Foto: Junge Frau auf Fahrrad im Straßenverkehr, über dts

Berlin (dts) – Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Cem Özdemir (Grüne), hat schnelle Maßnahmen gegen die wachsende Zahl von Abbiege-Unfällen gefordert. „Jeder einzelne Mensch, zumal jedes Kind, das zu Schaden kommt oder gar das Leben verliert, ist eines zu viel“, sagte der Grünen-Politiker der Zeitschrift „Tina“ (EVT 8. Mai). Es sei deshalb „Eile geboten“.

Deutschland könne nicht abwarten, bis 2024 ein Abbiege-Assistent für Lkw EU-weit eingeführt werde. „Selbst dann dauert es noch rund zehn Jahre, bis es die meisten Lkw haben“, sagte Özdemir weiter. In Deutschland kommt es immer wieder zu Abbiege-Unfällen, bei denen Radfahrer und Fußgänger zu Schaden kommen. Özdemir forderte, dass eine „Übergangsregelung“ in der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) eingeführt wird. „Dann dürften die Kommunen Straßen, die Unfallschwerpunkte sind, für Lkw ohne Abbiegeassistenten sperren. Dann kämen Abbiegeassistenten logischerweise schneller“, sagte Özdemir der Zeitschrift. „Außerdem sollten Lkw beim Abbiegen nicht schneller als sieben Stundenkilometer fahren dürfen, und Kreuzungen sollten übersichtlicher ausgebaut werden.“ Im Durchschnitt komme in Deutschland pro Tag mindestens ein Radfahrer ums Leben, alle sieben Minuten werde einer verletzt, so Özdemir. „Das Ziel muss sein, dass Fahrradfahren so sicher wird wie Geländewagenfahren.“