Landkreis Osnabrück 🎧Erster Warnstreik in der Firmengeschichte bei der Teutofracht Spedition...

Erster Warnstreik in der Firmengeschichte bei der Teutofracht Spedition GmbH in Georgsmarienhütte

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Die Beschäftigten treten in den Warnstreik. / Foto: IG Metall

Die etwa 100 Beschäftigten der Firma Teutofracht Spedition GmbH in Georgsmarienhütte fordern einen Tarifvertrag. Diese Forderung haben sie bereits im Herbst letzten Jahres erhoben. Nach insgesamt 5 Gesprächsrunden zwischen dem Arbeitgeber und der IG Metall folgte am heutigen Donnerstag (27. Mai) der erste Warnstreik in der Firmengeschichte. Die Fronten am Verhandlungstisch hatten sich zuletzt verhärtet, nachdem es zunächst erste Schritte einer Annäherung gab.

Bis zu 20 Tonnen Möbelteile am Tag bewegen die Beschäftigten der Teutofracht bei ihrem Kunden, einem großen Schlafzimmermöbelhersteller in Georgsmarienhütte. Und das pro Person und mit reiner Muskelkraft. Teutofracht ist als Logistikdienstleister in der Produktion und der Verladung tätig. Die Beschäftigten haben nur 26 Tage Urlaub, eine 40 Stunde Woche und einen Grundlohn der deutlich unter dem Flächentarifniveau der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie liegt. Als Teil der Wertschöpfungskette fordern die Beschäftigten die Anerkennung und stufenweise Einführung genau dieser Tarifverträge wie sie auch bei ihrem Kunden vor Ort üblich sind.

Bisher keine Einigung

Nachdem sich IG Metall und Teutofracht in den ersten Verhandlungsrunden in einigen Punkten angenähert und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet hatten, war insbesondere bei der Frage der Höhe und der Ausgestaltung der zukünftigen Löhne und Gehälter keine Einigung möglich. „Das ist jedoch ein entscheidendes Kriterium für die Kolleginnen und Kollegen“, weiß Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall Bezirksleitung zu berichten. „Die Beschäftigten in der Verladung arbeiten sich Tag für Tag die Knochen wund. Stellen Sie sich vor, sie Bewegen am Tag 20 Mittelklassewagen von A nach B. Und das unter Leistungsdruck und nur mit 26 Tagen Urlaub im Jahr, wovon ein Großteil auch noch dem Produktionsurlaub des Kunden unterworfen und damit in der zeitlichen Lage nicht frei wählbar ist. Das bringt die Kolleginnen und Kollegen zu Recht auf die Palme“, so Wente weiter.

Geringe Löhne

Die IG Metall fordert die Einführung der Löhne und Gehälter der Holz und Kunststoff Industrie in Niedersachsen in Höhe von 80 Prozent. Das sei fair und für die Branche das Mindeste. Doch gerade im Gehaltsbereich habe der Arbeitgeber zuletzt nur circa 57 Prozent des Flächentarifniveaus angeboten und sei zu keiner Nachbesserung bereit gewesen: „Das liegt sogar noch deutlich unter den tariflichen Gehältern in der Logistikbranche, wo ein Speditionskaufmann bis zu 300 Euro pro Monat mehr verdient, bei gleicher Arbeitszeit“, weiß Brigitte Langguth von der IG Metall Osnabrück zu berichten.

Warnstreik setzt deutliches Zeichen

Sie betreut die Teutofracht Spedition GmbH seit mehreren Jahren und kennt die Arbeitsbedingungen vor Ort. „Gute Arbeitsbedingungen in Form von fairen Tarifverträgen sind eine Frage der Gerechtigkeit. Dafür streiten die Kolleginnen und Kollegen bei Teutofracht und verleihen ihrer Forderung heute deutlichen Nachdruck. Das zeigt, dass die IG Metall auch unter Pandemie-Bedingungen voll aktions- und handlungsfähig ist“, so Langguth abschließend. “Mit dem heutigen Warnstreik und der hervorragenden Beteiligung haben die Beschäftigten ein deutliches Zeichen gesetzt!“

Hoffen auf neue Verhandlungen

Bislang sind keine neuen Verhandlungstermine vereinbart. Die Beschäftigten werden jetzt verstärkt Druck machen, um ihre Forderung zu untermauern. Verhandlungsführer Wente sieht trotz aller Schwierigkeiten dennoch eine gemeinsame Lösung: „Beide Seiten haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie aufeinander zu gehen können. Jetzt liegt es an der Arbeitgeberseite, wann wir an den Verhandlungstisch zurückkehren. Wir sind für neue Ideen und Vorschläge jederzeit offen.“

PM
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