HASEPOST
 
HASEPOST

Stadtwerke stellen Bus mit Wimmelbuch-Motiven vor

Wimmelbuch Bus der Stadtwerke Osnabrück
Stellen gemeinsam den Wimmelbuch-Bus vor (v.l.): Pia Zimmermann, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke Osnabrück, Jörg Christian Lindemann, Diakon der Ev.-luth. Petrusgemeinde und Annette Finke, Leiterin der Krebsberatungsstelle „Kijuba“

Neuerdings fährt ein Bus durch die Osnabrücker Straßen, der sich optisch deutlich von allen anderen unterscheidet: Er ist bunt, auffällig und ein richtiger Hingucker. In „Wimmel-Optik“ zieren unter anderem Szenen aus Wasserwerk, Nettebad und Busbetriebshof die Außenwände des Busses. Grundlage für die Motive ist das Wimmelbuch der Stadtwerke Osnabrück.

Was wimmelt denn da durch Osnabrück? Diese Frage können sich zukünftig alle Osnabrücker stellen, die den neu gestalteten Bus in „Wimmel-Optik“ durch Osnabrück fahren sehen – denn auf dem Bus gibt es viel zu entdecken. Zu sehen sind bekannte Schauplätze in Osnabrück, an denen sich zahlreiche Menschen tummeln. Die Motive auf dem Bus basieren auf den Zeichnungen des Stadtwerke- Wimmelbuchs mit dem Titel „Ein spannender Tag in Osnabrück“.

Das Stadtwerke-Wimmelbuch

Das Wimmelbuch der Stadtwerke zeigt typische Szenen aus dem Osnabrücker Leben und den Beitrag der Stadtwerke, damit der Alltag reibungslos verläuft.

Wimmelbuch Bus der Stadtwerke Osnabrück
Stellen gemeinsam den Wimmelbuch-Bus vor (v.l.): Annette Finke, Leiterin der Krebsberatungsstelle „Kijuba“, Jörg Christian Lindemann, Diakon der Ev.-luth. Petrusgemeinde und Leiter des Projekts „Jedes Kind braucht einen Engel“ und Pia Zimmermann, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke Osnabrück

Auf insgesamt zwölf Seiten geht es auf Entdeckungsreise über den Neumarkt und den Busbetriebshof oder zu einem Ausflug ins Nettebad. Dabei erkennen die Leser nicht nur bekannte Schauplätze aus ihrem Alltag wieder, sondern erfahren auch Wissenswertes rund um die Stadtwerke-Welt. Wo kommt das Wasser her und wie wird es wieder gereinigt? Wo werden kaputte Busse repariert? „Mit dem Wimmelbuch wollen wir auf kindgerechte und amüsante Art das Bewusstsein für die Bedeutung der städtischen Infrastruktur schärfen. Dass über Energieversorgung bis zur Entwässerung alles einwandfrei funktioniert, ist unser Beitrag zur Lebensqualität in Osnabrück“, erklärt Pia Zimmermann, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei den Stadtwerken Osnabrück. „Vorwiegend richtet sich das Buch dabei natürlich an die kleinen Leser. Aber auch gemeinsam mit Eltern und Großeltern können immer wieder neue Aspekte aus der Stadtwerke-

Welt entdeckt werden.“ Ansichtsexemplare des Wimmelbuchs liegen unter anderem in Kinderarztpraxen, im Wartebereich der Stadt Osnabrück sowie im Christlichen Krankenhaus aus. Zu kaufen gibt es das Buch für 12 Euro im Service- und Mobilitätszentrum der Stadtwerke Osnabrück sowie in den Bädern. Von jedem verkauften Exemplar kommen zwei Euro gemeinnützigen Projekten in Osnabrück zugute.

Zwei Euro für den guten Zweck

Über je einen Euro pro verkauftes Wimmelbuch können sich die Krebsberatungsstelle „Kijuba“ sowie das Projekt „Jedes Kind braucht einen Engel“ der Ev.-Luth. Petrusgemeinde freuen. Bei letzterem Projekt kümmern sich rund 50 ehrenamtliche Mitarbeiter um Familien und Kinder in Notlagen. Teil des unterstützenden Angebots sind Hausaufgabenbetreuung, eine Kinderferienbetreuung sowie ein sozialer Laden. „Gerade in der Ferienzeit sind viele Eltern wieder auf eine Kinderbetreuung angewiesen. Da freuen wir uns über jede Unterstützung, die wir für unsere Arbeit bekommen können“, erläutert Jörg Christian Lindemann, Diakon und Ansprechpartner für das Projekt der Petrusgemeinde. Ein weiterer Euro geht an die Krebsberatungsstelle „Kijuba“: Das Begleit-Angebot der Osnabrücker Krebsstiftung richtet sich an krebskranke Kinder und Jugendliche und jene mit erkrankten Angehörigen. „Wir bieten sowohl eine individuelle Einzeltherapie für die Betroffenen als auch gemeinsame Freizeitaktivitäten, um Erfahrungen auszutauschen und ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen“, erklärt Annette Finke, Leiterin der Krebsberatungsstelle. Beide Organisationen nutzten die Vorstellung des Busses, um ihre Projekte vorzustellen und zu sensibilisieren. „In Zukunft werde ich natürlich besonders darauf achten, ob der ̗Wimmelbuch-Busˊauch bei uns in Lüstringen unterwegs ist und nur noch damit durch die Stadt fahren“, schmunzelt Lindemann.

AFP

Ringlokschuppen-Rückkauf stößt nicht
auf allgemeine Begeisterung

Ringlokschuppen Osnabrück, alter Güterbahnhof, Verkauf Zion GmbH
Ringlokschuppen-Rückkauf stößt nicht
auf allgemeine Begeisterung

Ringlokschuppen Osnabrück, alter Güterbahnhof, Verkauf Zion GmbHAls HASEPOST am Freitag als erstes Osnabrücker Medium die Meldung vom Rückkauf-Angebot der ZION GmbH für den Ringlokschuppen brachte, war das politische Osnabrück bereits auf dem Weg ins Wochenende.

Wir konnten jedoch eine erste Reaktion aus der Stadtverwaltung einholen und haben am Wochenende mit einigen Kommunalpolitikern sprechen können.

Stadtverwaltung prüft das Angebot der Zion GmbH

Für die Stadtverwaltung erklärte Dr. Sven Jürgensen, das per Fax am Donnerstag-Abend eingegangene Angebot der Zion GmbH müsse nun geprüft werden. Ganz sicher, so Jürgensen, sei das Grundstück „herausragend“ für die weitere Stadtentwicklung. Ob man diese Fläche wieder aus der Hand geben dürfe, entscheidet aber nicht der Oberbürgermeister, an den das Fax-Angebot adressiert war, sondern die Ratsgremien.
Das bereits in der Ratssitzung am Dienstag, der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause, über dieses Angebot eine Entscheidung gefällt werden wird, bezweifelte Dr. Jürgensen.

Ringlokschuppen Osnabrück, alter Güterbahnhof
Liegt noch im Dornröschenschlaf: der Ringlokschuppen am alten Güterbahnhof

Erste Reaktionen aus der Lokalpolitik

Frank Henning, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, erreichten wir telefonisch am Freitag kurz vor einer Abstimmung im niedersächsischen Landtag. Spontan lehnte er einen Verkauf zurück an die Zion GmbH ab. Er erläuterte am Freitag-Nachmittag nochmal schriftlich die Haltung seiner Fraktion:

Die SPD Fraktion wird einem Ankauf des Ringlokschuppens durch die Zion GmbH nicht zustimmen, da wir auf diesem Gelände eine teilkulturelle Nutzung u. a. für die Petersburg ermöglichen wollen. Die Pläne der Zion GmbH für das Gelände stimmen nicht mit unseren zukünftigen Nutzungsabsichten überein.

Auch Michael Hagedorn, Chef der Grünen-Fraktion im Stadtrat, wollte von einem Verkauf des alten Ringlokschuppens in einer ersten Reaktion nichts wissen. Hagedorn wäre aber einer „großen Lösung“ nicht abgeneigt, wenn die Zion nicht als Käufer sondern als Verkäufer auftreten würde:

Spontan würde ich sagen, besser wäre es, wenn er uns nicht den Ringlokschuppen abkaufen, sondern den ganzen Rest verkaufen würde.

Für die CDU-Fraktion nahm Fraktionschef Fritz Brickwedde Stellung. Für seine Fraktion, die 2013 gegen den Kauf des Lokschuppens gestimmt hatte, sei aktuell nicht der Ringlokschuppen das Problem, sondern die anderen Baustellen, bei denen man mit der Zion GmbH im „Clinch“ liege.
Brickwedde nannte in dem Zusammenhang die Verzögerungen beim Bebauungsplan 370, der Streit um Flächen für den Ost-Zugang zum Hauptbahnhof und den Neubau der Straßenbrücke Hamburger Straße.

Zum vorliegenden Rückkaufangebot erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende:

Womöglich kann die Stadt das Grundstück gar nicht direkt an die Zion GmbH verkaufen. So ein Verkauf muss öffentlich ausgeschrieben werden. Wer immer dieses Gelände dann kaufen will bietet dann vielleicht sogar mehr als die Zion GmbH uns jetzt anbietet.

Abschließend erklärte Fritz Brickwedde noch, dass er vor allem eine für die Stadt sinnvolle Nutzung des Ringlokschuppens erwarte, ganz unabhängig wem das Gelände in Zukunft gehören würde.

Ringlokschuppen Osnabrück, alter Güterbahnhof
Ein Nutzungskonzept fehlt noch, die Natur erobert inzwischen das Gelände zurück.

Wulf-Siegmar Mierke von der kleinen Fraktion der UWG/Piraten war 2013 ebenfalls gegen die Nutzung des Vorkaufsrechts durch die Stadt, also gegen den Kauf des Ringlokschuppens für 2 Millionen Euro. Seine erste Reaktion am Telefon: „Ich bin total überrascht“.
Mierke betonte, für ihn habe vor allem ein Konzept für den Ringlokschuppen und ein Gesamtkonzept für den Güterbahnhof Priorität. Die Stadt als Eigentümerin des Ringlokschuppens sieht der Einzelkämpfer im Stadtrat allerdings kritisch:

Wir können uns eine Entwicklung des Ringlokschuppens nicht leisten. Mit der Entscheidung für die Stadthalle (und gegen den Güterbahnhof als Standort einer modernen Veranstaltungshalle; Anmerkung der Redaktion) war der Zug für die Stadt abgefahren

Für die Osnabrücker Liberalen meldete sich der FDP-Kreisvorsitzende Moritz Gallenkamp zu Wort. Allein der Verweis auf die angespannte Haushaltslage reicht für ihn nicht um für einen Verkauf zu stimmen. Wie zuvor Fritz Brickwedde von der CDU, sieht Gallenkamp grundsätzliche Hürden, die es der Stadt unmöglich machen ein solches Grundstück ohne Ausschreibung zu verkaufen.

Die derzeitigen Finanzen dürfen kein Grund sein derzeit diese wichtige Fläche zu veräußern.  Flächen,  die seitens der Stadt veräußert werden, werden zum Verkauf öffentlich ausgeschrieben und daher sollte die Stadt sich auf einen solchen Deal nicht einlassen.

Unsere Leser reagierten in ihren Kommentaren bei Facebook ebenfalls überwiegend ablehnend auf das Rückkauf-Angebot. Die Reaktionen (hier auch unter dem ursprünglichen Artikel zu finden) reichen von „Wenn Osnabrück den Deal eingeht verrät es sich selber“ über ein totales „Nein, niemals“ bis zur Forderung nach einem Großinvestor oder vielen kleinen, die jedoch „seriös“ sein sollten.

 

[mappress mapid=“78″]

 

 

Fotos: Jens Meyer
AFP

Technische Missverständnisse: kein WLAN bei Fanta4

Kein Freifunk Open Air Schlossgarten Osnabrück
Technische Missverständnisse: kein WLAN bei Fanta4

Obwohl das Problem schnell identifiziert war, „massive Störsignale im Bereich von 700 MHz.“, mussten die Mitglieder der Freifunk-Initiaitve am Samstag-Nachmittag ihr Netzwerk-Equipment wieder abbauen und die Versorgung des Schlossgartens mit freiem WLAN vorzeitig beenden.

Vermutlich störte das LTE-Mobilfunknetz, nicht das WLAN

In einer kurzen Meldung auf Ihrer Facebook-Präsenz erklären die Freifunker die Problematik. Direkt auf einem benachbarten Hochschulgebäude ist ein Mobilfunksender installiert, der auch Signale für das schnelle LTE-Datennetz ausstrahlt.
Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Bühnentechnik wie drahtlose Mikrofone und sonstige Musikübertragungssysteme im Bereich der 700- und 800-MHz-Frequenzbänder von LTE-Mobilfunksendern gestört werden können.

In einem Fachaufsatz des Verbandes Deutscher Ingenieure (VDI) wird von zahlreichen Bühnenveranstaltungen berichtet, die bereits durch nahegelegene LTE-Funkmasten gestört wurden.

Die von den Freifunkern eingesetzten Wifi-Router funken allerdings in einem ganz anderen Bereich, bei 2,4 GHz, so dass sich die Mitglieder der WLAN-Initiative sicher sind, dass ihre Technik nicht für die vom Tontechniker der Stuttgarter Sprechsänger festgestellten Probleme verantwortlich gewesen sein kann.

Kein Freifunk Open Air Schlossgarten Osnabrück
Vor dieser Bühne sollte eigentlich freies WLAN empfangbar sein. Am Freitag war es das auch noch.

Fanta4-Tontechniker setzte sich gegen Freifunk durch

In ihrer kurzen Facebook-Erklärung schreiben die Freifunker, ihre Argumente wurden vom Tontechniker „leider ignoriert“, und es blieben ihnen „nix anderes über, als unsere Koffer zu packen, und euch allen, beim Open Air heute Abend viel Spaß zu wünschen“.

Ironie der Geschichte: jetzt müssen die Konzertbesucher auf das Mobilfunknetz ausweichen und werden dabei auch den Sender intensiv nutzen, der nach Meinung der Netzwerk-Spezialisten der eigentliche Auslöser der Tonprobleme bei den Fantastischen Vier ist.

50% des Open Airs erfolgreich mit Internet versorgt

Kein Freifunk Open Air Schlossgarten Osnabrück
Mitglieder von Freifunk bei der Installation der WLAN-Router.

Ein Trost bleibt: das halbe Open Air haben die Freifunker erfolgreich mit kostenlosem WLAN versorgt. Zu der Musik von Johannes Strate und Revolverheld konnten die Zuschauer am Freitag kostenfrei ihre Facebook-Postings und Tweeds absetzen.
Mit der Erfahrung vom Freitag wurden am Samstagmorgen noch weitere Router installiert und das Netzwerk optimiert. So konnte erneut bewiesen werden: „Freifunk kann auch Großveranstaltung“ – zum zweiten Mal nach der Maiwoche. Gegen ignorante Tontechniker hilft das aber nicht.

Alexander Kyriakidis vom Verein Freifunk Nordwest erklärte heute Abend gegenüber unserer Redaktion, er wolle zwar nichts auschließen, aber ein Zusammenhang zwischen den Störungen der Bühnentechnik und dem WLAN ist nicht ersichtlich, „genauso gut hätten sie das Uni-WLAN abschalten können.“

Auch von den zahlreichen Bühnen der Maiwoche, in deren Umfeld Freifunk in diesem Frühjahr bereits sehr aktiv WLAN zur Verfügung gestellt hat, sind keine Störungen der Tontechnik bekannt.

Fotos: Freifunk Nordwest

 

[mappress mapid=“80″]

AFP

Facebook-Post der Feuerwehr Osnabrück bewegt das Netz

Vorsicht Hochspannung Fahrleitung Hasepost Osnabrück
Facebook-Post der Feuerwehr Osnabrück bewegt das Netz

[Update] wie die NOZ am Samstag mitgeteilt hat, ist der junge Mann (18) am Nachmittag in einer Dortmunder Spezialklinik verstorben.


 

Warum?

Mit einem „Warum“ beginnt ein emotionaler Post auf der Facebook-Seite der Feuerwehr Osnabrück, der innerhalb nur einer Stunde bereits über 200x geteilt wurde – Tendenz weiter steigend.

Vorsicht Hochspannung Fahrleitung Hasepost OsnabrückSchon wieder ein Hochspannungsunfall, schon wieder ein leichtsinniger Jugendlicher, schon wieder ein Mensch der sich in Gefahr gebracht hat und am Ende nur noch „Toast“ war.

In der Nähe der Bremer Brücke wurde ein junger Mensch beim Versuch eine Abkürzung über die Gleise zu nehmen von einem Überschlag aus der Fahrleitung mit 15.000 Volt „getoastet“.

So ein Einsatz belastet ganz offensichtlich auch die Retter, wie der Text eindringlich deutlich macht.

Warum?

Letzte Nacht um 1.00 Uhr wurde die Feuerwehr Osnabrück wieder einmal zu einem schweren Unfall auf das Bahngelände Nähe Bremer Brücke gerufen.

Wieder einmal war die Einsatzstelle eher schwer zu finden, wieder einmal mussten wir uns selber in Gefahr begeben, da einzelne Züge noch fuhren.

Wieder einmal war ein junger Mensch auf einen Waggon geklettert und hat dadurch einen massiven elektrischen Schlag erlitten, ist dann vom Waggon gefallen und wurde dadurch nochmals verletzt.

Wieder einmal mussten wir all unser Können an einem schwer verbrannten und verletzten Körper einsetzen, um zumindest das blanke Leben zu retten und das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

Wieder einmal eine Situation dessen Bilder, Geräusche und Gerüche den Zeugen und den Helfern lange, lange im Kopf bleiben werden.

Wieder einmal eine kurze Unbedachtheit, ein jugendlicher Leichtsinn, die schlagartig die Jugend beendet und einen Menschen für sein restliches Leben erstellt.

He, ihr da, die auf dem Weg nach Hause eine Abkürzung über die Gleise nehmt: Bleibt verdammt nochmal von den Waggons weg. Oder einfach komplett von den Gleisen. Ihr seid nicht besonders coole Socken, wenn ihr auf einem Waggon rumklettert, sondern ihr seid Toast!

Wie oft werde ich diesen Text mit einem anderen Datum wohl noch schreiben müssen?

 

Symbolbild unter Verwendung von „Grounded hotdog“ von Rklawton. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0.
AFP

Zion GmbH bietet Rücknahme des Ringlokschuppens an!

Zion GmbH bietet Rücknahme des Ringlokschuppens an!
Zion GmbH bietet Rücknahme des Ringlokschuppens an!

26,2 Millionen Euro wird das Defizit der Stadt Osnabrück am Ende Haushaltsjahres 2015 betragen – voraussichtlich, denn es könnte noch mehr werden.
Diese Rekordsumme wurde vor wenigen Tagen als Halbjahresbilanz zum Stichtag 31. Mai veröffentlicht.

Defizit 2015: mehr als 17 Millionen Euro über Plan verschuldet

Geplant hatten Rat und Verwaltung jedoch mit „nur“ 9 Millionen Defizit. Doch da war den Beteiligten noch nicht klar, dass sie durch eigene Fehlentscheidungen bei Krediten, die über Jahre im Nicht-EU-Staat Schweiz aufgenommen wurden, sich mächtig verzockt hatten. Allein diese Wette auf einen stabilen Wechselkurs des Schweizer Franken brachte der Stadt gleich im Januar 3,5 Millionen Euro an Verlustrückstellungen ein.
Auch der VfL entwickelte sich nicht wie erwartet und machte im Mai eine Rechnung auf, deren Begleichung der Stadt weitere 3,86 Millionen Minus in die Bücher brachte. Und auch bei den Gewerbesteuern ging die Rechnung nicht auf. Dieser Verlustposten auf der Einnahmeseite wird aktuell mit über 3,5 Millionen Euro beziffert. Gastschulgeld für Landkreisschüler: ebenfalls falsch kalkuliert. Sanierung der Stadthalle: ein weiteres Minus von fast einer halben Million – und die unpraktische Veranstaltungshalle aus den 70er Jahren ist noch längst nicht zu Ende saniert. Ebenfalls noch nicht zu Ende ist das Jahr 2015. Wenn es im zweiten Halbjahr so weitergeht, könnte sich das städtische Defizit zu weiteren Rekordsummen auftürmen.

Ein überraschendes Fax der Zion GmbH an den Oberbürgermeister

Donnerstag, nach Dienstschluss ratterte ein Faxgerät im Vorzimmer des Oberbürgermeisters…
Das Schreiben, das der HASEPOST exklusiv vorliegt, dürfte vor dem Hintergrund der sich auftürmenden Schuldenberge und der Probleme mit dem Eigentümer des Güterbahnhofs eine Bombe sein:

Zion GmbH will den Ringlokschuppen zurückkaufen!

Zwei Millionen Euro will die Zion der Stadt für den Ringlokschuppen zahlen, das wurde uns von Zion Berater Thomas Gründler auf Nachfrage nochmals bestätigt! Angesichts der angespannten Haushaltslage mutet dieses Angebot wie ein Geschenk an. Ein „vergiftetes Geschenk“ womöglich?

Schreiben der Zion GmbH an den Oberbürgermeister Osnabrück
Auszug aus dem der HASEPOST vorliegenden Schreiben der Zion GmbH an den Oberbürgermeister.

Zwei Millionen Euro, das ist exakt die Summe, die von der Stadt im Sommer 2013 für die ehemaligen Dampflokhalle bezahlt wurde, ohne überhaupt ein Konzept oder auch nur eine Idee zu besitzen, was sie damit eigentlich machen könne.

Vorkaufsrecht wurde ohne Konzept ausgeübt

kaufangebot-ringlokschuppenHintergrund für den Kauf des Lokschuppens durch die Stadt war damals der laufende Oberbürgermeister-Wahlkampf  Plan des Diskothekenbetreibers Frederik Heede, diese Fläche zu nutzen, um so die notwendigen Parkflächen für die Erweiterung des Alando-Palais und ein von ihm geplantes Hotel nachzuweisen. Die Halle selbst wollte Heede als Lager für sein Maiwochen-Maidorf verwenden, stand aber auch einer kulturellen Nutzung, zum Beispiel durch die unter Druck geratenen Kulturschaffenden des Petersburg-Vereins offen gegenüber.
Der damalige Oberbürgermeister-Kandidat Wolfgang Griesert  konnte dieser Lösung, die für die Stadt kostenneutral gewesen wäre, viel abgewinnen und positionierte sich entsprechend.
In einer eilig einberufenen Sitzung beschließt der Rat kurz vor der Sommerpause – und vor Ablauf eines geltenden Vorkaufsrechts – jedoch in den Vertrag von Heede einzuspringen und selbst den Schuppen zu kaufen. Das kein Nutzungskonzept von Seiten der Stadt vorlag, wurde dabei geflissentlich übersehen.

Ringlokschuppen
Auszug aus dem der HASEPOST vorliegenden Schreiben der Zion GmbH an den Oberbürgermeister.

Weiterhin kein Konzept für die Fläche absehbar

In der Folgezeit passierte mit dem Gelände nichts. Stadtbaurat Frank Otte feilt noch immer an einem Bebauungsplan für das Gesamt-Areal und will dafür vom Stadtrat am kommenden Dienstag ein weiteres Jahr Zeit erbeten. Ein Fernbus-Terminal wurde diskutiert und verschwand wieder in der Versenkung – vielleicht auch weil hierfür weitere Flächen zugekauft werden müssten, denn aktuell fehlt es der Stadt sogar an Möglichkeiten ihren Ringlokschuppen mit größeren Fahrzeugen zu erreichen. Eine entsprechende Zuwegung auf das Gelände wurde im eilig übernommenen Vertrag schlichtweg vergessen.

Wird die Stadt das Geschenk annehmen?

Die spannende Frage, ganz kurz vor der Sommerpause: wird die Stadt dieses Geschenk annehmen? Und was passiert mit den anderen „offenen Wunden“, die es zwischen Stadt und Güterbahnhof-Eigentümerin Zion GmbH gibt?
Es wird aktuell auch um ein kleines Grundstück gestritten, das die Stadt benötigt um zusammen mit der Bahn AG einen Hintereingang (Ost-Zugang) für den Hauptbahnhof zu realisieren – ein Plan der seit dem Bestehen des Hauptbahnhofs (1895!) in der Diskussion ist. Die Flächen des alten Ringlokschuppens waren in den vergangenen Jahren auch ein Teil dieser Planung.
Auch bei den notwendigen Brückenbauarbeiten an der Hamburger Straße benötigt man die Kooperation der Zion GmbH, der ausgerechnet auch die Flächen gehören, die für eine geplante seitliche Verlegung der Brücke benötigt werden.

Petersburg e.V. und Lebensquelle e.V. sind weitere ungelöste „Probleme“ auf dem Gelände

Auch der Konflikt zwischen Zion GmbH und den Kulturschaffenden des Petersburg e.V., die noch einen alten – ursprünglich mit dem Vor-Vorbesitzer, der Bahntochter Aurelius geschlossenen – Mietvertrag verfügen, ist ungeklärt. Um das Gelände entwickeln und vermarkten zu können möchte die Zion GmbH diese ungeliebten Mieter schnellstmöglich loswerden. Die Stadt, vor allem die Fraktionen von SPD und Grünen, hingegen unterstützen den Kulturverein, haben bislang aber keine alternativen Flächen zur Verfügung gestellt. Dabei dürfte allen politisch Verantwortlichen klar sein, dass der Mietvertrag des Petersburg e.V. am Güterbahnhof irgendwann mal ein Ende haben dürfte.
Teile des Stadtrates scheinen wiederum ein Problem mit der Freikirche Lebensquelle zu haben, deren Mitglied Ralf Gervelmeyer auch Geschäftsführer der Zion GmbH ist und sich mit homophoben Äusserungen kurz nach dem Kauf des Geländes ins gesellschaftliche Aus katapultierte.
Angesichts der fortschreitenden Planungen für ein neues Gemeindehaus mit großer Veranstaltungshalle, sind auch hier bald Lösungen gefragt, die auch unkonventionell sein könnten. In der letzten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses wurde vom UWG-Stadtrat Wulf-Siegmar Mierke auch die Idee eines Flächentauschs zwischen Stadt und Lebensquelle in die politische Debatte eingebracht. Hier hätte die Stadt mit dem Konversionsgelände auf dem Limberg oder der Kaufoption für das ehemalige Finanzamt Osnabrück-Land an der Hannoverschen Straße womöglich freie Flächen um aktiv zu werden.

 

[mappress mapid=“78″]

 

AFP

Trotz Rekordhitze: Feuerwehr pumpt Froschtümpel leer

Feuerwehr Wissenschaftspark Osnabrück
Trotz Rekordhitze: Feuerwehr pumpt Froschtümpel leer

Es ist mal wieder einer der heißesten Tage des Jahres, die Berufsfeuerwehr Osnabrück steht an einem noch gut mit frischem Nass gefüllten Tümpel und baut eine Pumpe auf… Aber nicht etwa um die umliegenden Bäume zu bewässern, der Tümpel soll trockengelegt werden.

Trockenpumpen – nicht nachfüllen

Feuerwehr Wissenschaftspark Osnabrück
Das Feuerwehrauto ist eigentlich für den Umweltschutz gedacht.

Was hier in der Mittagshitze im Wissenschaftspark passiert ist also keine Bewässerungsaktion und auch keine Rettungsaktion für die zahlreichen Amphibien in dem Feuchtgebiet: hier pumpt die Feuerwehr den Tümpel leer.
Auf Nachfrage erklärt einer der Feuerwehrmänner, die eigentlich Mensch, Natur und Umwelt schützen sollen, dass hier wohl bald alles zugeschüttet werden soll – die weitere Erschliessung des ehemaligen Kasernengeländes schreitet voran. Auch der Feuerwehrmann bedauert sehr, was hier sein heutiger Arbeitsauftrag ist. Mit einem Kescher versuchen er und sein Kollege vor dem Saugrohr noch Leben zu retten, damit es nicht in der Pumpe zerhäckselt wird.

Kein geschütztes Biotop

Freitag-Mittag in Osnabrück: unsere Redaktion konnte leider in der Kürze der Zeit keine genaue Auskunft bekommen. Auf Nachfrage erläuterte aber Ratsmitglied Jens Meier am Rande einer Veranstaltung der Grünen-Ratsfraktion, dass die Kommunalpolitiker über konkrete Einzelmaßnahmen nicht informiert werden. Seines Wissens nach wurde aber kein geschütztes Biotop auf dem Gelände des Wissenschaftsparks ausgewiesen. Von kurzfristig anstehenden Baumaßnahmen sei ihm aber auch nichts bekannt, viele Grundstücke sind noch unverkauft und dort wo schon ein neuer Eigentümer gefunden wurde wird bereits gebaut.

Nur die Kostenfrage scheint klar zu sein: die Feuerwehr wird derartige Maßnahmen dem jeweiligen Eigentümer, vermutlich hier der städtischen Immobiliengesellschaft, in Rechnung stellen.

 

Feuerwehr Wissenschaftspark Osnabrück
Für viele Frösche endet der heutige Tag in der Feuerwehrpumpe oder auf dem Trockenen.

 

[mappress mapid=“77″]

AFP

Wer schoss auf den Hund am Rubbenbruchsee?

Am Staff
Symbolbild eines American Staffordshire Terriers

Die Nachricht verbreitete sich am Freitag rasend schnell über die sozialen Medien: am Rubbenbruchsee wurde ein Hund angeschossen!

Zum Glück nur ein Durchschuss

Bereits am späten Mittwoch-Mittag erhielt die Polizei die Meldung über einen angeschossenen Hund am Rubbenbruchsee, im Bereich des dortigen Spielplatzes. Der Zeuge meldete auch, dass er bereits einige Zeit zuvor einen Schuss gehört hätte, diesen jedoch zunächst nicht zuordnen konnte.
Als die Polizei am Rubbenbruchsee eintraf war der Hund schon verschwunden, später wurde allerdings durch eine Tierklinik bekannt, dass der Hund dort eingeliefert wurde. Das Tier wies einen Durchschuss auf. Nach ersten Ermittlungen bewegte sich der Hund zuvor im Bereich Gluckstraße/Rubbenbruchsee.

Am Staff
Symbolbild eines American Staffordshire Terriers

NOZ bezeichnet Hund als „Kampfhund“

Nach Angaben der NOZ (Abruf ggf. kostenpflichtig) soll es sich bei dem angeschossenen Hund um einen American Staffordshire Terrier handeln – dieser wurde gleich mit dem Malus „Kampfhund“ belegt.
Diese Rasse gilt als sehr wachsam, sensibel, verspielt und intelligent. Ihr dominanter Charakter kann, wenn sie in falsche Hände geraten, auch zu Fehlentwicklungen führen – meist analog des schlechten Charakters des Hundehalters.
Wurde der Hund wegen eines (vermuteten) Charakter-Fehlers angeschossen, oder einfach nur weil er zur falschen Stelle am falschen Ort war und einem Tierquäler buchstäblich „vor die Flinte“ lief? Noch ist nichts zu den Hintergründen der Tat bekannt. Die Polizei sucht noch Zeugen, die sich unter 327-2215  melden sollen.

War der Schütze vielleicht ein Jäger?

Paragraph 23 des Bundesjagdgesetzes behandelt den „Jagdschutz“:

  1. 1.„Der Jagdschutz umfasst nach näherer Bestimmung durch die Länder den Schutz des Wildes insbesondere vor Wilderern, Futternot, Wildseuchen, vor wildernden Hunden und Katzen sowie die Sorge für die Einhaltung der zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften.…“

Jäger, die es auch im Heger Holz gibt, leiten aus diesen Vorschriften ab, dass sie Wild vor wildernden Hunden zu schützen haben. Hunde müssen jedoch auf frischer Tat ertappt werden. Ein lediglich herumstromernder Hund – egal welcher Rasse – ist nicht schon per Anschein ein Wilderer. Hunde wildern laut Gesetzgeber erst, wenn sie einem Tier auf den Fersen sind und es reißen – und selbst dann darf ein Jäger sie nicht einfach erschiessen. Es könnte schließlich sein, dass sich der Hund „nach erkennbaren Umständen nur vorübergehend der Einwirkung seines Herrn entzogen hat“.
Mehr dazu auf der Seite eines Jagdreviers aus Schleswig-Holstein.

 

[mappress mapid=“79″]

AFP

Altmeister Otto Waalkes und YouTube-Stars in der Filmpassage

Kartoffelsalat Film
Altmeister Otto Waalkes und YouTube-Stars in der Filmpassage

Was passiert wenn man den Altmeister Otto Waalkes zusammen mit (unter anderem) Martin „Maddin“ Schneider, Heidekönigin Jenny Elvers und diverse „YouTube Stars“, die nie eine Schauspielschule von Innen gesehen oder eine Comedy-Bühne betreten haben, in einen Film zusammenpackt?

„Kartoffelsalat“ will der erste YouTube-Film sein

Kartoffelsalat FilmIn „Kartoffelsalat“, Untertitel: „Nicht fragen“ geht es um eine virenverseuchte Schule. Internet-Komiker Torge Oelrich (26) alias Freshtorge stand dafür zusammen mit anderen YouTube-Stars wie Dagi Bee, Phil Laude, Bibi, Simone Desue und Die Lochis zum ersten Mal vor einer „richtigen“ Kamera.

 

Cast in Osnabrück

Am Freitag, den 24.07.2015 hat die Osnabrücker Community jetzt die einmalige Gelegenheit ihre Stars hautnah zu erleben! Die Filmpassage Osnabrück begrüßt u.a. Freshtorge und Otto Waalkes zur Vorstellung von „Kartoffelsalat“ am 24.07. um 20:00 Uhr. Nach dem Film folgen eine Fragerunde sowie eine Autogrammstunde. Der Vorverkauf für den Film (FSK 12) läuft bereits.

Um was geht es in „Kartoffelsalat“?

Zitieren wir doch einfach den Pressetext der Filmfirma: Leo Weiß (gespielt von Freshtorge) hat ein schweres Leben an seiner Schule. Er ist der Klassenälteste, aber nicht der beliebteste. Leo kämpft mit schlechten Noten und mangelnder Anerkennung. So beschließen seine Eltern ihn auf eine neue Schule zu verlegen, in der Hoffnung auf einen Neuanfang.
Dieser erweist sich aber als steinig, denn nur zwei Aussenseiter bieten ihm Anschluss, während er sich Hals über Kopf in die extrem tussige „Perle“ verliebt.

Als ein bedrohlicher Virus ausbricht, der aus den Schülern fresssüchtige Infizierte macht, ergreift Leo die Initiative und beweist sich als Held. Von nun an startet eine waghalsige Rettungsaktion, in der Leo versucht, die nicht befallenen Schüler zu retten. Und möglicherweise ist es auch nicht für die Infizierten zu spät…

Noch Fragen? 24.07. um 20:00 Uhr, Filmpassage!

 

[mappress mapid=“76″]

 

AFP

„Umsatzrückgang vom Allerfeinsten“ durch Dauerbaustelle

Baustelle Bierstraße Osnabrück
„Umsatzrückgang vom Allerfeinsten“ durch Dauerbaustelle

Die Baustelle in der Bierstraße ist nur wenige hundert Meter lang, die Bauarbeiten dauern nun schon fast neun Monate an.

Eine gesunde Frau hätte in der Zeit ein ordentliches Baby auf die Welt gebracht, was die hier machen verstehe ich einfach nicht mehr

Mit diesen Worten macht sich ein Anlieger Luft, der seinen Namen wegen der direkten Nachbarschaft und dem ansonsten guten Verhältnis zur Bauverwaltung lieber nicht abgedruckt sehen wollte.

Bereits im Oktober 2014 rückten die Bagger an

Baustelle Bierstraße OsnabrückWir haben bei den Stadtwerken nachgefragt, die für die laufenden Bauarbeiten in der Bierstraße zuständig sind. Die Bauarbeiten, die in zwei Abschnitte unterteilt wurden, begannen tatsächlich schon im Oktober des vergangenen Jahres, wurden aber bereits im November unterbrochen um den Weihnachtsmarkt nicht zu beeinträchtigen. Eine unglückliche Wetterlage sorgte dafür, dass erst Mitte Februar die Löcher wieder aufgemacht werden konnten, in die neue Strom-, Gas- und Wasserleitungen verlegt wurden. Die gute Nachricht für die Anleger: Bis Ende Juli sollen beide Bauabschnitt fertiggestellt sein!

Anlieger fühlen sich schlecht informiert

Im direkt angrenzenden Kartoffelhaus wird man dann eine ordentliche Durststrecke hinter sich haben. So gab es während der Bauarbeiten Tage, an denen das Mittagsgeschäft nahezu vollkommen wegbrach, denn statt gemütlich im Schatten vor dem Haus sitzender Mittagsgäste, regierte dort massiver Baustellenlärm.
Tage ohne Mittagsgeschäft „sowas kennen wir eigentlich nicht“, erklärt uns eine Thekenkraft, die ausgerechnet in dem Moment feststellt, dass das Telefon nicht mehr funktioniert – vermutlich auch eine Folge der Bauarbeiten.
„Wir als Anlieger wurden nicht rechtzeitig informiert“, klagt auch Karin Steinke-Klingenburg, Inhaberin der Altstädter Bücherstuben.

Baustelle Bierstraße Osnabrück
Wenn die Bauarbeiter am Nachmittag wieder abziehen ein einladendes Örtchen – vorher eher nicht.

Allerdings sei der direkte Kontakt zu den ausführenden Bauunternehmen gut, wird uns aus dem Kartoffelhaus berichtet.

Wann immer kurzfristig mal das Gas oder Wasser abgestellt werden musste, haben die Handwerker vor Ort rechtzeitig Bescheid gesagt.
Auch der kleine Biergarten vor der Gaststätte wurde von den Bauarbeitern in ihrer Planung berücksichtigt. Um diese Sitzplätze nicht mitten im Sommer abbauen zu müssen, wurde eine Baumaßnahme extra in das Frühjahr vorverlegt. So ist der Biergarten jetzt jeden Nachmittag bereit durstige Kehlen zu löschen, sobald die Bauarbeiter sich in den Feierabend verabschieden.

Die Laufkundschaft bleibt weg

Die Buchhändlerin der Altstädter Bücherstuben ist froh darüber, dass ihre Stammkunden ihr auch während der Bauarbeiten die Treue halten. Bei der Laufkundschaft hat sie aber – wie ihre Kollegen von der benachbarten Gastronomie – einen deutlich merkbaren Rückgang bemerkt.

Baustelle Bierstraße Rissmüllerplatz Osnabrück
Vor kurzem noch gefeiertes Kunstwerk – jetzt Teil einer Baustellen-Installation.

Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer bedauert, dass bei der Information der Anlieger vielleicht nicht alles optimal gelaufen ist und will das intern klären, damit so etwas nicht nochmal vorkommt. Neben den Verzögerungen durch Weihnachtsmarkt und Witterung wurden in den engen Gruben, die nur mit sehr viel Handarbeit ausgehoben werden konnten, auch noch unerwartet Bauschutt und alte Mauerreste gefunden, so der Unternehmenssprecher.
Es war wohl wie in der alten Fußballerweisheit: Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. Spätestens im August ist diese Baustelle aber dann Geschichte. Für den Rest der Altstadt stehen allerdings schon im kommenden Jahr weitere Bauarbeiten an.

 

[mappress mapid=“75″]

AFP

Freifunk bietet freies WLAN in der Osnabrücker Innenstadt

Freifunk Osnabrück
Freifunk bietet freies WLAN in der Osnabrücker Innenstadt

Was tun wenn die angebliche „Flatrate“ des Mobilfunktarifs schon nach wenigen 100 Megabyte den Dienst einstellt?
In der Osnabrücker Innenstadt ist das an vielen Ecken schon kein Problem mehr, denn „Freifunk“ erobert den öffentlichen Raum.

Auch HASEPOST ist unter die Freifunker gegangen

Einer von den inzwischen mehr als 200 in Osnabrück installierten Freifunk-Routern steht jetzt auch in den Redaktionsräumen der HASEPOST und versorgt Teile des Wissenschaftsparks und des Innovationscentrums ICO mit freiem Internet.

Durchbruch zur Maiwoche 2015

Vielen Besuchern der vergangenen Maiwoche dürften die Schilder an zahlreichen Buden aufgefallen sein, mit denen für kostenloses W-Lan geworben wurde. Insgesamt 23 Router hatten die Freifunker zwischen Rathaus und Neumarkt installiert und konnten so tausende Maiwochen-Besuchern ein komplett kosten- und anmeldefreies mobiles Internet ermöglichen. In der Spitze waren zeitgleich mehr als 500 Nutzer parallel im Freifunk-Netz online.

Statt das eigene, oft knappe Datenkontingent des Mobilfunkanbieters zu verbrauchen, können bei Freifunk alle das kostenlose WLAN benutzen, um Bilder zu posten, soziale Netzwerke und Emails zu checken, oder einfach nur zu surfen. Mit dem Smartphone muss einfach nur das WLAN-Netz „nordwest.freifunk.net“ ausgewählt werden.
Es ist keine Anmeldung oder ähnliches notwendig – die Verbindung kann auch ohne Zeitlimit genutzt werden.

Freifunk am Büdchen am Westerberg in Osnabrück
Das „Büdchen“ am Westerberg bietet nicht nur kühle Erfrischungen sondern auch freies WLAN.

Das Netz von Freifunk ist wirklich ein Netz

„Am Beispiel der Maiwoche konnte man sehr gut sehen wie unsere Infrastruktur funktioniert“, erklärt Alexander Kyriakidies im Gespräch mit der Redaktion. „Freifunk ist ein sogenanntes Mesh-Netzwerk, bei dem nicht jeder Router eine direkte Anbindung ans Internet haben muss“, so Kyriakidies weiter. Eine Bierbude in der Großen Straße braucht dabei lediglich Funkkontakt zu einem anderen Router, der vielleicht in einem Geschäft per Kabel mit einem Internet-Provider verbunden ist. Dabei spielt es keine Rolle wie nahe oder wie viele kabelgebundene Zugänge es zum Internet gibt – die Daten suchen sich selbständig ihren Weg im Freifunk-Netz. Dieses Verfahren sorgt auch für eine sehr hohe Sicherheit gegen Ausfall, da sich die Daten bei Nicht-Erreichbarkeit eines einzelnen Providers (bspw. Telekom) im Netz dann einen anderen Anbieter suchen, der noch funktioniert.

Bereits die halbe Innenstadt ist mit Freifunk versorgt

Auf einer Karte, die von den Freifunkern ins Netz gestellt wurde, kann man die Verbreitung in der Osnabrücker Innenstadt eindrucksvoll erahnen. Insgesamt teilen im Großraum Osnabrück mehr als 200 Router das Internet mit der Öffentlichkeit. Im Bereich Nord-West, in dem auch die Osnabrücker Freifunker organisiert sind, sind es über 870 Router – bundesweit über 11.000!
Zu den Orten die in Osnabrück versorgt werden gehören das Foyer im Stadttheater, das Rathaus und das Alando Palais.

Keine Angst vor der Vorratsdatenspeicherung

In den vergangenen Wochen wurde viel über die Vorratsdatenspeicherung berichtet, die auch von den Freifunkern kritisch gesehen wird (wie übrigens auch von der HASEPOST). Für das Konzept von Freifunk, bei dem ein Teil des privaten Datenvolumens über einen  Freifunk-Router (Kaufpreis ab 25 Euro) öffentlich geteilt wird, ist das aber kein Problem“, erklärt Alexander Kyriakidies. Die Freifunk-Vereine in Berlin und im Rheinland besitzen einen Provider-Status und können bei Bedarf den bundesweit anfallenden Datenverkehr offiziell aufnehmen und über ihre Server in das Internet „entlassen“.
Da bei Nutzung von Freifunk lokal – zum Beispiel in Osnabrück – keine für die Nachrichtendienste verwertbaren Daten gesammelt werden, würde jede Schnüffelattacke des Staates oder „befreundeter Geheimdienste“ bei den offiziellen Providern dann ins Leere laufen. Der Verzicht auf unnötiges Sammeln privater Daten ist übrigens auch sonst von Vorteil für die Nutzer. Die bei Freifunk anfallenden (oder eben nicht-anfallenden) Daten sind so auch für alle sonstigen Datenkraken uninteressant – es wird schlichtweg nichts gespeichert was für schwarze Schafe unter den Hackern interessant sein könnte.

freifunk-hasepost
Alexander Kyriakidies installiert den Freifunk-Router der HASEPOST. Mit dabei: Redaktionshund Frida!

Freifunk ist kein Hacker-Club

A propos Hacker: Alexander Kyriakidies, der uns auch dabei geholfen hat in den Redaktionsräumen der HASEPOST am Wissenschaftspark einen Freifunk-Router zu installieren, ist selbst kein Hacker – jedenfalls nicht wie man ihn sich vorstellt. Kyriakidies sagt von sich selbst, dass er als „technologischer Laie“ gerade deshalb das Konzept von Freifunk so gut erklären kann, weil er nicht alle technischen Details sofort parat hat und deshalb schneller auf den Punkt kommt als die typischen „Nerds“, die man eigentlich in so einem Verein erwarten würde. Alexander Kyriakidies begeistert an der Freifunk-Idee vor allem, dass man auf diese Weise auch Mitbürgern, die sich keinen teuren Datentarif leisten können, ein schnelles Internet direkt vor der Haustür anbieten kann. Diesen sozialen Aspekt will er persönlich noch stärker herausarbeiten und sieht er als großen Vorteil gegenüber den kommerziellen Angeboten, die sich entweder über Werbung finanzieren oder einen kostenfreien Tarif von Telekom, Kabel Deutschland & Co. voraussetzen.

Freies Wifi jetzt auch am Neumarkt

Seit dem 09. Juli werden am Neumarkt nun auch die einzelnen Bussteige und Teile der Johannisstraße gezielt mit freiem WLAN versorgt. Durch die Überlassung von mehreren Routern durch die Piratenpartei in Osnabrück kann der Neumarkt ein wenig attraktiver gestaltet werden.
Vor allem für Fahrgäste, die auf Ihren Anschlussbus warten oder einfach nur in dem Bereich Neumarkt Zeit verbringen wird so die Zeit angenehm überbrückt. Die Mitglieder vom Freifunk Osnabrück sind derzeit dabei, mehrere Außenstandorte in der Stadt Osnabrück anzubinden und so allen Bürgern und Gästen freies WLAN anbieten zu können. In den nächsten Wochen sollen weitere Bereiche rund um die Große Straße sowie die Johannisstraße mit Freifunk versorgt werden.

Kommentar: Osnabrücker Lokalpolitiker sind gefordert

Angesichts verschiedener Gedankenspiele, bei denen es auch darum geht eventuell ein kommerzielles Netz in Zusammenarbeit mit dem Werbeunternehmen Ströer (HASEPOST berichtete) aufzubauen, bietet die private Initiative Freifunk eine für die Stadt kostengünstige Alternative. Freifunk ist werbefrei und schreibt den Datenschutz groß; was kann man mehr verlangen, wenn die Stadt freies Internet fördern will?
Schon jetzt ist das Freifunk-Netz das mit weitem Abstand größte W-Lan in Osnabrück und Umgebung. Das Freifunk die Technik im Griff hat wurde während der Maiwoche eindrucksvoll bewiesen.
Jede neue kommerzielle Lösung wäre eine zusätzliche Insellösung, die nur punktuell genutzt werden kann, während Freifunk bereits jetzt große Teile der Innenstadt abdeckt.
Die kleineren Rathausparteien UWG, Piraten und FDP sind offenbar bereits von dieser Lösung überzeugt, sie teilen unter anderem auch ihren eigenen Internetanschluss im Rathaus mit der Öffentlichkeit, doch wo bleiben die großen Fraktionen?
In Nordrhein-Westfalen unterstützen SPD und Grüne Freifunk bereits auf Landesebene . Noch ist nicht zu erkennen ob die Osnabrücker Parteifreunde wohl auf einer Linie mit ihren Kollegen aus Düsseldorf sind? Und auch die lokale CDU scheint sich noch uneins zu sein.

Bei den Freifunkern wird private Initiative und Ehrenamt gelebt. Alle anderen Konzepte, wie die Idee einer Zusammenarbeit mit dem Werbevermarkter Ströer, werden die Stadt Geld kosten und niemals die Reichweite erreichen können, die Freifunk jetzt schon hat.
Wäre es nicht besser die Summe, die Ströer von der Stadt in Form von zusätzlichen Werbeflächen als geldwerte Gegenleistung fordert zumindest in Teilen den Freifunkern zu geben?

Das die Freifunker nicht nur viel versprechen, sondern auch liefern, haben sie eindrucksvoll auf der Maiwoche bewiesen – und mehr als 200 aktive Router beweisen es jeden Tag aufs Neue!

Christian Schmidt

 

Weitere Infos und Router um mitzumachen gibt es bei osnabrueck.freifunk.net.

AFP