Das Endergebnis der neunten „Stunde der Wintervögel“ bestätigt den Rückgang der Amsel. Niedersachsenweit nahm der Bestand um 17 Prozent ab, stärker als auf Bundesebene (-14 Prozent).

Anders als im Zwischenergebnis angedeutet, ergibt sich nun doch ein deutlicher Abwärtstrend der Wintervögel: wurden 2018 noch 38,3 Vögel pro Garten festgestellt, sind es 2019 nur noch 36,7 – eine Abnahme um 4,25 Prozent. Positiv fällt das Ergebnis für den Haussperling aus, in Niedersachsen wurden 14 Prozent mehr Haussperlinge pro Garten festgestellt als noch in 2018.

Neuer Teilnehmerrekord

Mit über 15.360 Teilnehmenden wurde dagegen erneut ein Rekord aufgestellt, 2018 beteiligten sich 14.575 Vogelfreunde. Die Daten stammen aus über 10.080 Gärten und Parks, gut 300 mehr als im Vorjahr. „Dieser neue Rekord zeigt einmal mehr, wie groß das Interesse an der heimischen Natur ist. Darüber freuen wir uns sehr“, so Philip Foth, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Gut für unsere Vögel wäre es auch, wenn immer mehr Menschen ihre Gärten als Mini-Naturschutzgebiete sehen und sie vogelfreundlich gestalten.“

Weniger Vögel durch mildes Wetter

Wenn Vogelfreunde bei der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ am heimischen Futterhäuschen weniger zu zählen hatten, dann lag das vor allem am Wetter. „Der bisher europaweit sehr milde Winter sorgt dafür, dass weniger Wintervögel aus dem Norden und Osten zu uns kommen. Auch finden viele Waldvögel außerhalb der Gärten genug zu fressen und sind nicht auf die Futterstellen angewiesen“, so Philip Foth. Die Zahlen für manch typische Futterhausbesucher wie Blaumeise, Eichelhäher, Buntspecht oder Gimpel sind aus diesen Gründen niedriger als im Vorjahr. Grundsätzlich könnten sich auch in Zukunft bei milden Wintern weniger Vogelarten in den Gärten zeigen. Ob sich unabhängig diesen Bedingungen ein tatsächlicher Rückgang an Vögeln entwickelt, muss daher in Zukunft besonders aufmerksam verfolgt werden.

Starker Rückgang bei den Amseln

Die Amsel fuhr mit nur 3,1 Vögeln pro Garten bei der Stunde der Wintervögel 2019 ihr bisher schlechtestes Ergebnis in Niedersachsen ein und bestätigt damit den bundesweiten Negativtrend. Der starke Rückgang der Amsel kann unter anderem auf den trockenen Sommer 2018 zurückgeführt werden, in dem weniger Regenwürmer für die Jungvögel zur Verfügung standen, welche deswegen vermehrt starben. „Ein weiterer wesentlicher Grund für den Rückgang der Amsel-Population dürfte die Usutu-Epidemie sein, die im vergangenen Sommer erstmals fast deutschlandweit aufgetreten ist und ihren Schwerpunkt auch in Niedersachsen hatte“, so Philip Foth.

Haussperling am meisten gesehen

Starke Verluste sind auch beim Grünfink festzustellen, um 13 Prozent nahmen die beobachteten Individuen pro Garten (1,31) im Vergleich zu 2018 ab, seit mehreren Jahren geht damit der Bestand des Grünfinks in Niedersachsen zurück.

In den Top fünf kam es seit dem Zwischenergebnis und im Vergleich zu 2018 zu keinen Veränderungen: Am häufigsten gesichtet wurden in Niedersachsen der Haussperling, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.