, wurde dankbar angenommen. Auf eine blosse Vorstellung der Studie durch einen extra anwesenden Mitarbeiter der Stadtwerke wurde dann auch verzichtet. Eine Diskussion entfiel.
Fährt die Lösung für das Stickoxid-Problem der Stadtbusse schon längst durch Osnabrück?
Ein Privatunternehmen – im Auftrag der Stadtwerke unterwegs – besitzt zwei moderne Hybridbusse. Doch diese Busse werden nicht auf der besonders dafür geeigneten Johannisstraße oder in der Hasestraße eingesetzt.
Wenn in der heutigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (StUA) der Tagesordnungspunkt 7.1 zur Sprache kommt, verspricht es spannend zu werden. Dann geht es um die Messergebnisse zu den Schadstoffwerten der Stadtwerke-Busse, die bis zu einem Artikel der HASEPOST monatelang unveröffentlicht blieben.
Legt man bei Nahverkehrsbussen die gleiche Betrachtungsweise an, die für die Messung des Abgasverhaltens von Autos üblich ist, dann liegen die Stickoxid-Werte im niedrigen Geschwindigkeitsbereich mehr als hundertfach über dem, was bei modernen PKW – selbst in der veralteten Schadstoffklasse Euro 5 – erlaubt ist. So zumindest bei den in Osnabrück untersuchten Bussen der Hersteller MAN und Mercedes Benz.
Euro-Norm für Busse orientiert sich Anforderungen für LKW
Bedingt durch ein für LKW entwickeltes Prüfschema, bei dem es nicht um die pro Kilometer Fahrt ausgestossenen Schadstoffmengen geht, sondern die Motorleistung in Verhältnis zu den Emissionen gesetzt wird, sind die für Busse geltenden Nutzfahrzeug-Grenzwerte eher ungeeignet um die Umweltbelastung von Stadbussen zu beurteilen, die nicht konstant auf der Landstraße oder Autobahn rollen. Im Stadtverkehr, zum Beispiel in der Johannisstraße oder in der Hasestraße bewegen sich die Busse in Schrittgeschwindigkeit oder im steten Stop´n Go. Hierbei zeigten die vorliegenden Messergebnisse aus dem realen Fahrbetrieb den größten Ausschlag nach oben.
2018 kommen die Elektrobusse auf der Linie 41
Abhilfe, so die Stadtwerke, sollen die ab dem kommenden Jahr für die Linie 41 (Haste/Voxtrup) bestellten Elektrobusse schaffen. Doch bis diese für alle weiteren Linien zur Verfügung stehen, dürften noch lange Jahre vergehen.
Auch die Stadtwerke wollen wohl nicht so recht an eine schnelle Elektrifizierung glauben, Wie zwischenzeitlich bekannt wurde, hat das zu 100% in städtischer Hand befindliche Unternehmen erst kürzlich acht herkömmliche Diesel-Busse als „Werkstattreserve“ bestellt, von denen die ersten Exemplare noch in diesem Jahr ausgeliefert werden sollen.
Busse, die bei Langsamfahrt keine Schadstoffe ausstoßen
Neben herkömmlichen Diesel- oder modernen Elektrobussen gibt es – wie bei PKW – eine „Zwischenlösung“, den Hybridbus. Diese Fahrzeuge haben einen normalen Dieselmotor für die Streckenfahrt installiert, können aber auf langsamen Abschnitten auch rein elektrisch fahren. In der Johannisstraße, auf dem Busring am Kamp oder in der Hasestraße stößt so ein Bus dann 0 Gramm an Stickoxiden aus. Bei schnellerer Fahrt, zum Beispiel auf den Ausfallstraßen, kommt der Dieselmotor zum Einsatz, wo er im optimalen Drehzahlbereich arbeitet.
Zusätzlich kann der parallel verfügbare Elektromotor als Anfahrhilfe genutzt werden. Die Ladung der Batterien erfolgt teilweise durch die Rückführung der Bremsenergie – der Strom entsteht also zu gewissen Teilen kostenneutral.
Eine Variante des Volvo-Hybridbus kann auch unterwegs über das Dach geladen werden (Foto: Hersteller)
Es gibt Hybridbusse – auch in Osnabrück
Tatsächlich fahren bereits zwei derartige Hybridbusse durch Osnabrück. Eingesetzt werden diese modernen Fahrzeuge des schwedischen Herstellers Volvo, die in der Anschaffung rund ein Drittel teurer sind als rein dieselbetriebene Busse, von einem privaten Unternehmen, das im Auftrag der Stadtwerke fährt.
Unsere Redaktion hat versucht von Irene Meier, der Geschäftsführerin der Firma OWR Reisen, mehr zu ihrer Motivation und den Erfahrungen mit den Hybridbussen zu erfahren. Leider wollte Frau Meier nicht auf unsere telefonische Anfrage antworten. Auch unsere Bitte um die schriftliche Beantwortung von ein paar Fragen zum Einsatz der umweltfreundlichen Busse blieb unbeantwortet. Gerne hätten wir auch erfahren, ob der Auftraggeber, die Stadtwerke Osnabrück, für den Einsatz oder die Anschaffung dieser schadstoffarmen Busse einen Zuschlag zahlt oder diese Privatinitiative sonstwie fördert.
Hybridbusse fahren nicht durch die Johannisstraße
Der Einsatz der modernen Hybridbusse der Firma OWR im Netz der Stadtwerke wirft Fragen auf. So werden die bei Langsamfahrt emissionsfrei fahrenden Busse nicht etwa auf besonders dafür geeigneten Strecken eingesetzt, zum Beispiel durch die Hasestraße oder die besonders mit Stickoxiden belastete Johannisstraße, sondern, so die Auskunft der Stadtwerke, ausschließlich auf den Linien 11, 81/82 und 91/92.
„Eine Änderung/Umstellung der Beauftragung auf andere Linien hat Auswirkungen auf das gesamte Liniennetz. Zudem ist bekanntermaßen ja geplant, die Linie 41 ab 2018 ausschließlich mit E-Bussen zu bedienen“, so Stadtwerkesprecher Marco Hörmeyer auf Nachfrage unserer Redaktion.
Stadtwerke wollen selbst keine Hybridbusse einsetzen
Die Anschaffung der Hybridbusse sei „eine unternehmerische Entscheidung der Firma OWR“, so der Stadtwerkesprecher, und weiter: „Wir haben uns aus mehreren Gründen gegen die Anschaffung von Hybridbussen entschieden:
Erfahrungswerte/Erkenntnisse aus der Nahverkehrsbranche: Die technische Verfügbarkeit entspricht nicht unseren Vorstellungen/Maßstäben; zudem ist die Wirtschaftlichkeit und Nachnutzung der Fahrzeuge zu hinterfragen.
Brückentechnologie: Nach unserer Auffassung handelt es sich um eine temporäre Brückentechnologie. Wir haben uns daher bewusst gegen eine dritte Antriebsart entschieden und setzen ausschließlich auf die Umstellung auf Elektroantrieb.“