Aktuell Osnabrück erlebt Glatteis-Winter

Osnabrück erlebt Glatteis-Winter

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Montag der 4. Januar war der Tag, an dem der Winter nach Osnabrück zurück kam. Leichter Schneefall hatte in der Nacht dafür gesorgt, dass man sich an der Hasestadt daran erinnerte welche Jahreszeit aktuell ist. Schneemänner wurden gebaut und in den sozialen Medien tauchten zahlreiche Winterbilder auf: “Guck mal, so sieht Winter aus!”

Montagabend zeigte der Winter, dass er auch eine grimmige Seite hat. Zwischen 20:00 Uhr und Dienstagmorgen 09:00 Uhr zählte die Osnabrücker Polizei insgesamt 73 Verkehrsunfälle. Zwölf Menschen wurden dabei leicht verletzt.

Blitzeis in Osnabrück
Spiegelglatt war es in der Nacht zu Dienstag in Osnabrück

Schwerer Unfall auf der A30

In einen ersten schweren Unfall wurden Montagabend auf der A 30 insgesamt acht Fahrzeuge verwickelt. Kurz vor 22 Uhr geriet eine Pkw-Fahrerin (38) auf der Richtungsfahrbahn Rheine, kurz hinter dem Südkreuz, ins Schleudern. Die Frau prallte mit ihrem Auto links gegen die Betonschutzwand und kam auf dem Überholfahrstreifen zum Stillstand. Zwei nachfolgende Autofahrer (26 und 31) versuchten auszuweichen, gerieten aber ebenfalls ins Schleudern und prallten auch in die Betonschutzwand. Ein direkt dahinter fahrendr Lkw-Fahrer (58) brachte sein Fahrzeug rechtzeitig zum Stillstand. Ihm folgten zwei Pkw, deren 28 und 26jährige Fahrer beim Ausweichen schleuderten und nacheinander in den zuletzt beschädigten und davor auf dem Überholfahrstreifen befindlichen Pkw prallten. Den beiden Fahrzeugen folgte ein weiter Lkw-Fahrer (33), der sein großes Fahrzeug ohne aufzufahren stoppen konnte. Allerdings rutschte ein hinter ihm fahrender junger Mann (27) mit seinem Auto in den Laster. Ein Pkw-Fahrer erlitt leichte Verletzungen. Alle anderen Beteiligten blieben unverletzt. Alle an dem Unfall beteiligten Autos mussten abgeschleppt werden, da sie nicht mehr fahrbereit waren. Die Autobahnpolizei schätzte den Gesamtschaden auf 42.000 Euro. Für Reinigungs- und Aufräumarbeiten musste die Autobahn für zwei Stunden voll gesperrt werden.
Bei allen anderen Unfällen der Nacht blieb es bei Blechschäden, so die Polizeiinspektion Osnabrück.

Polizeibeamter bei Unfallabsicherung beinahe überfahren

Bei der Absicherung einer weiteren Unfallstelle auf der A 30 in Fahrtrichtung Rheine, wurde ein Polizeibeamter (39) beinahe überfahren. Gegen 23.50 Uhr überfuhr ein 41-jähriger Autofahrer die zur Absicherung aufgestellten Warnlampen.  Der Polizist erkannte zum Glück rechtzeitig die Gefahr und konnte sich durch einen Sprung über die Leitplanke retten. Dabei zog sich der Beamte leichte Verletzungen zu, ist nach Angaben seiner Kollegen aber weiterhin dienstfähig.

Stadtwerke hielten Busse im Depot

Kurz vor vier Uhr morgens fiel die Entscheidung: Die Busse bleiben im Depot. „Die Straßensituation in Osnabrück war durch den in der Nacht gefallenen Regen extrem gefährlich, da sich auf den Wegen Eisplatten gebildet hatten“, sagt André Kränzke, Leiter des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Osnabrück. In solchen Wetterlagen gäbe es keine Alternativen, um die Sicherheit von Fahrgästen und Fahrpersonal zu gewährleisten: Der Verkehr wird eingestellt.

Bis 5.30 Uhr verließ kein Bus das Depot an der Sandbachstraße

Fahrer wurden zur zusätzlichen Kundeninformation an Telefonen und im Mobilitätszentrum eingesetzt. Es waren viele Anrufe, aber auch viel Verständnis zu verzeichnen. Das zeigte sich auch in den sozialen Medien bei Facebook und Twitter. „Ab halb sechs setzten wir je Linie einen Bus ein, um einen sehr reduzierten Notfallfahrplan aufzubauen, eine Stunde später verdoppelten wir die Zahl und ab viertel nach zehn normalisierte sich die Lage dann“, so Kränzke. Auch im Landkreis fuhren bis neun Uhr morgen nur sehr vereinzelt Busse. Der Südkreis war dabei weniger betroffen als der Nordkreis, dem nach Abklingen der Wetterlage vor allem Unfälle auf den Bundesstraßen Probleme bereiteten. „Wir sind froh, dass wir keine Unfälle hatten – eine Tatsache, die unsere Entscheidung von heute früh nur bestärkt. Auch die umsichtige Fahrweise unseres Personals trug dazu bei, dass trotz der extremen Situation niemand zu Schaden kam“, fasst Kränzke zusammen.

Polizei und Wetterdienst warnen weiter

Die Polizei gibt noch keine Entwarnung für den Straßenverkehr in Osnabrück. Aufgrund der Wetterbedingungen ist auf allen Straßen weiterhin mit Glätte zu rechnen. Das gilt nicht nur für die Nebenstraßen. Die Polizei mahnt alle Verkehrsteilnehmer zu einer vorsichtigen und vorausschauenden Fahrweise.
Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt keine Entwarnung. Bis einschließlich Donnerstag ist die Unwetterwarnstufe aktuell auf “gelb” hochgesetzt. Mit weiterem Glatteis ist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu rechnen.


Redaktion Hasepost
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