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Osnabrück Schinkel: Feuerwehr muss in der Nacht Müllcontainer löschen

Feuerwehr Osnabrück
Feuerwehr (Symbolbild) / Foto: Heiko Westermann

Zu einem „Containerbrand“ wurde die Osnabrücker Feuerwehr in der Nacht zu Donnerstag in den Schinkel gerufen.

Die Einsatzzeit war nach Angaben der Leitstelle der Polizei gegen 2:20 Uhr. Eine Ursache für das Feuer in der Hamburger Straße ist noch nicht bekannt.

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AFP

Osnabrücker Grüne entdecken ihre Liebe für den Flughafen FMO

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Grüne Ratsfraktion Osnabrück, Flughafen Münster/Osnabrück, FMO

Wird der Osnabrücker Regionalflughafen nun grün? Fast könnte man dies vermuten, denn ohne ein grundsätzliches Abrechnen mit dem Flugverkehr im Allgemeinen und dem FMO im Konkreten, winkten die Osnabrücker Grünen in der Haushaltsdebatte den städtischen Zuschussbetrag durch.

Grünen-Wähler sind wahre Vielflieger

49 Prozent der Grünen-Anhänger gaben bei einer Umfrage aus dem Jahr 2014 an, sie seien in den vergangenen zwölf Monate geflogen. Unter immerhin 1.032 von der renommierten Forschungsgruppe Wahlen Befragten, fand sich kein Anhänger der Grünen, der noch nie in seinem Leben geflogen ist.
Ob es diese Affinität der eigenen Zielgruppe zu der laut Umweltbundesamt mit Abstand klimaschädlichsten Art sich fortzubewegen ist, die zu einem Umdenken der Osnabrücker Grünen führte?

Grüne begrüßen Abkehr von Startbahnverlängerung

Im Rahmen der Haushaltsdebatte begründete Fraktionsgeschäftsführer Michael Hagedorn die Zustimmung für den Haushaltsposten, der immerhin 3 Millionen Euro beträgt, mit der Abkehr von den Plänen für eine Verlängerung der Startbahn am Flughafen Münster/Osnabrück.
Vor wenigen Wochen hatte sich der in diesem Jahr neu angetretene Flughafenchef Rainer Schwarz von den bisherigen Plänen zur Verlängerung der Piste von 2200 auf 3600 Meter distanziert. Mit dem Ausbau der Startbahn könnten zukünftig auch interkontinentale Flüge ab Münster/Osnabrück abgefertigt werden.  Auch ohne eine verlängerte Startbahn meldet der FMO in diesem Jahr positive Zahlen.

Oberbürgermeister und FMO-Aufsichtsratschef Wolfgang Griesert zeigte sich erfreut über den Kurswechsel der Ökopartei, erinnerte die Grünen aber auch daran, dass es kein „Aus“ für die Startbahnverlängerung gäbe, sondern weiterhin nur ein Moratorium, das bei einer geänderten Nachfragesituation auch wieder auf den Prüfstand kommen könne.

AFP

Tempo 30: Auch beim Tempolimit macht Oldenburg vieles anders als Osnabrück

Tempolimit 30 Oldenburg
Screenshot: OOZ

Nahezu zeitgleich mit der letzten Ratssitzung, in der von der Regenbogenkoalition die Teilnahme an einem Tempo 30 Modellversuch auf dem Wall, der Martinistraße und der Iburger Straße beschlossen wurde, berichtete die Oldenburger Onlinezeitung (OOZ) darüber, wie und wo Tempo 30 in der Huntestadt umgesetzt wird.

Erneut können die Osnabrücker feststellen, dass die Oldenbürger – bei nahezu gleicher Stadtgröße und ähnlichen Problemstellungen – vieles anders machen.

So berichtet die OOZ, dass die Stadt Oldenburg aktuell zahlreiche Tempo-30-Bereiche vor insgesamt 17 Schulen und Kindertagesstätten einrichtet.
Die Geschwindigkeitsreduzierungen sind von montags bis freitags jeweils auf die Zeit von 7 bis 17 Uhr begrenzt und je nach Örtlichkeit auf eine Länge von höchstens 300 Metern beschränkt.

Hier geht es zum Artikel der Oldenburger Onlinezeitung.

Neuregelung der StVO macht es möglich

Möglich wird die Maßnahme durch eine Änderung der Straßenverkehrsordnung, nach der die Geschwindigkeit im unmittelbaren Bereich von an Straßen gelegenen Kindergärten, Kindertagesstätten, Krippen und Horten, allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen für geistig oder körperlich behinderten Menschen, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern in der Regel auf 30 Stundenkilometer zu beschränken ist. Nach Angaben der Oldenburger Onlinezeitung sind die Voraussetzungen, dass die Einrichtungen über einen direkten Zugang zur Straße verfügen oder im Nahbereich der Einrichtungen starker Ziel- und Quellverkehr herrscht.

Mit dieser Gesetzesänderung wird den Kommunen ein Instrumentarium an die Hand gegeben, um verantwortungsvoll zu prüfen, in welchen Fällen diese Anordnungen in Betracht kommen, um einerseits schwächere Verkehrsteilnehmer zu schützen, andererseits den Verkehrsfluss nicht übermäßig zu beeinträchtigen, wie es nach Ansicht vieler Kritiker jetzt in Osnabrück geplant ist.

In Osnabrück zahlreiche Schulen direkt an Hauptverkehrsstraßen

Ohne den politisch und verwaltungstechnisch Verantwortlichen vorgreifen zu wollen, mit dem Ratsgymnasium (Wall), der Domschule (E-M-Remarque-Ring), der BBS Westerberg (Natruper Straße) oder der BBS am Schöneberg (Iburger Straße) gibt es auch in Osnabrück einige Schulen, vor denen es oft auch zu riskanten Konflikten zwischen PKW und Schülern kommt und wo ein auf wenige hundert Meter begrenztes Tempolimit durchaus Sinn machen und Leben retten könnte.

Wir freuen uns wie immer über Feedback auf unserer Facebook-Seite.

 

AFP

In Osnabrück verhafteter Afghane hat womöglich mehr als 65 Flüchtlinge auf dem Gewissen

Flüchtlinge
Fotos: US Navy, PD

Er gab sich selbst als Flüchtling aus und wähnte sich in Osnabrück in Sicherheit vor der Strafverfolgung. Als Mitglied einer Schleuserbande soll ein am Dienstag in Osnabrück verhafteter Afghane für den Tod von mehr als 65 Flüchtlingen verantwortlich sein.

Nach mehrmonatigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Osnabrück und des Bundespolizeipräsidiums Potsdam war die Reise des Afghanen in Osnabrück zu Ende: Ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern mit Todesfolge wurde vollstreckt.

Am 5. Dezember 2017 wurden durch die Bundespolizei im niedersächsischen Osnabrück zwei Wohnungen durchsucht. An der Maßnahme waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Osnabrück mehr als 30 Beamte der Bundespolizei beteiligt.

35 Leichen konnten aus dem Meer geborgen werden

Der nun Verhaftete afghanische Staatsangehörige steht im Verdacht, im Januar 2016 während einer Bootsschleusung von der Türkei nach Griechenland als sogenannter Begleitschleuser an Bord gewesen zu sein. Die Überfahrt war von einer international agierenden Schleusergruppierung organisiert worden. Bei der Überfahrt sank das völlig überfüllte Boot bei widrigen Witterungsverhältnissen. Es konnten lediglich 24 von insgesamt etwa 90 Migranten gerettet werden. Durch die griechische Küstenwache wurden 35 Leichen geborgen. Die anderen Personen blieben vermisst.

Nach Deutschland abgesetzt und Asyl beantragt

Während der verhaftete mutmaßliche Schleuser gegenüber den griechischen Behörden vortäuschte, selbst ein Flüchtling zu sein, sind die von ihm unmittelbar begleiteten Personen (zwei Frauen und vier Kinder) beim Sinken des Bootes zu Tode gekommen.

Im Anschluss an seine Rettung setzte sich der jetzt Verhaftete nach Deutschland ab und beantragte im Februar 2016 Asyl. Hier kamen ihm die Ermittler der Bundespolizei nach Zeugenhinweisen auf die Schliche.

Fast zwei Jahre nach der Tat wurde der Schleuser dem Haftrichter vorgeführt.

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Tempo 30 in Osnabrück: Regenbogen-Mehrheit drohte zu kippen

Tempo 30 Osnabrück
Tempo 30 in Osnabrück / Archiv Hasepost

Eine 30-Zone, wie es unser Titelbild suggeriert, soll Osnabrück nicht werden, aber auf bis zu drei zentralen Straßenabschnitten – vorgesehen sind der Schlosswall/Johannistorwall, die Martinistraße und die Iburger Straße – soll für vorerst drei Jahre ein Tempolimit eingeführt werden.

„Grundsätzlich“ war der Entschluss an einem Modellversuch für innerstädtisches Tempolimit teilzunehmen schon im März gefallen, doch die Verwaltung musste erst noch weitere Details erarbeiten. In der letzten Sitzung vor dem Jahresende sorgte das überraschende Ausscheren eines Ratsmitglieds für Stress bei den Limit-Befürwortern aus der Regenbogenkoalition.

Bei der Ratssitzung im Frühjahr stand neben den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, der SPD, der FDP und der Linkspartei auch noch der Name des UWG-Vertreters Wulf-Siegmar Mierke unter dem Antrag, der die Verwaltung mit vorbereitenden Schritten beauftragte.
Doch Mierke erklärte in der Dezember-Ratssitzung, offenbar ohne die anderen Parteien vorab zu informieren, nun nicht mehr für den Modellversuch zur Verfügung zu stehen.

Im März beauftragten die bunt zusammengewürfelten Regenbogenparteien gemeinsam die Verwaltung zu prüfen, ob und wie die Stadt Osnabrück an einem Modellversuch „Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen“ des Landes Niedersachsen beteiligen könne. In der am Dienstag zur Abstimmung vorliegenden Vorlage der Verwaltung, werden Teile des Walls (Schlosswall/ Johannistorwall), die Martinistraße und die Iburger Straße als mögliche Teststrecken für das Tempolimit als geeignet definiert.

Bekommt Osnabrück den Zuschlag für die Teilnahme an dem Modellversuch, wird sich das Land an den Kosten beteiligen, allerdings wird auch die Stadt Teile der Kosten, zum Beispiel für die Überwachung der Geschwindigkeitsbegrenzung, tragen müssen. Für die voraussichtlich dreijährige Dauer des Modellversuchs sind auch Bau- und Umbauarbeiten an den Straßenabschnitten ausgeschlossen.

Die Tempolimit-Mehrheit war plötzlich knapp

Die Mehrheit drohte an diesem Dienstagabend überraschend zu wackeln. Aus Reihen der Grünen war auch ein „Judas“-Ruf zu hören, gerichtet gegen den einstigen Mitstreiter Mierke, der nun Sachargumente für seine Entscheidung gegen den Tempolimit-Versuch ins Feld brachte.

Dr. Michael Kopatz war nach der überraschenden Ankündigung des UWG-Politikers schnell an den Sitz des Abtrünnigen herübergelaufen und redete minutenlang auf diesen ein. Doch vergeblich, Mierke blieb seiner Ankündigung treu. Allerdings stimmte der mit der UWG eine Fraktion bildende Pirat Nils Elmers, wie von den Fahrrad-Ideologen erwartet.

BOB warnt vor Folgen für die Innenstadt

Vor der Abstimmung machte Kerstin Albrecht (BOB) deutlich, dass Erfahrungen aus anderen Modellprojekten gegen die Sinnhaftigkeit eines verordneten Tempo 30 Limits in der Innenstadt sprechen würde; was allerdings sicher sei: Die Funktion und das Funktionieren der Innenstadt wird dadurch massiv gefährdet.
Eine Lärmminderung von lediglich zwei Dezibel, die bereits in fünf Meter Entfernung nicht mehr wahrnehmbar sei, konnte bei ähnlichen Tests als einziges Ergebnis festgestellt werden, so Albrecht. Eine Verbesserung der Luftqualität sei durch das Ausbremsen des Verkehrs jedoch nicht feststellbar. Um wirklich nachweisbar bessere Abgaswerte zu erreichen, müssten Autos möglichst ohne Stau fahren, ein Tempolimit sei eher kontraproduktiv, so Albrecht.

Stadtbaurat hat Folgen nicht simulieren lassen

An den ebenfalls bei der Ratssitzung anwesenden Stadtbaurat Frank Otte gerichtet, warf die BOB-Politikerin diesem vor, dass er sich im Vorfeld nicht um eine Simulation der Auswirkungen gekümmert habe und dieses Versäumnis auch noch offen zugeben würde.
Das Verhalten von Otte sei auch in dieser Angelegenheit wie beim Neumarkt: „Es wird etwas beschlossen um erst danach die Folgen zu analysieren“.

Grüne: Kürzerer Bremsweg mindert Unfallfolgen

Für die Tempolimit-Befürworter argumentierte Dr. Michael Kopatz (Grüne), dass ein Expertengremium des Bundesverkehrsministeriums sich einstimmig für Tempo 30 in der Innenstadt ausgesprochen habe. Der Lärm würde deutlich reduziert und es würde sich bei Tempo 30 der Bremsweg gegenüber Tempo 50 halbieren. Nachdem innerhalb kürzester Zeit zwei Osnabrücker auf der Martinistraße von PKW angefahren und schwer verletzt wurden, sei dies die richtige Maßnahme um Unfallfolgen zu vermindern. Dass bei den beiden fraglichen Unfällen nicht die Geschwindigkeit der beteiligten Autos sondern Alkohol bzw. ein Rotlichtverstoß ursächlich waren, räumte allerdings der Grünen-Politiker selbst ein.

SPD/FDP: Gegner sind Lobbyisten und mutlos

SPD-Verkehrsexperte Heiko Panzer warf den Limit-Gegnern vor, sie würden keine Sicherheit wollen und auch nichts ausprobieren. Dies sei die Folge von „Lobbyarbeit aus Windschutzscheiben-Perspektive“.

Auch die FDP-Ratsfraktion konnte sich – wie schon im Frühjahr – für die Verbotsbefürworter begeistern. Den Gegnern, so Oliver Hasskamp, fehle der Mut für neue Ideen, zum Beispiel einen Kreisverkehr [nicht nur für LKW, die Redaktion] in der Innenstadt.

CDU: Lobbyarbeit für die Osnabrücker Bevölkerung

Auf den zuvor von Heiko Panzer geäußerten Lobbyismus-Vorwurf entgegnete Katharina Pötter: „Wir betreiben Lobbyarbeit für den Großteil der Osnabrücker Bevölkerung“.
Grundsätzlich habe mein kein Problem mit Tempolimits, „da wo es Sinn macht“, zum Beispiel am Nonnenpfad, aber nicht auf dem Wall oder der Martinistraße.
Ohnehin sei es die meiste Zeit schwierig in der Innenstadt flüssig zu fahren, aber wenn es mal möglich ist, wird kaum ein Osnabrücker das Verständnis für so eine Maßnahme haben, so Pötter.

Griesert will Bürger nicht zu Versuchskaninchen machen

Vor der Abstimmung meldete sich auch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert zu Wort: „Wir leben in einer digitalen Welt und wir sollten so etwas vorher digital simulieren und nicht Bürger zu Versuchskaninchen machen“, richtete er seine Kritik recht direkt an den Stadtbaurat und die vom ihm versäumte Beauftragung einer Folgen-Simulation.
Da neben einem Wall-Abschnitt und der Iburger Straße auch die Martinistraße dem Verkehrsministerium für den Test angeboten werden soll, könne es bei der ab dem kommenden Jahr geplanten Sperrung der Rheiner Landstraße zu erheblichen Verkehrsproblemen kommen, mahnte der Oberbürgermeister.

Gegen die Stimmen von CDU, BOB, UWG und des Oberbürgermeister wurde die Verwaltungsvorlage angenommen.

AFP

„Der Gang zur Schultoilette darf keinen Ekel mehr erregen“

Stadtrat Osnabrück, Sitzung
Sitzung des Stadtrats Osnabrück

Schulen und Sportanlagen, standen bei der Haushaltsdebatte in der letzten Sitzung des Jahres im Stadtrat ganz weit oben bei den Rednern der Parteien. Streit zwischen den Parteien blieb weitestgehend aus – Überraschungen bei der anschliessenden Abstimmung auch nicht.

FDP fühlte sich bei Redezeit zu kurz gekommen

Zu Beginn der Sitzung sorgte die FDP Ratsfraktion für ein wenig Unruhe bei den deutlich größeren Parteien.
Obwohl sonst bei zahlreichen Abstimmungen und in der öffentlichen Wahrnehmung der lose geknüpften „Regenbogenkoalition“ zugehörig, bezeichnete FDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Thomas Thiele seine Partei als „gefühlt“ der Opposition im Rat zugehörig.

Mit nur 5 Minuten Redezeit, während die Vorsitzenden der großen Fraktionen 12 (CDU), 10 (SPD) und 8 (Grüne) zur Verfügung haben, fühlt sich die FDP „ungleich“ behandelt. Mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen blieb es bei der kritisierten Redezeit-Regelung. Thiele konnte sich zuvor jedoch nicht einen Seitenhieb auf die Osnabrücker SPD- und CDU-Landtagsabgeordneten verkneifen, die in der neuen Niedersachsen-Groko bereits planen, den kleinen Parteien in den Kommunen zukünftig den Fraktionsstatus zu entziehen.

Bis 2021 jährlich 20 Millionen für marode Schulen

Als erster Redner betonte Dr. Fritz Brickwedde für die CDU Ratsfraktion, dass der vorliegende Haushalt ein deutlich aufgestocktes Investitionsprogramm für Schulen und Sporthallen enthält. Von 2018 bis 2021 werden jährlich 20 Millionen aufgewendet. Diese Investitionsbereitschaft will die CDU auch über 2021 hinaus fortsetzen und durch ein 10 Jahresprogramm insgesamt 200 Millionen in Schulen und Sporthallen investieren.
Emotional forderte der Unionspolitiker, dass Schluss sein muss mit maroden Fenstern, Schimmelbefall, undichten Dächern, unzureichenden Heizungs- und Sanitäranlagen und  sanierungsbedürftigen Sporthallen und fehlenden Klassenräumen.

SPD forderte höhere Gewerbesteuer

Die von der SPD aufgestellte Forderung die Gewerbesteuer um 0,5% zu erhöhen wurde von der CDU-Fraktion abgelehnt. „Wir brauchen zusätzliche Gewerbe- und Industriegebiete und keine zusätzlichen Steuern“, so Brickwedde.

Für die SPD Ratsfraktion sah Frank Henning, die Forderung, die Gewerbesteuer um 5 Punkte beim Hebesatz zu erhöhen, anders als sein Vorredner. Die Steuererhöhung, so Henning, wird etwa 1,3 Mio. Euro ausmachen, was in etwa der Summe entspräche, die durch den Nachtragshaushalt von CDU, BOB, Grünen, FDP und UWG den Osnabrücker Eltern bei den Kita Gebühren eingefordert werden.
Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende betonte die hohen Investitionsmittel im Schulbereich, die einen jahrelangen Investitionsstau im Schulbereich auflösen werden. „Unsere Kinder sollen in angenehmer Atmosphäre lernen und der Gang zur Schultoilette darf keinen Ekel mehr erregen“, so Henning.

Sind Beamte zukünftig ein Auslaufmodell?

Die Osnabrücker Sozialdemokraten unterstützen ausdrücklich die leistungsgerechte Vergütung von Beamten. Henning: „Es kann nicht sein, dass Beamte und Angestellte in der Stadtverwaltung den gleichen Job machen und der Angestellte eine Leistungszulage erhält, weil diese tarifvertraglich vereinbart ist. Wir wollen hier Leistungsanreize setzen und alle gleich behandeln, deshalb unterstützen wir die Leistungszulage auch für Beamtinnen und Beamte.“

Auch der Grünen Fraktionsvorsitzende Michael Hagedorn machte die kommunalen Beamten zum Gegenstand seiner Haushaltsrede. Hagedorn kündigte für das kommende Jahr eine Initiaitve an, in Zukunft neue Anstellungen im Beamtenverhältnis nur noch dann zuzustimmen, wenn dies unbedingt notwendig sei, zum Beispiel bei städtischen Feuerwehrleuten. Ansonsten sollen ungleiche Beschäftigungsverhältnisse zwischen Beamten und Angestellten in den Behörden ein Ende finden und dass daher in Zukunft durch die Stadtverwaltung nur noch neue Angestelltenverträge abgeschlossen werden sollen.

Grüne freuen sich über Zertifikat, das Osnabrück als fahrradfreundlich bezeichnet

Die in der vergangenen Woche an die Stadt verliehene Zertifizierung Osnabrücks als „fahrradfreundliche Kommune“ fand – wenig überraschend – das Wohlwollen der Grünen Ratsfraktion.
Immerhin, so Hagedorn, würden in der Hasestadt 23% der Verkehre mit dem Rad abgewickelt, während vergleichbare Großstädte im Durchschnitt nur auf eine Quote auf 12% kommen. In Zukunft, so streben es die Grünen an, soll der Anteil der mit dem Fahrrad abgewickelten Fahrten auf 30% erhöht werden.

Um die Sicherheit und Sicherheitsgefühl zu erhöhen trägt die Grüne Ratsfraktion die Aufstockung der Haushaltsmittel für Radwege um 60% gegenüber dem bisherigen Haushalt.
In einem späteren Redebeitrag betonte der grüne Ratsherr Dr. Michael Kopatz, dass es seine Vision sei, dass die Bürger angstfrei Fahrrad fahren können, umsonst sei das allerdings nicht zu haben.

FDP: Schulden konstant, nur Einnahmen verbessert

In den 5 Minuten die schließlich der FDP zur Verfügung standen, betonte Dr. Thomas Thiele, dass sich entgegen der langläufigen Meinung die Schuldensituation der Stadt nicht entscheidend verbessert habe, sondern die Einnahmesituation.

Thiele kritisierte in seinem Beitrag, dass es im Vorfeld der Haushaltsdebatte lediglich einen gemeinsamen Termin gegeben habe, während es (Zitat Thiele) „geheime Dreiertreffen“ zwischen CDU, SPD und Grünen gegeben habe, womöglich weil gemeinsame Beratungen mit den kleinen Parteien den drei großen Parteien womöglich „zu nervig“ sein könnten, „schließlich müssten sie sich dann auch die Vorschläge der kleineren Fraktionen anhören“.

Dass der VfL, wie er als Lokalpolitiker es erst durch die Zeitungslektüre erfahren habe, von den Stadtwerke mit 600.000 Euro unterstützt wird, nannte Thiele als Beispiel für „Ungereimtheiten in den Eigenbetrieben und Gesellschaften“, die den Haushalt unwägbar und unkalkulierbar machen würden.

BOB: Bäume wurden gefällt für ein Kaufhaus, das vielleicht nicht kommt

Für Unruhe und eine zeitweise Unterbrechung seiner Rede, sorgte die Aussage von Dr. Ralph Lübbe, der für den Bund Osnabrücker Bürger (BOB) die Verdammung von individueller Mobilität kritisierte und bemängelte, dass am Neumarkt Bäume gefällt wurden, „für ein Kaufhaus, das vielleicht nie kommen wird“.

Es müsse ein Umdenken erfolgen, forderte für die gemeinsam mit der UWG gebildete Fraktion der Einzel-Pirat Nils Ellmers, der kein „weiter so“ sondern „neue Impulse“ will. Als Beispiel für die Herausforderungen der Stadt nannte der Piraten-Politiker den FMO und das Theater. Für die städtische Bühne werden erneut mehr als 10 Millionen Euro im Haushalt aufgewendet.

Keine Überraschungen zum Ende

In der folgenden, mehr als anderthalb Stunden andauernden Aussprache, gab es keine Überraschungen mehr. Es folgte das in der Haushaltsdebatte übliche Wiederkauen der Partei-Positionen durch die zweitrangigen Ratsmitglieder der einzelnen Parteien.
Ebenfalls ohne Überraschungen blieb die Abstimmung über die Einzelposten, die oftmals im Vorfeld schon Gegenstand von Ausschuss- und Ratsdebatten waren.

 

 

 

 

AFP

Marihuana im Wert von 10.000 Euro unter der Fußmatte versteckt

Hauptzollamt Osnabrück, Marihuana
Foto: HZA Osnabrück

Einen Drogenkurier mit einem Kilogramm Marihuana im Wert von rund 10.000 Euro stoppten Bedienstete des Hauptzollamts Osnabrück am Nachmittag des 04. Dezember 2017 auf der Autobahn A 30. Wenige Tage zuvor konnten Zöllner im Landkreis Osnabrück eine Cannabisplantage schließen.

Die Zöllner zogen am Montag einen aus den Niederlanden eingereisten PKW mit polnischem Kennzeichen in der Nähe der Ausfahrt Gildehaus aus dem Verkehr.

Widersprüchliche Angaben machten Zöllner neugierig

Der 38-jährige Fahrer gab an, für vier Tage in den Niederlanden gewesen zu sein, um dort seinen Bruder zu besuchen. Die Frage nach mitgeführten Waffen, Betäubungsmitteln oder Bargeld verneinte er. Anhand eines Mietvertrages stellten die Beamten fest, dass der Reisende das Auto erst am 01.12.2017 angemietet hatte. Demzufolge konnte er nicht für vier Tage in Holland gewesen sein.

Die Ermittler entschlossen sich zu einer Intensivkontrolle des Wagens. Unter dem Fahrersitz fanden die Zöllner, durch eine Fußmatte verdeckt, einen schwarzen Müllsack, in dem sich ein Klarsichtfolienbeutel mit Marihuana befand.

Der Reisende wurde daraufhin vorläufig festgenommen und dem Haftrichter beim Amtsgericht Nordhorn vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück erging Haftbefehl. Der Beschuldigte wurde in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

AFP

100.000 Euro teure Terror-Sperre schützt einen Bereich, in dem sich keiner aufhält

Terrorsperre, Weihnachtsmarkt Osnabrück
Anti-Terror-Sperre am Rande des Osnabrücker Weihnachtsmarkts.

Meist sind es „keine“ Passanten, nur gelegentlich kreuzt dann doch mal ein einzelner Weihnachtsmarktbesucher den von tonnenschweren Sicherheitssperren abgeriegelten Bereich des Domhofs. Unser Titelfoto entstand am ersten Adventssonntag, während vor der Sicherheitssperre (Stückpreis ca. 50.000 Euro) ein reges Treiben herrschte – siehe andere Fotos.
Und die Zufahrten auf den historischen Weihnachtsmarkt auf dem Markt sind offen wie in den Jahren zuvor.

Es lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob die Maßnahmen gegen amokfahrende islamistische Wirrköpfe einfach nur symbolisch oder wirklich sinnvoll sind. Am Ende des vergangenen Weihnachtsmarkts und zur Maiwoche wurde noch mit abgestellten LKW improvisiert, zum Weihnachtsmarkt 2017 hat die Stadt ordentlich investiert. Gut investiertes Geld – für den Fall der Fälle?

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Gefahr real ist, wie nicht nur der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19.12.2016 belegt, sondern diverse ähnliche Attacken, zum Beispiel in London oder der jüngste Anschlag von Barcelona. Die Verantwortlichen in der Provinz sollten zur Wachsamkeit gemahnt sein. Städte wie Ansbach oder Würzburg, die inzwischen auf der Landkarte des Terrors zu finden sind, hätte auch niemand im Visier von Islamisten erwartet.

Terrorsperre, Weihnachtsmarkt Osnabrück
Während „hinter der Absperrung“ kaum jemand geht (siehe Titelfoto), herrscht davor reges Treiben; rechts geht es auf den historischen Markt

Stadtverwaltung rüstete 2017 auf

Für mehr als 100.000 Euro schaffte die Osnabrücker Stadtverwaltung im Herbst zwei mobile Fahrzeugsperren an, die flankiert von großen Betonpollern, nun den Bereich zwischen dem Löwenpudel und dem Schachbrettmuster vor dem Theater absperren. Zusätzlich wurden Wachleute einer privaten Sicherheitsfirma beauftragt, die unbewaffnet und ohne polizeiliche Befugnisse, einige Meter vor den Sperren einen Passierschein erfragen sollen; was zumindest in der Anfangsphase zu Ärger mit den Anliegern führte (HASEPOST berichtete).

Weihnachtsmarktbesucher gehen „vor“ den Absperrungen her

Doch was – bzw. welcher Bereich – wird denn da wirklich „geschützt“?
Am ersten Adventssonntag herrschte Hochbetrieb auf dem Weihnachtsmarkt und zehntausende Besucher flanierten zwischen dem historischen Marktplatz und dem Platz vor dem Dom.
Und wie flanierten die Menschen? Natürlich gingen sie vor den Terrorsperren her, denn die teure Neuanschaffung wurde am Löwenpudel nicht etwa räumlich vor dem Zebrastreifen und dem natürlichen Laufweg aufgestellt, sondern direkt hinter dem für die Fußgänger kürzesten Weg.

Terrorsperre, Weihnachtsmarkt Osnabrück
Hier geht es -ganz offen – auf den Marktplatz, die „Terrorsperre“ wurde links davon aufgebaut (Aufnahme vom Sonntag, 1. Advent)

Keine Absperrung für den Marktplatz

Vollkommen offen, sowohl an der Krahn- und Bierstraße – die beide regelmäßig übervoll mit Menschen sind -, wie auch an der Hasestraße, ist die Zufahrt auf den historischen Markt.
Anders als der Weihnachtsmarkt vor dem Dom, ist dieser Teil des Weihnachtsmarkts von einem schweren LKW ungehindert zu erreichen, allerdings muss dieser dafür nach rechts bzw. links abbiegen.

Antwort der Verwaltung: Keine Antwort

Unsere Redaktion hat beim Presseamt der Stadt nachgefragt, warum die teuren Terrorsperren einen Bereich absperren, der überhaupt nicht von Passanten frequentiert wird. Die Antwort eines Sprechers der Stadt fiel kompakt aus: „Aus verständlichen Gründen möchten wir uns nicht zu Details des Sicherheitskonzepts äußern“.

 


Anmerkung der Redaktion: Es gab im Vorfeld des Weihnachtsmarkts den verständlichen Wunsch der Schausteller, nicht im Detail über die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu berichten.
Unsere Redaktion geht jedoch davon aus, dass die öffentliche Diskussion über die Sinnhaftigkeit einer immerhin sechsstelligen Investition und die Arbeit der Verwaltung (hier im Zuständigkeitsbereich des Verwaltungsvorstands Frank Otte) wichtig ist. Böswillige Wirrköpfe, die Osnabrück im Visier haben könnten, werden mögliche Lücken des Sicherheitskonzepts auch so erkennen – dann dürfte es sich zeigen, ob das Sicherheitskonzept wirklich „vorbildlich“ ist, wie es auch die Verantwortlichen für sich reklamieren. Eine hundertprozentige Sicherheit wird es natürlich nie geben, aber teure Inventionen einer klammen Stadtkasse, sollten auch optimal eingesetzt werden und nicht ein Niemandsland schützen, sondern Menschen. Das Anstoßen einer öffentlichen Diskussion – auch wenn es vielleicht weh tut – ist die Aufgabe der Presse, daher dieser Artikel.

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Wer in Osnabrück dieses Knöllchen bekommt, darf sich freuen!

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Alle Autos entlang ganzer Straßenzüge in der Osnabrücker Altstadt, waren am Montagnachmittag mit „Knöllchen“ versehen. 

Doch was auf den ersten Blick wie ein Strafzettel aussah – obwohl doch oft ein gültiger Parkschein hinter der Windschutzscheibe lag – war die geschickt getarnte Werbung für ein Kosmetik- und Beautystudio, das am 8. Dezember in der Lortzingstraße eröffnet.
Die volle Aufmerksamkeit der so „Beworbenen“ dürfte garantiert gewesen sein.

Auf der Homepage von #BeautyBAR gibt es mehr Informationen und ebenfalls 10% Eröffnungsrabatt, auch ohne den das Adrenalin steigernden Windschutzscheiben-Flyer.

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Auf der Strafzettel-Rückseite gibt es Rabatt statt Bußgeld

 

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Q1 Energie AG aus Osnabrück mit „Too Good To Go“ gegen Lebensmittelverschwendung

Q1 Energie AG, Too Good To Go
Too Good To Go, Q1 Energie AG, Osnabrück

Nicht immer lassen sich Überproduktionen vermeiden. Diese Erfahrung macht auch die Q1 Energie AG beim Verkauf von Tagesgerichten, Backwaren und Snacks an ihren Tankstellen. Doch statt das überschüssige Essen wegzuschmeißen, geht es ab sofort in Osnabrück mithilfe der App „Too Good To Go“ als qualitativ hochwertige Ausschussware an interessierte Kunden.

Vor einigen Wochen sorgte das Unternehmen Too Good To Go (TGTG) mit seiner App gegen Lebensmittelverschwendung beim TV-Format „Die Höhle der Löwen“ für Furore.
Mit den TV-Investoren wurde während der Aufzeichnung ein Rekord-Deal in Höhe von 1 Million Euro vereinbart. Was die Zuschauer in der Ausstrahlung nicht erfuhren: Der Deal mit den prominenten Finanziers scheiterte im Verlauf der Nachverhandlungen. Doch das aus Dänemark nach Deutschland expandierende Startup floriert auch ohne die Kapitalspritze und schreibt seine Erfolgsgeschichte nun ohne Maschmeyer & Co fort.

Die Idee des Startups: Über die App können Restaurants, Bäckereien, Cafés, Hotels und Supermärkte ihr überschüssiges Essen zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer anbieten. Die Kunden bestellen und bezahlen direkt über die App und brauchen ihre Portion dann nur im angegebenen Zeitfenster im Laden abzuholen. „Wir setzen uns für eine Welt ein, in der produzierte Lebensmittel auch konsumiert werden“, betont Teresa Rath, Marketingleiterin bei TGTG. Durch die App-Idee verhelfen die Macher dazu, dass das Essen wieder mehr Wertschätzung erfährt und dabei wertvolle Ressourcen geschont werden. „Mit der Q1 Energie AG haben wir in der Region eine erste Vorreiterin gefunden, die nicht nur Backwaren, sondern auch reguläre Tagesgerichte anbietet“, sagt Rath.

Eigenen Angaben nach hat das Unternehmen Too Good To Go in den vergangenen Wochen bereits in über 100 deutschen Städten 1500 Partner gefunden, die für bundesweit mittlerweile über eine halbe Million User Anlaufstelle für den Kauf von überschüssigen Lebensmittel sind.

Bislang zwei Osnabrücker Unternehmen am System beteiligt

Neben dem Osnabrücker Energieversorger Q1 engagiert sich auch die Bäckerei Welp aus Haste. Der Osnabrücker TGTG-Pionier bietet im Geschäft in der Bramstraße zwischen 17:30 und 18:00 Uhr bunte „Überraschungs-Tüten“ an,  Kostenpunkt: 2,50 Euro.

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Noch ist das Angebot für Osnabrück überschaubar – aber lecker!

Bei Q1 sind für eine „Feinschmecker-Tüte“, die auch einen wechselnden Inhalt des Backwaren-Sortiments enthalt, ebenfalls 2,50 Euro fällig – ein überzähliges Tagesgericht ist ab 16 Uhr für 3,90 Euro erhältlich.

Startup rannte offene Tür ein

Für den in Osnabrück ansässigen Energieversorger und Betreiber von bundesweit über 200 Tankstellen stellte sich schon lange die Frage, wie der hervorgerufene Schwund an Lebensmitteln und die damit einhergehende Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt werden könne. „Wir sind angehalten, unsere frisch zubereiteten Backwaren und Snacks nach vier Stunden aus der Auslage zu entfernen“, betont Frederick Beckmann, Vorstand bei der Q1 Energie AG. Dies sei der gesetzlichen Vorgabe, aber auch dem eigenen Qualitätsanspruch des Unternehmens geschuldet, erklärt Beckmann. Nichtsdestotrotz gebe es an den überschüssigen Lebensmitteln nichts zu bemängeln. „Sie sind eigentlich viel zu gut für die Tonne“, bemängelt er.

Um auch seiner sozialen Verantwortung als Unternehmen gerecht zu werden, soll mithilfe der TGTG-App der Anteil von weggeworfenen Lebensmitteln drastisch verringert werden. Das System wird seit dem 1. Dezember in der Q1 Tankstelle am Kurt-Schumacher-Damm eingesetzt. Dort ist das Unternehmen nicht nur mit einem Bistro und Backshop, sondern auch mit einem täglich wechselnden Mittagstisch vertreten, der jeden Tag aufs Neue von der hauseigenen Köchin Christel Hofmann frisch zubereitet wird.

Osnabrücker Tafel wird weiter versorgt

Bereits seit langem übergibt Q1 nicht verkaufte Schnittbrötchen an die Osnabrücker Tafel. Das wird auch weiterhin der Fall sein, verlautet Daniel Hopkins, PR Manager bei Q1. „Das Angebot für die User von TGTG umfasst neben übrig gebliebenen Portionen des jeweiligen Tagesgerichtes auch belegte Baguettes, Salate, Joghurts mit frischen Früchten und vieles mehr“, sagt er. Was die Kunden etwa beim Kauf einer „Schlemmer-Tüte“ erhalten, kann im Vorfeld leider nicht genau gesagt werden, da sich die Produktauswahl erst im Laufe des Tages durch den entsprechenden Nichtverkauf ergibt. Beim Tagesgericht sieht das anders aus. „Über die hinterlegte Speisekarte können die User genau sehen, was am jeweiligen Tag in unserer Oase angeboten wird“, sagt Hopkins.

Ein Rollout des Systems sei auch an weiteren Q1 Standorten mit Backshops, Bistros und Mittagstischangeboten angedacht. „Wir beobachten, wie das Angebot in Osnabrück angenommen wird und wie sich der unternehmensinterne Ablauf gestaltet“, erklärt Frederick Beckmann.

Titelfoto: Q1 Energie AG

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