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Musikwissenschaftler der Universität Osnabrück legt Werke eines Osnabrücker Komponisten neu auf

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Der Musikwissenschaftler Dr. Stefan Hanheide vom Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück hat die Werke des Osnabrücker Komponisten Paul Ignaz Liechtenauer neu editiert. Die Neuedition ermöglicht Aufführungen von Werken des wohl bedeutendsten Komponisten Osnabrücks.

Paul Ignaz Liechtenauer war von 1715 bis zu seinem Tod 1756 Kapellmeister und Organist am Osnabrücker Dom. In dieser Zeit komponierte er zahlreiche Werke, von denen nun ein erster Teil in einer von apl. Prof. Dr. Stefan Hanheide vom Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück herausgegebenen Edition erscheint. Es handelt sich um sechs Messen für vier Solisten, vierstimmigen Chor und Orchester.

Noten der Musikstücke ermöglichen Aufführung

Der der Edition zugrundeliegende Druck von 1741 gelangte auf erstaunliche Weise von der St. Wenzel-Kirche im tschechischen Žinkovy an das Osnabrücker Diözesanmuseum, von dort an Domchordirektor Clemens Breitschaft, der sich an apl. Prof. Hanheide, den Herausgeber, wandte, um eine Neuedition der Noten auf den Weg zu bringen. Sie ermöglicht die Aufführung der Musik und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Die Edition berichtet über den spannenden Weg der Noten von Tschechien nach Osnabrück und enthält neben dem Notentext biographischen Angaben zum Komponisten sowie ein Werkverzeichnis.

Bedeutendster Osnabrücker Komponist

Das neu publizierte Notenmaterial macht deutlich, dass Liechtenauer der wohl bedeutendste Komponist der Osnabrücker Musikgeschichte sein dürfte. Seine gedruckten Werke erschienen bei dem renommierten Augsburger Verleger Lotter und waren über ganz Europa verbreitet. Handschriftlich hat er eine Fülle weiterer Werke geschaffen. Für viele wichtige Städte im katholischen Rheinland komponierte er Musik zu Jesuitendramen, in denen er als „der sehr bekannte und hochberühmte Osnabrücker Kapellmeister“ bezeichnet wurde. Die Musik der sechs Messen ist von einer fast italienisch anmutenden, festlichen Klangpracht, verbunden mit großem Ausdrucksreichtum.

Aufführung der Werke musste verschoben werden

Eine geplante Aufführung der Werke nach dem neuen Notenmaterial musste aufgrund der Corona-Epidemie auf später verschoben werden. Der vom Bistum Osnabrück geförderte erste Band der Edition ist in der Reihe „Musikedition Osnabrücker Schloss“ im epOs-Verlag Osnabrück erschienen, es folgen zwei weitere Bände.



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