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Das Ende für Marktkauf in Nahne –
oder pokert der Vermieter „nur“?

Marktkauf in Nahne - Schmuddelecke auf dem Parkdeck
Das Ende für Marktkauf in Nahne –
oder pokert der Vermieter „nur“?

Eine ungewöhnliche Kulisse bot sich heute Abend den Kunden des Marktkauf Verbrauchermarktes in Osnabrück Nahne.

Statt verschlüsselter Botschaften und Werbedurchsagen wie „Frau Müller bitte 100“ oder „Persil, heute im Angebot“ konnten die Kunden in der Elektroabteilung Ohrenzeugen werden, wie in der Etage darüber in einer Betriebsversammlung bittere Nachrichten an die Belegschaft verkündet wurden.

Das war natürlich vom Management nicht so geplant, denn grundsätzlich sind Betriebsversammlungen nicht öffentlich. Die Architektur des etwas unglücklich gewählten Versammlungsortes sorgte für diesen unangenehmen Effekt.

Schmuddelecke am Marktkauf Osnabrück Nahne
Renovierungsstau und Schmuddelecken am Marktkauf in Osnabrück Nahne.

Den Verkauf erledigen bei Marktkauf oft Leiharbeiter – auch während der Betriebsversammlung

Der Verkauf ging auch während der Betriebsversammlung weiter – obwohl die gesamte Belegschaft eingeladen und zu weiten Teilen anwesend gewesen sein soll.
Die Marktleitung hatte kurzerhand für die Dauer der Betriebsversammlung externe Leiharbeiter ins Haus geholt, die den Betrieb während der Betriebsversammlung aufrecht hielten.
Das allerdings ist nicht unüblich beim Marktkauf in Nahne. Wie uns ein Mitglied des Betriebsrates erläuterte, wird täglich um 20 Uhr die eigene Belegschaft gegen Leiharbeiter ausgetauscht.
Diese „Abend-Besetzung“ führt dann auf Basis von Werkverträgen den Betrieb für zwei Stunden weiter, bis zum Ladenschluss um 22 Uhr.

Der allabendliche Austausch der Mitarbeiter ist die Folge eines schon etwas älteren Konflikts zwischen Gewerkschaft und Marktleitung, als die Mitarbeitervertretung die neuen Ladenöffnungszeiten nicht ohne Aufschlag hinnehmen wollte.

Heute aber ging es nicht um ein paar zusätzliche Euro, als Kompensation für einen verlorenen Feierabend, sondern um den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort in Nahne!

Und da spielte auch Geld wieder eine Rolle – richtig viel Geld: 1,4 Millionen Euro soll der Marktkauf in Nahne im vergangenen Jahr an Verlusten eingefahren haben.

Die Kündigung des Mietvertrages sollte laut EDEKA „nur ein formaler Akt“ sein

Bereits seit vergangenem Sommer ist bekannt, dass der Marktkauf-Eigentümer, die EDEKA-Zentrale in Minden, selbst den Mietvertrag zum 31. Dezember 2015 gekündigt hat.
Was im Sommer noch als ein „formaler Akt“ bezeichnet wurde, um Fristen einzuhalten und um in konkrete Verhandlungen gehen zu können, scheint inzwischen zur traurigen Gewissheit zu werden. Womöglich ist Ende des Jahres wirklich Schluss!

Unternehmenssprecherin Alexandra Antonatus erklärte gegenüber der HASEPOST: „die Neuverhandlungen über den auslaufenden Mietvertrag zwischen der EDEKA-Regionalgesellschaft Minden-Hannover und dem Vermieter führten bisher nicht zur Einigung. “
„Wir hoffen aber darauf, dass wir mit unserem Vermieter noch eine Einigung erzielen können“, so Norbert Küster aus dem Marktkauf-Geschäftsbereich. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nach wie vor engagiert bei ihrer Tätigkeit und werden weiterhin alles dafür tun, die Kundenwünsche zu erfüllen.“

Vorbereitungen zur Geschäftsaufgabe nur „vorsorglich“?

Auf der Betriebsversammlung wurde den besorgten Mitarbeitern heute mitgeteilt, dass aufgrund der aktuellen Situation nun „vorsorglich“ zusammen mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt wird.
Zudem prüfe die EDEKA Minden-Hannover, in wie weit den Marktkauf-Beschäftigten aus Nahne andere Stellen im Unternehmensverbund angeboten werden können.

Ist ein „Aus“ für Marktkauf Nahne nur der „Worst Case“?

Das aber alles sei nur der „Worst Case“, also ein Schreckensszenario für den Fall, dass die Verhandlungen mit dem Vermieter scheitern sollten. Und hier spielen die 1,4 Millionen Euro Verlust aus dem Vorjahr wieder eine gewichtige Rolle. Angesichts des gewaltigen Renovierungsbedarfs – und den laufenden Verlusten – seien die im Raum stehenden Mietforderungen einfach viel zu hoch, so ein Vertreter der Unternehmenszentrale gegenüber Mitarbeitern. Ein finales Angebot von EDEKA Minden soll dem Vermieter vorliegen – man wartet jetzt auf seine Reaktion. Kommt es nicht zu einer Einigung, werden ab Mai erste Kündigungen ausgesprochen.

Einige Mitarbeiter, so berichtet es uns eine Angestellte, die ihren Namen lieber nicht in diesem Artikel sehen möchte, wollen nicht mehr daran glauben, dass alles nur „vorsorglich“ sei und hinter den Kulissen noch verhandelt wird.
Immerhin hat der neue Eigentümer EDEKA, nachdem er 2004 den ehemaligen Wettbewerber Marktkauf übernommen hatte, das einstmals 198 Häuser umfassende Filialnetz mächtig ausgedünnt. Von 51 Häusern, die 2007 an die regionale EDEKA in Minden übergingen, sind heute nur noch 21 übrig.

Marktkauf Nahne - Leuchtreklame
Gehen diese Lichter bald aus? Geputzt werden müssten sie mal. Leuchtreklame in Nahne.

Zum 44. Filialgeburtstag könnte bereits der Ausverkauf stattfinden

Nach Informationen aus der Belegschaft, ist bereits der Ausverkauf geplant. Bereits Anfang Dezember könnte die Filiale an der Kreuzung von Autobahn A30 und der Iburger Straße geschlossen sein. Die Adventszeit würde dann genutzt um die Räumlichkeiten für die Übergabe an den Vermieter herzurichten.

Einst „Niedersachsens modernstes Discount-Warenhaus“ (1971)

Zu seiner Eröffnung, im Oktober 1971, galt der Marktkauf in Nahne als „Niedersachsens modernstes Discount-Warenhaus“. Zu den besten Zeiten des Marktkaufs in Nahne verkauften 230 Mitarbeiter dort ein breites Sortiment von Campingartikeln bis hin zu Möbeln. Es war übrigens der erste Marktkauf der eröffnet wurde. Der damalige AVA-Konzern in Bielefeld hatte die prestigeträchtige Filialnummer 1 bereits für den Standort der Unternehmenszentrale vergeben. Aber die Osnabrücker Handwerker waren schneller, und so wurde zuerst in Nahne eröffnet – die Eröffnung in Bielefeld folgte erst ein paar Wochen später.

Der Vermieter scheint abgetaucht zu sein

Der Vermieter der über 10.000 Quadratmeter großen Immobilie stand für die HASEPOST leider nicht zur Verfügung. Mehrfache Versuche einer Kontaktaufnahme scheiterten an der Bandansage seines Anrufbeantworters. Auch zu den „Bürozeiten“ der Immobilienfirma aus dem Ostwestfälischen, war in den vergangenen Tagen niemand für uns erreichbar.

Welche Rolle spielen die Pläne des Vermieters?

Von Seiten des Immobilien-Eigentümers erwartet der Marktkauf-Betriebsrat nicht viel Gutes. Nach Ansicht eines Vertreters aus dem Betriebsrat pokert dieser hoch – zu Lasten der aktuell etwa 140 Marktkauf-Mitarbeiter.

Der Vermieter wird nach dem möglichen Auszug von Marktkauf erhebliche Renovierungskosten schultern müssen – zu lange wurde das Gebäude „auf Verschleiß gefahren“. Ein erheblicher Aktivposten der Immobilie ist die bestehende Verkaufsgenehmigung für alle Sortimente. Am Standort Nahne darf von Lebensmitteln über Spielwaren bis hin zu Elektrogeräten alles verkauft werden. Als Nachmieter böte sich daher neben dem klassischen Lebensmittelhändler auch ein Fachmarkt wie Media Markt an, oder eine Aufteilung des Komplexes auf mehrere Fillialisten.

Soll die Stammbelegschaft durch eine langen Umbauphase ausgebootet werden?

Nach Ansicht des Betriebsrates könnte allerdings eine längere Renovierungsphase – mit zeitweisem Leerstand – zum Verlust dieser Verkaufsgenehmigung führen. Es soll von Seiten des Eigentümers schon zu Sondierungsgesprächen mit der Stadt gekommen sein, um diese Genehmigung auch nach Umbau und Mieterwechsel nicht zu verlieren. Auf Nachfrage konnte der Pressesprecher der Stadt Osnabrück diese Spekulationen nicht bestätigen – der Eigentümer konnte von uns auch dazu nicht befragt werden, weil nicht erreichbar.
Andererseits könnte der Vermieter einen Aspekt, der bei einem längerfristigen Umbau zum Tragen kommt, durchaus bewusst ins Kalkül ziehen: kommt es nicht zu einem sauberen und weitestgehend ununterbrochenem Übergang (nach Angaben des Betriebsrates innerhalb von sechs Monaten), gäbe es für die alten Marktkauf-Mitarbeiter keinen geregelten Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber am traditionellen Standort in Osnabrück Nahne.

Betriebsrat und Unternehmenszentrale erklären unabhängig voneinander, dass sie noch eine Einigung mit dem Vermieter erwarten.

 

 

Einbahnstraße beim Marktkauf in Osnabrück Nahne.
Einbahnstraße für die Marktkauf-Belegschaft in Nahne?
HP, in Zusammenarbeit mit Was los in Osnabrück
AFP

Warum kreiste das Transportflugzeug über Osnabrück?

Transall über Osnabrück
Warum kreiste das Transportflugzeug über Osnabrück?

Gestern Vormittag war über weiten Teilen der Innenstadt ein sonores Brummen zu hören.

Transall über OsnabrückUnsere Redaktion erhielt dazu über Facebook eine Nachfrage, ob wir wüssten, warum ein Transportflugzeug der Bundeswehr über Osnabrück seine Runden zieht?

Erstmal haben wir selbst ein Foto von der Maschine gemacht, denn auch an unserem Redaktionssitz war das Brummen zu vernehmen und das Flugzeug unter den tiefhängenden Wolken gut zu sehen.
Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte Günther BohnOberstleutnant der Luftwaffe, dass es sich nach Auswertung der vorliegenden Radardaten und flugbetrieblichen Unterlagen um ein Transportflugzeug vom Typ Transall (C-160) handelte.

Die Transall war im Anflug auf den Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) und soll sich während des Anflugverfahrens in einer Höhe von 3707 Fuß über Grund (ca. 1130 m über Bodenniveau) befunden haben. Die Besatzung hätte sich an den Freigaben der „örtlichen Flugverkehrskontrollstelle (Fluglotse)“ gehalten. Dabei könne es auch zu Unterschreitungen sonst üblicher Mindestflughöhen kommen, so der Fachmann aus der Luftwaffenkaserne in Wahn bei Köln.

AFP

Gehen am alten Güterbahnhof bald die Lichter aus?

Haus Hamburger Strasse 22 Osnabrück
Gehen am alten Güterbahnhof bald die Lichter aus?

Wollte Ralf Gervelmeyer von der ZION GmbH diesen Artikel mit einer Klageandrohung verhindern?

Wie in der vergangenen Woche berichtet, (Wir lassen uns nicht einschüchtern, Ralf Gervelmeyer!) drohte die ZION GmbH der HASEPOST mit einer Klage wegen Rufmordes. Die entsprechende E-Mail erreichte die Redaktion am 09. Februar.
Einige Tage zuvor hatten die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD- und CDU-Ratsfraktion in einem Interview mit der HASEPOST (Alles nur heisse Luft? CDU und SPD verwundert über “Gleis49″) die Problematik rund um fehlende Genehmigungen für die Nutzung einiger Teile des Güterbahnhof-Areals angesprochen – dem sind wir nachgegangen.

Vorab: Wer nutzt aktuell den alten Güterbahnhof?

Nach unseren Informationen wird aktuell vor allem das Haus Hamburger Straße 22, ein ehemaliges Verwaltungsgebäude der Bundesbahn, gewerblich genutzt. Unter der Adresse findet sich neben dem Club Sunrise auch die Rechtsanwaltskanzlei „Rechts Partner“ eines Nikolai Zutz (siehe auch Google), das Parteibüro des Kreisverbandes Osnabrück der Partei Bibeltreuer Christen (PBC), sowie die Verwaltung der ZION GmbH selbst.

Parteibüro, Lebensquelle, ZION, Anwaltskanzlei – alles vielfältig miteinander verbunden

Die einzelnen Nutzer scheinen auf verschiedenen Ebenen verknüpft zu sein. So besteht zwischen der Rechtsanwaltskanzlei „Rechts Partner“, die auch die ZION GmbH vertritt, nicht nur eine Ähnlichkeit mit dem Namen der Ralf Gervelmeyer gehörenden Firma „Personal Partner“ – auch die Logos der beiden Firmen ähneln sich auffällig (siehe hier und hier).
Für die Partei Bibeltreuer Christen war Ralf Gervelmeyer 2013 Kandidat für den Bundestag. Nach der Eröffnung des Büros auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände im Sommer 2014, teilt sich das Parteibüro offenbar den Telefonanschluss mit der ZION GmbH – beide geben auf ihren Webseiten die gleiche Telefonnummer an.
Der Kreisverbandsvorsitzende der PBC, Alexander Demund, ist wiederum nach Angaben der PBC ein Mitglied des Lebensquelle e.V., der sich um den Bau eines „Kulturzentrums“ in der alten Güterhalle bemüht.

Haus Hamburger Strasse 22 Osnabrück

CDU und SPD schlagen einen härteren Ton an

Im Januar hatte Ulrich Hus, der für die SPD-Ratsfraktion auch als fachpolitischer Sprecher für Stadtentwicklung verantwortlich zeichnet, gegenüber HASEPOST erklärt, er wolle die Verwaltung prüfen lassen, ob die zwischenzeitlich erfolgte Nutzung der alten Verwaltungsgebäude durch eine Rechtsanwaltskanzlei, die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) und die Cocktailbar “Sunrise” überhaupt legal sei. Konkret forderte Hus:

Die Verwaltung muss geltendes Recht durchsetzen (Ulrich Hus, SPD)

Auch Katharina Pötter von der CDU will offenbar, dass endlich Schluss damit ist, am Güterbahnhof ständig Sonderregelungen zu finden. Es klingt zwar einerseits versöhnlich, wenn Pötter sagt, dass man endlich damit beginnen müsse die Zion GmbH “wie einen ganz normalen Investor” zu behandeln. Aber auch sie scheint die Zügel nun etwas straffer anziehen zu wollen und ergänzte in unserem Interview:

Der Investor muss der Stadt folgen – nicht umgekehrt (Katharina Pötter, CDU)

ZION schweigt, der Stadtbaurat zeigt sich offen

Stadtbaurat Frank Otte bestätigte gegenüber der HASEPOST die von Vertretern der beiden großen Ratsparteien gemachten Feststellungen zur aktuellen Nutzung des Güterbahnhofs.
Selbstverständlich haben wir auch Ralf Gervelmeyer von der ZION GmbH um eine Stellungnahme gebeten, die jedoch unbeantwortet blieb.

Stadtbaurat Frank Otte erklärte auf unsere Frage, welche Nutzungen ehemaliger Bahn-Verwaltungsgebäude auf dem alten Güterbahnhofgelände der Stadt Osnabrück bekannt sind, und welche Nutzung nach Auffassung der Verwaltung nicht legal sind:

Auf dem Areal des ehem. Güterbahnhofs sind verschiedene Nutzungen bekannt, für die teilweise bisher keine Baugenehmigungen erteilt wurden. Dabei handelt es sich insbesondere um gastronomische, kulturelle, Dienstleistungs-, Handels- und Lagernutzungen.

Da die bisherige eisenbahnrechtliche Widmung für das frühere Bahngelände weitgehend aufgehoben, jedoch noch kein neues Planungsrecht geschaffen wurde, können zurzeit nur befristete Zwischennutzungen genehmigt werden, was in Einzelfällen auch geschehen ist.
Gegenwärtig gilt für den Bereich, für den zurzeit ein Bebauungsplan aufgestellt wird, eine Veränderungssperre.

Solange nicht durch das Bebauungsplanverfahren abschließend die künftige Nutzungsstruktur festgelegt ist, können auch keine unbefristeten Genehmigungen erteilt werden.

Für einige Nutzungen wurden zwischenzeitlich Bauanträge eingereicht, für die vor dem Hintergrund der derzeit geltenden Rechtslage keine dauerhaften Genehmigungen erteilt werden können.

Und welche Maßnahmen plant die Stadt Osnabrück?

 Die Verwaltung prüft derzeit die Untersagung von ungenehmigten Nutzungen (Frank Otte, Stadtbaurat)

Auch nach dem Hausverbot, das gegen den obersten Baubeauftragten der Stadt verhängt wurde, haben wir sowohl den Stadtbaurat als auch die ZION GmbH gefragt.
Während der Grundstückseigentümer der Presse offenbar keine Auskunft geben will, stellt Frank Otte klar, dass ihm ein ein Betreten des Grundstücks „im Rahmen der Amtsausübung“ nicht verwehrt werden kann. Weitere Mitarbeiter der Stadt sollen nicht von einem Hausverbot betroffen sein.

HP

AFP

Miss Osnabrück: die Georgina Fleur des Unfall-Posings?
[Update]

Luana Rodriguez, Screenshot NOZ bei Facebook
Miss Osnabrück: die Georgina Fleur des Unfall-Posings?
[Update]

[Uppdate 06.03.]

Die Kollegen von os1.tv haben mit etwas Abstand, und mit journalistischem Handwerkszeug, alles richtig gemacht!

Sie haben „Miss Osnabrück“ Luana Rodriguez zwischenzeitlich zu sich ins Studio eingeladen, und dort konnte sie ihre Sicht der Geschehnisse schildern.

Screenshot os1.tvFür den versteckten Hinweis auf „eine Osnabrücker Nachrichtenseite“ bedanken wir uns recht herzlich bei Marcel Trocoli Castro, der das Interview führte, müssen aber die zweifelhaften „Lorbeeren“ für den Giorgina-Vergleich an Leser der Facebook-Präsenz der NOZ weiterreichen. Dort wurde der Vergleich mit der (irgendwie berühmt durch) Dschungelcamperin zuerst gezogen – wir haben das nur aufgenommen.

Hier bei os1.tv das Interview in voller Länge.

 

Respekt der Miss Osnabrück, sie hat sicher deutlich mehr „auf dem Kasten“ als das Handtaschen-Model aus dem Dschungel.

Heiko Pohlmann für die HASEPOST


Inzwischen zum zweiten Mal zeigt die NOZ das Bild von Miss Osnabrück (hier und hier bei Facebook), wie sie nach dem gescheiterten Versuch den Titel einer  „Miss Germany“ zu erlangen, vor einem reichlich zerstörten Unfallauto auf der nächtlichen Autobahn für die Kamera posiert.

Offenbar waren die Begleitumstände des Unfalls ungewöhnlich. So sollen zuerst die anderen Unfallbeteiligten, später dann auch die Schönheitskönigin aus Osnabrück, von Unbekannten mit einer Waffe bedroht worden sein.

Ich hätte tot sein können…

…zitiert die NOZ die Studentin, die aber „kein Sensibelchen“ sein will – trotzdem sie ja „im Wilden Westen“ (aka Süddeutschland) gelandet sei.

Scheint aber alles nicht so schlimm gewesen zu sein, denn noch während der Bergungsarbeiten (im Hintergrund sieht man Einsatzkräfte bei der Arbeit) macht Luana Rodriguez, was sie offensichtlich am besten kann: sie posiert für die Kamera!

Die Kommentare bei Facebook sind eindeutig, wobei ein „muß das denn sein“ noch die harmlosere Form der Miss-Achtung für die Miss Osnabrück ist.

Aber vielleicht reicht es noch für ein „Meme“, also ein „Internetphänomen“, das die Wikipedia so beschreibt: „ein Konzept in Form eines Links oder einer Bild-, Ton- oder Videodatei (…) das sich schnell über das Internet verbreitet“. Auch eine Form der Karriere…

Eifert Miss Osnabrück der Dschungelcamperin Georgina nach?

Zu entsprechender „Berühmtheit“ als „Hochwasser-Meme“ kam vor knapp zwei Jahren die ehemalige Dschungel-Camperin Georgina Fleur, die ähnlich Frau Rodriguez eine Hochwasser-Katastrophe nutzte, um sich für den Fotografen ins rechte Licht setzen zu lassen.

Georgina Fleur beim Hochwasser 2013
Georgina Fleur beim Hochwasser 2013 – und als unfreiwilliges Internet-Meme; Fotos/Screenshot: Google Bildersuche
 HP

Bei Facebook und Twitter kursieren bereits die ersten abgewandelten „Katastrophen-Fotos“.

Aus Gründen des Persönlichkeits- und Urheberrechts haben wir uns entschieden diese Bilder nur verpixelt darzustellen.

Luana Rodriguez  Luana Rodriguez

Luana Rodriguez  Luana Rodriguez

 

 

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Osnabrücker Jusos gegen Thilo Sarrazin [Update]

Thilo Sarrazin CC BY 2.0
Osnabrücker Jusos gegen Thilo Sarrazin [Update]

[Update 04.03.]

Anlässlich der Veranstaltung wurde eine Demonstration mit dem Thema „Gegen Rassismus – für ein buntes Osnabrück“ angemeldet. An der Demonstration nahmen 55 Personen teil. Diese sammelten sich am Breiten Gang, Ecke Erich-Maria-Remarque-Ring. Die Demonstration verlief vollkommen friedlich. Nach der Versammlung, gegen 18.30 Uhr, hinderten Polizisten etwa 20 Teilnehmer daran, direkt vor den Eingang zur Podiumsdiskussion zu ziehen. Die Personen folgten den polizeilichen Anweisungen ohne Probleme und verließen die Örtlichkeit. Die Polizei war mit einer Gruppe Bereitschaftspolizisten vor Ort.

Quelle: Polizei OS

Weitere Berichterstattung dazu bei den Kollegen von der NOZ.


Am Dienstag (03.03.) wird Thilo Sarrazin, zusammen mit Landesinnenminister Boris Pistorius (beide SPD) im Rahmen der Veranstaltung NOZ Agenda „Migration – Integration“ sprechen.

An der Diskussion nehmen auch teil: die terre-des-hommes-Chefin Danuta Sacher und der Bielefelder Sozialwissenschaftler Andreas Zick.  Per Video soll eine Stellungnahme des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Marcel Fratzscher, beigesteuert werden. Moderator ist der Chefredakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung Ralf Geisenhanslüke.

Thilo Sarrazin CC BY 2.0Jusos werten die SPD-Mitgliedschaft des Bestseller-Autors als „Provokation“

Der SPD-Jugendverband JUSOS kritisiert die Einladung zu dieser Veranstaltung scharf, so seien Sarrazins Thesen „kultur-rassistisch“ und er verdiene den Titel „Brandstifter“.  Sein Angriff auf die Werte der SPD sei parteischädigend und seine Mitgliedschaft kann nur noch als Provokation gewertet werden.

Nicht nur der Genosse Sarrazin, auch die eigene Partei bekommt Kritik ab. Die Jungsozialisten kritisieren die aktuelle Ausrichtung der Bundes- und Landes-SPD, die vor allem qualifizierten Fachkräfte für die Migration nach Deutschland werben will. Eine deratige Politik würde „aus Eigennutz andere Länder sukzessive behindern“ und sei „unsolidarisch“, so die Jusos in einer Pressemitteilung, die mit der Forderung schließt:

Wir fordern daher, dass jeder, der nach Deutschland kommen möchte, hier willkommen sein muss. Eine aktive Abwerbepolitik von Fachkräften lehnen wir entschieden ab. Wer meint er müsse abwerben, der müsse auch ausbilden, so die Antwort an die SPD.

Die vollständige Pressemitteilung der Osnabrücker Jusos hier im Download (PDF).

PM, Foto: Richard Hebstreit CC BY 2.0

 

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Der Osnabrücker Wochenmarkt – Ursprung der Stadtgeschichte und ein „Osnabrücker Original“

Wochenmarkt in Osnabrück, im Herbst
Wochenmarkt am Dom

Dieses Osnabrücker Original – eigentlich sind es mehrere, doch dazu später mehr – kann den Anspruch erheben, so etwas wie ein Grundstein der Stadtgeschichte zu sein. Denn unabhängig davon ob Karl der Große vor mehr als 1200 Jahren erst den Bischofssitz am Flüsschen Hase gründete, oder schon zuvor regelmäßig Handel im Tal zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge betrieben wurde: die Gründung Osnabrücks geht einher mit der Etablierung eines Marktes am Standort der neuen Siedlung.

Nur durch die Etablierung eines Handelsplatzes war die Lebensmittelversorgung der Klöster gesichert. Und auch die Bürgerschaft, die im Mittelalter mit Handwerk statt mit Ackerbau ihr Geld verdiente, konnte sich nur etablieren weil der Markt die Versorgung der schnell wachsenden Stadt sicherte. Neben Klerikern und Handwerkern waren zahlreiche Osnabrücker Bürger bis ins 18. Jahrhundert sogenannte „Ackerbürger“, die außerhalb der Stadtwälle zahlreiche Äcker und Felder bewirtschafteten. So war der Westerberg neben seinen Steinbrüchen noch bis vor hundert Jahren ein überwiegend landwirtschaftlich genutztes Areal. Einige Altstadthäuser erinnern mit ihren großen Scheunentoren an diese Zeit in der das Vieh morgens raus aus der Altstadt und Abends wieder zurück in den Stall getrieben wurde. Und der noch heute alle sieben Jahre vollzogene Schnatgang der Heger Laischaft ist die traditionell fortgeführte regelmäßige Grenzprüfung von gemeinsam genutzten Ländereien außerhalb der alten Stadtgrenze.

Wochenmarkt Osnabrück im Spätsommer

Ergänzend zu den Erzeugnissen der städtischen Ackerbürger kam in Osnabrück auch Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch aus dem Umland auf den Tisch. Eigene Tuch- und Viehmärkte ergänzten das Marktgeschehen der Stadt. Wobei der Viehhandel mit den Schwarzbunt-Tagen in der Halle Gartlage auch heute noch überregionale Bedeutung hat.
Handwerkserzeugnisse werden inzwischen nur noch in sehr geringem Umfang auf den Osnabrücker Märkten gehandelt. Die sieben städtischen Wochenmärkte bieten heute vor allem ein umfangreiches Angebot an frischen Lebensmitteln und Blumen.

Wie vor mehr als tausend Jahren, ist der überwiegende Teil des Marktangebotes frische Ware aus der Region. Von Dienstag bis Samstag beschicken mehr als zwanzig Markthändler die Osnabrücker Wochenmärkte. Los geht es am Dienstagvormittag in der Dodesheide an der Lerchenstraße, gefolgt von dem neu etablierten Wochenmarkt an der Johanniskirche, der jeden Dienstag als einziger Wochenmarkt der Stadt erst gegen Mittag beginnt.

Alle Wochenmärkte der Stadt im Überblick

Am Dienstag beginnt die Marktwoche an der Lerchenstraße, für das Einzugsgebiet Haste, Dodesheide und Sonnenhügel.  Jeden Mittwoch hat der Schinkel seinen Markt an der Ebertallee. Am Donnerstag hat der Wochenmarkt am Ledenhof seinen festen Termin im Schatten der Katharinenkirche. Und Freitags bieten rund um den Riedenbach am Schölerberg zahlreiche Händler ihre Waren an. Höhepunkt des Marktgeschehens ist jedoch der Wochenmarkt am Samstag, der nicht etwa auf dem historischen Markt vor dem Rathaus stattfindet, sondern einen Steinwurf entfernt auf dem etwas größeren Areal neben dem Dom.

Mit dem Standort auf dem Domhof schließt sich auch die historische Betrachtung – schließlich residiert der Wochenmarkt dort direkt vis-à-vis vom Bischofssitz und damit am Ursprungsort der Stadtgeschichte.

Mehr Informationen zu den Osnabrücker Wochenmärkten auch auf WOCHENMARKT-OSNABRUECK.de.

HP

Dieser Artikel erschien auch am 30.09.2012 in der Osnabrücker Sonntagszeitung (PDF Download).

AFP

Wir lassen uns nicht einschüchtern, Ralf Gervelmeyer!

Schilder am alten Güterbahnhof Osnabrück.
Mit Verboten kennt sich die ZION GmbH aus. Schilder am alten Güterbahnhof Osnabrück.

Die Presse erfüllt eine öffentliche Aufgabe, wenn sie in Angelegenheiten von öffentlichem Interesse Nachrichten beschafft und verbreitet, Stellung nimmt, Kritik übt oder auf andere Weise an der Meinungsbildung mitwirkt.

§3, Landespressegesetz, Niedersachen


 

Sehr geehrter Herr Gervelmeyer,

vor knapp drei Wochen bekam ich überraschend eine E-Mail von Ihnen.
Sie baten mich um eine „Stellungnahme“ bevor Sie Ihren Anwalt beauftragen wollten um „Strafanzeige“ zu stellen, und das wegen „Rufmordes“.

Und dann war da noch diese Liste, auf die Sie mich und die HASEPOST setzen wollten. Wie schreiben Sie so schön: „(Ich) werde Sie auf die „schwarze Liste unseriöser Reporter/Medien setzen„. Nun, da sind wir jetzt wohl. Irgendwie auch eine Auszeichnung! Weil E-Mails von Listenplatz-Inhabern offenbar nicht mehr gelesen oder beantwortet werden (dazu beim nächsten Artikel über den Güterbahnhof noch mehr), hier ein wenig Feedback in Form eines öffentlichen Briefs.

Wie sich aus dem (es tut mir leid) nicht sonderlich verständlichen weiteren Text ihrer E-Mail ergab, hätte ich mich gegen die drei Eigentümer des alten Güterbahnhofes gewendet.


Konkret führen Sie auf (inklusive Ihrer Tippfehler): 

Stadt Osnabrück, vertreten durch den Oberbrügermeister
Zion GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer
Evangelische Freikirche Osnabrück, vertreten durch den Vorstand

Nun ja, zwischenzeitlich habe ich unseren Oberbürgermeister, den Sie ihrer kurzen Liste voranstellen, mehrfach getroffen. Zumindest er fühlte sich offenbar nicht sonderlich „ge-rufmordet“, kein Wort darüber von ihm…

Schilder am alten Güterbahnhof Osnabrück.
Mit Verboten kennt sich die ZION GmbH aus. Schilder am alten Güterbahnhof Osnabrück.

Keine Angst, wir haben sonst nicht über Sie gesprochen, Herr Gervelmeyer – es gibt wichtigere Dinge in dieser Stadt!

Das mit der ZION GmbH hat sich ja wohl auch erledigt – dazu unten mehr.
Und was die „Evangelische Freikirche Osnabrück“ angeht. Da meinen Sie den Verein Lebensquelle e.V., dem Sie wohl auch angehören?
„Freikirchen“ gibt es in Osnabrück aber noch ein paar mehr. Zum Beispiel führt die Stadt Osnabrück auf ihrer offiziellen Homepage die Evangelische Freikirchliche Gemeinde, besser bekannt als Baptisten auf, oder die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten auf. Der Verein Lebensquelle e.V. (ob als Kirche oder nicht) taucht dort gar nicht erst auf.

Aber ich will nicht kleinlich sein – oder doch?

Sie also drohen mir und der HASEPOST an, Ihren Anwalt mit einer Strafanzeige zu beauftragen, weil ich „Rufmord“ gegen drei Immobilienbesitzer am Güterbahnhof betrieben hätte.
Einen der offenbar geschädigten scheint es nicht zu interessieren (Herr Griesert hat wirklich nichts dergleichen durchblicken lassen), den anderen haben Sie nicht konkret benennen können (OK, es ist aber schon klar welchen „Verein“ Sie meinen) und dann ist da noch die ZION GmbH, deren Geschäftsführer sie sind.

Aber wo und wie soll es denn zu Rufmord gekommen sein?

Sie schreiben mir am 9. Februar:

„Sie berichten im „Insider 02/2015“ von Ihren Recherchen, dass sich hinter dem Projekt „Gleis 49“ am alten Güterbahnhof OS  „internationale Scheinfirmen“ verstecken.

Und genau das ist auf so vielen Ebenen falsch, Herr Gervelmeyer.
Wie ich Ihnen noch am gleichen Tag zurückgeschrieben habe, schreibe ich gar nicht für den INSIDER! Und nein, ich habe auch nie geschrieben, es würden sich hinter dem Projekt „Gleis 49“ internationale Scheinfirmen verstecken.

INSIDER, Februar 2015
Darum ging es: ein kleiner Artikel im INSIDER, Februar 2015.

Worüber ich aber bei der HASEPOST (nochmal: nicht INSIDER) geschrieben habe, sind die Ergebnisse meiner Recherchen über den Architekten Jürgen Sieling, der in einer von der ZION GmbH einberufenen Pressekonferenz das Projekt „Gleis 49“ vorgestellt hat.
Dieser Architekt gibt auf seiner Homepage(www.premiumobjekt.de) zwei wohlklingende internationale Adressen in London und der Türkei an. Bei näherer Betrachtung führt die Adresse in London zu einem kleinen Reihenhaus in einem Industriegebiet, in dem mehr Firmen (41 „Limiteds“) ihren Sitz haben, als das Haus Fenster hat. Die Adresse in Istanbul führt zu einem trostlosen Industriegebiet, zwischen Schiffswracks und einer Eisenbahnlinie, irgendwo am Bosporus.
Ob das Adressen von „Scheinfirmen“ sind, oder für einen international tätigen Architekten übliche Bürostandorte, das zu beurteilen überlasse ich anderen.
Auch die Kollegen vom INSIDER, die tatsächlich über die Recherchen der HASEPOST berichtet haben, halten sich bei der Beurteilung vage und schreiben nur von „Scheinfirmen“, die sich zu verstecken „scheinen“. Feine Details, aber nicht ganz unwichtig!

Nun ja, selbstverständlich habe ich – vor Veröffentlichung – den Architekten um den es ging (nicht die ZION GmbH, irgendwelche Freikirchen oder gar unseren Oberbürgermeister) um Stellungnahme gebeten. Antwort? Keine!
In unserem Rechtsstaat gibt es das Gegendarstellungsrecht (Rufmord-Klagen gegen Journalisten sind da eher das falsche juristische Instrument), das Ihnen bei der HASEPOST, dem INSIDER und allen anderen Medien, die ihre Aufgabe als Vierte Gewalt Ernst nehmen, zur Verfügung steht. Da hier aber weder von Ihnen noch dem Architekten, der Gegenstand des fraglichen Artikels war, etwas kam, war die Berichterstattung wohl doch nicht so falsch?

Und wo wir gerade bei unbeantworteten Anfragen der Presse sind. Nicht nur Ihr Architekt schweigt, wenn´s unangenehm werden könnte. In meiner letzten E-Mail an Sie Herr Gervelmeyer, habe ich Ihnen die Möglichkeit zur Stellungnahme bezüglich im Raum stehender Vorwürfe wegen ungenehmigter Nutzung von Teilen des Güterbahnhofes gegeben. Auch hier: keine Antwort.
Der Artikel wird dann wohl ohne Ihre Seite der Geschichte online gehen! 

Bis bald,

Heiko Pohlmann

Herausgeber der HASEPOST

 

 

AFP

Osnabrück hat eigentlich kein Geld
aber Skatepark „auf Weltklasseniveau“ geplant

Kostenvergleich Skateanlagen in Deutschland
Kostenvergleich Skateanlagen in Deutschland

Zumindest bei den Kosten: „Weltklasseniveau“!

Bekanntlich hat die Stadt Osnabrück in den vergangenen Monaten einige herbe finanzielle Rückschläge erlitten. Am schlimmsten dürfte für die Verwaltung die Fehlspekulation mit scheinbar attraktiven Franken-Krediten sein, die der Stadt quasi über Nacht ein mehrere Millionen schweres Schuldenrisiko in die Bücher gebracht hat. Die Fehlspekulation mit Schweizer Franken wurde im Januar bekannt – weit davor, im Mai vergangenen Jahres, saß der Euro wohl noch etwas lockerer in der Tasche, und es wurde im Stadtrat die Renovierung der Skateranlage an der Liebig- bzw. Schlachthofstraße „durchgewunken“.

Schon damals, als HASEPOST.de noch im Aufbau war und wir unsere Artikel lediglich per Facebook verbreiteten, fiel auf: die im Raum stehenden Summen sind geradezu „fantastisch“.

515.000 Euro: andernorts bekommt man für das Geld Anlagen auf „Weltklasseniveau“

Mehr als eine halbe Million, so die Schätzung der Verwaltung, soll die Sanierung (nicht Neubau!) im Stadtteil Gartlage kosten.
Die Summe von über einer halben Million sollte reichen, um eine Anlage auf „Weltklasseniveau“ zu bekommen (Neubau) – denn genau so etwas hat man in Hamburg für 500.000 Euro bekommen (siehe Link im Artikel von 06/2014 unten).

Nachdem im Haushalt 2014 bereits 82.000 Euro für die Maßnahme bereitgestellt wurden, sollte der Finanzausschuß diese Woche – per nachträglich auf die Aganda gesetztem Tagesordnungspunkt – eine „vorzeitige Mittelfreigabe“ beschließen. Dieser Wunsch der Verwaltung scheiterte aber am Veto der CDU.

In Nürnberg ging es auf einer gleich großen Fläche für die Hälfte

Bereits im vergangenen Jahr zeigte die HASEPOST, dass man in Nürnberg, auf einer vergleichbaren Fläche, für die Hälfte der in Osnabrück veranschlagten Kosten einen Skatepark bauen konnte; auch dazu: siehe unten.

Zwischenzeitlich also tagte in dieser Woche der Finanzausschuss der Stadt Osnabrück. Dort verweigerte Fritz Brickwedde (CDU) die Mittelfreigabe, weil die Verwaltung noch keine Sponsoren benennen konnte, die bereit sind sich an den Kosten zu beteiligen. Der städtische Finanzvorstand Thomas Fillep soll in der Sitzung wohl um noch etwas mehr Zeit gebeten haben, da man in Gespräch mit potentiellen Sponsoren sei. Angeblich wolle man aber bereits im März beginnen die halbe Million an der Schlachthofstraße zu verbauen, um zu einem Skateboard-Wettbewerb im September eröffnen zu können. Im vergangenen Jahr fand der Skate-Contest in der Skatehalle am Hasepark statt.

Hier nochmal unsere beiden im Juni vergangenen Jahres zum Thema veröffentlichten Beiträge:

Was kostet eigentlich so ein „Skatepark“? [18.06.2014]

Ist eine halbe Million Euro zu viel und wieso bekommt Hamburg für das gleiche Geld eine Anlage auf Weltklasseniveau?

515.000 Euro, diese Summe steht im Raum für die Renovierung bzw. den Neubau des Skateparks an der Liebigstraße.
Im Finanzausschuss erkundigte sich Fritz Brickwedde (CDU) nach der Größe der Szene in Osnabrück.
Die Antwort darauf, die heute in der NOZ von Hendrik Kaczmarek gegeben wurde ist „ungefähr 600 Skatefreunde in Osnabrück (…) davon sind ungefähr 350 aktive Fahrer, plus noch einmal 100 Skater aus dem Landkreis„.
Die sich aus dieser Antwort ergebende Milchmädchenrechnung wäre also: „1.000 Euro für jeden Skater„. Für diese Summe könnte man verdammt häufig mit der Bahn nach Bremen oder Münster fahren, wo es bereits moderne Skateanlagen aus Beton gibt.

Kostenvergleich Skateanlagen in Deutschland
Kostenvergleich: realisierte Skateanlagen in Deutschland (Neubauten)

Die Rechnung „1.000 Euro pro Skater“ relativiert sich aber schnell, wenn man bedenkt, dass die Stadt jeden einzelnen Sitz des Theaters mit 15.000 Euro subventioniert – hinzu kommen beim Theater noch Landesmittel und Subventionen aus dem Landkreis – und das jedes Jahr und nicht nur einmalig!
Wie das so mit Milchmädchenrechnungen so ist, hinkt aber auch der Vergleich zwischen Theater und Skateanlage vorne und hinten. Während sich die Skater-Szene nur langsam vergrößert bzw. „von unten“ jüngere Fahrer nachwachsen und ältere den Sport „an den Nagel hängen“; steht das Theater natürlich viel weiteren Besuchergruppen offen und finanziert aus seinen Fördermitteln auch die Gehälter der Angestellten und Schauspieler.
Umgekehrt aber werden sich auch für die Skateanlage Fördermittel und Sponsoren finden lassen, die den Aufwand für die städtische Kasse minimieren helfen.
Lassen wir also die Milchmädchenrechnungen weg und schauen erst einmal, wo es vergleichbare Anlagen gibt, und welche Kosten diese verursacht haben?

Für eine kurze Recherche hilft das Internet – schnell kommt man auf das Ergebnis: 500.000 Euro sind nicht unbedingt unrealistisch!
Die Verwaltung sollte nun schauen, ob bereits realisierte Anlagen aber auch vergleichbar sind mit dem, was der Stadt Osnabrück von der überschaubaren Anzahl von Spezialisten für solche Anlagen angeboten wird – der Platz an der Liebigstraße ist ja nicht sonderlich groß und die Vergleichszahl aus Hamburg bezieht sich auf einen kompletten Neubau innerhalb der Gartenausstellung IGS.
Hamburg hat lt. Spiegel-Online (hier mehr dazu) für seine halbe Million immerhin nicht mehr oder weniger als „einen der besten Skateparks Europas“ bekommen!

Interessant und deutlich vergleichbarer mit den Osnabrücker Verhältnissen ist das Beispiel Nürnberg Spittlertorgraben (hier mehr dazu).

Genau wie in Osnabrück, wurde in Nürnberg auf einem bereits vorhandenen Grundstück eine alte Anlage mit Metallunterkonstruktion komplett ausgetauscht und zusätzlich auch noch erweitert.
Die neue Anlage ist aus Beton und durch das sogenannte „monotholische“ Verfahren völlig fugenfrei – und das für „nur“ 260.000 Euro!

Sind eine gute „Viertelmillion“ (Nürnberger Modell) also nicht deutlich realistischer als die im Raum stehende halbe Million, für die Hamburg eine Anlage auf Weltklasseniveau bekommen hat?

 

Skatepark für eine halbe Million, die Zweite: ein direkter Vergleich  [18.06.2014]

Oha, die Finanzierung des Skateparks scheint ja einige Gemüter zu bewegen… und um das hier gleich zu klären, wir sind keine „A*löcher, die den Skatepark verhindern wollen“ (anonyme Nachricht via Facebook); im Gegenteil, der Autor ist der Meinung, die Stadt muss auch mal für Sportarten abseits von Bodenturnen und Ledertreten etwas tun!
Was aber nicht geht, ist von städtischer Seite mit exorbitanten und abschreckenden Summen zu hantieren, während eine kurze Google-Recherche zeigt welcher Kostenrahmen wirklich realistisch ist!

Geplante Skateanlage Osnabrück (515.000 Euro) im Vergleich zu realisierter Anlage in Nürnberg (ca. 300.000 Euro)
Geplante Skateanlage Osnabrück (515.000 Euro) im Vergleich zu realisierter Anlage in Nürnberg (ca. 300.000 Euro)

 

Und a propos Google: via Suchmaschine kann man auch sehr bequem feststellen, dass der heute Mittag bereits erwähnte Skatepark Nürnberg in seinen Ausmaßen nahezu 1:1 auf die Fläche an der Liebigstraße passt!
OK, der Nürnberger Skatepark wurde bereits vor zwei Jahren realisiert – da war die Baukonjunktur noch nicht so am boomen – aber eine Differenz von über 200.000 Euro?
Muss der Boden unter der ehemaligen Rollschuhbahn (die war dort vor dem Skatepark, deshalb ist das Areal auch so oval) etwa mit Goldstaub bestreut werden, oder was rechtfertigt diesen eklatanten Unterschied?
Die Skateprofis unter den Lesern (bitte kommentieren, nicht per PN beschimpfen) werden sicher beurteilen können, ob die elf in Franken installierten Elemente – von „Gebogener Curb“ bis „Quarterpipe“ – auch in OS attraktiv wären; dazu noch der bereits erwähnte fugenlose Betonboden.

Die Links unten verweisen auf die für den Vergleich verwendeten Google-Maps sowie auf eine Seite der Stadt Nürnberg mit der verwendeten Skizze des Skateparks. Auf der städtischen Seite wird übrigens von 280.000€ Kosten geschrieben, während das Nürnberger Anzeigenblatt (Link im ersten Beitrag) noch von 260.000€ schrieb. Die tatsächlichen Kosten werden also irgendwo um 300.000 € liegen; nicht jedoch bei den für Osnabrück angenommenen 515.000 €.

http://www.laut-nuernberg.de/blog-detail/items/skatepark-spittlertorgraben-es-geht-voran.html

https://www.google.de/maps/place/Liebigstraße/@52.2802461,8.0566191,109m/data=!3m1!1e3!4m2!3m1!1s0x47b9e5a2b5d8e339:0xaf9c4b07c4fe5c00

https://www.google.de/maps/@49.4513288,11.0681653,116m/data=!3m1!1e3

 

Heiko Pohlmann, beide oben zitierten Artikel wurden bereits am 18.06.2014 über Facebook veröffentlicht
AFP

Vormerken: Sonnenfinsternis am 20. März

Symbolbild Sonnenfinsternis
Vormerken: Sonnenfinsternis am 20. März

Am Vormittag des 20. März, also pünktlich zum Frühlingsbeginn, wird es auf der Nordhalbkugel zu einer „totalen Sonnenfinsternis“ kommen. In voller Ausprägung allerdings nur im Bereich des europäischen Nordmeers, rund um die Faröer und Spitzbergen.

Erst im Juni 2021 – und dann in ihrem Maximum auch wieder nur in der Polarregion – wird es die nächste von Mitteleuropa aus zu sehende Finsternis geben.

Über Osnabrück wird (wolkenfreier Himmel vorausgesetzt) am 20. März immerhin noch eine partielle, fast neunzigprozentige Verfinsterung zu beobachten sein.
Über die Sonnenfinsternis sowie über weitere Erscheinungen am Himmel berichtet das Planetarium in der Veranstaltung „Der Sternhimmel im März“ am Dienstag, 3. März, und Mittwoch 4. März, jeweils um 19.30 Uhr.

Eine Reservierung unter Telefon 56003-0 wird dringend empfohlen.

Symbolbild Sonnenfinsternis

PM, Symbolbild flyupmike

 

AFP

200 Bücher auf dem Wall vergraben – worum geht es?

200 Bücher auf dem Wall vergraben – worum geht es?
200 Bücher auf dem Wall vergraben – worum geht es?

In der Kunsthalle Osnabrück dreht sich noch bis zum 29. März alles um die Frage: „Was für ein Fest?“ Mehr dazu auf den Seiten der Stadt Osnabrück.

Hiltrud Schäfer, Präsenzbibliothek für Maulwürfe, Andrew BecconeAber was hat es mit den Büchern auf dem Hasetorwall auf sich, die vor dem Bürgergehorsam und der Kunsthalle in die Mittelinsel eingegraben sind?

Hiltrud Schäfer heißt die Osnabrücker Künstlerin, die für die etwa 200 „eingepflanzten“ Bücher verantwortlich ist.
Ihre Aktion ist eigentlich eine „Reaktion“, und zwar auf eine Installation in der gegenüberliegenden Kunsthalle, im Rahmen der Veranstaltung „Was für ein Fest?“ (siehe oben).
Dort hat der New Yorker Künstler Andrew Beccone seine „Reanimation Library“ aufgebaut. Ein bereits international gezeigtes Projekt, das alten Büchern einer neuen künstlerischen Verwendung zuführen will. Dafür hat Beccone aus Haushaltsauflösungen und Antiquariaten hunderte Bücher mit Bildwelten, die im Internetzeitalter verlorgen gehen, zusamengetragen.

Während die Ausstellung in der Kunsthalle Ende März endet, will Hiltrud Schäfer ihre Installation noch länger stehen lassen. Irgendwann sollen sich die Buchseiten wieder in Erde zurückverwandeln.

Der Titel der auffälligen Kunstaktion: „Maulwurf-Präsenzbibliothek, meine Antwort auf Andrew Beccone„, so steht es auf einem handgeschrieben Schild auf der Verkehrsinsel.

Hiltrud Schäfer, Präsenzbibliothek für Maulwürfe, Andrew  Beccone

Das iPad mit der Homepage von HASEPOST.de gehört nicht zur Installation, das war nur für uns als „Gast“ bei den obsoleten Kollegen aus Papier und Druckerschwärze.

Hiltrud Schäfer, Präsenzbibliothek für Maulwürfe, Andrew  Beccone

HP
AFP