Aktuell os1.tv: Erste Reaktionen aus der Osnabrücker Lokalpolitik

os1.tv: Erste Reaktionen aus der Osnabrücker Lokalpolitik

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Das überraschende “Aus” für den lokalen Fernsehsender os1.tv, über das HASEPOST exklusiv berichtete, kam auch für die Osnabrücker Lokalpolitiker überraschend. Über das Wochenende konnten wir ein paar erste Reaktionen aus der Politik sammeln.
In einem weiteren Artikel haben wir zusätzliche Hintergründe gesammelt.

Es ist schade, dass os1.tv vom Markt geht.

Dr. Thomas Thiele, FDP, OsnabrückEs ist deshalb wichtig, dass es mehr Medien in dieser Stadt gibt, die für unterschiedliche Darstellungen sorgen.

Auch wenn os1.tv ein NOZ Produkt ist / war, so waren oft auch unterschiedliche Darstellungen möglich.

Eine differenzierte Medienlandschaft ist wichtig, Konkurrenz ist wichtig: Es belebt eben doch das Geschäft und ist wichtig für die Demokratie!

Dr. Thomas Thiele, Vorsitzender der FDP Fraktion im Osnabrücker Stadtrat


Medienlandschaft wird ohne os1.tv ärmer

Ich finde das Aus für den Fernsehsender OS 1 TV mehr als bedauerlich, da unsere Medienlandschaft ohne os1.tv ärmer wird.Frank Henning, SPD, Osnabrück

Der Sender hatte sich in den letzten Jahren gerade durch Beiträge von Claudia Puzik und Marcel Trocoli Castro qualitativ deutlich gesteigert. Dies zeigte sich auch an der neuen Talkshow von Frau Puzik und Herrn Trocoli Castro sehr deutlich.

Ich kenne die wirtschaftlichen Hintergründe dieser Entscheidung (noch) nicht, bedaure aber das Aus, weil gerade die lokalen Sendungen und die Lokalnachrichten aus Stadt und Land für alle Osnabrückerinnen und Osnabrücker sehr interessant waren.

Frank Henning, MdL, SPD Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Osnabrück


Man kann nur hoffen, dass diese Lücke wieder gefüllt wird

Michael Hagedorn, Bündnis 90 / Grüne, OsnabrückDass der Sender nicht kostendeckend lief, ist angesichts der geringen Werbung, die dort ausgestrahlt werden konnte, kein Überraschung.

Das ist natürlich ein bedauernswerter Verlust für die Region. Man kann nur hoffen, dass diese Lücke irgendwann wieder gefüllt wird.

Michael Hagedorn, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Osnabrücker Stadtrat


Ausstieg der Stadtwerke hat im Aufsichtsrat nicht zur Debatte gestanden

Fritz Brickwedde, CDU, OsnabrückDas Aus für os1.tv bedauere ich sehr. Die Redaktion hat ein gutes Programm gemacht. Es ist schade, dass sich eine Wirtschaftlichkeit nicht erreichen ließ.

Die Medienlandschaft in Osnabrück ist ein Stück ärmer geworden. Mit dem Sparkurs der Stadtwerke hat die Schließung des Senders nach meiner Kenntnis nichts zu tun.

Ein Ausstieg der Stadtwerke hat im Aufsichtsrat nicht zur Debatte gestanden.

Dr. E. h. Fritz Brickwedde, Vorsitzender der CDU Fraktion im Osnabrücker Stadtrat


 

Bisherige Gesellschafter könnten einen Neustart unterstützen

Sollte der regionale Fernsehsender os1.tv die Arbeit einstellen, so ist das bedauerlich.
Wir gehen von einer unternehmerischen Entscheidung aus, die man respektieren muss.

Michael Florysiak, DMD, OsnabrückAkteure der Sendegesellschaft wenden sich wohl notwendigerweise ihrem Kerngeschäft zu.

Jetzt sind Start-up Unternehmen aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen. Wir können uns vorstellen, dass die bisherigen Gesellschafter einen derartigen Neustart unterstützen.

Im Übrigen werden Start-up Unternehmen mit Krediten der EU gefördert. Mit Starthilfe der bisherigen Eigentümer und dem Mut des/der neuen würden wir uns dann über “OS 1neu.TV” sicher freuen.

Michael Florysiak, Mitglied im Rat der Stadt Osnabrück, DMD (Demokratische Mitte Deutschlands) 


Vom Werbemarkt konnte os1.tv niemals alleine leben

Als os1.tv startete, waren meine Erwartungen eher gering, denn die NOZ war nicht dafür bekannt, den bei ihr Beschäftigten zu ermöglichen, ein eigenes Profil zu entwickeln. Und wo ein solcher Geist herrscht, ist leider auch der Wille schwach, die Chancen neuer Techniken auszureizen und die eine oder andere Grenze zu überschreiten.

Christopher Cheeseman, OsnabrückEs wurde dennoch interessant mit os1.tv, denn teils ungewollt bzw. willkürlich, teils durch individuelles Engagement entstand eine zunehmend interessante Mischung aus skurrilem Dilettantismus und teils engagiertem Journalismus.
Ich hätte mir sehr gewünscht, dazu noch weitere Features wie Kurz- und Dokumentarfilme zu sehen, dass Innovatives wie Graphic Novels eine Plattform erhalten und dass die Möglichkeiten zu mehr Zuschauerbeteiligung eine Chance bekommen hätten. Solche Neuheiten und das Herausarbeiten eines eigenen Images kann allerdings nur gelingen, wenn dem Unternehmen Eigenständigkeit zugestanden wird. Das ist die Sache der NOZ nicht, wo alle Stiefelettenträger zudem meinen, schon genug zu wissen.

Tja, mensch zeige mir außerdem ein Fernsehunternehmen was auskömmlich arbeitet. Die entsprechende Ankündigung am Anfang hat mich schon gewundert, denn der regionale Werbemarkt ist eher konservativ strukturiert – davon konnte os1.tv niemals alleine leben. Und mit Lizensierungen kommt so ein Unternehmen nur weiter, wenn (s.o.) innovative Produkte vorhanden sind.
Dabei war os1.tv von Anfang an “schlank” – vielleicht zu sehr – konfiguriert, und damit sind nicht die Kamerafrauen/Interviewerinnen mit ihrem BMI unter 18 gemeint. Ich hoffe sehr, dass so manche Beschäftigte ihre Arbeit als Sprungbrett für eine weitere Tätigkeit im Bereich “irgendwas mit Medien” nutzen können.

Ich würde mir sehr wünschen, dass in irgendeiner Art und Weise weiterhin in Osnabrück mit und am Medium Fernsehen gearbeitet wird. Vielleicht besteht eine Lektion darin, dass eine sich diesem Medium widmende Organisation – auf Unternehmen will ich mich nicht beschränken – zwar starke Partner braucht, aber sich Struktur, Regelungen und Grenzen selbst auferlegen muss. Allen, die ein Fernsehen in und aus Osnabrück möglich machen könnten, wünsche ich innovatives Denken und das Vertrauen in das Projekt und in alle Beteiligten.

Christopher Cheeseman, Mitglied im Rat der Stadt Osnabrück


Die Reihenfolge der Statements erfolgte nach dem Eingang der Reaktionen.


Redaktion Hasepost
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