Osnabrück Deutschland im Gespräch - Greifswalder besuchen Osnabrück

Deutschland im Gespräch – Greifswalder besuchen Osnabrück

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Schon seit 30 Jahren besteht keine geografische Ost-West Grenze mehr in Deutschland, dafür aber immer noch eine mentale. Um Vorurteile abzubauen und Unterschiede aufzulösen wurde das Projekt “Deutschland im Gespräch” initiiert. Im Rahmen des Projekts besuchten Bürger der Partnerstadt Greifswald am Samstag, den 7. Dezember 2019, Osnabrück.

Im Jubiläumsjahr “30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit” lädt die Bundesregierung Bürger aus Ost- und Westdeutschland ein, sich zu begegnen und miteinander zu diskutieren. Aus diesem Anlass waren am Samstag Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern nach Osnabrück gekommen. “Deutschland im Gespräch” ist Teil der Jubiläumsaktivitäten der von der Bundesregierung berufenen Kommission “30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit”.

Ergebnisse sollen der Bundesregierung vorgelegt werden

Die Teilnehmenden tauschten ihre unterschiedlichen Erfahrungen in den letzten 30 Jahren aus und entwickelten gemeinsame Ideen für die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Teilen Deutschlands. Die Gespräche wurden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Ihre Ergebnisse bilden die Basis für politische Handlungsempfehlungen der Kommission an die Bundesregierung, die am Ende des Jubiläumsjahrs übergeben werden sollen.


Unterschiede ebnen und Vorurteile abbauen

„Mir war es ganz wichtig, heute dabei zu sein“, so die Bilanz der 49-jährigen Greifswalderin Rita Kremer am Ende des Vormittags. Nach anregenden Gesprächen mit Bürgern aus Osnabrück ist sie von einem überzeugt: „Solange Ost und West noch in unseren Köpfen existieren, solange werden auch die Unterschiede zwischen uns weiterbestehen. Veranstaltungen wie diese sind – wie ich heute erlebt habe – ein großer Schritt in die richtige Richtung: sie sorgen dafür, dass wir Hürden abbauen und Trennendes allmählich verschwindet.“


Aufeinandertreffen stimmt nachdenklich

Auch für den Osnabrücker Josek Neihenke war die Begegnung mit Bürgern aus seiner Partnerstadt ein Gewinn. „Ich bin einmal den Rennsteig in Thüringen gewandert, ein anderes Mal war ich im Urlaub in Brandenburg. Ansonsten hatte ich in den letzten 30 Jahren nahezu keine Berührungspunkte mit Menschen aus Ostdeutschland“, sagt der 65-Jährige. „Daher habe ich heute die Gelegenheit genutzt, mich mit ehemaligen DDR-Bürgern auszutauschen. Vor allem die vielen unterschiedlichen Biografien fernab meines Lebens als langjähriger Beamter und die zum Teil existenziellen Sorgen der Menschen haben mich bewegt und nachdenklich gemacht.“

Schüler wurden zu Reportern

Neben den Teilnehmenden aus Osnabrück und Greifswald waren auch Schüler aus beiden Partnerstädten als Reporter vor Ort. Unter anderem sprachen die Jugendlichen mit dem Zeitzeugen Hinrich Kuessner über seine Erinnerungen an die Zeit unmittelbar nach dem Mauerfall. Als Sprecher des Neuen Forums in Greifswald gehörte der heute 76-Jährige im Dezember 1989 zu den ersten Aktivisten, die sowohl die SED- als auch die Stasizentrale in der Stadt besetzten. Der Schülerreporter Kai Wielert erzählt: „Ich fand es sehr cool, heute in Osnabrück dabei zu sein und mit Passanten und Zeitzeugen Videointerviews zu führen.“ Besonders überrascht habe ihn, sich bei Gesprächen auf der Straße mit Ostklischees konfrontiert zu sehen, so der 18-jährige Greifswalder weiter. „Bislang war mir gar nicht bewusst, dass es solche Vorurteile überhaupt noch gibt.“
Die vollständige Reportage wird ab dem 13. Dezember auf der Website des Jubiläumsjahres zu sehen sein.

PM
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