Deutschland & die Welt Der Cannabis-Markt boomt: auch Hanfsamen sind heißbegehrt

Der Cannabis-Markt boomt: auch Hanfsamen sind heißbegehrt

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In Deutschland ist der private Anbau von Hanfpflanzen nach dem Betäubungsmittelgesetz grundsätzlich illegal. Dies gilt auch für CBD-Samen, die den zulässigen THC-Grenzwert von 0,2 % nicht überschreiten. Zwar besteht die Option, eine Sondergenehmigung aus medizinischen Gründen zu erhalten. Viele dieser Freibriefe wurden aber wieder kassiert, nachdem Ärzte die Berechtigung erhalten haben, Cannabis auf Rezept zu verschreiben. Die zweite mögliche Sondergenehmigung betrifft den Anbau von Hanf zum Zwecke der medizinischen Forschung.

Das Züchten von Hanfpflanzen erfreut sich in der einschlägigen Szene dennoch einer großen Beliebtheit. Denn Hanfsamen im Internet kaufen ist erlaubt, problemlos möglich und die Verkaufszahlen sprechen für sich.

Cannabis-Anbau in Deutschland

Seit 1996 dürfen Bauern unter strengen Auflagen Nutzhanf anbauen. Damit trug der Gesetzgeber der Tatsache Rechnung, dass Hanf über ihre Heilwirkung hinaus eine uralte Nutzpflanze ist und traditionell eine große Bedeutung für die Produktion von Papier, Textilien, Segeln, Seilen und Tauen innehat. Im Zuge der aktuellen Klimadiskussion werden Kleider aus Hanf derzeit als ökologische Alternative zur Baumwolle diskutiert.

Seit 2017 darf Cannabis in Deutschland für medizinische Zwecke eingesetzt werden, wenn andere Behandlungsmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg versprechen. Cannabis ist sicherlich kein Allheilmittel, ein durchaus wirksames – wenn auch teures – Medikament ist es aber allemal. Der hohe Preis lässt sich darin begründen, dass Medizinalhanf bislang importiert werden musste. Um die Kosten zu senken, ist es Unternehmen seit 2019 ebenfalls erlaubt, Hanf für medizinische Zwecke in Deutschland anzubauen.

Cannabis-Sorten im Überblick: Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis

Mittlerweile gibt es über 3.000 Sorten von Hanfpflanzen. Die meisten Hanfsamensorten, die auf dem Markt angeboten werden, basieren auf den Sorten Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis. Jede von ihnen hat bestimmte Eigenschaften, sodass neben objektiven Kriterien auch die Anpassungsfähigkeit an die örtlichen Gegebenheiten eine Rolle spielt. Beispielsweise sind üppig sprießende Hanfpflanzen ertragreicher als kleine, stämmige Varianten, die dafür wiederum dezenter angepflanzt werden können. Viele Züchter präferieren weibliche Hanfsamen, weil diese deutlich ertragreicher sind als ihre männlichen Kollegen.

Cannabis Sativa: Symbol der Hanfbewegung

Von allen Hanfpflanzen am höchsten wächst die Cannabis Sativa, die eine Höhe von bis zu fünf Metern erreichen kann. Mit ihrer markanten, fünffingrigen Form entspricht sie dem Symbol der Hanfbewegung. Die Sativa kommt ursprünglich aus Regionen in der Nähe des Äquators. Bekannte Anbaugebiete sind Indonesien, Thailand, Kolumbien und Jamaika. Mittlerweile wird sie überall auf der Welt angepflanzt. Die Pflanze bevorzugt warme Anbaugebiete, ist aber anpassungsfähig und wächst auch in gemäßigten Klimazonen. Die Blütephase ist mit neun bis 14 Wochen relativ lang. Wirkung und Geschmack sind sehr intensiv. Während der Geschmack als pikant, zitrusartig und energiegeladen beschrieben wird, soll die Wirkung eher beleben als dämpfen und die Fantasie anregen. Die Cannabis Sativa enthält hohe THC- aber wenig CBD-Anteile. Bekannte Hanfsorten auf Basis der Indica sind Big Bud, White Skunk, California Indica und White Widow.

Cannabis Indica: Tranquilizer in Dunkelgrün

Die Cannabis Indica ist nach ihrem indischen Ursprung benannt. Klassische Anbaugebiete sind neben dem indischen Subkontinent Tibet, Afghanistan und Nepal. Ihr Erkennungszeichen ist ihr auffällig dunkles Grün. Selten erreichen die stämmigen Pflanzen eine Höhe von über zwei Metern. In ihrem weitverzweigten Gestrüpp hat die Pflanze ein sehr buschiges Aussehen. Markant sind ihre dicken Blüten. Die Hanfsorte hat eine relativ kurze Blütephase von nur acht Wochen. Bei einem erdigen Aroma wird die Wirkung als beruhigend und entspannend beschrieben. Bekannte Hanfsorten auf Basis der Indica sind Master Kush, Afghan und Super Skunk.

Cannabis Ruderalis: das Nordlicht mit drei Fingern

Mit einer Höhe von nur 90 cm ist die Cannabis Ruderalis die kleinste aus der Familie der Hanfpflanzen. Da sie zudem nur wenig Verästelungen besitzt, ist sie wenig ertragreich. Lediglich drei statt der typischen fünf Finger werden beim Wachsen ausgeprägt. Die Sorte wurde erst 1926 vom sowjetischen Botaniker Dimitrij Erastowitsch Janischewski entdeckt und in der Folge neben Russland in Tschechien und Polen aufgefunden. Heute wird sie in China und Norwegen ebenfalls angepflanzt. Die früh blühenden Pflanzen haben den Vorteil, kälteresistent und äußerst robust zu sein. Deswegen eignen sie sich gut für den Anbau in kühleren Regionen. Ein Nachteil ist ihre geringe CBD- und THC-Konzentration. Dafür ist die Hanfsorte als Beigabe für Kreuzungen beliebt, um anderen Arten ebenfalls selbst blühende Eigenschaften zu verleihen. Bekannte Hanfsorten auf Basis der Ruderalis sind Skunk, Northern Lights und Amnesia.

 



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