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Ein Jahr Corona in Osnabrück Teil 2: „Es wird keinen zweiten Lockdown geben“, so das Versprechen

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Seit mehr als einem Jahr begleitet uns das Coronavirus. Erst nur als abstrakte Gefahr, irgendwo in einer der zahlreichen Megastädte Chinas, dann über Österreich und Bayern immer näher auch an unsere Region heranreichend. Spätestens seit Anfang März 2020 wurde Corona dann ganz real und bestimmt seither unseren Alltag.
Grund für uns einmal einen Blick zurück zu werfen. Hier geht es zu Teil 1 dieser Artikelserie.

Der Sommer kommt und in der Region Osnabrück beginnt eine lange Zeit der Ruhe. Der Adolf-Reichwein-Platz und der Schlossgarten sind wieder mit Leben gefüllt; teilweise wird über mehrere Tage hinweg keine einzige Corona-Neuinfektion gemeldet. Nur manchmal wird die Ruhe gestört, beispielsweise durch den Corona-Ausbruch bei WestCrown in Dissen.

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Weil eine Öffnung der Kinos nicht absehbar scheint, entsteht in Osnabrück an der Halle Gartlage ein großes Autokino. Das Wetter spielt mit: Der Sommer ist sonnig und die Temperaturen steigen teilweise über 35 Grad Celsius. Trotz der Pandemie kann der beliebte Ferienpass mit einem bunten Programm für Kinder und Jugendliche starten. Am 10. Juni öffnen die Stadtwerke Osnabrück einzelne Bereiche des Nettebads und des Schinkelbads – vor einem Rekordjahr mit falschem Vorzeichen können sie sich damit allerdings nicht retten.

Am 20. Juni sind noch 16 Personen aus Stadt und Landkreis Osnabrück mit dem Coronavirus infiziert; der Krisenstab wird in dieser Woche aufgelöst.

Erst Ende Juli werden Warnungen vor einer „zweiten Welle“ wieder laut. In Deutschland steigt die Anzahl der täglichen Corona-Neuinfektionen leicht an, aber die Region Osnabrück stellt sich gegen den Trend. Anfang August stellen Reiserückkehrer noch mehr als die Hälfte der Corona-Infizierten in Stadt und Landkreis. Schulen und Kindertagesstätten öffnen seit dem neuen Schuljahr vorerst im Regelbetrieb; doch Corona-Infektionen unter den Schülern und Lehrern sorgen für ein permanenten Wechsel zwischen Szenario A, B und C.

Den ganzen September lang wurde kein Corona-Todesfall in der Region gemeldet. Bis zum 1. Oktober wurden 2.264 Bürger aus Osnabrück und Umgebung positiv auf das Virus getestet, 83 von ihnen sind verstorben. Um etwas mehr Schwung in die Osnabrücker Innenstadt zu bringen, feilt die Stadtverwaltung den Plan „Schausteller in der City“ aus. Im Abstand von mehreren Metern bauen Schausteller einige Buden auf – mit Süßigkeiten, Fressbuden und kleinen Spielen. Auch ein Riesenrad steht auf dem Domhof und ermöglicht corona-konform ganz neue Eindrücke von Osnabrück.

Am 14. Oktober wird im Landkreis zum ersten Mal seit mehreren Monaten die 7-Tage-Inzidenz von 50 überschritten. Sie fällt nur wenige Tage darauf wieder unter den Grenzwert, doch am 21. Oktober liegt die Maßzahl wieder über 50. Bis heute konnte es der Landkreis Osnabrück nicht unter die Marke schaffen. „Es wird keinen zweiten Lockdown geben“, heißt es aus der Politik.

Weil Corona-Lockerungen auf lokaler Ebene bestimmt werden, entsteht in Niedersachsen ein Flickenteppich an Regeln. In der Stadt Osnabrück dürfen Feiern mit höchstens 25 Personen ausgerichtet werden; im Landkreis nur mit zehn. „Wenn ich aus dem Landkreis komme, darf ich dann in der Stadt zu einer Feier mit 25 Personen?“ Die Frage beantwortet sich innerhalb weniger Tage von selbst, denn auch in der Stadt Osnabrück wird der Inzidenzwert 50 am 21. Oktober überschritten und das öffentliche Leben wird wieder eingeschränkt. Ab sofort gilt in der Innenstadt auch im Freien Maskenpflicht, die Gastronomie muss sich an eine Sperrstunde ab 23 Uhr halten.

Um Mitarbeiter und Patienten zu schützen, schränken Osnabrücker Krankenhäuser Besuchsregeln ein. Eine Lohnerhöhung haben die Mitarbeitenden immer noch nicht bekommen; das Klatschen an Fenstern hat mittlerweile auch aufgehört. Der historische Weihnachtsmarkt in der Osnabrücker Altstadt wird abgesagt, der Schaustellerverein Weser-Ems e. V. aus Osnabrück muss mit der Absage einer weiteren, für die Branche wichtigen, Veranstaltung klarkommen. Am 2. November beginnt der zweite Lockdown. Einen Monat später, am 1. Dezember, wird das Riesenrad am Domhof nach langem Stillstand abgebaut.

Wie es weitergeht? Hier der dritte und vorläufig letzte Teil dieses Rückblicks.

Foto: In der Innenstadt gilt jetzt Maskenpflicht. / Heiko Pohlmann.

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Tatjana Rykov
Tatjana Rykov ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikantin und inzwischen als feste Mitarbeiterin, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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