Landkreis Osnabrück Osnabrücker Arbeitsmarkt weiter auf Erholungskurs

Osnabrücker Arbeitsmarkt weiter auf Erholungskurs

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Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk sank im Oktober um 613 auf jetzt 14.467. Im Vorjahresvergleich waren indes 2.368 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich im Vergleich zum September um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent, gegenüber dem Vorjahreswert gab es einen Anstieg um 0,8 Prozentpunkte.

Die im September gestartete Belebung des Arbeitsmarktes setzte sich damit im Oktober fort. „Saisontypisch sinkt die Arbeitslosigkeit im Herbst, da Arbeitgeber dann verstärkt Personal benötigen“, erläutert Christiane Fern, Leiterin der Agentur für Arbeit Osnabrück. „Auch in Pandemiezeiten wie jetzt ist das offensichtlich auch der Fall. Wir verzeichnen im Moment sogar einen höheren Bestand an offenen Stellen als im Vorjahr. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist insbesondere im Gesundheitswesen, im verarbeitenden Gewerbe, im Lagerbereich und in der Zeitarbeit gewachsen.“ Ebenso saisontypisch sei der Rückgang unter jungen Arbeitslosen. Fern: „Neben der stärkeren Nachfrage aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt starten derzeit auch viele Ausbildungs- und Studiengänge, so dass die frischgebackenen Azubis und Studierenden sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden.“

Die Erholung des regionalen Arbeitsmarktes setzte sich den zweiten Monat in Folge fort. / Foto: Agentur für Arbeit Osnabrück

Mehr Langzeitarbeitslose

Kritisch hingegen sei die Entwicklung unter den Langzeitarbeitslosen. „Vor einem Jahr waren noch unter 4.000 Männer und Frauen in der Region langzeitarbeitslos, jetzt sind es fast 1.000 mehr. Die Pandemie erschwert es diesen Menschen deutlich mehr als Kurzeitarbeitslosen, einen Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu finden“, so Fern. „Hierbei zu helfen wird eine vordringliche Aufgabe für uns werden, wenn die Corona-Krise vorbei ist. Da die Infektionszahlen im Augenblick aber massiv zunehmen, ist nicht auszuschließen, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt sich wieder anspannt – jedenfalls dann, wenn das öffentliche Leben wieder eingeschränkt werden muss.“

Kurzarbeit

Seit April zeigten bis zum 25. Oktober 2020 insgesamt 6.412 Betriebe für 89.625 Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit an. Alleine auf den Oktober bezogen gab es Anzeigen von 62 Unternehmen. Zum Vergleich: Von April bis Oktober 2019 waren es zusammen gerade einmal 83 Betriebe. Im April 2020 waren 40.928 Personen in insgesamt 3.946 Betrieben auch tatsächlich in Kurzarbeit. 573 dieser Betriebe entstammten dem Gastgewerbe, 494 dem Einzelhandel, 411 dem Gesundheitswesen. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im Mai 2020 3.390 Betriebe für insgesamt 39.635 Mitarbeiter Kurzarbeit realisiert.

Jugendarbeitslosigkeit

Im Oktober waren im Agenturbezirk 1.420 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 254 Personen bzw. 15,2 Prozent weniger als im September, aber 329 mehr als im Oktober 2019 (plus 30,2 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 3,9 Prozent und lag somit um 0,9 Prozentpunkte über dem Niveau des letztjährigen Oktobers.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im Oktober 18.996 Personen – 445 weniger als im Vormonat (minus 2,3 Prozent) und 1.862 mehr als vor einem Jahr (plus 10,9 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 6,2 Prozent um 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Septembers.

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer wuchs im Vorjahresvergleich um 852 auf 4.021 Personen (plus 26,9 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat reduzierte sie sich jedoch um 140 (minus 3,4 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1.187 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im Oktober 2020 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1.091 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem September um 303 auf jetzt 6.791 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 1.639 Menschen mehr.
In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 7.676 Personen, 310 weniger als im Vormonat und 729 mehr als im Oktober 2019.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im Oktober nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 3.009 Arbeitslosmeldungen auf (433 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 3.615 Abmeldungen (158 mehr als im Oktober 2019). Es meldeten sich 1.238 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 176 weniger als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1.238 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 91 mehr als im Vorjahr (plus 7,9 Prozent).

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 7.112 arbeitslose Menschen gezählt, 816 mehr als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent (Oktober 2019: 6,6 Prozent). 2.457 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Zuwachs um 535 Menschen gegenüber dem Vorjahr (plus 27,8 Prozent), ein Rückgang um 122 gegenüber dem September (minus 4,7 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.655 Personen als arbeitslos registriert – ein Plus von 281 Menschen im Vergleich zum Oktober 2019 (plus 6,4 Prozent).
Im Landkreis sank die Arbeitslosenquote mit 3,6 Prozent gegenüber dem Vormonat um 0,1, stieg aber im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte an. So waren 7.355 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 1.552 mehr als im Oktober 2019. 4.334 Arbeitslose (1.104 mehr als im Oktober des Vorjahres und 181 weniger als im September) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 3.021 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Zuwachs um 448 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat.


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