[In einer ersten Fassung der Headline stand, dass BOB eine Klage gegen das Einkaufscenter einreichen will, dass ist so nicht richtig und inzwischen korrigiert. Die Klage soll gegen die „Neumarktsperrung“ gerichtet werden, aber mit Bezugnahme auf die Interessen des Einkaufscenter-Entwicklers]

Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) hält es weiter für unwahrscheinlich, dass die Insolvenzverfahren befindliche Textilkette SinnLeffers (HASEPOST berichtete) als Ankermieter für das geplante Einkaufszentrum am Neumarkt (Projektname „OSKAR“) in Frage kommt, das teilte die junge Wählergemeinschaft, die mit zwei Ratsmitgliedern ab Herbst im Stadtrat vertreten sein wird, in einer Pressemitteilung mit.

Ein Ende von SinnLeffers ist für BOB „mehr als logisch“

„Nach der Errichtung einer neuen Filiale in Krefeld kommt für SinnLeffers nur eine Konsolidierung in Frage“, ist man sich bei den neuen Playern im Rathaus sicher. Hierzu gehöre es auch, so BOB, „unprofitable Filialen wie die in Osnabrück abzustoßen“. Aufgrund der besonderen Konkurrenzsituation in Osnabrück durch besser aufgestellte Mitbewerber wie H&M, Peek und Cloppenburg und L+T erscheine dies „mehr als logisch“.

SPD hatte den Abriss schon für 2015 verkündet

Kritik wird an der SPD laut, die bereits für den Herbst 2015 den Abriss des Kachelhauses verkündet habe. Jetzt aber, so BOB, ist mit der Eröffnung „nicht vor 2019 zu rechnen“. Die neue Ratsfraktion befürchtet weiteren Stillstand am Neumarkt und weitere vermeidbare Belastungen für die Anwohner des Walls und der Anwohnerseitenstraßen.

Zählten die Interessen des Investors mehr als das Allgemeinwohl?

Der Bund Osnabrücker Bürger kündigt an, „die Entwidmung des Neumarktes von einer übergeordneten Straße zu einer Fußgängerzone mit 2.200 Busbewegungen rechtlich prüfen lassen und dann Klage einreichen, wenn sich herausstellen sollte, das die Interessen des Centerinvestors leichtfertig über die Interessen des Allgemeinwohls gesetzt worden sind“.

BOB will gemeinsam einen „Plan B“ entwickeln

Die „Verantwortlichen der 15-jährigen Agonie des Neumarktes“ werden von BOB aufgefordert gemeinsam einen „Plan B“ zu entwickeln.
„Osnabrück kann es sich nicht leisten, bis 2019 vielleicht vergeblich auf einen Investor zu warten“, wirbt BOB für eine alternative Planung für die Stadtmitte, und weiter: „
Angesichts der vermeidbaren Belastung der Wallanwohner und der Anliegerwohnstrassen fordern wir weiterhin auf eine Neumarkt-Sperrung zu verzichten, bis sinnvolle Alternativen gefunden worden sind.“