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Taxikrieg: Fahrer boykottierten Diskotheken teils gegen den Willen der Unternehmer

Taxi
Taxi (Symbolbild)

Am vergangenen Wochenende wurden verschiedene Diskotheken, darunter das Alando Palais, der NEO Club und das Virage, von zahlreichen Taxifahrern nicht angefahren.

Leser berichteten uns von Taxis, die zwar neue Fahrgäste an den Discotheken ablieferten, danach aber die Türen verriegelten und wartende Fahrgäste zurückließen.

Wie sich am Montag herausstellte, war der Boykott eine Aktion, die vor allem von Fahrern und nur wenigen Taxiunternehmern mitgetragen wurde. Hintergrund ist der aktuelle Konflikt mit Mietwagenunternehmen, der durch eine Abmahnwelle erneut angeheizt wurde.

Folgen des Boykotts

Nach einem Tanzabend in Osnabrücks Diskotheken mussten zahlreiche Gäste am Wochenende nach alternativen Möglichkeiten suchen, um ihre Heimreise zu anzutreten. Statt schnell am Taxistand einen Wagen zu finden, wurden Freunde und Familie um Hilfe gebeten, andere Taxistände gesucht oder die Mietwagenzentrale kontaktiert. Osnabrücks größte Taxizentrale 32011 versuchte umgehend, nachdem sie von dem Boykott erfahren hatte, gegenzusteuern. Per regelmäßiger Funkmeldung wurden Wagen angewiesen, die Diskotheken anzufahren und alleingelassene Fahrgäste sicher nach Hause zu bringen.

Taxikrieg: Fahrer boykottierten Diskotheken teils gegen den Willen der Unternehmer
Samstagnacht, kurz nach Mitternacht: Kein Taxi hält am Alando Palais

Einzelaktion ohne Abstimmung

„Das Verhalten der Fahrer ist womöglich eine Verletzung der Beförderungsbestimmungen“, so Ulrich Hoefner, Geschäftsführer der GVN (Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen e.V.) in der Bezirksgruppe Osnabrück-Emsland, „dieser Boykott zieht das gesamte Gewerbe in Verruf, da ein Echo losgetreten wird, mit dem die Taxifahrer nicht umgehen können.“ Mit der Aktion wurde keine Verbesserung des neuangeheizten Taxikonflikts erreicht, sondern nur der Kundenkreis verärgert, auf den die Fahrer angewiesen sind und dem gegenüber sie eine Beförderungspflicht haben. Auch im Hinblick auf die Unternehmerseite haben die Fahrer mit dem Boykott gegen die Betriebspflicht verstoßen. Die Aktion wurde nicht zentral geplant, sondern wurde selbstständig von den Fahrern initiiert. „Nach einem solchen Vorfall müssen wir uns bei den Kunden entschuldigen“, erklärt Michael Torloxten, Vorstandsmitglied der Taxizentrale 32011 und selbst Taxiunternehmer, im Gespräch mit der HASEPOST.

Neue Taxiordnung könnte die Situation beruhigen

Hoefner und Torloxten hoffen, dass die aktuell diskutierte neue Taxiordnung nach Oldenburger Vorbild schnell von der Lokalpolitik verabschiedet wird. Dadurch werden unter anderem zusätzliche Aufstellmöglichkeiten außerhalb der Taxistände geschaffen, die den Druck von Fahrern nehmen können. Für Mittwoch nach dem Feiertag planen Ulrich Hoefner und Michael Torloxten Gespräche auch mit den Mietwagenunternehmern.

Kann die IHK vermitteln helfen?

„Vermittelnd könnte hier die Industrie und Handelskammer (IHK) tätig werden“, so die beiden Vertreter der Beförderungswirtschaft im Gespräch mit unserer Redaktion. Da sowohl die Mietwagen- wie Taxiunternehmer eine Mitgliedschaft bei der IHK besitzen, könnte hier ein neutraler Vermittler aktiv werden.

In der Zwischenzeit werden weiterhin manche Taxistände nicht, oder in geringerer Anzahl angefahren.
Innerhalb der Taxiszene bleiben einige Fahrer und Unternehmer bei ihrem Boykott.
„Die Rechtssicherheit ist momentan nicht für uns gegeben und so lange die Situation nicht von der Stadt Osnabrück aufgeklärt wird, ist das Risiko für uns und unsere Fahrer zu groß. Es gibt sogar Taxiunternehmen, die bis zu einer Lösung des Problems den nächtlichen Betrieb einstellen, da die drohenden Abmahnungen existenzgefährdend für uns sind“, erklärt S. Ekicibil, Taxiunternehmer in Osnabrück.
Besonders für die bevorstehende Maiwoche, in der sich die Innenstadt noch stärker zum Ballungsraum entwickelt, ist eine Unterbesetzung der Taxistände sowohl für Fahrgäste, als auch für Unternehmer und Fahrer eine schlechte Ausgangsituation.

Politik blockiert Verabschiedung der neuen Taxiordnung

Die vom Stadtrat noch nicht abschließend auf den Weg gebrachte Taxiordnung hätte eigentlich bei der Ratssitzung am 8. Mai – und damit rechtzeitig vor der Maiwoche – beschlossen werden sollen.

Nachdem der Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung im April durch die überraschende Intervention des FDP Ratsherrn Oliver Hasskamp den Entwurf lediglich „ohne Empfehlung“ an den Stadtrat übergab, wurde das Regelwerk danach auf Betreiben der SPD-Ratsfraktion (so Quellen aus der Lokalpolitik) für die Ratssitzung in der kommenden Woche von der Tagesordnung genommen.
Die im Entwurf der Taxiordnung definierten Möglichkeiten, bei Veranstaltungen wie der Maiwoche flexible Regelungen für das Aufstellen von Taxis zu vereinbaren und durch Sonderregelungen auch den Konflikt mit auswärtigen Taxen aus dem Landkreis und dem Kreis Steinfurt zu entschärfen, bleiben der Maiwoche 2018 dadurch verwehrt.

 

Foto: GörlitzPhotography CC BY-SA 2.0

AFP

Abbiegeunfall mit Fahrradfahrer auf der Hansastraße in Osnabrück Hafen

Symbolfoto Fahrradunfall
Symbolfoto Fahrradunfall

Erneut ist es im Verlauf der Hansastraße im Stadtteil Osnabrück Hafen zu einem Abbiegeunfall zwischen einem Nutzfahrzeug und einem Fahrradfahrer gekommen.

Nach ersten Informationen der Polizei kollidierte ein Transporter beim Abbiegen mit entgegenkommenden Radfahrer. Der Fahrradfahrer soll nach dem Unfall nicht mehr ansprechbar gewesen sein.

Schwere der Verletzungen noch nicht bekannt

Nähere Informationen zur Schwere der Verletzungen liegen unserer Redaktion noch nicht vor. Die Rettungsdienste sind vor Ort. Der Unfall Zeitpunkt soll gegen 18:15 Uhr gewesen sein.

Erst vor knapp vier Wochen wurde eine Fahrradfahrerin auf der Hansastraße von einem LKW überfahren und schwer verletzt.

AFP

Körperverletzung auf der Humboldbrücke in Osnabrück

Symbolbild Gewalt Faust
Junger Mann vor Alando Palais zusammengeschlagen

Die Polizei sucht Zeugen einer Körperverletzungen, die sich am Samstagnachmittag auf der Humboldbrücke am Hauptbahnhof ereignete.

Drei Männer im Alter von 26 bis 32 Jahren gingen gegen 16.45 Uhr über die Brücke in Richtung Buersche Straße, als ihnen zwei Personen entgegenkamen, sie anpöbelten und sofort attackierten. Das Duo schlug und trat auf zwei der drei Osnabrücker ein und verletzte diese dabei leicht. Als das Trio flüchtete und in Richtung Eisenbahnstraße weglief, wurden sie von den beiden Tätern noch mit Glasflaschen beworfen, zum Glück aber nicht getroffen. Einer der beiden Täter wurde wenig später von den Opfern in einer Gruppe von Fußballfans vor dem Bahnhof gesehen. Dort anwesende Polizeibeamte stellten daraufhin die Personalien des 41-jährigen Bochumers fest. Um weitere Vorfälle zu verhüten, schickte ein Amtsrichter den Schläger bis zum nächsten Tag in eine Gewahrsamszelle. Die Ermittlungen zu dem noch unbekannten zweiten Täter laufen, Hinweise zu dem Vorfall auf der Humboldbrücke nimmt die Polizei Osnabrück entgegen. Telefon: 0541-3272618 oder 0541-3272115.

AFP

Osnabrück will Fahrradfahrer zählen – für 38.000 Euro

Entwurf Hasepost
So könnte die Zählanlage aussehen

Eine persönliche Betrachtung einer kuriosen Investitionsentscheidung, die in Hamburg bereits für viel Spott gesorgt hat – von Heiko Pohlmann

6, fühlen Sie sich gut? 1.700, schon besser? 38.000, nun geht´s uns aber richtig toll, oder?

„6“ ist die Anzahl der Fahrradzählanlagen, die von der Stadt angeschafft werden sollen. „1.700“ Fahrradfahrer erwartet die Verwaltung zukünftig auf dem Radschnellweg von Osnabrück nach Belm, und „38.000“ Euro sollen (nach Schätzung) für Fahrrad-Zählanlagen ausgegeben werden – allerdings kostete in Hamburg eine einzelne Zählanlage bereits mehr als 31.000 Euro, dazu unten im Video mehr.

Zahlen sind schon was tolles, und mit Graf Zahl aus der Sesamstrasse lernen schon die Jüngsten, dass das Zählen Spaß machen kann.
Und was den Kleinsten so viel Freude bereitet, soll in Osnabrück den Größeren – die schon ohne Stützrad Fahrradfahren können – noch viel mehr Lustgewinn bereiten. Verwaltung und Politik wollen dafür richtig Geld ausgeben: Für das Zählen und für die Zahlen.

Warum nicht mit Echtzeit-Zahlen die Ampeln steuern?

Zählen kann auch richtig sinnvoll sein, und vor allem wenn der Verkehr gezählt wird. Richtig eingesetzt, vernetzt und programmiert, kann mit Hilfe einer Verkehrszählungsanlage der Verkehr verflüssigt werden und aus Staufallen wird eine „Grüne Welle“. Wenn man es richtig macht und die richtigen Dinge zählt, natürlich.

OK, für Osnabrück ist so eine Vernetzung von Daten und Ampeln Utopie. Die Ampeln in der Hasestadt schalten zumeist einfach stumpf und stupide den ganzen Tag über das immer gleiche Programm durch, egal ob sich dichter Berufsverkehr durch die Stadt wälzt, das Lotter Kreuz gesperrt ist oder spät in der Nacht nur vereinzelt mal ein einsames Fahrzeug unterwegs ist.
Irgendwann im Verlauf eines langen Tages wird das unflexible, weil nicht über aktuelle Verkehrsdaten verfügende hartverdrahtete Ampelprogramm dann schon den richtigen Takt finden. Die 70er Jahre lassen grüßen.

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„Adaptive Verkehrssteuerung“, andernorts schon eine Selbstverständlichkeit, auch um durch Verflüssigung des Verkehrs für saubere Luft zu sorgen, ist in Osnabrück nahezu unbekannt, hier gibt es andere Prioritäten: In Osnabrück werden bald Fahrradfahrer gezählt, einfach so.

Osnabrück will Fahrradfahrer zählen, einfach so

Nun also soll in Osnabrück groß in Verkehrszählung investiert werden, nicht eine, nicht zwei und auch nicht drei Verkehrszählanlagen will die Stadt kaufen [Graf Zahl lacht…] sondern sechs [ha ha ha ha].

Graf Zahl

Und dann? Ja, dann werden die Verkehrszählanlagen einfach so eine Zahl anzeigen. Die Zahl der Fahrradfahrer, die am jeweiligen Tag vorbeigeradelt sind. Oder die Zahl der Fahrradfahrer, die in der vergangenen Woche vorbeigefahren sind, oder seit Anfang des Jahres, seit Christi Geburt oder was immer sonst in die Anlage einprogrammiert und durch diese gezählt wird. Einfach so!

Einfach so, und ohne, dass diese Daten einer direkten Verwendung zugeführt werden. Es wird nicht etwa eine Ampel, zum Beispiel bei der Einmündung in die Liebigstraße, gesteuert. Auch die Querung des Radschnellweges mit dem Power Weg, wo zusätzlich auch noch die Bahn gekreuzt werden muss, wird nicht etwa durch die vorab von Sensoren erfassten Radler gesteuert.
Nein, wie oben geschrieben, es wird einfach so gezählt und die Zahlen werden auf der „Stele“, wie Stadtbaurat Frank Otte die Zählanlage bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) am Donnerstag beschrieb, angezeigt …einfach so.

Nein, doch nicht ganz „einfach so“. Da nur 2-3 der insgesamt für geschätzte 38.000 Euro anzuschaffenden Zählanlagen über ein Display verfügen, wird die Beschaffung auch damit begründet, dass so wichtige Planungsdaten ermittelt werden.

Andere Städte finden das toll, also brauchen wir das auch?

Ganz besonders wichtig seien aber die Zählgeräte, die ihr Zählergebnis in die Welt hinaus anzeigen. Das, so Otte, das hätten ihm auch immer wieder Vertreter anderer – für ihn mustergültiger, weil fahrradfreundlicher – Kommunen bestätigt, wo man ganz hin und weg sei von diesen Zählgeräten, die Zahlen anzeigen, einfach so.

Dass man sich mit so einer Fahrradzählanlage auch bundesweit zum Gespött machen kann, hat bereits die finanziell deutlich besser gestellte Hansestadt Hamburg bewiesen. Dort war man bei der Anzahl der beschafften Zählanlagen zwar deutlich zurückhaltender und kaufte erstmal nur eine der Zähl-Stelen. Für das Satiremagazin extra 3 machte sich eine Verwaltungsmitarbeiterin unfreiwillig „zum Horst“, als sie vergeblich versuchte, die Sinnhaftigkeit der Anlage zu erklären, die vor laufender Kamera auch munter kleine und große Hunde zählte… wichtige Daten also für die Verkehrsplanung?

Hamburger Verwaltung machte sich bundesweit lächerlich

In Hamburg, so der NDR, hat eine einzelne Anlage „mehr als 31.000 Euro“ gekostet.
Die Frage könnte sich aufdrängen: Haben die Hamburger zu teuer eingekauft oder wurde die von Stadtbaurat Frank Otte der Verwaltung präsentierte Kostenschätzung von 38.000 Euro für insgesamt sechs Anlagen bewusst oder unbewusst nach unten korrigiert, um mit einer niedrigen Zahl eine positive Entscheidung der Ausschussmitglieder zu befördern?

 

Stadtbaurat will Geld nicht in Sicherheit investieren

Im Verlauf der kurzen Debatte gab es übrigens nur eine zaghafte kritische Wortmeldung aus den Reihen der CDU-Fraktion, die am Ende dem Gesamtpaket allerdings ihre Zustimmung nicht verweigerte und erneut eine Chance verpasste, sich gegen eine ideologisch betriebene Verkehrs- und Ausgabenpolitik zu stellen.

Rita Feldkamp wollte für die Union wissen, ob das Geld denn nicht besser in die Prävention von Unfällen investiert wäre…?
Stadtbaurat Otte wollte das nicht gelten lassen. Nach der Meinung des passionierten Radfahrers, müsse „ein Paket“ für die Osnabrücker Radfahrer geschnürt werden. Einigen Radlern sei ein besonders glatter Asphalt wichtig, andere bräuchten halt zusätzliche Bestätigung für den Umstieg auf den Fahrradsattel durch eine Zahl, die am Straßenrand angezeigt wird… na denn.


Kleiner Nachtrag: Die Investitonssumme, die für die Zählanlagen in Osnabrück ausgegeben werden soll, auch unter Inanspruchnahme von Fördermitteln, entspricht ungefähr dem jährlichen Steueraufkommen von etwa 54 Durchschnittsverdiener-Familien (zwei Kinder im Haushalt). Irgendwo muss das Geld ja herkommen… einfach so.

AFP

Tickets für die Landesgartenschau in Bad Iburg zu gewinnen

RosaLotta, Landesgartenschau Bad Iburg
RosaLotta, Landesgartenschau Bad Iburg

Die Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg öffnete am Mittwoch, dem 18.04.18 die Tore für interessierte Besucher. Schon jetzt sind die Besucherzahlen sehr zufriedenstellend. Im Zeitraum der ersten fünf Tage verzeichnet die Landesgartenschau circa 18.000 Schaulustige.

Hasepost berichtetet bereits von den Vorbereitungen für die Landesgartenschau und der Eröffnung durch Ministerpräsident Stephan Weil. Umso mehr freuen wir uns, einigen unserer Lesern die Möglichkeit im Rahmen eines Gewinnspieles zu geben, selbst Eindrücke auf dem Gelände der Landesgartenschau zu sammeln.

Wir verlosen 2×2 Tageskarten für die Landesgartenschau. Die Gewinnspielteilnahme ist ganz einfach.

Die Gewinnspielfrage:

Wer aufmerksam gelesen hat, kann die Frage im Handumdrehen beantworten und die richtige Antwort bei Facebook in die Kommentare schreiben:

Wie viel Hektar umfasst das Gelände der Landesgartenschau in Bad Iburg?

Dazu bitte nicht vergessen, den Facebook-Beitrag zu „liken“ und die Facebook-Seite der HASEPOST, falls nicht schon längst geschehen 🙂

Die Redaktion wünscht allen Teilnehmern viel Glück!


Mit der Teilnahme am Gewinnspiel werden diese Teilnahmebedingungen akzeptiert:

  • der Teilnehmer muss die Facebook-Präsenz HASEPOST bei Facebook und den zum Gewinnspiel zugehörigen Facebook-Beitrag „ge-liked“ haben
  • unter dem verlinkten Facebook-Beitrag (hier) muss per Kommentar angegeben werden, wie viel Hektar das Gelände der Landesgartenschau Bad Iburg umfasst.
  • das Gewinnspiel beginnt am 29.04.2018 (Sonntag) um 16:30 Uhr und endet am 06.05.2018 (Sonntag) um 13:30 Uhr
  • zwei (2) Teilnehmer werden zufällig per Losentscheid ausgewählt
  • eine Barauszahlung ist nicht möglich
  • die Teilnahme ist kostenlos
  • die Gewinner werden via Facebook-Direktnachricht (PN) und auf der Facebookseite der Hasepost mit ihrem Facebook-Namen benachrichtigt bzw. genannt
  • der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • Veranstalter ist HASEPOST.de / osna.com GmbH, Kontaktdaten siehe Impressum
  • Facebook steht mit diesem Gewinnspiel in keinerlei Verbindung und kann keine Auskunft dazu erteilen
  • die Landesgartenschau Bad Iburg steht mit diesem Gewinnspiel ebenfalls nicht in Verbindung und kann keine Auskunft dazu erteilen
  • die Teilnahme ist nicht an einen Kauf gebunden
AFP

Taxikrieg in Osnabrück: Discotheken werden boykottiert

Leerer Taxistand vor dem Alando Palais in der Nacht auf den 29.04.2018
Leerer Taxistand vor dem Alando Palais, Osnabrück

Am späten Freitagabend veröffentlichte die HASEPOST exklusiv Bilder und Hintergründe zu einer Abmahnaktion gegen zahlreiche Taxiunternehmen aus Osnabrück. Bereits kurz vor Veröffentlichung des Artikels hatten wir einen Hinweis über eine mögliche Gegenreaktionen des Taxigewerbes, die sich am Wochenende tatsächlich bestätigte: Taxifahrer boykottierten Osnabrücker Diskotheken.

In unserem ersten Artikel über den Osnabrücker „Taxikrieg“ schilderten wir die Hintergründe und die jüngste Eskalation, die nach Ansicht eines in harter Konkurrenz zu den Taxen fahrenden Mietwagenunternehmers in einer Abmahnungaktion rund um Ossensamstag 2017 begründet liegt. Im Karneval vor einem Jahr sollen vom Taxigewerbe bezahlte „Lockvögel“ dazu genutzt worden sein, um Verstöße der Wettbewerber gegen die geltenden Beförderungsrichtlinien zu beweisen, kostenpflichtig abzumahnen oder vor Gericht zu bringen.

Wer in Osnabrück mit einem „Mietwagen“ Personen befördert, darf u.a. nur solche Fahrgäste aufnehmen, die zuvor das Auto über die zwei in Osnabrück aktiven Funkzentralen oder direkt beim Mietwagenunternehmen (per Festnetztelefon, nicht per Handy!) geordert haben. Ein Mitnehmen von Fahrgästen ohne vorherige telefonische Bestellung ist diesen Personenbeförderern verboten.
An Ossensamstag 2017 geriet ein angestellter Fahrer in eine Situation, die sein Chef als gestellte „Falle“ ansieht. Ein Fahrgast stieg in einen Mietwagen, der eigentlich für einen anderen Gast bestellt worden war: Der vermeintliche Fahrgast wurde zum Zeugen für eine teure Abmahnung von Seiten des Taxigewerbes. In Folge es kam zu einem Rechtsstreit, der für den jetzigen Auftraggeber der aktuellen Abmahnaktion gegen Taxiunternehmer, nach eigenen Angaben den Verlust von mehr als 5.000 Euro an Gerichts- und Anwaltskosten zur Folge hatte.

1.500 Fotos als „Beweise“ gegen das Taxigewerbe

Nach einer ersten Gegenaktion vor einem Jahr, rund um die Lohstraße (Sonnendeck, Countdown, Sonderbar), wurden in diesem April – um Verstöße der Taxifahrer beweissicher zu machen – von dem zuvor erwischten Mietwagenfahrer mehr als 1.500 Fotos vom Eingangsbereich des Alando Palais am Pottgraben gemacht.
Zahlreiche Fotos die unserer Redaktion vorliegen, zeigen deutlich, dass Taxifahrer sich nicht an die auf fünf Fahrzeuge begrenzte Kapazität des städtischen Taxistands halten und sich dabei auch so aufstellen, dass es zu nicht unerheblichen Behinderungen für Fußgänger und Fahrradfahrer kommt.

wartende Taxifahrer am Pottgraben
Ein „Beweisfoto“ zeigt, wie wartende Taxifahrer auch den Geh- und Fahrradweg blockieren

 

Boykott-Aktion wurde den Discotheken angekündigt

Mit telefonischer Ankündigung(!) gegenüber mindestens einem Discothekenbetreiber, mit dem unsere Redaktion am Wochenende sprechen konnte, erklärte ein sich als Vertreter der Osnabrücker Taxifahrer bezeichnender Mann (Name der Redaktion bekannt), dass an diesem Wochenende mehrere Discotheken von ihm und seinen Kollegen boykottiert werden würden.
Fahrgäste würden auf Wunsch zwar weiterhin an ihren Zielort – die jeweilige Disco – gebracht, dort jedoch würden er und seine Kollegen keine Fahrgäste mehr aufnehmen und sicher nach Hause befördern, sondern den Taxistand sofort wieder verlassen.

Nach Recherchen unserer Redaktion waren in der Nacht von Freitag auf Samstag u.a. das Alando Palais am Pottgraben, der NEO Club an der Pagenstecher Straße und die Discothek Virage an der Baumstraße vom Boykott der Taxifahrer betroffen. Auch in der Nacht zu Sonntag, als unsere Bilder zu diesem Artikel entstanden, blieben nach Mitternacht die Taxistände vor dem NEO und dem Alando Palais leer. Allerdings hatten sich zum gleichen Zeitpunkt mehr als 10 Fahrzeuge am Taxistand Rolandsmauer (Heger Tor) versammelt und parkten dort wild und erneut im Widerspruch zur StVO rund um den kleinen Taxistand gegenüber der Lagerhalle.

Taxistand NEO Club
Auch der Taxistand vor dem NEO Club blieb am Wochenende leer

Unsere Redaktion wird an dem Thema dran bleiben und am Montag weitere Einzelheiten über die in den vergangenen Wochen erfolgte Eskalation des „Taxikriegs“ bringen.

Haben Taxiunternehmer geltendes Recht gebrochen?

Offen ist zum derzeitigen Zeitpunkt, ob das (angekündigte) Verweigern der Aufnahme neuer Fahrgäste vor einer Discothek nicht einen weiteren Verstoß gegen die Beförderungsbedingungen für das Taxigewerbe darstellt?

Wir fragen unsere Leser:

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Für Diskothekenbesucher, zum Beispiel des Alando Palais, bedeutete die Aktion: Sofern es nicht einzelne „Streikbrecher“ gab oder die Rufnummer einer der beiden Mietwagenzentralen gewählt wurde, mussten die Partygänger spät in der Nacht entlang des Raiffeisenplatzes und der dortigen Alkoholiker- und Drogenszene zum Taxistand am Hauptbahnhof oder zum Neumarkt pilgern, um zum nächsten Taxistand zu gelangen.
Gerade dafür, dass derartige nächtlichen Fußwege nicht nötig sind, gibt es die Privilegien für das Taxigewerbe, wie fixe Preisstruktur, Limitierung der Konzessionen und die von der Stadt eingerichteten Taxistände.

 


[Kommentar des Redakteurs:] Sägen die Taxifahrer gerade an dem Ast, auf dem sie sitzen? Wer will die Verantwortung übernehmen, wenn es im Verlauf eines derartigen Taxi-Boykotts zu einem Überfall, einer tödlichen Alkoholfahrt oder einer Vergewaltigung kommt – weil sich Taxifahrer den Fahrgästen verweigerten und diese daraufhin alkoholisiert durch die nächtliche Stadt laufen oder sich dann doch hinters Steuer setzen?

 

AFP

Gipfelsturm auf den Piesberg und Platzwechsel im Osnabrücker Schlossgarten

Gipfelsturm, Osnabrück, Piesberg
Start zum "Gipfelsturm" vor dem Osnabrücker Rathaus

Der „Gipfelsturm“ ist auch für geübte Läufer eine ordentliche Herausforderung, denn der Endspurt geht steil in die Höhe. Vom Marktplatz zum Piesberg, 10.000 Meter weit, 188 Meter hoch, 269 Treppenstufen – das sind die bekannten Eckpunkte des Osnabrücker Gipfelsturms. Eher am Boden blieben die Sportler, die sich mit Projektpate John McGurk im Schlossgarten versammelten, und den „Platzwechsel“ feierten.

Pünktlich um 11 Uhr fiel der Startschuss zur achten Auflage des Spendenlaufs auf den Osnabrücker Hausberg. Rund 500 Läufer starteten zugunsten eines sozialen Projekts der Diakonie und um über sich hinauszuwachsen.

Die Strecke verlief quer durch die Stadt. „Es beginnt im Herzen von Osnabrück, am Marktplatz, und endet mit dem Ziel auf dem Piesberg, von wo die Läufer den Blick auf das Osnabrücker Land genießen können“, schwärmt die ehemalige Stadträtin Karin Jabs-Kiesler, Kuratoriumsvorsitzende der Diakoniestiftung Osnabrück.

Am Ende „droht“ die Treppe auf den Piesberg

Der Höhepunkt des zehn Kilometer langen Laufs war erneut die kräftezehrende Treppe hoch auf den Piesberg dar. „Jeder, der oben ankommt, ist Sieger. Diese Veranstaltung präsentiert neben dem sozialen Aspekt auch das sportliche Erlebnis. Dieses Event ist etwas fürs Herz“, so Hinrich Haake, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Stadt und Landkreis Osnabrück. Es seien die „besondere Ausstrahlung, das familiäre Konzept und die spezielle Atmosphäre“, das die alljährliche Veranstaltung auszeichneten.

Die Spende kommt in diesem Jahr dem „Café Connection“ zugute, einer Einrichtung der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes. „Hierbei handelt es sich um ein Feld, für welches sich nicht so einfach Geld einwerben lässt. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass das Geld an diese Einrichtung geht.

Gipfelsturm ist Teil der Laufserie „Dreierpack“

Diesmal ist der Gipfelsturm erstmals auch zweiter Wertungslauf für die Laufserie „Dreierpack“, bei der Sportler an nun sechs Laufveranstaltungen in der Region teilnehmen können. „Mittlerweile hat sich diese Veranstaltung zu einer großen Lauffamilie entwickelt“, freuten sich Jabs-Kielser und Haake, nun auch Teil des „Dreierpacks“ zu sein.

Runter vom Sofa, rein in die Bewegung: Das Projekt „Platzwechsel – Bewege dein Leben“

Im Schlossgarten, parallel zum Start der Piesberg-Läufer, startete ebenfalls am Samstag das Projekt „Platzwechsel – Bewege dein Leben“. Ab sofort bieten Vereine in der Stadt zahlreiche kostenlose Sportangebote an. Mit dem aus Osnabrück stammenden und als Innenminister auf Landesebene auch für den Breitensport verantwortlichen Boris Pistorius wurde ein passender Schirmherr gefunden.

Platzwechsel Osnabrück
Das Team des „Platzwechsels“ in Osnabrück, in der Mitte Projektpate John McGurk

Die Kampagne „Platzwechsel – Bewege dein Leben“ wird bundesweit durchgeführt. Boris Pistorius hält sich selbst mit Sport fit: „Regelmäßig Sport zu treiben gehört für mich einfach dazu, das brauche ich seit meiner Kindheit zum Wohlfühlen. Ohne Sport würde mir etwas fehlen. Zeitlich ist es zwar manchmal sehr eng, aber ich versuche so oft es geht, wenigstens ein oder zwei Mal die Woche ein paar Kilometer zu laufen. Klar ist, wer sich bewegt und Sport treibt, fühlt sich insgesamt besser. Darum ist der Platzwechsel auch eine richtig gute Idee!“ so der Minister und wünscht allen Platzwechslern viel Spaß beim Sporttreiben.

John McGurk motiviert für den Sport

Die Aktion startete mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung für die ganze Familie im Schlossgarten. Ohne vorherige Anmeldung konnten verschiedenste kostenlose Schnupperbewegungsangebote der ansässigen Vereine, kleine Mitmachaktionen der pronova BKK, wie das Carrera-Bike und leckere kostenfreie Smoothies machten diesen Samstag zu einem wunderbaren Tag an der frischen Luft.
Projektpate John McGurk begleitete den Tag und die Sportler im Schlossgarten.

Platzwechsel Osnabrück
Hüpfburg und viel Spaß auch für die kleinsten Sportler beim „Platzwechsel“ im Schlossgarten

Initiiert und geleitet von der Team Gesundheit GmbH in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund wird das Projekt von der pronova BKK gefördert und von den Sportvereinen Osnabrücker Sportclub, TSG Burg Gretesch und SV Rot-Weiß Sutthausen unterstützt.

Konkret bieten die Vereine von Ende April bis Mitte Juni viele Schnupperbewegungsangebote kostenlos an – von Zumba über Faszientraining bis hin zu Rücken-Fit, Rope Skipping (moderne Art des Seilspringens), Functional Fitness und vielem mehr.

AFP

Polizeieinsatz in Osnabrück gegen gewaltbereite Jena-Fans

Carl Zeiss Jena Hooligans, Polizeieinsatz, Osnabrück
Polizeieinsatz in Osnabrück

Mehr als ein Dutzend im Vorfeld des Drittligaspiels zwischen dem VfL Osnabrück gegen den FC Carl Zeiss Jena bereitgestellte Einsatzfahrzeuge der Bereitschaftspolizei waren am Samstagvormittag in der Osnabrücker Innenstadt im Einsatz. Gewaltbereite Fans des ostdeutschen Drittligisten mussten von Anhängern der Osnabrücker Ultra-Szene getrennt werden.

Kurz bevor die Anhänger des Vereins aus Jena den Grünen Jäger erreichten, in dem sie Anhänger des VfL vermuteten, konnten die Bereitschaftspolizisten die beiden Gruppen trennen, ohne dass es zu Gewalttätigkeiten kam. Die Einsatzleitung wollte nicht ausschliessen, dass die beiden Fangruppierungen sich zu einem gewalttätigen Aufeinandertreffen in der Innenstadt verabredet hatten.

Carl Zeiss Jena Hooligans, Polizeieinsatz
Ende einer Auswärtsfahrt auf dem Adolf-Reichwein-Platz am Hansekogge-Spielplatz

Anwohner und Passanten beobachteten die Szenerie, bei der die rund 40 Ostdeutschen, alle ohne erkennbare Fan-Utensilien und zumeist in dunklen Jacken und mit Springerstiefeln bekleidet, auf dem Adolf-Reichwein-Platz eingekesselt wurden.

Grüner Jäger unter Polizeischutz

Währenddessen sorgten weitere Einsatzkräfte dafür, dass niemand den Grünen Jäger verliess oder dorthin eindringen konnte, wo die Einsatzleitung Osnabrücker Ultras vermutete.

Carl Zeiss Jena, Polizeieinsatz, Osnabrück
Der Grüne Jäger wurde zeitweise von Bereitschaftspolizisten umstellt

Im Verlauf des Einsatzes wurde der Busverkehr auf dem Busring zwischen Neumarkt und Nikolaizentrum unterbrochen.

Nach Angaben eines leitenden Beamten vor Ort, war der Besuch des Auswärtsspiels für die Jena-Anhänger mit dem Polizeieinsatz beendet. Als Alternative stand zur Wahl: Polizeiliches Gewahrsam oder sofortiger Platzverbot für den gesamten Großraum Osnabrück.

Bereitschaftspolizei Osnabrück
Ein Teil der im Eisatz befindlichen Polizeifahrzeuge am Ledenhof

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AFP

Taxikrieg in Osnabrück: Mehr als 1.500 heimliche Fotos von wartenden Taxen

Taxikrieg Osnabrück
So wie die Taxifahrer hier stehen, können sie abgemahnt werden

Nach einem ausgelassenen Tanzabend im Alando-Palais haben die Gäste meist kaum Probleme ein Taxi zu finden. In der Regel finden sie direkt vor dem Eingang, am von der Stadt dafür ausgewiesenen Taxistand, ihr Gefährt für die sichere Heimreise. 

So auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 8. April. Am Taxistand, aber auch an der Bordsteinkante, stehen zeitweise bis zu 15 Taxen und warten auf Fahrgäste – doch was die Gäste und Fahrer nicht ahnen: Vom gegenüberliegenden Parkhaus werden in dieser Nacht, wie in den beiden Nächten zuvor, mehr als 1.500 Fotos des nächtlichen Treibens gemacht. Es sind die Beweisfotos eines Klägers (Name der Redaktion bekannt), die den Taxikrieg in Osnabrück in Folge erneut anheizen werden.

Ein Artikel von Nicole Dabrowski und Heiko Pohlmann

wartende Taxifahrer am Pottgraben
Ein „Beweisfoto“ zeigt, wie wartende Taxifahrer auch den Geh- und Fahrradweg blockieren

Ein Jahrzehnte alter Konflikt:  der Osnabrücker Taxikrieg

Der Streit zwischen Taxi- und Mietwagenfahrern in Osnabrück reicht viele Jahre zurück. Auslöser für den Konflikt waren ursprünglich die nicht unerheblichen Preisunterschiede zwischen Taxis, die Teil des streng regulierten öffentlichen Nahverkehrs sind, und den in ihrer Preisbildung freien Mietwagen. Bereits kurz nachdem die Mietwagen sich anschickten für mehr Wettbewerb zu sorgen, stellte sich heraus, die Taxiunternehmen konnten und können immer noch nicht mit den Niedrigpreisen ihrer neuen Konkurrenten mithalten. Die wenigen Privilegien, die der Gesetzgeber den Taxis zugesteht, zum Beispiel das Recht auf genau definierten Taxiplätzen zu warten und Fahrgäste vom Straßenrand aufzunehmen, scheinen nicht auszureichen um den teureren Fahrpreis aufzuwiegen.

Umgekehrt fühlen sich die Betreiber der Mietwagen oft gegängelt, wie Ihnen strenge Auflagen gemacht werden, die manchmal absurd erscheinen. So ist es strengstens untersagt per Mobiltelefon unterwegs auf einer Rückfahrt von einem neuen Kunden einen Fahrauftrag anzunehmen. Wer Personen befördert, ohne ein gelbes Schild auf dem Dach zu haben und eine Taxi-Konzssion zu besitzen, muss vor jeder bezahlten Fahrt erst wieder zurück an seinen Firmensitz fahren – egal ob das ökologisch oder ökonomisch sinnvoll ist.

Parkhaus Marienhospital, MHO
Von hier aus wurden Anfang April mehr als 1.500 Beweisfotos gemacht

Bereits seit 2007: „Taxikrieg“

In der Folge entwickelte sich eine Feindschaft, die die Konkurrenten dazu zwang in der Einhaltung der Gesetze zur Personenbeförderung spitzfindig zu werden und Verstöße – natürlich immer nur der Wettbewerber – zur Anzeige zur bringen oder abzumahnen. Der Konflikt auf den Straßen der Hasestadt eskalierte so sehr, dass bereits 2007 die in Berlin erscheinende alternative Tageszeitung taz vom „Taxikrieg in Osnabrück“ berichtete.
Und auch mehr als 10 Jahre später ist dieser Krieg noch aktuell – offensichtlich noch mehr denn je, denn eine Welle von gegenseitigen Abmahnungen, droht sowohl Taxi- wie Mietwagenunternehmer in den Ruin zu treiben.
Im Kampf um das scheue Gut „Fahrgast“ werden die bestehenden Regeln regelmäßig gebrochen. Scheinbar harmlose Verstöße, über die von den Wettbewerbern aber unnachgiebig gewacht wird, führen zu Abmahnungen oder Anzeigen.

Klagewellen überschlagen sich

Es gehe dabei nicht um „Rechthaberei“, sondern um das „wirtschaftliche Überleben“, wie uns der Mann erklärt, der sich Anfang April auf dem Parkhaus des Marienhospitals mit einem lichtstarken Teleobjektiv postierte um seine Kollegen Wettbewerber vom Taxigewerbe dabei zu fotografieren, wie sie sich außerhalb des nur für 5 Taxen zugelassenen Taxistands postieren um zügig nachrücken zu können.
„Die Situation in unserem Gewerbe ist schon längst eskaliert. Das Ziel ist es nicht, jemandem durch die Beweisfotos zu schaden, wir wünschen uns nur, dass die Gesetze auf beiden Seiten eingehalten werden“, beteuert der Mietwagenunternehmer im Gespräch mit unserer Redaktion. Mit den Fotos, Notizen über Kennzeichen und Zeugenaussagen erhofft sich der Kläger, die Taxiunternehmer in Osnabrück zur Wahrung der Regeln zu bringen – und bringt sie dennoch finanziell in eine bedrohliche Lage.
Eine entscheidende Frist lief am Donnerstag aus. Bis dahin hatte etwa die Hälfte der abgemahnten Unternehmen die strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnet. Damit haben sie sich zu einer Zahlung von knapp 750 Euro Anwaltskosten und vertraglich zur Einhaltung der geltenden Gesetze verpflichtet. Bei jedem weiteren Verstoß werden Vertragsstrafen bis zu 5.000 Euro fällig. Noch stehen die Unterschriften von einigen Unternehmen aus. Hier wird es zumindest teilweise zu einer gerichtlichen Klärung kommen, die für die jeweiligen Beteiligten ein Prozesskostenrisiko von ebenfalls mindestens 5.000 Euro bedeutet: Summen, die wirtschaftliche Existenzen zu Fall bringen können.
Insgesamt soll eine hohe zweistellige Zahl der in Osnabrück aktiven Taxiunternehmer mit einer Abmahnung konfrontiert worden sein*.

Taxistand Alando Palais, Osnabrück
Eigentlich eindeutig: „5 Taxen“

„Lockvögel“ stellten Mietwagenfahrern zu Karneval eine Falle

Doch die Fotoaktion des Mietwagenunternehmers gegen die Aufstellpraxis vor dem Alando-Palais hat eine Vorgeschichte.
Ossensamstag vor einem Jahr: Ein Mitarbeiter des Beförderungsunternehmers, der sich nun selbst gegen vermutete Vergehen der Taxifahrer richtet, nimmt am Heger Tor einen Fahrgast auf, der seinen Mietwagen per Telefonanruf in einer der beiden in Osnabrück aktiven Telefonzentralen geordert hat. Der Fahrer glaubt jedenfalls, dass sein Fahrgast zuvor die Zentrale angerufen hat, so schildert er die damalige Situation in unserer Redaktion, und so wollte er sich auch vor dem Landgericht in Osnabrück verteidigen.
Tatsächlich soll es sich aber um einen „Lockvogel“ gehandelt haben, der im Auftrag einiger Osnabrücker Taxiunternehmer und/oder einer mit der Durchsetzung der Interessen des Taxigewerbes beuaftragten Kanzlei, rund um Karneval unterwegs war, mit dem Ziel Beweise für Verstöße der Mietwagenfahrer zu sammeln.
Angeblich sollen die „Detektive“ für ihren Zeugendienst auch bezahlt worden sein, Belege dafür liegen jedoch nicht vor, sind aber auch nicht relevant.
Letztlich führte diese Maßnahme des Taxigewerbes am Ende zu einem Rechtsstreit, der unseren Informanten aus dem Mietwagengewerbe einige Tausend Euro kostete und wohl als Auslöser für die Gegenreaktion anzusehen ist, die zu den rund 1.500 Fotos vom Taxistand vor der Discothek am Pottgraben führte.

Erste Gegenaktion der Mietwagenfahrer im April 2017

Bereits im April 2017 zu einer ersten Gegenaktion, bei der nun aus Reihen der Mietwagenfahrer nach Beweisen für tatsächliche oder vermeintliche Verstöße des Taxigewerbes sorgten. Im Frühjahr des vergangenen Jahres wurden – während in der Altstadt Hunderte ihr „Bierdiplom“ feierten – Beweise gegen die Verstöße von Taxiunternehmen in der Lohstraße gesammelt.
Ganz ähnlich, wie ein Jahr später am Pottgraben fotografiert, warteten zahlreiche Taxis außerhalb dafür gekennzeichneter Stellplätze auf Fahrgäste. Die finanziell schmerzhafte Quittung für die erwischten Taxifahrer auch hier: Mehrere hundert Euro Anwaltskosten bei Annahme der mit der Abmahung verschickten Unterlassungserklärung – und in Folge das Risiko bei einem erneut nachgewiesenen Verstoß mehrere Tausend Euro Strafe zu zahlen, oder wahlweise vor Gericht zu unterliegen und womöglich noch höhere Kosten begleichen zu müssen.

Pottgraben, Taxifahrer warten
Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Abmahnwelle: Wartende Taxifahrer vor der Discothek Alando-Palais am Pottgraben

Wohl auch als Reaktion auf die Eskalation vor dem Sonnendeck, bemühte sich die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten eine Lösung für zusätzliche Aufstellflächen nach einem in Oldenburg erprobten Modell zu schaffen (HASEPOST berichtete). Nachdem der zuständige Ausschuss jedoch in seiner April-Sitzung den Verwaltungsvorschlag „ohne Empfehlung“ an den Rat weiterleitete, soll – so ein politischer Insider gegenüber unserer Redaktion – die SPD-Fraktion weiteren Beratungsbedarf angemeldet haben, so dass mit einer zumindest teilweisen Lösung der Aufstellproblematik vielleicht erst nach der Sommerpause zu rechnen ist.

Währenddessen eskaliert der Taxikrieg weiter und dehnt sich auch auf den persönlichen Bereich einzelner Akteure aus – dazu in der kommenden Woche mehr!

Die Fotos sind Gegenstand der oben beschriebenen Abmahnungen gegen Taxiunternehmer. Zur Wahrung etwaiger Persönlichkeitsrechte wurden Kennzeichen und Gesichter durch unsere Redaktion verpixelt.*Update 22:25: Unsere Quelle nannte uns nach Veröffentlichung des Artikels eine widersprüchliche Angabe zu den tatsächlich versendeten Abmahnungen, wir haben daher – bis zu einer Klärung – die zuvor veröffentlichten konkreten Zahlen herausgenommen.

AFP

Sutthausen soll einen größeren Aldi bekommen

Aldi Sutthausen
Aldi Sutthausen

Von derzeit noch knapp 750 m² auf dann bald 1.200 m² Verkaufsfläche will sich der Aldi am Wulfter Turm in Sutthausen vergrößern. Am Donnerstagabend entschied der Stadtentwicklungsausschuss (StUA) über die Pläne des Discounters.

Seit mehr als zwei Jahren steht das ehemalige Gartencenter Münsterland am Wulfter Turm leer. Aktuell sind Bauarbeiter damit beschäftigt Teile der Stahlkonstruktion zu demontieren, alles in allem sieht der Standort derzeit wenig einladend aus. Neben dem großen und modernen E-Center auf der linken Seite der Gartencenter-Ruine verkauft Aldi in einer typischen Einfach-Architektur der 80er Jahre, rechts und etwas abseits, seine Discountprodukte.

Auch Georgsmarienhütte wurde gefragt

Wer nun meint, dass es ein Einfaches wäre, dass ein Aldi mal eben 50 Meter seitwärts umzieht und dabei den Standort aufwertet, wurde in der Ausschusssitzung eines Besseren belehrt. Auf 12 eng beschriebenen Seiten erörterte die Verwaltung das Für und Wider eines Umzugs, nicht ohne dabei auch noch die angrenzende Gemeinde Georgsmarienhütte und den Landkreis Osnabrück um Stellungnahme zu bitten.

Aldi darf umziehen

Für die nicht einmal mehr als 500 m² zusätzlicher Verkaufsfläche, auf der Aldi das gleiche Sortiment wie im bisherigen Laden, nur etwas großflächiger anbieten wird, und den Umzug auf das benachbarte Grundstück, wurde nach einer zähen Diskussion schließlich das OK gegeben: Sutthausen soll einen größeren Aldi bekommen.

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Wann die Bagger anrücken und was nun aus dem bald leerstehenden alten Aldi werden wird, ist noch offen.

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AFP