Ein neuer Radschnellweg (RSW) soll schon bald Osnabrück mit Belm verbinden und es vor allem für Pendler attraktiver machen auf den Fahrradsattel zu wechseln.

Am Montag, 10 Juli, wurden die Pläne von Vertretern der Stadt Osnabrück, des Landkreises und der Gemeinde Belm vorgestellt.



Radschnellwege sind in Deutschland ein recht neues Infrastrukturelement, das auf die generellen Trends der wachsenden Bedeutung des Radverkehrs und der Erhöhung der Reichweiten durch die E-Mobilisierung des Fahrrads reagiert. Ein erster Radschnellweg, der „RS 1“ (Radschnellweg Ruhr) soll bei seiner Fertigstellung über 100 Kilometer lang werden, Teile davon sind schon jetzt befahrbar.

Rund um Osnabrück könnte es bald sieben Schnellwege geben

In Osnabrück sollen erstmal Strecken von 10 oder 15km ins Auge gefasst werden. Neben der Verbindung zwischen Osnabrück und Belm, die Pilotcharakter haben wird, sind insgesamt sieben verschiedene Schnellwege im Fokus der Planer von Stadt und Landkreis.

Existierende Radschnellwege, z.B. in den Niederlanden und Kopenhagen, zeigen, dass sich mit der Steigerung der Reisegeschwindigkeit und des Fahrkomforts neue Potenziale erschlossen werden und ein Umstieg vom Auto auf das Fahrrad geschieht. Zielgruppe sind insbesondere Berufspendler. Für die Mobilität in der Stadt-Umland-Beziehung in der Region Osnabrück kann dem Radverkehr so eine bedeutende Rolle zukommen.

Als ein Projekt der Masterplanregion 100% Klimaschutz ist 2014 eine Machbarkeitsstudie zu RSW erstellt worden.
Vertieft untersucht wurden die Routen Osnabrück-Wallenhorst, Osnabrück-Belm und Osnabrück-Lotte-Wersen, wobei hier sogar Landesgrenzen überwunden werden müssten. Das höchste Realisierungspotenzial wurde dabei in der Verbindung Osnabrück-Belm gesehen.
Stadtbaurat Frank Otte stellte bei der Präsentation als großen Vorteil dieser Relation heraus, dass Pendler bei Schlechtwetter auch den Bus als Alternative nutzen können, der zwischen Belm und Osnabrück in einer sehr dichten Taktung verkehrt.
Die Schnellwege werden allerdings ganzjährig befahrbar sein, dafür ist ein Reinigung- und Winterdienst vorgesehen, in einer späteren Ausbaustufe ist auch eine durchgängige Beleuchtung geplant.

Stadt, Landkreis und Gemeinde Belm gaben sich gleichzeitig das „Ja-Wort“

Als regionales gemeinsames Projekt haben die Stadt Osnabrück, der Landkreis Osnabrück und die Gemeinde Belm die Vorplanung für den RSW Osnabrück-Belm beauftragt. Die Vorplanung wurde vom Planunsgbüro SHP Ingenieure, Hannover, erstellt und ist am 8. Juni in den politischen Gremien der drei Partner beschlossen worden.
Dass die Sitzungsplanung der drei beteiligten Partner zufällig alle Entscheidungsgremien parallel am gleichen Tag entscheiden liess, wertete Kreisrat Dr. Winfried Wilkens als positives Zeichen.
Belms Bürgermeister Viktor Hermeler berichtete, dass in seiner Gemeinde noch nicht ganz klar ist, ob die Routenführung entlang der zukünftig deutlich vom Straßenverkehr befreiten Bremer Straße oder entlang der Eisenbahn führen wird. Ziel sei schon jetzt eine Fortführung bis nach Vehrte ins Auge zu fassen.

Ursprünglich geplanter Streckenverlauf. Aktuell wird auch eine Streckenführung weiter entlang der Bahn in Richtung Osten untersucht. Quelle: Stadt Osnabrück

Bauarbeiten beginnen im Herbst

Die Bauarbeiten werden auf Osnabrücker Seite an der Liebigstraße begonnen. Von dort geht es durch die Schlachthofstraße, hier zum größten Teil in der attraktiven Baumallee. Zwischen Schlachthofstraße und der Straße Am Bahndamm wird entlang der Halle Gartlage für den RSW eine Verbindung neu angelegt. Bis zur Stadtgrenze kann nun die vorhandene Route entlang der Bahnlinie genutzt werden, die allerdings ausgebaut und verbessert werden muss. Am Power Weg wird der RSW die Bahnseite wechseln und ist in Belm nördlich der Bahn bis zur Haster Straße geplant.

Bis die Strecke komplett bis Belm fertiggestellt ist, kann es noch ein paar Jahre dauern, der erste Spatenstich wird allerdings noch im Herbst 2017 erwartet.
Alle Beteiligten hoffen auf Fördermittel von Bund und Land, für den ersten Teilabschnitt sollen so bereits 90% der Kosten gedeckt sein.

Das Gesamtprojekt in Zahlen:

  • Länge: 6,2 km (davon 4,9 km im Stadtgebiet Osnabrück)
  • zusätzlich drei Zubringertrassen in Beim: 1,6 km
  • Kosten ca. 7,5 Mio. €, davon:
    • 5,2 Mio. € Stadtgebiet OS
    • 2,3 Mio. € Beim

(ohne Leitungen, Grunderwerb, Baugrund)

 

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