Die rasant fortschreitende Digitalisierung wirkt sich auf nahezu alle Gesellschaftsebenen aus, die zunehmende Nutzung digitaler Technologien ist dabei mit zahlreichen Veränderungen verbunden. Nicht nur im Bereich der Arbeitswelt, insbesondere innerhalb der Online-Branche, entstehen im Zuge der Digitalisierung neue Fragen hinsichtlich Datenschutz oder Urheberrechts. Auch die Auswirkungen der Nutzung digitaler Medien auf Jugendliche und Heranwachsende sind ein Teil der Debatte, die durch die Digitalisierung ausgelöst wurde und noch lange nicht beendet ist.

Was genau ist Digitalisierung?

Wenn von Digitalisierung gesprochen wird, werden oft verschiedene Dinge gemeint. Der Begriff kann durchaus unterschiedliche Bedeutungen annehmen, fast jeder hat somit auch unterschiedliche Meinungen von oder Einstellungen zu der Digitalisierung. Vom Ursprung her bedeutet der Begriff zunächst einmal die Transformation von analogen Werten in digitale Formate. Meist wird der Begriff jedoch verwendet, wenn über die digitale Transformation geredet wird. Diese digitale Transformation bezeichnet einen fortlaufenden Veränderungsprozess, der die Gesellschaft in einem noch größeren Ausmaß verändern wird, als es beispielsweise die Industrialisierung oder die Elektrifizierung getan haben. Wie genau sich die digitale Transformation letztlich gestalten wird, kann nicht genau gesagt werden, es lassen sich jedoch eindeutige Tendenzen in vielen Bereichen feststellen.

Will man die komplexen Zusammenhänge der Digitalisierung begreifen, ist es unumgänglich die Digitalisierung nicht nur in ihren Teilbereichen, sondern in ihrem ganzen zu verstehen. Dazu gehören die Robotik und Automatisierung, das sogenannte Internet of Things oder auch Cyber-physische Systeme (bspw. Intelligente Stromnetze).

Bits und Bytes

Die im ursprünglichen Sinne gemeinte Digitalisierung als Transformation analoger Werte in digitale Formate hat sich sehr schnell vollzogen. Analoges Telefonieren, analoges Fernsehen, analoge Fotografie oder auch analoge Tonaufnahmen sind allesamt aussterbende, wenn nicht schon tote Technologien. Das Ergebnis dieser Digitalisierung von Medien sind Bits und Bytes, die physische Medien nun mehr und mehr verdrängen. In diesem Zusammenhang bekommt auch dem elektronischen Dokumentenmanagement eine besondere Bedeutung zu. Elektronisches Dokumentenmanagement ermöglicht es Unternehmen aber auch Privatpersonen, physische Dokumente in digitale Dateien umzuwandeln, um diese so einfacher zu archivieren, organisieren und bearbeiten zu können. Durch die Digitalisierung der physischen Dokumente sind die jeweiligen Informationen sogar, etwa innerhalb einer elektronischen Dokumentenmanagement-Software (DMS), jederzeit ortsunabhängig abrufbar. Aktenordner und Co. sind rein technisch heutzutage schon vollkommen verzichtbar.


Information und Kommunikation

Der Einfluss digitaler Technologien auf individuelles Verhalten und gesamtgesellschaftliche Prozesse wird viel diskutiert. Vor allem das Informations- und Entscheidungsverhalten einzelner oder Gruppen wird maßgeblich von diesen Technologien beeinflusst. Heute machen digitale Technologien Informationen unabhängig von zeitlichen und räumlichen Grenzen verfügbar. Somit prägt die Digitalisierung, insbesondere die Art und Weise der Meinungsbildung, der Entscheidungsfindung sowie der alltäglichen Kommunikation und des Informationsaustausches.

Im Fokus der öffentlichen Debatte stehen meist die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Hier ist vor allem die Angst vieler Menschen vor einem drohenden Jobverlust Grundlage der Diskussion. Die Arbeitswelt ist seit jeher einem stetigen Wandel unterworfen, der sich an den zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten richtet. Daher hat die fortschreitende Digitalisierung auch einen enormen Einfluss auf die Arbeitswelt. Die Digitalisierung bedeutet selbstverständlich, dass in zunehmendem Maße Arbeitsplätze überflüssig werden und durch Maschinen oder Software ersetzt werden. Dazu gehören hauptsächlich:

  • Jobs in der Transport- und Logistikbranche,
  • Jobs in der industriellen Produktion,
  • Jobs im Bereich Servicedienstleistungen.

Auf der anderen Seite wird das Argument angeführt, durch die Digitalisierung würden auch neue Arbeitsplätze entstehen. Von dieser Entwicklung können insbesondere Arbeitsplätze im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) profitieren. Weiterhin kann man heute feststellen, dass Unternehmen aus nahezu jeder Branche in sozialen Netzwerken vertreten sind und somit aktiv an digitalen Entwicklungen beteiligt ist oder, um es anders zu formulieren: An der Digitalisierung kommt heute kaum jemand vorbei. Die Auswirkungen der Digitalisierung sind tief greifend und betreffen nahezu alle Lebensbereiche.

Chancen und Potenzial nutzen

Letzten Endes ist die Digitalisierung ein Prozess, der heute nicht mehr aufzuhalten ist. Die Frage ist, wie die Gesellschaft mit den veränderten Lebensumständen umgeht, und wie die Digitalisierung gestaltet wird. Neben den Gefahren und Befürchtungen bietet die Digitalisierung auch enormes Potenzial für eine Verbesserung der derzeitigen Situation. Wenn Maschinen und intelligente Software dem Menschen zahlreiche Routineaufgaben abnehmen, kann sich der Mensch in zunehmendem Maße um anspruchsvollere Aufgaben konzentrieren. Ein ganz entscheidender Vorteil der modernen Arbeitswelt – die viel beschworene Flexibilität, ist ein direktes Ergebnis der Digitalisierung.

Viele Arbeitgeber ermöglichen ihren Angestellten schon heute flexible Arbeitszeiten und erhöhen somit langfristig die Produktivität des Unternehmens. Durch flexibles, zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten wird dem einzelnen Mitarbeiter mehr Freiraum eingeräumt, was sich unmittelbar auf seine Motivation und Arbeitsbereitschaft auswirkt. Insbesondere das Cloud-Computing und Cloud-basierte Anwendungen wie Enterprise-Content-Management- oder Dokumentenmanagementsysteme kommen dieser Entwicklung zugute und ermöglichen neue Arbeitsmodelle.