Der Start des Historischen Weihnachtsmarkts in Osnabrück ist nach Einschätzung von Bernhard Kracke junior, dem Vorsitzenden des Schaustellerverbands Weser-Ems, gut gelaufen. „Wir sind zufrieden mit der ersten Woche und dem ersten Wochenende. Bei dem Regenwetter der vergangenen Tage war der Andrang natürlich nicht ganz so groß – insgesamt aber war es in Ordnung“, meint Kracke. Die alte Faustregel gelte weiter: „Wenn es trocken ist, sind immer viele Menschen auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs.“

Nach Einschätzung von Kracke herrscht wieder ein guter Zustrom von Besuchern aus den Nachbarländern. „Bei mir am Stand waren bisher jeden Tag Niederländer zu Gast. Wie die Reiseunternehmen den Osnabrücker Weihnachtsmarkt annehmen, ist wirklich gut“, sagt Kracke. Der Schaustellerchef betreibt den Feuerzangenbowle-Stand in der Nähe des Mittelalter-Brunnens auf dem Markt. Kracke ist seit fünf Jahren der Inhaber des Stands, der nach seinen Angaben bereits seit 1991 besteht und damit zu den echten „Veteranen“ auf dem Historischen Weihnachtsmarkt in Osnabrück zählt. Kracke pflegt an seinem Stand einen besonderen Brauch: Er nutzt zum Ausschank seiner Heißgetränke als einer von ganz wenigen Standbetreibern eigene Trinkgefäße und nicht die Getränkebecher, die jedes Jahr eigens für den Weihnachtsmarkt produziert und von vielen Liebhabern gesammelt werden.

Tassen werden fleißig gesammelt

„Es ist eine Tradition, dass es bei uns am Stand jedes Jahr eigene Getränketassen gibt, deren Design ebenfalls jährlich wechselt“, macht Krache deutlich. „Wir haben immer ein Osnabrücker Motiv – diesmal mit dem Bahnhof im Mittelpunkt.“ Wie Kracke erklärt, werden auch diese Tassen von vielen Besuchern des Weihnachtsmarkts gesammelt. „Unsere Gäste legen großen Wert darauf. Ich habe einmal auf die eigenen Tassen verzichtet – aber das kam nicht gut an, so dass ich im Jahr danach zwei Tassenserien angeboten habe, neben der aktuellen noch nachträglich eine für das Vorjahr.“ Kracke legt Wert darauf, dass die Feuerzangenbowle in Tontrinkbechern serviert wird, außerdem arbeitet er mit einer anderen Füllmenge.

Erste Wechsel der Geschäfte

In der Wechselstube auf dem Historischen Weihnachtsmarkt in Osnabrück geht es in die nächste Runde. Als zweiter Beschicker ist nun das Menslager Feinkostgeschäft Wojtun in den von der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) betriebenen Weihnachtsmarktstand auf dem Platz des Westfälischen Friedens unter den Arkaden der Stadtbibliothek eingezogen. Das Geschäft aus dem Osnabrücker Nordkreis bietet bis einschließlich Sonntag, 9. Dezember, ein Sortiment in der Wechselstube an, in dem vor allem ausgesuchte Brände im Vordergrund stehen. „Nachdem gerade unsere Spirituosen in den vergangenen Jahren in der Wechselstube immer sehr gut angekommen sind, haben wir unser Sortiment diesmal noch ein bisschen mehr darauf ausgerichtet“, erklärt Klaus Wojtun, der Inhaber des Menslager Feinkosthandels. „Außerdem bemerken wir auch bei uns im Geschäft und im Internethandel eine steigende Nachfrage nach Spirituosen. Und weil der Platz in der Wechselstube ja begrenzt ist, haben wir uns entscheiden, uns diesmal mehr darauf zu konzentrieren.“

Wechseltube
Foto: Wechselstube: Klaus Wojtun und der Auszubildende Daniel Böcker. © Jens Lintel

Whisky aus deutscher Herstellung

Wojtun bietet zum Beispiel hochwertigen Whisky und Gin aus deutscher Herstellung an, außerdem sind exklusiver Rum, edle Kräuterliköre und Fruchtbrände im Programm. „Wir bieten auch die Möglichkeit zur Verkostung an – beispielsweise unsere Winterpflaume mit Sahne“, sagt der Wojtun-Auszubildende Daniel Böcker, der mit zur Standbelegschaft gehört. Das Menslager Feinkostgeschäft ist bereits zum vierten Mal in der Wechselstube auf dem Historischen Weihnachtsmarkt in Osnabrück vertreten. „Wir sind seit dem Start der Wechselstube dabei und haben bisher jedes Jahr gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Klaus Wojtun. „Auch der Platz an der Stadtbibliothek gefällt uns gut – nach meiner Einschätzung ist es wirklich ein ‚angenehmes Zusammensein’ hier.“

Regelmäßiger Tausch in der Wechselbude

Der von der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH bereitgestellte Stand soll es ermöglichen, dass neue Anbieter und kleinere Geschäfte Zugang zum Historischen Weihnachtsmarkt finden. In der kommenden Woche (ab 10. Dezember) zieht erstmals der Mettinger Museumsshop „Draiflessen“ in die Wechselstube ein. Als vierte Beschickerin bietet zum Finale (ab 17. Dezember) Sarah Baumann ein Sortiment von Geschenkartikeln unter dem Namen „Handmade“ in der Wechselstube an.

Shopping bis 22 Uhr am langen Adventssamstag

Das erste Adventswochenende weckt bei den Einzelhändlern in der Osnabrücker Innenstadt die Hoffnung auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft. Am vergangenen Freitag und Samstag lag die Zahl der Besucher rund 35 Prozent höher, als an einem „normalen“ Wochenende. Die Ergebnisse der laserbasierten Passantenfrequenzmessgeräte zeigen zudem, dass am vergangenen Samstag rund acht Prozent mehr Shoppingfans in der Stadt unterwegs waren, als am ersten Adventssamstag des vergangenen Jahres. Wer auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken noch nicht fündig geworden ist, hat am kommenden Samstag in Osnabrück die Gelegenheit zum besonders ausgiebigen Shoppingbummel: Am langen Adventssamstag (8.12.) öffnen die Geschäfte in der weihnachtlich beleuchteten Osnabrücker City bis 22 Uhr.