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Facebook-Post der Feuerwehr Osnabrück bewegt das Netz

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[Update] wie die NOZ am Samstag mitgeteilt hat, ist der junge Mann (18) am Nachmittag in einer Dortmunder Spezialklinik verstorben.


 

Warum?


Mit einem „Warum“ beginnt ein emotionaler Post auf der Facebook-Seite der Feuerwehr Osnabrück, der innerhalb nur einer Stunde bereits über 200x geteilt wurde – Tendenz weiter steigend.

Vorsicht Hochspannung Fahrleitung Hasepost OsnabrückSchon wieder ein Hochspannungsunfall, schon wieder ein leichtsinniger Jugendlicher, schon wieder ein Mensch der sich in Gefahr gebracht hat und am Ende nur noch „Toast“ war.

In der Nähe der Bremer Brücke wurde ein junger Mensch beim Versuch eine Abkürzung über die Gleise zu nehmen von einem Überschlag aus der Fahrleitung mit 15.000 Volt „getoastet“.

So ein Einsatz belastet ganz offensichtlich auch die Retter, wie der Text eindringlich deutlich macht.

Warum?

Letzte Nacht um 1.00 Uhr wurde die Feuerwehr Osnabrück wieder einmal zu einem schweren Unfall auf das Bahngelände Nähe Bremer Brücke gerufen.

Wieder einmal war die Einsatzstelle eher schwer zu finden, wieder einmal mussten wir uns selber in Gefahr begeben, da einzelne Züge noch fuhren.

Wieder einmal war ein junger Mensch auf einen Waggon geklettert und hat dadurch einen massiven elektrischen Schlag erlitten, ist dann vom Waggon gefallen und wurde dadurch nochmals verletzt.

Wieder einmal mussten wir all unser Können an einem schwer verbrannten und verletzten Körper einsetzen, um zumindest das blanke Leben zu retten und das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

Wieder einmal eine Situation dessen Bilder, Geräusche und Gerüche den Zeugen und den Helfern lange, lange im Kopf bleiben werden.

Wieder einmal eine kurze Unbedachtheit, ein jugendlicher Leichtsinn, die schlagartig die Jugend beendet und einen Menschen für sein restliches Leben erstellt.

He, ihr da, die auf dem Weg nach Hause eine Abkürzung über die Gleise nehmt: Bleibt verdammt nochmal von den Waggons weg. Oder einfach komplett von den Gleisen. Ihr seid nicht besonders coole Socken, wenn ihr auf einem Waggon rumklettert, sondern ihr seid Toast!

Wie oft werde ich diesen Text mit einem anderen Datum wohl noch schreiben müssen?

 

Symbolbild unter Verwendung von „Grounded hotdog“ von Rklawton. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0.
Hasepost
Dieser Artikel ist keinem bestimmten Kollegen zuzuordnen.

27 KOMMENTARE

  1. Ich finde es absolut richtig dass darüber berichtet wird, um zu versuchen weitere dieser „Unfälle“ zu vermeiden.

  2. Ich finde es O.k. Der Bericht ist keineswegs geschmacklos. Das sich ein Angehöriger beschwert hat kann ich persönlich nicht verstehen.

  3. Ist die Feuerwehr zu weit gegangen?
    Sind wir zu weit gegangen, indem wir darüber berichten und auch den Begriff des „Toastens“ (wenn auch in „Anführungszeichen“) übernommen haben?
    Ein Bekannter des Opfers macht uns per PN bittere Vorwürfe und will, dass wir den Artikel wieder löschen. Zu einer offenen Diskussion hier im Kommentarbereich ist er aber nicht bereit.

    Wie steht Ihr dazu – was meinen unsere Leser?

    • „getoastet“ verdeutlicht nur was schreckliches passiert ist. Vielleicht nicht ganz so nett zu lesen für die betroffenen, aber es trifft es nunmal auch auf den Punkt.

    • „Getoastet“ finde ich auch irgendwie unpassend. Wahrscheinlich war dieses Wort der Emotionslage derer geschuldet die sich mit den Ergebnissen solcher „Mutproben“ auseinander setzen müssen.

    • Das mit dem „Toast“ auf der Facebook-Präsenz der Osnabrücker Feuerwehr ist absolut unprofessionell und unpassend.
      Ich bin entsetzt, dass bei der Feuerwehr anscheinend ungeschulte Personen die doch sehr öffentlichkeitswirksame Betreuung der Facebook-Präsenz übernommen haben.
      Was kommt demnächst: „Als Raser bist Du für uns kein cooler Typ, sondern ein Haufen Hackfleisch am Straßenrand.“?

  4. Verstehen kann ich den Freund schon,aber ohne diese Ausdrucksweise wäre der Artikel und auch das Posting der Feuerwehr Osnabrück nicht so eindringlich wie es sein muss.Ausserdem steht es jedem frei zu fordern was er will,aber eine Einschränkung der Pressefreiheit,sorry,aber das geht gar nicht.

  5. In Deutschland herscht Pressefreiheit. Hier soll ja nur deutlich gemacht werden,wie gefährlich das ganze ist ! Manchmal muss man es nunmal anders ausdrücken ,damit andere es mal verstehen .. Guter Beitrag !

    • Richtig, Heiko Pohlmann.
      Man muss sich allerdings fragen, ob es im Sinne der Stadt ist, dass auf Facebook-Präsenzen von Körperschaften des öffentlichen Rechts in emotionalen Situationen pietätlose Kommentare verfassen.
      Die gibt es natürlich auch in Presseerzeugnissen. Dort haben diese aber getrennt von der sachlich orientierten Berichterstattung in Kommentaren zur Sache ihre Daseinsberechtigung.

    • Und zum Thema Pressefreiheit würde ich dann gerne noch zwei Punkte aus dem Pressekodex zitieren:

      Ziffer 1 – Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde
      Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

      Ziffer 9 – Schutz der Ehre
      Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.

      Und darüber, ob die Bezeichnung „Toast“ für einen schwerverletzten und nun leider auch toten jungen Menschen passt… Darüber lässt sich nun vortrefflich diskutieren…

  6. Ich kann zwar die Angehörigen/Freunde der Person verstehen….
    Aber ich verstehe auch die Kameraden der Feuerwehr. Sie wollen wachrütteln und unrecht haben sie mit dem Ausdruck nunmal auch nicht.

    Anscheinend wird es immer noch viel zu wenig darüber berichtet. Denn sonst würde keiner mehr auf die Idee kommen dort abzukürzen

  7. Ich bin auch über die Formulierung geteilter Meinung. Ich denke das der Beitrag der Feuerwehr zu diesem entsetzlichen Einsatz und der darauf folgende Post auch eine Emotion mit beinhaltet was, ähnlich wie bei einem Schock, jedoch das ihr diesen Begriff mit übernommen hat finde ich ehrlich auch ziemlich mies. Ich denke das dieses Unglück sehr schrecklich ist auch für die Familie, Freunde usw. So einen Komentar, wenn einer meiner Familienmitglieder oder engsten Freunde verunglückt ist, wurde mich zusätzlich treffen

  8. Der Begriff des „t…“ ist gänzlich unpassend. Das Foto bzw die Fotomontage ebenso. Denkt doch mal an Familie und Freunde.

    Schon fast BILD-Niveau – ich beziehe mich hier nicht auf die Feuerwehr. Sondern auf die Hasepost. Anführungsstriche hin oder her. Journalismus liest sich für mich anders.

    (meine Meinung)

    • Sie werden es nie verstehen.

      Ich habe auch nicht bzw nicht immer das gemacht, was meine Eltern sagten. Das ist so würde ich mal sagen. Und bei manchen Menschen ändert es sich, und bei manchen widerum nicht. Die bleiben bei ihrer „verboten? Mir doch egal!“-Einstellung.

      Es gibt Verbote, Regeln… Menschen die es schert und Menschen die das Risiko meinen abwägen zu können. Oder die nicht denken. Und Menschen die dann leider verletzt sind oder sterben.

      Wieviele Pfosten siehst du im Strassenverkehr nicht angeschnallt? Mit dem Handy am daddeln? Das Tempolimit wirklich fahrlässig überschreiten?

      Wir wissen auch alle das Rauchen Krebs verursacht. Dass Drogen nicht nur süchtig sondern auch kaputt machen. Dass man sein Baby nicht schütteln darf.

      Und? Schlag die Zeitung auf. Du liest es doch jeden verdammten Tag!

    • (das ist nicht angreifend gemeint, ich bin ne nette Person und wenn wir uns offen persönlich unterhalten würden wären die gesprochenen Worte nicht halb so offensiv.

      Es ist „nur“ meine Meinung.

      Es gibt eben Leute, die nicht wissen wollen dass es Risiken gibt. Oder die es nicht abwägen können – warum auch immer?)

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