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Entscheidung zur Einführung der Gelben Tonne vertagt

Für Diskussionsstoff bei der gestrigen Stadtratssitzung sorgte auch die mögliche Einführung der Gelben Tonne. Die FDP brachte das Thema Gelbe Tonne auf den Tisch und beantragte die Einführung in Osnabrück für das Jahr 2021. Anlass ist das neue Verpackungsgesetz, welches ab dem 1. September 2019 in Kraft tritt.

Verschmutzung durch beschädigte, herumwehende und von Tieren aufgerissene Gelbe Säcke sollen bald der Vergangenheit angehören, fordert FDP-Ratsmitglied Oliver Hasskamp. Der herumfliegende Verpackungsmüll auf der Straße sei eine Belastung für die Umwelt und würde viele Bürger stören, argumentiert Hasskamp. Die Gelbe Tonne sei eine gute Lösung. So wird diese Verschmutzung der Straßen verhindert und nicht noch zusätzlich Plastikmüll produziert.

Vorreiter ist der Landkreis Osnabrück

Erstmals forderte die FDP bereits 2009 die Gelbe Tonne, also vor fast 10 Jahren. „Es ist eine Schande, dass man so viele Jahre warten musste, bis sich etwas tut“, bemängelt FDP-Ratsmitglied Robert Seidler. Ein positives Beispiel ist der Landkreis Osnabrück, der bereits 2004 die Gelbe Tonne einführte. Ebenso wird die Gelbe Tonne erfolgreich in Städten wie Hamburg, Berlin, Heidelberg oder Essen eingesetzt und hält dort die Straßen sauber. Auch der Landkreis Emsland wird voraussichtlich ab 2019 diese Behälter einführen.

Kein Schnellschuss für die Gelbe Tonne

Die anderen Fraktionen wollen keinen voreiligen Entschluss für die Gelbe Tonne. Denn es soll vorher geklärt werden, was die Einführung für den Gebührenzahler bedeutet und ob es Alternativen für Haushalte ohne Stellplatz für einen weiteren Müllbehälter gibt. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen Volker Bajus schlägt vor, weitere Alternativen zu betrachten. Weitere Möglichkeiten sind reißfeste Gelbe Säcke oder ein gemischtes System. Weiterhin bemängelt er, dass nur ein Verpackungsgesetz beschlossen wurde und kein Wertstoffgesetz. So bleibe den Kommunen nur die Wahl zwischen dem Gelben Sack und der Gelben Tonne. Die Wertstofftonne wird außen vor gelassen. Einen Beschluss zum Antrag der Gelben Tonne gibt es zunächst nicht. Demnächst wird dieses Thema im Ausschuss der Osnabrücker Service-Betriebe (OSB) diskutiert.

Gelbe Tonne vs. Wertstofftonne – Wo ist da der Unterschied?

In die Gelbe Tonne gehört das, was auch im Gelben Sack entsorgt wird: Verpackungsabfälle aus Privathaushalten, bekannt als Leichtverpackungen. Dazu gehören Verpackungen aus Kunststoff, Verbundstoff und Metall. In der Wertstsofftonne dürfen auch sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen landen, beispielsweise gängige Haushalts- und Gebrauchsgegenstände aus Kunsttoff und Metall. Die Wertstofftonne ist jedoch nicht verbindlich vorgeschrieben. Dabei ist die Eigeninitiative der Kommunen gefragt.

 

 

 

AFP

Ohne Führerschein zur Polizei und wieder nach Hause gefahren

Führerschein
Symbolbild Motorroller

Ein 16-jähriger Oeseder erschien am Dienstagnachmittag im Kommissariat an der Johannes-Möller-Straße. Er sollte u.a. zum Tatvorwurf des Fahrens ohne Führerschein mit einem Kleinkraftrad vernommen zu werden.

Der Jugendliche gab zu, dass er in jüngster Vergangenheit mehrfach mit dem Motorroller gefahren ist, obwohl er keinen Führerschein hat. Wie sich herausstellte, war der junge Mann mit dem Roller sogar zum Vernehmungstermin gefahren und hatte das Fahrzeug ganz in der Nähe der Dienststelle abgestellt. Damit der Jugendliche nicht noch einmal ohne Führerschein das Fahrzeug bewegt, stellten die Beamten vorsorglich den Zündschlüssel sicher. Den Schlüssel übergaben sie kurze Zeit später dem in der Wache erschienenden Vater.

Vater händigte Sohn den Schlüssel wieder aus – auch ohne Führerschein

Durch Zufall beobachtete ein auf dem Heimweg befindlicher Polizist wenig später in Oesede, wie der Vater den Zündschlüssel des Motorrollers wieder an seinen wartenden Sohn aushändigte, und der Jugendliche erneut mit dem Roller losfuhr. Eine alarmierte Funkstreifenwagenbesatzung stoppte Vater und Sohn schließlich und bereitete der Fahrt ein Ende. Gegen den Vater und seinen Sohn wurden entsprechende Strafanzeigen geschrieben.

AFP

Mindener Straße zwischen Osnabrück Lüstringen und Wissingen gesperrt

Umleitung L90 Wissingen
Foto: Benny Schenk

Pendler aus bzw. nach Wissingen – und darüber hinaus bis nach Melle – dürfen sich ab kommender Woche auf eine umfangreiche Umleitungsstrecke einstellen. Bis Ende November wird hier die Fahrbahn der Mindener Straße erneuert.

Am Montag. 3. September beginnen die bereits vor Ort auf Schildern angekündigten Straßenbauarbeiten für die Fahrbahnerneuerung der Landesstraße 90 (Mindener Straße) zwischen Osnabrück- Lüstringen und Wissingen. Dies teilt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Osnabrück mit.

Die Gesamtmaßnahme erstreckt sich über eine Länge von rund vier Kilometern zwischen Osnabrück-Lüstringen (Höhe Verbrauchermärkte) und Wissingen (Kreisverkehr), aufgeteilt in mehrere Bauabschnitte.

Am Montag geht es los

Der erste Bauabschnitt beginnt am Montag, 3. September im Schutze einer Vollsperrung östlich der Kreuzung Darumer Straße / Lüstringer Straße und endet an der Einmündung des Hadernweges. Im zweiten Bauabschnitt zwischen dem Hadernweg und der Einmündung des Niemandsweges kurz vor dem Kreisverkehr in Wissingen erfolgen zeitgleich an verschie- denen Stellen Bauarbeiten im Schutze von Baustellenampeln. Zwischen der Einmündung Niemandsweg und dem Kreisverkehr muss in diesem Zusammenhang eine Einbahnstraßen- regelung eingerichtet werden, da dort auf Veranlassung der Gemeinde Bissendorf die Bus- haltestellen und Nebenanlagen zu erneuern sind. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Anfang Oktober an.

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Für beide Fahrtrichtungen steht eine Umleitungsstrecke ab Wissingen über die L 85 (Bahnhofstraße / Wissinger Straße), die K 228 (Osnabrücker Straße) und die K 321 (Lüstringer Straße) zurück zur Mindener Straße zur Verfügung.

Die ansässigen Betriebe und direkten Anwohner werden in Form von Handzetteln über den Bauablauf und kurzzeitige Sperrungen informiert; dem Baufortschritt entsprechend bleiben die direkten Anliegerzufahrten zur Mindener Straße weitgehend aufrecht erhalten. Sofern Bushaltestellen in Folge der Sperrung nicht bedient werden können, informieren Aushänge an den betroffenen Standorten über alternative Zustiegsmöglichkeiten.

Zweiter Bauabschnitt in den Herbstferien

In den Herbstferien erfolgt dann im zweiten Bauabschnitt eine Vollsperrung der L 90 zwischen dem Hadernweg und dem Kreisverkehr in Wissingen, anschließend in einem wei- teren Bauabschnitt zwischen der Kreuzung Darumer Straße und dem Ortseingang Lüstringen. Zu diesen Bauabschnitten gibt die Landesbehörde noch gesonderte Presseinformationen heraus.

Die umfangreichen Arbeiten für die Gesamtbaumaßnahme dauern voraussichtlich bis Ende November an, wetterbedingte Verzögerungen sind jedoch nicht auszuschließen. Die vom Land Niedersachsen getragenen Baukosten belaufen sich nach Angaben des Landkreises Osnabrück auf rund. 1,4.Mio. Euro.

Foto und Hinweisgeber: Benny Schenk

AFP

Rede des Oberbürgermeisters zur „Seebrücke“-Debatte

Wolfgang Griesert im Ratssitzungssaal
Rede am 28. August 2018

Dienstagabend, kurz nach 21 Uhr und damit mehr als vier Stunden nach Beginn der Ratssitzung, kam es zur Aussprache über das „Bündnis Seebrücke Osnabrück“, das von der Stadt Osnabrück Unterstützung eingefordert hatte.

Ein Großteil der Unterstützer – auffallend orange gekleidet – hatte zu dem Zeitpunkt die öffentliche Sitzung schon wieder verlassen, nachdem zu Sitzungsbeginn bunte Papierbötchen als Symbol für ihr Anliegen verteilt wurden.

Regenbogenkoalition setzt sich durch

Eine Mehrheit aus SPD, Grünen, Linkspartei, Piraten und FDP (der Vertreter der UWG war wegen Krankheit nicht anwesend) setzte sich in der abschliessenden Abstimmung durch und fordert den Oberbürgermeister auf, der Bundesregierung mitzuteilen, dass die Stadt Osnabrück zusätzliche Geflüchtete, die im Mittelmeer in Seenot geraten sind, aufnehmen kann und will.
Ferner soll in einem Schreiben an die Bundesregierung appelliert werden, sich weiterhin und verstärkt für die Bekämpfung der Fluchtursachen einzusetzen, insbesondere für eine gerechtere und effektivere Entwicklungshilfepolitik und dafür, dass die Menschen auf dem Mittelmeer gerettet werden.

Hier alle Artikel unserer Redaktion zur „Seebrücke“

Rückführung Nicht-Bleibeberechtigter fand keine Mehrheit

Ebenfalls eine Mehrheit konnte sich für den einzeln abgestimmten ersten Teil eines von der CDU und BOB eingebrachten Änderungsantrags begeistern, mit dem die Verwaltung beauftragt wird Vorschläge zu unterbreiten, wie die Friedensstadt mit konkreten Maßnahmen zur Beseitigung von Fluchtursachen beitragen kann.
Der zweite Teil dieses Antrags, mit dem die Verwaltung dazu aufgefordert werden sollte, gemeinsam mit den Landesbehörden und der Polizei für konsequente Rückführungen Nicht-Bleibeberechtigter Sorge zu tragen, verweigerten die Regenbogenkoalitionäre ihre Zustimmung.

Überwiegend sachliche Debatte zu ernstem Thema

Neben der Rede von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, die wir im vollen Wortlaut wiedergeben, waren auch die Redebeiträge aus den einzelnen Fraktionen sehr detailreich und der Sache angemessen. Es fehlten zu diesem Tagesordnungspunkt die Häme und die üblichen Boshaftigkeiten, die sonst in Zwischenrufen zum Ausdruck gebracht werden um den politischen Gegner in den Debatten zu diskreditieren.

Einzig der Redebeitrag des Oberbürgermeisters wurde durch mehrfache Zwischenrufe aus dem Lager der Grünen Ratsfraktion gestört – teils ohne den OB den bereits begonnen Satz aussprechen zu lassen.

Der frischgebackene Fraktionsvorsitzende der Grünen, Volker Bajus, erklärte in einem abschließenden Zwischenruf den Oberbürgermeister nicht verstanden zu haben. Auch für ihn haben wir hier den Redebeitrag in vollem Wortlaut, basierend auf dem unserer Redaktion vorliegenden Manuskript. Einzelne Abweichungen vom Manuskript, in denen Wolfgang Griesert auf vorherige Debattenbeiträge einging, können fehlen.

„Herzlichkeit darf den Verstand nicht außer Kraft setzen“

Rede von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert am 2o. August 2018 im Rat der Stadt Osnabrück.Meine sehr geehrten Damen und Herren,

es gehört offenbar zu den unvermeidlichen Reaktionen des öffentlichen Diskurses, die Auseinandersetzung über Sachfragen und politische Positionen, für Verunglimpfungen und Beschimpfungen zu nutzen, statt dem anderen zunächst einmal eben die Absichten zu unterstellen, die man selbst auch hat, nämlich ehrenwerte.

[Zwischenrufe aus der Grünen Ratsfraktion]

Es ist vielleicht ein aussichtsloser Appell, einen Moment zuzuhören, um dem Gedanken des anderen nachzudenken, es gehört aber zum Wesensmerkmal unserer Demokratie – erst Recht in einer Stadt, in der durch den Westfälischen Frieden Werte wie Toleranz, Respekt und Minderheitenschutz in den europäischen Wertekanon aufgenommen worden sind: Wenn wir einander nicht mehr mit der Toleranz begegnen wollen, auf deren Boden Meinungsfreiheit, und das heißt immer auch Meinungsvielfalt wächst, dann verlassen wir den Rahmen der Verfassung unserer Gesellschaft, einer Verfassung, die eigentlich keine ‚falsche‘ Meinung kennt.

Seit ich meinen Brief an die Unterstützer der Seebrücke geschrieben und veröffentlicht habe, sind zahlreiche Presseartikel, E-Mails, Pressemitteilungen, Briefe, Leserbriefe, Social-Media-Posts und Telefongespräche geschrieben, geführt und veröffentlicht worden. Die Unterstützer der Seebrücke wähnen sich auf der richtigen Seite, moralisch gut abgefedert lässt sich scheinbar die Welt wieder in Gute und Böse, in WIR und DIE ANDEREN unterscheiden. Nur, liebe Kolleginnen und Kollegen, je länger ich über dieses Thema und das Ziel dieser sicherlich ehrenwerten Initiative nachdenke, desto klarer wird mir, dass wir alle in einem Boot sitzen.

Es ist zwar nicht voll, aber wir sind eben doch im selben Boot, wenn ich dieses Symbol für ein moralisches Dilemma benutzen darf, einem Dilemma, dem weder diejenigen entkommen, die auf eine europäische Lösung setzen, noch diejenigen, die meinen, direkt helfen zu können.

Diejenigen, die auf eine europäische Lösung setzen, und zu denen zähle auch ich, wissen natürlich, dass derweil weiter gestorben wird, auf dem Mittelmeer: oft stumm und unbemerkt von Kameras und Mikrofonen: allein in diesem Jahr wohl schon über 1400 Mal.

[Persönlich an das Ratsmitglied Anke Jacobsen (Grüne) gerichtet korrigiert sich Wolfgang Griesert und ergänzt, dass die Zahl inzwischen wohl bei 1.500 oder womöglich noch darüber liegt]

Bis sie von jemandem in der verlassenen Heimat vermisst werden, sind die Menschen längst verschwunden: nicht gesucht, nicht einmal bestattet. Sicher ist jedenfalls, dass nicht alle gerettet werden. Und nicht erst seitdem sogar Regierungsvertreter öffentlich erklären, dass das Dublin-Abkommen gescheitert ist, will eigentlich auch keiner die Geretteten mehr aufnehmen: die Spanier nicht, die Franzosen nicht, die Italiener nicht, die Österreicher nicht, die Ungarn schon gar nicht – und die Deutschen?! Ist nicht auch unsere großzügige Willkommenskultur längst an Grenzen gekommen? Was 2015 eine große Geste war, ist inzwischen harte Arbeit geworden. Misstrauen hat sich eingeschlichen.

Unwidersprochen ist im vergangenen Jahr bei einer Demonstration vor dem Rathaus ein Transparent hochgehalten worden, in dem städtische Mitarbeiter mit Nazis gleichgesetzt worden sind – von Leuten, die hoffen, hier bleiben zu können. Von den couragierten Mitdemonstranten, die doch gern dazu auffordern, hinzuschauen, hat auch keiner gemeint, etwas korrigieren zu müssen. Und an dieser Stelle sei mir noch ein Wort zu unserer Ausländerbehörde gestattet, die in unserem Rechtsstaat eine wirklich schwierige Arbeit zu leisten hat und die das ziemlich gut macht, die immer wieder aber auch unmöglichen Anfeindungen ausgesetzt ist, weil sie umsetzt, was der Gesetzgeber woanders beschlossen hat.

Meine Damen und Herren,

die Herzlichkeit darf den Verstand nicht außer Kraft setzen. Und dieser Verstand sagt mir, dass eine europäische Lösung notwendig, dringend notwendig ist, um dem unbemerkten Tod auf dem Meer und im Übrigen auch in der Wüste endlich Einhalt zu gebieten. Und zumindest ich bin davon überzeugt, dass wir nicht den Eindruck erwecken dürfen, dass es alternative Wege, unkonventionelle Wege, Wege von DIR zu MIR gebe, die, wenn wir alle nur stark genug wollen, hoffen und vielleicht sogar beten, beschritten werden könnten. Meines Erachtens sollten wir uns auch dringend davor hüten, Menschen dazu zu verleiten, sich absichtlich oder auch nur fahrlässig in Seenot zu bringen.

Selbstverständlich muss jeder, der in Seenot gerät, gerettet werden – egal, ob von einem privaten oder einem Schiff in öffentlichem Auftrag. Aber ob er gerettet wird, ob ein Schiff in der Nähe ist, das retten kann, das überlassen die Befürworter dieser Strategie dann höheren Mächten. Jemanden zu verleiten, sich in Lebensgefahr zu bringen, ist aus meiner Sicht aber moralisch höchst anfechtbar. Ich bin sicher, dass es diese alternativen Wege nicht gibt und auch nicht geben wird. Daher halte ich die Gebärde des Drucks, die mit solchen Appellen ausgelöst werden soll, in ihrer Wirkung für ziemlich begrenzt.

Meine Damen und Herren, was passiert denn, wenn der Rat sich heute den Appell der Initiative zu eigen macht und ganz konkret verlangt, zusätzlich Flüchtlinge aufzunehmen? Wir schicken diesen Beschluss unseren Bundestags- und Landtagsabgeordneten, von denen einige der hier Anwesenden sich diesen Appell selber schicken wollen, wir schicken ihn der Bundesregierung, der Kanzlerin und dem zuständigen Minister. Und dann? Was würden wirdenn mit einem solchen Schriftstück machen? Würde es uns mobilisieren, etwas zu tun, was wir vorher nicht getan hätten? Wir produzieren ein Stück Papier, nutzen die Schicksale der Flüchtlinge als Mittel und nicht als Zweck unseres Handelns und gehen nach unserem Beschluss wieder zur kommunalen Tagesordnung über. Wir delegieren lediglich die Verantwortung, schauen uns zufrieden an und sind davon überzeugt, „echt“ die Welt verändert zu haben. Wir hätten so zunächst einmal in einen sicheren Hafen beigedreht. Meines Erachtens haben wir aber damit gar nichts getan, keinen Menschen gerettet, keine Wege und keine Wohnung gebaut und auch nicht um die Akzeptanz der Osnabrücker geworben. Wir tun lediglich so, als hätten wir etwas getan. Wir wecken Hoffnung, die wir doch gar nicht erfüllen können. Will denn im Ernst einer von Ihnen nach Süditalien oder Spanien reisen und Flüchtlinge mit nach Osnabrück bringen. So bauen wir keine Brücke, sondern eine Fata Morgana, die bekanntlich etwas zeigt, was gar nicht da ist.

Und glauben Sie denn im Ernst, dass die Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff „Diciotti“, auf der „Aquarius“ oder der „Lifeline“ gerettet werden konnten, weil sich Oberbürgermeister deutscher Städte bereit erklärt haben, Flüchtlinge aufzunehmen?

Und diejenigen, an die wir appellieren, kennen im Zweifel die ebenso schnell aufbrausende wie in sich zusammenbrechende Dynamik der öffentlichen Meinungsbildung. Meinen Sie wirklich, dass wir mit dieser Initiative Eindruck hinterlassen? Außerdem habe ich Zweifel, ob Druck aufgebaut oder vielleicht sogar eher ‚raus genommen‘ wird.

Meine Damen und Herren, in meiner Handgiftenrede vom 4. Januar 2016 habe ich das Flüchtlingsthema, mit dem wir damals gerade erst lernen mussten, irgendwie zu Recht zu kommen, ins Zentrum gestellt. Ich habe damals an einen „Konsens“ erinnert, ohne den wir diese Aufgabe würden nicht bewältigen können. Wie weit haben wir uns von diesem Konsens entfernt. Was darf heute alles gesagt werden und vor allem: WIE darf es gesagt werden!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich die Aufnahme und vor allem die Integration der Flüchtlinge nicht mehr nur mit einer großzügigen Willkommensgeste bewältigen lassen, die man dann mit einem Selfi dokumentieren kann. Ich bin sicher, dass wir auf die Institutionen in Europa, Deutschland und in Niedersachsen setzen müssen, an denen unsere bisherigen Initiativen gescheitert sind. Das ist zwar paradox, aber europäische Wirklichkeit. Insofern weiß ich mich mit meiner Auffassung zumindest mit der Haltung unserer Bundeskanzlerin, der unseres Bundesinnenministers und der unseres niedersächsischen Innenmnisters einig: Heute kann die Geste keine Wege mehr öffnen, heute ist politischer Sachverstand gefragt und zähes Ringen und Verhandeln auf dem rutschigen Parkett der Diplomatie. Verhandeln und Diplomatie – darauf zu setzen, hat nun wirklich mit „Kopf in den Sand stecken“ nichts zu tun und ist auch nicht „Resignation“, sondern Realitätsbewusstsein und eher Ausdruck politischen Pragmatismus‘. Pragmatisches Handeln kommt zwar in der Regel nur langsam zum Ziel, kann aber mehr bewirken, als die an sich selbst verglimmenden schönen Worte.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Ratskollegen,

wie auch immer Sie gleich entscheiden, lassen Sie uns anschließend gemeinsam Hand in Hand weiter daran arbeiten, dass wir die bereits angekommenen und auch die in Zukunft noch ankommenden Flüchtlinge gut bei uns aufnehmen und anschließend integrieren können. Lassen Sie uns diesen Konsens festhalten, um den Flüchtlingen, die zu uns kommen – wo auch immer sie ihre Odyssee gestartet haben – zu helfen, anzukommen: in unserem Land, unserer Stadt, in unserer Sprache und in unseren gesellschaftlichen Umgangsformen.

Dafür brauchen wir auch all diejenigen, die in dieser Frage eine andere Auffassung haben als ich, mit denen wir unabhängig davon aber auch in Zukunft weiter vertrauensvoll zusammenarbeiten wollen: Diakonie und Caritas zum Beispiel, aber auch terre des hommes und Helpage und auch diejenigen Vereine, die sich direkt für die Flüchtlinge in unserer Stadt einsetzen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

AFP

Ratsmehrheit will (noch) keine Entscheidung über Busse in der Johannisstraße

Busverkehr in der Johannisstraße

Kann die derzeitige baustellenbedingte Sperrung der Johannisstraße eine Blaupause für die Verkehrsführung der Zukunft sein? Die FDP wollte bei der Ratssitzung am Dienstag die Chance nutzen den Busverkehr auch über die Baustellenphase hinaus aus der eigentlichen Fußgängerzone zu verbannen.

Seit einigen Wochen ist die vordere Johannisstraße durch die aktuellen Bauarbeiten für den Busverkehr gesperrt. Mit einer kurzen Unterbrechung für das Weihnachtsgeschäft, wird die Sperrung, die auch durch den möglichen Neubau des Einkaufszentrums bedingt ist, voraussichtlich bis in das Jahr 2021 andauern.

Nach Ansicht der FDP-Ratsfraktion lassen die jetzigen Busumleitungsmaßnahmen erkennen, wie der zukünftige Busverkehr geleitet werden kann. Warum also nicht diese baustellenbedingte Sperrung zum Anlass nehmen, die Johannisstraße dauerhaft vom Busverkehr zu befreien, dachten sich die Osnabrücker Liberalen und versuchten im Stadtrat eine Mehrheit für diese Idee zu finden.

Zukunft für die Johannisstraße ohne Busverkehr

Für den Antragsteller argumentierte Oliver Hasskamp, dass die Aufenthaltsqualität durch die Schließung der Johannisstraße für den Busverkehr zukünftig deutlich erhöht werden könnte. Durch so eine Maßnahme käme es zu einer Attraktivitätssteigerung, die angesichts des zunehmenden Internethandels dringend notwendig sei. Ohne Busverkehr könnte zukünftig eine Zukunft der Johannisstraße auch mehr Außengastronomie bringen. Beispielhaft nannte Hasskamp auch den alljährlichen Hollandmarkt, der vorführt, wie eine busfreie Johannisstraße aussehen kann.

Wird die Johannisstraße zum Rosenplatz 2.0?

Das was nun in der Johannisstraße geplant ist und mit den aktuellen Baumaßnahmen bereits in Umsetzung ist, bezeichnete der FDP-Stadtrat als drohenden „Rosenplatz 2.0“ und verwies auf die geplante Fahrbahngestaltung mit Betonplatten.

Johannisstraße
Aktuelle Baustelle in der Johannisstraße

SPD mit Panzer gegen den Oberbürgermeister

Für die SPD erwiderte ihr Verkehrsexperte Heiko Panzer, dass es nicht richtig ist sich bei er Beschreibung des Niedergangs der Johannisstraße auf den Busverkehr zu konzentrieren und machte auch Vorwürfe gegen das Modehaus L&T, das vor einigen Jahren in Immobilien in der Johannisstraße investiert hatte um eine weitere Ausdehnung des geplanten Shopping-Centers zu begrenzen.
Vor allem aber richtete Panzer seine Kritik an den Oberbürgermeister, die seiner Ansicht nach keinen Termin beim Stadtoberhaupt bekommen würde.
Was den eigentlichen Antrag der FDP anging, verwies Heiko Panzer auf eine bereits laufende Machbarkeitsstudie, die die Struktur und Routenführung des Busverkehrs ganz grundsätzlich auch den Prüfstand stellen will. Und diese Studie solle man abwarten, forderte der SPD-Verkehrsexperte.

„Fake News“ in der Ratssitzung?

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ergriff darauf spontan das Wort und kritisierte Panzer, dass dieser gezielt „Fehlinformationen“ einstreuen würde und dass die der vorherige Redebeitrag in die Richtung Fake News gehen würde. Tatsächlich wird es am 30. August ein gemeinsames Gespräch zwischen dem Stadtbaurat, dem Oberbürgermeister und den Kaufleuten der Johannisstraße geben.

Stadtbaurat Frank Ottekritisierte vor allem die FDP-Ratsfraktion und ihren Antrag. Nach Ottes Ansicht sei es hinderlich, dass man während laufender Prozesse Entscheidungen vorweg nehmen will. Derartige Diskussionen würden diese Prozesse konterkarieren.und es sei wenig animierend, wenn Kollegen und Mitarbeiter in Abendsitzungen an der Zukunft des Nahverkehrs arbeiten und Teile des Stadtrats Entscheidungen vorweg will.
Was den zuvor angesprochenen Rosenplatz und seine Gestaltung angeht, wollte Otte nicht gelten lassen, dass diese nicht gelungen sei, das würden einige Betrachter auch anders sehen.

BOB: Eine Chance für die Johannisstraße nur ohne Busse

In Gegenrede zu Heiko Panzer hielt ihm Kerstin Albrecht (BOB) entgegen, dass die SPD doch während der Sommermonate in einer Pressemeldung gefordert hätte, dass die Busse auf dem Neumarkt bleiben und damit auch in der Johannisstraße.
Der Bund Osnabrücker Bürger habe hingegen immer gefordert die Busse vom Neumarkt und damit auch von der Johannisstraße zu holen. „Wenn die Johannisstraße eine Chance haben soll, dann ohne Busse“, so Kerstin Albrecht in ihrer gewohnt emotional vorgetragenen Rede.

Für die Grünen versuchte Dr. Michael Kopatz den seiner Partei sonst gewogene Oliver Hasskamp wieder einzufangen und erklärte ihm und seiner Idee persönlich doch durchaus nahe zu sein „aber warum jetzt dieser Vorgriff?“

Ein wenig Unruhe brachte der Redebeitrag des SPD Fraktionsvorsitzenden Frank Henning, der das zuvor vom Oberbürgermeister verwendeten Begriff „Fake News“ gleich seinem Lieblingsfeind, dem Bund Osnabrücker Bürger, anlastete: Der BOB sei ja bekannt dafür nur selektiv zuzuhören und wenn sie zuhört nur das wiederzugeben, was sie hören wollen.
An den Oberbürgermeister gerichtet erklärte Henning, dass sein Parteifreund Panzer keine Fake News verbreitet, er habe nur aus Gesprächen, die er in der Johannisstraße und mit den dortigen Kaufleuten geführt habe, berichtet.

Termin mit OB und Kaufleuten am Donnerstag

Bevor Dr. Thomas Thiele für den Antragsteller das letzte Wort hatte, nahm auch der Oberbürgermeister nochmals zum im Raum stehenden Begriff „Fake News“ Stellung und bat sich an seine genaue Formulierung zu erinnern, dass das was Heiko Panzer gesagt habe „grenzt fast an Fake News“, tatsächlich wird es am Donnerstag einen gemeinsamen Termin mit den Ansprechpartnern in der Johannisstraße geben.

Abschließend erklärte Dr. Thomas Thiele (FDP), dass er es bedauere, dass die Diskussion so geführt wurde, wie sie von der SPD angezettelt wurde. Auch sein Parteifreund Oliver Hasskamp habe mit den Kaufleuten in der Johannisstraße gesprochen und der Tenor sei gewesen, „uns nervt der Busverkehr und wir wollen eine andere Lösung“.

Ratsmehrheit will Gutachten abwarten

Gegen die Stimmen von FDP, BOB und des Piraten wurde ein Änderungsantrag der Grünen angenommen, das erst das Ergebnis des Gutachtens über die Busverkehre auf dem Neumarkt abgewartet werden solle und die weitere Diskussion in die Fachgremien weitergeführt werden soll.

AFP

Club-27: Warum so viele Musiklegenden zu früh von uns gehen

Jimmy Hendrix
pixabay.com© Ribastank

Der Club-27 ist keine Vereinigung, der man gerne beitreten würde. Er enthält nur Musiker, die im bezeichnenden Lebensjahr verstarben. Zufall? Oder eine Reihe zusammenwirkender Faktoren?

Es ist gerade einen Monat her, da hatte das „jüngste“ Mitglied des Club-27 seinen siebten Todestag – das britische Stimmwunder Amy Winehouse. So wie ihre Karriere stehen die vieler ihrer „Club-Kollegen“ für ein Leben nach den Regeln des Rock´n´Roll: Live fast, die young. Ein kometenhafter Aufstieg gefolgt von einem meist urplötzlichen, nichtnatürlichen Tod. Stoff für Verschwörungstheorien – ebenso aber ziemlich plausibel klingende Erklärungsansätze.

  1. Die Mitglieder

Eine Besonderheit des Club-27 ist die Tatsache, dass seine Mitgliederliste uneinheitlich ist. Rechnet man sämtliche (oft nur national) bekannten Musiker hinzu, ergeben sich 42 Persönlichkeiten rund um den Globus – das ist wie gesagt die erweiterte Liste. Musikjournalisten und andere Fachleute ziehen jedoch deutliche Abstriche und lassen nur solche Stars zu, die von entscheidendem Wert für die Musik waren. In der Reihenfolge des Todestags sind das:

  • Brian Jones, Leadgitarrist der Rolling Stones, ertrank unter bislang nach wie vor ungeklärten Umständen 1969 in einem Swimmingpool.
  • Jimi Hendrix, autodidaktisches Gitarren-Genie, erstickte an einem eigenen Alkohol-induzierten Erbrochenen im Jahr 1970
  • Janis Joplin, Blues- und Folklegende, überlebte Hendrix um 16 Tage und verstarb an einer Überdosis Heroin.
  • Jim Morrison, Leadsänger der Doors und musikalische Ikone der Hippie-Bewegung, verstarb 1971. Offiziell an einer Überdosis Drogen, tatsächlich sind die Begleitumstände seines Todes sehr nebulös.
  • Kurt Cobain, Frontmann von Nirvana, Idol der Grunge-Generation, erschoss sich 1994 unter Heroineinfluss mit einer Schrotflinte.
  • Amy Winehouse, Soul-Diva, hatte bereits viele Jahre Alkohol- und Drogenmissbrauch betrieben, starb 2011 an einer schweren Alkoholvergiftung (über 4 Promille).

Was dabei auffällt: Vier der sechs Clubmitglieder starben innerhalb von nur zwei Jahren. Bezeichnenderweise fällt ihr Tod auch mit dem Ende der klassischen Sixties-Ära und ihrer neuen Spielarten von Musik und Lebensphilosophie zusammen.

„Erweiterte Mitglieder“ sind Alan Wilson von Canned Heat (1970), Ron McKernan von Grateful Dead (1973), Gary Thain von Uriah Heep (1975) sowie ferner Richey Edwards von den Manic Street Preachers (1995) – letzterer verschwand und wurde nie wieder gesehen.

Jim Morrison
Um Jim Morrisons (r.) Todesumstände ranken sich besonders wüste Theorien, vor allem, weil auf eine Autopsie verzichtet wurde. Foto: pixabay.com © skeeze

Auffällig ist dabei vor allem, dass es, zählt man alle Musiker zusammen, auch die Nichtgenannten, eine statistisch signifikante Häufung gibt. Jung zu sterben war und ist unter Künstlern zwar verbreitet, jedoch ist es die 27, die mehr Mitglieder aufweist – mit ein Grund für zahlreiche Verschwörungstheorien.

  1. Rationale Erklärungsansätze

All diese Musiker eint, dass sie sich mit 27 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere befanden. Die meisten seit mehreren Jahren. Zudem waren bei allen definitiv oder mutmaßlich Drogen und/oder Alkohol im Spiel. Die plausibelsten Theorien, die von verschiedenen Fachleuten vertreten werden sind folgende:

  • Eine britische Universität fand in einer Studie heraus, dass die Sterbewahrscheinlichkeit von Stars, ungeachtet des Alters, in den ersten fünf Jahren ihres Erfolges generell besonders hoch ist. Als Grund nimmt man einen Euphorie-genährten, generell sorgloseren, riskanteren Lebensstil an
  • Alle Stars des Club-27 hatten einen sehr exzessiven Lebensstil, der von Psychoanalytikern in die Nähe von Borderline-Persönlichkeitsstörungen gerückt wird. Das wird befeuert durch Studien, die herausfanden, dass Borderline-Ausprägungen just in diesem Alter am stärksten sind und dann am hemmungslosesten zu Rauschmitteln gegriffen wird.
  • Die Stars führten ob ihres Berufs ein starkes Indoor- und Nachtleben. Das könnte zu einem lapidaren Vitamin-D Mangel, dadurch verstärkte depressive Verhaltensmuster und darüber zu einem entscheidend überhöhten Drogen- bzw. Alkoholkonsum geführt haben.
  • Sie alle waren Ausnahmetalente, die aber von Zeitgenossen als verschroben, eigenbrötlerisch, grüblerisch dargestellt werden. Eindeutig suizidale Absicht konnte zwar nur bei Kurt Cobain nachgewiesen werden; allerdings liegt der Verdacht nahe, dass alle ihre eigenen Probleme mit dem Ruhm, dem Medienrummel hatten, der ihnen seit Jahren zuteilwurde.

So lapidar es klingen mag, aber es scheint, zumindest von einem faktenbasierten Standpunkt aus, so, als bestünde das Gremium des Club-27 aus Menschen, die unterschiedlich stark an seelischen Problemen litten, diese durch Rauschmittel zu betäuben suchten und darüber starben. Allerdings verbleiben natürlich viele Ungereimtheiten, wodurch verschiedene Theorien entstanden.

Verschwörungstheorie 1: Absatzsteigerung

Es gibt nur ein Mittel, mit dem sich die Verkaufszahlen von Tonträgern und Merchandise eines bereits höchsterfolgreichen Künstlers steigern lassen: seinen Tod auf dem Höhepunkt des Zenits. Irgendwann verblasst jeder Erfolg, landen Alben nicht mehr in den Charts. Durch einen frühen Tod wird der Ruhm jedoch auf quasi ewig eingefroren. Unmittelbar nach dem Ableben, das zeigt jeder Fall von früh gestorbenen Berühmtheiten, gehen Verkäufe ihrer Werke und allem, was damit zusammenhängt, durch die Decke. Doch das Prinzip funktioniert auch noch nach Jahren, teils Jahrzehnten und nicht nur im Club-27.

  • Erst zwei Jahre nach dessen Tod wurde die Single „Changes“ des Rappers 2Pac 1998 veröffentlicht – zusammen mit einem Best-of-Album, das in mehreren Ländern Gold-, Platin- und Diamantstatus erreichte.
  • Eine Gitarre von Jimi Hendrix, mit der er 1967 auf dem Monterey Pop Festival gespielt hatte, rief 2017 bei einer Versteigerung ein Startgebot von 500.000 Dollarauf – bevor der Sammler das Angebot zurückzog.
  • Ein „Mugshot“, also ein Polizeifoto nach der Festnahme von Jim Morrison ging 2008 beim Auktionshaus Christie’s für 10.000$ weg.

Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Doch sie würde nur zeigen, dass es durchaus lukrativ sein kann, wenn ein Musiker auf dem Höhepunkt seines Schaffens ablebt. Darauf heben auch viele Verschwörungstheoretiker ab: Manager, Plattenfirma oder sonst jemand, der durch solche Verkäufe viel Geld machen würde, hätten Morde begangen und es wie Überdosen oder Unfälle im Rausch aussehen lassen.

Verschwörungstheorie 2: Vortäuschung

Wohl kaum ein Leser dürfte auf Osnabrücks Straßen noch nie jemanden gesehen haben, der auf den ersten Blick einem eigentlich toten Bekannten/Verwandten enorm ähnelte. Doch wo wir wissen, dass das natürlich nicht sein kann, kann das gleiche bei Stars durchaus dazu führen, dass Verschwörungstheorien entstehen. Von allen Mitgliedern des Clubs war bekannt, dass sie mit dem Ruhm mehr oder weniger schlecht zurechtkamen. Insbesondere Kurt Cobain litt sehr darunter.

Club-27: Warum so viele Musiklegenden zu früh von uns gehen
Insbesondere Instrumente, die von den toten Musikern bespielt wurden, erreichen nach wie vor Höchstsummen bei Auktionen. Foto: fotolia.com © Forkagraphy

Den Tod vorzutäuschen, um diesem Mix aus Pressemeute, Plattenverträgen usw. zu entfliehen erscheint da als plausible Tatsache – die aber größtenteils schon durch DNA-Beweise widerlegt wurde. Auch wenn die DNA manchem auch noch mehr Verschwörungs-Phantasie verleiht

Verschwörungstheorie 3: Das weiße Feuerzeug

Die wohl krudeste Theorie bezieht sich auf die typischen „BIC“-Einwegfeuerzeuge, genauer gesagt die Weißen. Nicht wenige Menschen glauben, diese seien verflucht, würden Pech bringen – die Theorien unterscheiden sich da ein wenig, haben aber immer mit äußerst negativen Nachteilen für den Besitzer bzw. Träger des Feuerzeugs zu tun.

Hier kommt hinzu, dass bei den postmortalen Untersuchungen von Hendrix, Joplin und Morrison Feuerzeuge in deren Taschen gefunden wurden. Allerdings kann die Theorie sehr leicht entkräftet werden: Das Einwegfeuerzeug wurde nicht vor 1973 erfunden. Es ist also unmöglich, dass diese Musiker eines davon, ob nun weiß oder nicht, bei ihrem Tod bei sich trugen.

Verschwörungstheorie 4: Dabei sein

So absurd es klingen mag, aber es gibt Menschen, die der Ansicht sind, dass zumindest die letzten beiden „Neuzugänge“ des Clubs, sprich Kurt Cobain und Amy Winehouse, mit voller Absicht dem Club beitreten wollten, ja, sich in einer Art „Wahn“ dazu entschlossen hätten, es Joplin und Co. gleichzutun.

Doch auch diese Theorie ist noch schneller entkräftet, als man sie aufstellen kann. Die Idee, dass es überhaupt einen Club-27 geben könnte, kam erst nach Cobains Tod auf – die Presse erfand ihn, um Parallelen zu ziehen.

Fazit

Für manche Menschen scheint es durchaus möglich zu sein, dass Plattenfirmen ihre „Zugpferde“ umbringen lassen. Ungleich realistischer dürfte für den Club-27 jedoch folgendes sein: Junge Menschen von großem Talent, die alle im gleichen Lebensjahr einem negativen Beiprodukt ihres Erfolgs und Talents unterlagen, weil alle sich charakterlich stark ähnelten, alle Rauschmittelprobleme hatten und alle in etwa gleich lange auf dem Rock´n´Roll-Karussell unterwegs waren. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Und in jedem Fall ein Verlust für die (Musik-) Welt.

 

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Gute Nachricht des Tages: Tiere nur noch als Holographie im Circus Roncalli

Circus Roncalli Holographie
Foto: Bernhard Schösser/Circus Roncalli

Es passieren jeden Tag viele schlimme Dinge – aber auch viele gute. Leider schaffen es die schönen Nachrichten viel zu selten in die Presse. Das wird sich jetzt ändern, denn die HASEPOST berichtet jeden Tag über mindestens eine „Gute Nachricht“ aus aller Welt.

Nachdem Anfang Juni durch den Sturz eines Elefanten im Zirkus Krone bei der Premierenvorstellung in Osnabrück eine heftige Diskussion um Wildtiere im Zirkus entflammte, löst das Circus Theater Roncalli das Problem auf überraschende Weise: Tiere werden bei ihnen nur noch als Holographie gezeigt. 

Mit der neuen Show „Storyteller: Gestern – Heute – Morgen“ ist das Circus Theater Roncalli aktuell auf Tournee. Die Show soll eine Verbindung von Zirkus-Romantik und Moderne sein. „Das Programm ist voller Überraschungen und emotionaler Höhepunkte. Es ist meine Circus-Vision für die kommende Tournee“, erklärt Roncalli-Gründer Bernhard Paul. Circus Roncalli setzt auf weltbekannte Artisten und Clowns, die die Zuschauer unter anderem in Steampunk-Optik unterhalten.

Pferde als Holographie

Seit diesem Jahr ist der Zirkus vollkommen Tierfrei. Stattdessen wird auf die neuste Technik gesetzt. Innovative Bühnen-, Licht- und Holographietechnik wird eingesetzt, um beispielsweise die Pferde-Puppets zum Leben zu erwecken. Die Tiere erscheinen dabei als lebensgroße Holographie und dürften so einige Zuschauer in Staunen versetzen.
Schon vorher hatte der Zirkus auf Wildtiere verzichtet und lediglich Pferde und Ponys in seiner Show eingesetzt. Alle zwei Tage durften die Tiere nach Aussage des Zirkus auf einer Wiese „toben“.

Auch das sonstige Angebot wird erweitert

Auch die Verköstigung der Gäste wird, passend zur Tierfreiheit, um ein vegetarisches und veganes Angebot erweitert. Laut eines Facebook-Postings Roncallis soll der Zirkus bald wohl auch plastikfrei sein – noch eine „gute Nachricht“.
Aktuell präsentiert Roncalli seine Show in Innsbruck. Die folgenden Gastspiele werden in Wien, Graz und Linz stattfinden. Sicherlich würde sich Osnabrück freuen, wenn Roncalli auch in diesem Winter wieder zu Gast ist.

 

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„Naturschutz und Religionen“ – Eine Projektwoche in Osnabrück

Naturschutz
Foto: Monique Müller

Erstmalig findet die Projektwoche „Naturschutz und Religionen“ vom 2. bis 9. September 2018 in Osnabrück und Umgebung statt. Religionsgemeinden und Naturschutzengierte vernetzen sich und laden mit vielfältigen Angeboten ein, sich mit den Themen Naturschutz und biologische Vielfalt zu beschäftigen. Auf dem Programm stehen Konzerte, Workshops, Vorträge und Exkursionen.

Die Projektwoche mit insgesamt 18 Veranstaltungen wurde im Rahmen des bundesweiten Projekts „Religionen für biologische Vielfalt“ des Abrahamischen Forums in Deutschland von der „Religions for Peace Deutschland“ Ortsgruppe Osnabrück und dem „Runden Tisch der Religionen Osnabrück“ organisiert. Unterstüzt werden sie vom Museum am Schölerberg.

Natur verbindet alle Religionen

Naturschutz und Religion – passt das zusammen? „Ja, denn Natur ist immer mit Spiritualität verbunden“, betont Prof. Dr. Reinhold Mokrosch, Sprecher des „Runden Tischs der Religionen Osnabrück“. Dieses Gremium besteht aus Vertretern des Judentums, des Christentums, des Islams und der Bahá’í. Jane Vernon, Vertreterin der Ortsgruppe „Religions of Peace Deutschland“ ergänzt: „Wir sind Geschöpfe inmitten von Geschöpfen und müssen unsere Schöpfung bewahren.“ Deshalb gehe Naturschutz  jeden etwas an und jeder könne schon im Kleinen eine positive Veränderung bewirken. Das Ziel der Projektwoche ist es, den Themenbereich Naturschutz und biologische Vielfalt aufzugreifen, die Bewusstseinsbildung und die Sensibilisierung für den Naturschutz zu fördern.

Vielfältige Angebote in Osnabrück und Umgebung

Eingeleitet wird die Projektwoche am Sonntag, 2. September, um 17 Uhr durch eine musikalische Eröffnungveranstaltung, bei der Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ein Grußwort spricht. Das Programm bietet Interessierten unterschiedliche Möglichkeiten, die Natur zu erleben und zu erkunden. Weitere Highlights sind eine Führung auf dem CSA Hof Pente zum Thema „Solidarische Landwirtschaft“ am Dienstag, 4. September, und ein Workshop auf dem Demeterhof Bünte am Mittwoch, 5. September. Dafür steht ein Busshuttle bei Bedarf bereit. Anmeldungen für den Bus unter: 05 41 5 60 03 34. Eine Abschlussveranstaltung am Sonntag, 9. September, um 11. 30 Uhr schließt die Projektwoche mit einem meditativen Rundgang im Botanischen Garten.

Gesamtes Programm der Projektwoche „Naturschutz und Religionen“ unter: https://abrahamisches-forum.de/religioese-naturschutzwoche-2/

Foto (von links nach rechts): Norbert Niedernostheide (Leiter Museum Schöneberg), Lisa Heyn (Pressesprecherin Museum Schöneberg), Jane Vernon (Vorsitzende der Bahá’í-Gemeinde in Osnabrück), Ursula Fänger-Mangerich (Vertreterin RfP Deutschland), Prof. Dr. Reinhold Mokrosch (Sprecher Runder Tisch der Religionen Osnabrück“)

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Blöde Idee: Betrunken mit dem Auto zur Tankstelle um Alkohol zu kaufen

Alkohol, Rega, Schnaps
Symbolbild

Symbolbild: JonnyBrazil, CC BY-SA 2.0 DE

So besoffen muss man erstmal sein: Ausgerechnet mit dem Auto wollte ein 48jähriger Mann am Dienstag im Landkreis Osnabrück zur Tankstelle fahren um Alkohol zu kaufen. Blöd, dass er vorher schon ordentlich gebechert hatte und man ihm das auch anmerken konnte.

Zeuge rief Polizei, die den durstigen Tankstellenkunden stoppte

Die Polizei in Wallenhorst sucht Zeugen für die Trunkenheitsfahrt, die sich am 21.08.2018 (Dienstag) zwischen 17.30 Uhr und 18 Uhr in Wallenhorst, Große Straße ereignete.

Der durstige Mann war nach Polizeiangaben an diesem Abend mit einem VW Passat unterwegs und war an der Aral-Tankstelle in der Großen Straße vorgefahren. Dort hatte der Mann dann Alkohol eingekauft. Einem im Verkaufsraum anwesenden Kunden fiel das Verhalten des betrunkenen Fahrers auf und er wollte ihn an der Weiterfahrt hindern. Dies gelang ihm jedoch nicht.

Wer war der unbekannte Zeuge?

Der betrunkene Autofahrer konnte später durch die Polizei gestellt werden. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen, einen Führerschein hatte er nicht. Die Polizei Wallenhorst bittet den namentlich nicht bekannten Kunden, der den Mann an der Weiterfahrt hindern wollte, sich unter 05407 81790 zu melden.

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Quelle: Polizeiinspektion Osnabrück

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Weiter Weg im Notfall: Keine Tierklinik im Großraum Osnabrück mehr [Update]

Tierklinik
Tiergesundheitszentrum Grußendorf, Foto: Pohlmann

Seit Anfang des Monats müssen Kleintierbesitzer bei nächtlichen Notfällen weit fahren: Im Großraum Osnabrück gibt es nun keine Tierklinik mehr. 

Das Tierärztliche Zentrum Belm und das Tiergesundheitszentrum Grußendorf haben ihren Klinikstatus zurückgegeben. Dadurch ist nachts die Notfallversorgung von Kleintieren auf Klinikniveau im Großraum Osnabrück nicht mehr gewährleistet ist.
Ab sofort steht im Notfall nur noch der tierärztliche Notdienst zur Verfügung.

[Update 11:50 Uhr] Auf Hinweis eines Lesers ergänzen wir den Artikel: Im Landkreis Osnabrück gibt es, neben den unten aufgeführten Alternativen, auch noch die Tierklinik in Melle-Markendorf, die einen 24h Notdienst anbietet.

Aufgabe des Klinikstatus nach 38 Jahren

Auf der Homepage des Tiergesundheitszentrums Grußendorf ist keine Meldung zur Aufgabe des Klinikstatus zu finden.

Grußendorf Bramsche
Knapper Hinweis: Kein Notdienst mehr in Bramsche

Lediglich eine Notiz an der Eingangstür informiert darüber, dass das Zentrum keinen nächtlichen Notdienst mehr leistet.

Das Tierärztliche Zentrum Belm hatte den Klinikstatus 38 Jahre inne. Auf ihrem Webauftritt informierten sie am 01. August überraschend die „Patientenbesitzer“ über die Aufgabe des Klinikstatus „aus verschiedenen Gründen“. Laut eigener Aussage auf der Homepage würde sich dies nicht auf den Praxisalltag auswirken und auch an den tierärztlichen Wochenende-Notdiensten würde sich das Zentrum in Beim weiter beteiligen.

Lange Fahrt zur nächsten Tierklinik

In den Nachtstunden stehen den Besitzern von Kleintieren nun nur noch die tierärztliche Notversorgung und die umliegenden Kliniken in Ahlen, Bielefeld und Bersenbrück zur Verfügung. Dadurch steht jenen Besitzern, die ihre Kleintiere im Notfall auf Klinikniveau behandeln lassen wollen oder müssen, nachts eine lange Fahrt bevor.

Auf mehrfache Bitte um eine Stellungnahme zu der Rückgabe des Klinikstatus und den Gründen erhielt unsere Redaktion von beiden Zentren bis jetzt keine Rückmeldung.

AFP