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Agentur für Arbeit Osnabrück: Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit zur Ferienzeit

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Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk (Geschäftsstellen Bersenbrück, Georgsmarienhütte, Melle und Osnabrück) stieg zur Ferienzeit leicht an. Dies gab die Agentur für Arbeit Osnabrück in einer Pressemitteilung am Dienstag, dem 1. September 2020, bekannt. Gleichzeitig schafften wieder mehr Arbeitslose den Sprung in den Job als in den Vorwochen.

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk stieg im August um 246 auf jetzt 16.062. Im Vorjahresvergleich waren sogar 3.452 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent, gegenüber dem Vorjahreswert war dies ein Anstieg um 1,1 Prozentpunkte.

„Entwicklung stimmt vorsichtig optimistisch“

„Mit dem Ende des Schuljahrs melden sich üblicherweise viele junge Leute bei uns arbeitslos. Darunter sind auch die, die nach dem Abschluss der Ausbildung nicht übernommen wurden, und die, die auf den Start ihrer Ausbildung oder des Studiensemesters warten“, erläutert Christiane Fern, Leiterin der Agentur für Arbeit Osnabrück. „Derzeit sind allerdings über ein Drittel mehr Jugendliche als im Vorjahr arbeitslos, und das müssen wir sehr ernst nehmen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.“ Zuletzt haben sich zudem mehr Personen arbeitslos gemeldet, die zuvor an einer Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen hatten. Fern: „Coronabedingt haben sich viele Prüfungen einige Wochen nach hinten verschoben, die sonst im Juni stattgefunden hätten. Wer sich nach seinem Abschluss also arbeitslos melden musste, taucht dann eben jetzt in der Statistik auf.“ Positiv sieht die Expertin die weiter anziehende Dynamik. So gelang mit 1.133 Männern und Frauen 24 Prozent mehr als im Vormonat der Sprung aus der Arbeitslosigkeit in den Job. „Die Entwicklung stimmt vorsichtig optimistisch“, so Fern. „Wir liegen hier noch – auch infolge der Pandemie – unter dem Vorjahresniveau. Da aber der Gesamtbestand an Stellen wieder wächst, nehmen auch die Chancen wieder zu, eine passende Arbeitsstelle zu finden.“

Kurzarbeit

Seit April zeigten bis zum 26. August insgesamt 6.273 Betriebe für 88.313 Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit an. Alleine auf den August bezogen gab es Anzeigen von 62 Unternehmen. Zum Vergleich: Von April bis August 2019 waren es zusammen gerade einmal 51 Betriebe. „Im August hat sich die Zahl neuer Anzeigen im Vergleich zum Vormonat mehr als halbiert“, so Christiane Fern. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im März dieses Jahres 2.284 Betriebe der Region Kurzarbeit für insgesamt 17.009 Mitarbeiter realisiert. Im April galt dies hochgerechnet für 3.994 Betriebe und 38.870 Mitarbeiter.

Jugendarbeitslosigkeit/Ausbildungsmarkt

Im August waren im Agenturbezirk 2.016 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 191 Personen beziehungsweise 10,5 Prozent mehr als im Juli und 528 mehr als im August 2019 (plus 35,5 Prozent). Alleine im Landkreis waren 310 Jugendliche mehr als im Vorjahr betroffen (insgesamt jetzt: 1.086) – ein Anstieg um 39,9 Prozent. Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 5,5 Prozent und lag somit um 1,4 Prozentpunkte über dem Niveau des letztjährigen Augusts. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Agenturbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 2.947 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Rückgang um 323 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich sank die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 636 auf 4.414. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 1.045 noch unbesetzt, 97 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber erhöhte sich – um 108 auf 414.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im August 20.187 Personen – 119 weniger als im Vormonat (minus 0,6 Prozent) und 2.677 mehr als vor einem Jahr (plus 15,3 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 6,6 Prozent um 0,9 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer wuchs im Vorjahresvergleich um 1.157 auf 4.340 Personen (plus 36,3 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat reduzierte sie sich jedoch um vier (minus 0,1 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1.344 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im August 2020 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1.051 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Osnabrück

Seit dem Juni steigt die Arbeitslosigkeit monatlich gleichmäßig moderat an.

/Quelle: Agentur für Arbeit Osnabrück

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, wuchs der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem Juli um 221 auf jetzt 7.759 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 2.290 Menschen mehr.

In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 8.303 Personen, 25 mehr als im Vormonat und 1.162 mehr als im August 2019.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im August nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 3.081 Arbeitslosmeldungen auf (293 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 2.830 Abmeldungen (578 weniger als im August 2019). Es meldeten sich 1.146 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 202 weniger als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1.133 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 50 weniger als im Vorjahr (minus 4,2 Prozent), aber 219 mehr als im Juli (plus 24,0 Prozent).

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 7.830 arbeitslose Menschen gezählt, 1.350 mehr als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent (August 2019: 6,8 Prozent). 2.793 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Zuwachs um 780 Menschen gegenüber dem Vorjahr (plus 38,7 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 5.037 Personen als arbeitslos registriert – ein Plus von 570 Menschen im Vergleich zum August 2019 (plus 12,8 Prozent).

Im Landkreis stieg die Arbeitslosenquote mit 4,0 Prozent gegenüber dem Vormonat um 0,1, im Vorjahresvergleich um 1,0 Prozentpunkte an. So waren 8.232 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 2.102 mehr als im August 2019. 4.966 Arbeitslose (1.510 mehr als im August des Vorjahres) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 3.266 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Zuwachs um 592 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat.


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