Landkreis Osnabrück Flächendeckende Tests bei Bewohnern und Beschäftigten in der Altenhilfe...

Flächendeckende Tests bei Bewohnern und Beschäftigten in der Altenhilfe „derzeit nicht machbar“

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Flächendeckende, nicht risikoorienterte Corona-Tests ohne Anlass für Bewohner und Beschäftigte von Einrichtungen der Altenpflege und Eingliederungshilfe seien aktuell nicht realisierbar. Noch sind die Laborkapazitäten in Osnabrück und Landkreis zu gering.

Der Leiter des gemeinsamen Gesundheitsdienstes von Landkreis und Stadt Osnabrück, Dr. Gerhard Bojara, bewertet entsprechende Forderungen nach einem generellen und dauerhaften Screening als „derzeit noch nicht machbar.“ Der morgen vom Bundestag in erste Lesung beratene Gesetzesentwurf werde unter anderem Regelungen zur Steigerung und Finanzierung von Tests symptomloser Personen beinhalten und hierfür Chancen schaffen.

20.000 Test pro Woche momentan nicht machbar

Zur Begründung verweist der Mediziner auf die Zahlen: „Wenn alle Bewohner und Pflegekräfte aus allen 125 Einrichtungen in Landkreis und Stadt Osnabrück wie eigentlich wünschenswert getestet werden sollen, dann sprechen wir von mehr als 10.000 Menschen und bei zweimaliger Testung pro Woche von 20.000 Tests pro Woche.“ Das sei ein Vielfaches der aktuell verfügbaren Testmöglichkeiten, so Bojara. Das neue Gesetz habe nun zum Ziel, die Zahl möglicher Tests bundesweit auf 4,5 Millionen pro Woche zu steigern, was für Landkreis und Stadt Osnabrück einen Anteil von geschätzt 30.000 Tests bedeute: „Dieses Vorhaben begrüßen wir ausdrücklich und wir werden die Heime und Einrichtungen in unserer Region bei der konkreten Umsetzung dieser dann möglichen Tests fachlich begleiten und beraten. Das wird noch eine große organisatorische Herausforderung für die Betreiber und das ambulante Gesundheitssystem, insbesondere für die niedergelassenen Ärzte.“

Zu viele Fälle – zu wenig Zeit

Aktuell müsse mit den vorhandenen Laborkapazitäten aber sorgfältig umgegangen werden, erklärt Bojara und erläutert das derzeitige Vorgehen: „Wenn in einem Heim ein Fall von Corona auftritt, werden alle Bewohner und Pflegekräfte umgehend und mehrfach in einem Abstand von drei bis vier Tagen getestet, bis das Ausbruchsgeschehen in der Gemeinschaftseinrichtung beendet ist. Und genau dafür brauchen wir die vorhandenen Laborkapazitäten.“ Eine immer wieder ins Gespräch gebrachte Testung aller Pflegekräfte in allen Heimen ganz ohne Anlass wäre medizinisch dann besonders schlüssig, wenn alle Pflegekräfte jeden zweiten oder dritten Tag getestet werden würden: „Das ist aber derzeit allein wegen der viel zu großen Zahl der Fälle ausgeschlossen. Und auch wenn wir in der jetzigen Lage ohne Anlass testen würden, dann bekämen wir das Ergebnis wegen der Belastung der Labore in viel zu vielen Fällen erst so spät, dass uns das auch nicht weiterhelfen würde.“ Ein entscheidender Faktor bei der Untersuchung sei schließlich das Tempo, um sofort reagieren zu können.

Kapazitäten nicht überlasten

Bojara betont in diesem Zusammenhang auch die Eigenverantwortung der Heimbetreiber: „Wir können und wollen keinem Träger von Heimen oder Einrichtungen verbieten, sein Personal und seine Bewohner so oft testen zu lassen, wie er es für richtig hält. Wir können nur appellieren, die vorhandenen Kapazitäten der Labore dabei derzeit nicht unnötig zu überlasten.“ Der Gesundheitsdienst wird nach Bojara weiterhin bei jedem Verdachtsfall in Heimen sofort tätig, berät die betroffene Einrichtung und kontrolliert die Hygienemaßnahmen. Durch die mehrfachen Abstrichaktionen aller Bewohner und Beschäftigten bei Vorliegen auch nur einer Bestätigung auf eine Infektion mit Corona tut der Gesundheitsdienst gemeinsam mit dem jeweiligen Bertreiber in diesen Fällen deutlich mehr, als es vom Landesgesundheitsamt vorgegeben sei. „Nur durch diese aufwendige und schnelle Arbeit können wir aufkommende Ausbrüche effektiv in den Griff bekommen und dazu brauchen wir eben auch unbedingt immer freie Laborkapazitäten“, so Bojara.


PM
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