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September Nachtflohmarkt 2012

Schön und voll war´s wieder – und das Wetter hat auch mitgespielt: September-Nachtflohmarkt 2012.

Erinnert sich noch jemand daran, dass das Verkaufen vor gar nicht langer Zeit “offiziell” erst morgens erlaubt war..? Inzwischen werden die meisten Stände schon gegen Mitternacht wieder eingepackt und am Sonntag wird ausgeschlafen, wie es sich gehört.

Osnabrücker Original!

HP

AFP

Strategisch wichtiges Gebäude am Neumarkt geht an Einkaufscenter-Entwickler

+++ EXKLUSIV +++

Nach I-love-OS vorliegenden Informationen hat sich die Neumarkt 14 GmbH & Co. KG mit dem Haus Seminarstraße 2 ein weiteres für die Einkaufscenter-Pläne wichtiges Gebäude gesichert.

Seminarstrasse 2 Osnabrück

Nach dem „Rauschen-Coup“, bei dem drei Geschäftshäuser in der Johannisstraße an das Textilkaufhaus L+T verkauft wurden, ist dieser Deal eine weitere Maßnahme der Center-Entwickler um dringend benötigte Grundstücke gegen den Zugriff Dritter zu sichern.
Anfang August berichtete I-love-OS bereits exklusiv über den Verkauf des Hauses Johannisstraße 70 (Ihr Platz).

Ein Planungsstopp aufgrund fehlender Grundstücke, wie er der mfi in Bielefeld passierte (I-love-OS berichtete), soll sich in Osnabrück offenbar nicht wiederholen.

HP

AFP

Randnotiz: die lokale CDU und das „soziale Netzwerk“

Der Landtagswahlkampf kommt so langsam in Fahrt (siehe I-love-OS zu Frank Henning) und offenbar wird dieser im Jahr 4 nach Obamas erstem digitalen Wahkampf jetzt auch in Deutschland verstärkt über das Internet geführt.

2012, das Jahr in dem der Wahlkampf also auch auf lokaler Ebene digital wird?
Wie sonst ist zu verstehen, dass die Osnabrücker CDU ihre Mitglieder per E-Mail(!) auf die Facebook-Präsenzen ihrer Kandidaten hinweist…

CDU Osnabrück

Facebook allerdings als „sogenanntes“ soziales Netzwerk zu bezeichnen, zeugt noch von einer gewisse Distanz zum gar nicht mehr so neuen Medium – ebenso wie die etwas altbackene Bezeichnung „Fanseite“, die zur Politik nicht recht passen will.

Aktuell liegen die beiden CDU-Kandidaten Anette Meyer zu Strohen und Burkhard Jasper, trotz noch überschaubarer 58 bzw. 53 „Freunde“,  weit vor ihren sozialdemokratischen Herausforderern Antje Schulte-Schoh und Frank Henning.
Während die eine offenbar überhaupt nicht bei Facebook aktiv ist, hat der um Transparenz bemühte Finanzbeamte Henning zwar eine private Facebook-Präsenz, teilt sich darüber aber vor allem als Privat-Nutzer* seinen Wählern mit.
Die von Frank Henning gewählte (noch dazu besonders „offene“) private Präsenz ist jedoch unter Gesichtspunkten des Datenschutzes kritisch einzuschätzen – so sind bei der von Henning gewählten Variante alle Beziehungen von und zu seinen Freunden ein offenes Buch… damit ist in gewissem Rahmen ein Mißbrauchspotential (auch zu Lasten der Freunde) vorhanden, dass mit der eigentlich für Politiker vorgesehenen Sonderform als „Person des öffentlichen Lebens“ entfallen würde.

I-love-OS wird in Kürze den Stand der Digitalisierung der Lokalpolitik etwas genauer beleuchten.

Den beiden CDU-Kandidaten gebührt erstmal Respekt für das Neuland, das sie betreten.
Ihre sozialdemokratischen Herausforderer haben sie im Internet zumindest teilweise und vorläufig überholt!

HP

Illustration: aus E-Mail-Rundschreiben der CDU Osnabrück

* Nachtrag 09:30: das Frank Henning „Privat“ und „Politik“ (auch bei Facebook) nicht trennt mag bei genauerer Betrachtung konsequent und bewusst entschieden sein (siehe oben bzgl. seiner Transparenz-Initiative), damit steht es also 2:1 CDU vs. SPD-Kandidaten;
sollte Frau Schulte-Schoh auch irgendwo eine (vielleicht schwer auffindbare) private Präsenz bei Facebook haben, oder die Politiker-Präsenz bald folgen, bitte sachdienliche Hinweise – am besten über Facebook!

AFP

Shopping-Center Betreiber in den Schlagzeilen

NEIN, die vom Osnabrücker Insider als “Wunsch-Story” bezeichnete Headline über die Pleite eines Shopping-Center Betreibers ist wohl nicht wahr.
Der Insider lässt seine Leser über den Wahrheitsgehalt von drei angeblichen “City-Gerüchten” abstimmen, von denen nur eins wahr sein soll – für die richtige Antwort sind 3x 100,- € als Preisgeld ausgelobt. Teilnahme noch bis 21.09.; alle benötigten Infos zur Teilnnahme im aktuellen Insider 09/2012.
Die Headline ist also nur Teil eines Gewinnspiels
der Print-Kollegen – hoffentlich versteht das Unternehmen mfi, das im zugehörigen Artikel mit der fiktiven Headline in Verbindung gebracht wird, auch Spass…
Die beiden anderen Wunsch-Stories sind übrigens “Iduna-Hochhaus beliebt wie nie” und “Osnabrücker knackt Euro Jackpot”.

Insider Osnabrück

Erschreckend wahr sind jedoch ein paar ältere und vor allem echte Schlagzeilen aus Düsseldorf, auf die I-love-OS durch einen Leser aufmerksam gemacht wurde.

Im Stadtteil Unterbilk eröffneten bereits 2008 die “Düsseldorf Arcaden”.
Entscheidend für die positive Projektbegleitung durch die Lokalpolitik war ein “städtebaulicher Vertrag” mit dem auch in Osnabrück aktiven Unternehmen mfi.
Nicht zuletzt Dank dieses für die klamme Landeshauptstadt positiven Vertrages – und trotz massiver Betrugsvorwürfe gegen die mfi – wurden die Düsseldorf Arcaden schließlich realisiert.
Während sich in Düsseldorf die Lokalpolitiker vor allem von niemals gebauten Wohnungen (siehe unten) überzeugen ließen, ist es in Osnabrück das ungelöste Neumarkt-Problem, dass durch das Shopping-Center eine Lösung finden soll.

Inzwischen vier Jahre nach der Eröffnung der Arcaden stehen die Lokalpolitiker in Düsseldorf nun als Bittsteller gegenüber der mfi da.
Es wird um die genaue Zahl der noch zu bauenden Wohnungen ebenso gestritten, wie um den Fertigstellungstermin, der nun ins Jahr 2014 entrückt.

RP Online über mfi

Auch in Osnabrück wollen die Lokalpolitiker ihre Vorstellungen durch Verträge mit der mfi absichern, wie im März von der NOZ berichtet.
So soll sich die mfi “…vertraglich verpflichten, wichtige Ankermieter aus anderen Teilen der Innenstadt wie Peek & Cloppenburg am Nikolaiort oder Saturn in der Kamp-Promenade nicht ins Center zu holen”.
Andere im Raum stehende Verträge sollen eine offene Gestaltung nach Wünschen der Stadtplaner sichern, obwohl Einkaufscenter in der Regel so konstruiert werden, dass ein “Entweichen” der Kunden in angrenzende Fußgängerzonen nach Möglichkeit durch konstruktive Maßnahmen verhindert oder zumindest erschwert wird. Dabei werden bspw. ganz bewußt schwer und nur nach Innen zu öffnende Türen installiert oder Rolltreppen so angelegt, dass sie von den Ausgängen wegführen.
Solche weltweit für Shopping-Center typische Merkmale ausgerechnet in Osnabrück per Vertrag zu verhindern, könnte zumindest schwierig werden.

In Düsseldorf (wohlgemerkt vier Jahre nach der Eröffnung) sind nur 18 von geplanten 160 Wohnungen gebaut worden, eisern versucht nun die FDP den Essener Investor an seine Verpflichtung zu erinnern. Eine im Raum stehende Strafzahlung von 120.000 € dürfte angesichts des Gesamtvolumens dieses Shopping-Centers als “Peanuts” angesehen werden.
Nach eigenen Angaben hat die mfi das für die Wohnbebauung vorgesehene Grundstück inzwischen an das niederländische Unternehmen Bouwfonds übertragen, an die sich die Stadt nun halten darf um die dringend erwartete Wohnbebauung einzufordern…

Düsseldorf ist nicht Osnabrück, aber für das dortige Einkaufscenter kann man wohl feststellen, dass der städtebauliche “Vertrag” nur ein Mittel zum Zweck war, und spätestens mit der Eröffnung 2008 für die mfi an Bedeutung verloren hatte. Die Durchsetzung dieses Vertrages dürfte nun ein langes und mühsames Nachspiel für die Lokalpolitik werden!
Vielleicht lernt Osnabrück noch aus derartigen Negativ-Beispielen…?

HP

Illustration: INSIDER Osnabrück, RP Online

AFP

Neues vom verschwundenen Spielplatz im Natruper Holz

Der vergangene Woche ersatzlos nach über 40 Jahren weg-planierte Spielplatz im Natruper Holz (siehe hier) wurde Opfer eines 2009 beschlossenen Spielplatz-Konzeptes, wie inzwischen ein Sprecher der Stadt mitteilte.

An der traditionellen Stelle auf der Waldlichtung neben dem Bolzplatz, der lt. Spielplatzkonzept erhalten bleiben soll, ist kein neuer Spielplatz geplant.

Spielplatz im Natruper Holz

Die am heutigen Sonntag auf der ehemaligen Spielplatzfläche im staubigen Erdreich buddelnden Kinder werden dafür wohl ebenso wenig Verständnis haben wie ihre Eltern.

Es tröstet kaum, wenn von Seiten der Stadt versprochen wird “mittelfristig” (aber ohne genaue Zeitangabe) einen neuen Themenspielplatz am Rubbenbruchsee zu errichten, oder alternativ das Ausweichen auf den Spielplatz an der Wilhelm-Kelch-Straße empfohlen wird.

Warum jetzt planiert statt repariert wird und erst danach (irgendwann) Ersatz geschaffen werden soll, ist eine Logik, der man nur schwer folgen kann! Bedarf scheint ja vorhanden zu sein, sonst gäbe es keine Pläne für einen Neubau am Rubbenbruchsee.

HP

PS: Neben den Kommentaren hier im Blog sind übrigens auch die Facebook-Kommentare lesenswert, siehe bspw. hier bei Facebook zum ursprünglichen Beitrag vom 05. September.

Foto: aufgenommen am 09.09. gegen 12:00 am ehemaligen Spielplatz-Standort im Natruper Holz

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Der prelle shop, ein „Osnabrücker Original“ für Nützliches und Liebenswertes

Wie in den Vorwoche stellen wir hier Originale vor, die es so nur in Osnabrück gibt.

Bisherige Osnabrücker Originale:

  • Springbrötchen
  • Iduna Hochhaus
  • Grüner Jäger
  • Hannoverscher Bahnhof
  • Doc Moralez
  • steinerner Eisbär im Zoo
  • Carsten Thye – Stadionsprecher


Ein besonderes Papier für die Bewerbungsunterlagen? Eine exotisch anmutende Tintenpatrone für einen hochwertigen Füllfederhalter? Oder einfach nur ein schönes Geschenk, vielleicht sogar mit Osnabrück-Bezug? Für derartige Einkaufswünsche kennen viele Osnabrücker nur ein Ziel: den prelle shop in der Krahnstraße.

Auch wenn es um die Erstausstattung mit Buntmalstiften, Federmappe und Schulheften geht, ist „Prelle“ (der Osnabrücker verkürzt den Namen gerne) seit Generationen die zentrale Anlaufstelle für Schulanfänger, die dann oft bis ins Studium und darüber hinaus treue Kunden bleiben.

 Prelle Shop Osnabrück

Angefangen hat es mit diesem „Osnabrücker Original“ vor mehr als 150 Jahren, als Firmengründer und Namensgeber Carl Prelle in der Krahnstraße eine Papier-Großhandlung gründete, die schon bald um eine Druckerei an der benachbarten Hakenstraße ergänzt wurde. Zu den Mitarbeitern von Carl Prelle gehörte Peter Franz Remark, der Vater von Erich Maria Remarque, der in den 20er Jahren als Buchbindermeister in der Hakenstraße tätig war. Das heutige Geschäftshaus an der Ecke Krahnstraße soll auch für kurze Zeit das Wohnhaus der Familie Remark gewesen sein, die als sogenannte „Trockenwohner“ von Neubau zu Neubau zogen bevor diese bezugsfertig waren. Infolge des Zweiten Weltkrieges, in dem die beiden Söhne von Carl Prelle starben, trennten sich die Wege der Druckerei und des Handelshauses.

1971 übernehmen Reni und Franz-Josef Westerholt den Handelsbereich, und der „prelle shop“ entstand in seiner jetzigen Form, als ein Geschäft, das man mit dem Begriff „Schreibwarenhandel“ nur unzureichend beschreiben kann.

Neben dem umfangreichen Sortiment an Schreibgeräten, das vom einfachen Bleistift bis zum Montblanc Kolbenfüllhalter der Luxusklasse reicht, findet der Kunde selbstverständlich auch das richtige Papier in der neudeutsch bezeichneten „Papeterie“, sowie die passende Tasche oder den Aktenkoffer. Das Sortiment wird ergänzt um hochwertige Rahmungen, einen Bastelshop, die eingangs erwähnten Geschenkartikel und den umfangreichen Schul- und Bürobedarf.

Man kann den prelle shop nicht beschreiben ohne auch auf Franz-Josef Westerholt zu verweisen, der vor inzwischen über 40 Jahren damit begann dieses außergewöhnliche Geschäftskonzept in Osnabrück zu etablieren. Der „Seniorchef“, der im Frühjahr als Inhaber von seiner  Tochter Uta abgelöst wurde , ist selbst auch ein „Osnabrücker Original“. Bereits 1975, als „City-Marketing“ noch ein Fremdwort war, ruft er die Werbegemeinschaft Krahnstraße ins Leben und hat damit den Titel „Osnabrücks heimliche Hauptstraße“ für die Krahnstraße etabliert. Zu seinem Engagement für Osnabrück gehört auch, dass er sich entschieden gegen die aktuellen Planspiele für ein XXL-Einkaufszentrum stellt. Mit mehr als 40 Jahren Einzelhandelserfahrung ist er fest davon überzeugt, dass nicht austauschbare Filialisten und Kettenbetriebe den Reiz einer attraktiven Innenstadt ausmachen, sondern vor allem inhabergeführte Geschäfte, die eine feste Bindung zur Stadt und ihren Bürgern haben.


Osnabrücker Original

Die Nominierungsphase für das Osnabrücker Original ist beendet. Auf  der Homepage der Initiative oder bei Facebook können Sie ab sofort aus den zahlreichen Nominierungen für Ihr Osnabrücker Original abstimmen.

HP, Foto: privat

Dieser Artikel erschien auch am 02.09.2012 in der Osnabrücker Sonntagszeitung (PDF Download).

AFP

Piraten-Anhänger gefährdet Piraten-Anhänger

Herrlich, so eine schräge Headline wollte der Blogger schon immer mal texten 😉

Der Hintergrund ist aber gar nicht witzig. Fast hätte es heute Mittag einen Programmierer (und Mitarbeiter von I-love-OS) weniger – oder zumindest ordentlich verletzt – gegeben.
Ein Werbe-Anhänger der Osnabrücker Piraten, der vor dem McDonalds Restaurant an der Hannoverschen Straße steht, sorgt wahrlich nicht für “Transparenz” im Straßenverkehr.

Piraten Anhänger

So ein Werbeanhänger ist an sich eine tolle Sache: für bis zu 2 Wochen erlaubt die StVO das Abstellen an werbewirksamer Stelle im öffentlichen Raum, dann muss umgeparkt werden.
Im vorliegenden Fall ist “eigentlich” an der gewählten Stelle nichts auszusetzen, außer die (im Vergleich zu einem PKW) große Fläche, die sowohl für Fahrer auf der Hannoverschen Straße, als auch von McDonalds ausfahrende Autos, verdeckt wird. Unfälle werden dadurch zumindest begünstigt.

Liebe Piraten, bitte auch an §1 der StVO und die geforderte Vor- und Rücksicht denken, sonst verliert Ihr demnächst einen Anhänger durch Euren Anhänger…

HP (der Chef von dem beinahe verunfallten Piraten-Anhänger)

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Spielplatz im Natruper Holz verschwindet – kein Ersatz geplant?

“Wo ist der Spielplatz”, fragte sich I-love-OS-Leser Marcus, als er heute Morgen durch das Natruper Holz joggte.
Seit mehr als 40 Jahren (vermutlich länger, aber soweit reicht das Gedächtnis des Autors nicht) lockte hier ein Spielplatz auch die Kinder zum Waldspaziergang – jetzt ist er weg!

Spielplatz im Natruper Holz

Nachdem über Jahre bereits der einst sehr beliebte Trimm-Dich-Pfad im Natruper-Holz dem Verfall überlassen und schließlich zurückgebaut wurde, verschwindet offenbar erneut ein Stück Lebensqualität aus Eversburg!

Die telefonisch befragten städtischen Servicebetriebe und das Presseamt hatten “auf die Schnelle” keine Antwort auf die naheliegende Frage, ob denn hier bald ein neuer Spielplatz zu erwarten sei.
Ein Vertreter des Presseamtes vermutete jedoch, dass hier ein Rückbau im Rahmen eines “Spielplatzkonzeptes” stattgefunden hat. Ein Bestandteil des “Konzepts” ist offenbar an einigen Standorten “keine Spielplätze” mehr zu unterhalten; es ist also eher ein “Kein-Spielplatz-Konzept”.
Sonderlich gepflegt war der Spielplatz bis zuletzt auch nicht mehr. Die kindliche Begeisterung, die einst das hölzerne Kletterschiff an gleicher Stelle auslöste, konnte er mit seinen seit den 90er Jahren lieblos aufgestellten Standard-Spielgeräten natürlich auch nicht mehr entfachen.
Auf diesem Wege entledigt sich auch die Bahn vieler ungeliebter Nebenstrecken. Erst die Qualität herunterschrauben und dann die Pflege vernachlässigen. Die endgültige Stillegung bemerkt dann hoffentlich niemand. Trotz schlechter Pflege wurde aber dieser Spielplatz – gerade am Wochenende – immer noch genutzt; selbst wenn der Stadtrat oder die Verwaltung anderer Meinung sein sollte. Also liebe Leser, macht Euch auf traurige Kindergesichter gefasst, wenn es mal wieder zum Waldspaziergang geht….

Ob das eine richtige Maßnahme ist, im erklärten Bemühen der Stadt die Position als drittgrößte Stadt Niedersachsens zu verteidigen, darf getrost bezweifelt werden. Lebensqualität und Angebote für Familien mit kleinen Kindern schafft man nicht durch den Rückbau von Spielplätzen!

HP, Danke Marcus für den Hinweis via Facebook

AFP

Update und Exkurs: warum akkurate Nachrichtenverarbeitung so wichtig ist

Update: gegen 20 Uhr hat offenbar auch die NOZ gemerkt, dass der korrekte Artikel für Ventil “das” ist. Die entsprechende Headline wurde korrigiert… siehe auch Blogpost dazu unten.

Warum aber ist es so wichtig, dass auch Tickermeldungen akkurat begutachtet werden bevor sie online gehen? Abgesehen vom berechtigten Anspruchs den ein Leser an jedwedes Medium stellen darf?

Leider weitgehend unbekannt sind die Ereignisse des 08. September 2008, als ein kleiner Datumsfehler im Google-Index für kurzzeitige Millionenverluste an der Wall Street sorgte.
Was war passiert? Durch einen technischen Fehler war ein sechs Jahre alter Artikel über den Bankrott der Fluglinie United Airlines wieder in die Google-News aufgenommen worden – dummerweise mit dem tagesaktuellen Datum.
Jeder anständige Wirtschaftsredakteur wäre sofort stutzig geworden und hätte den entsprechenden Artikel schnell als “alt” erkannt. Im hektischen computergestützten Handel der Wall Street wurde der alte Artikel aber als glaubhaft akzeptiert (das Datum war ja schliesslich tagesaktuell) und die Kurse von United brachen zeitweise um mehr als 75% ein – der Gegenwert von mehr als einer Milliarde US-Dollar!
Es dauerte 12 Minuten, bis “Menschen” mit Sachverstand den Fehler erkannten.

Welche “Welle” würde wohl eine ähnliche Falschmeldung (ein falsches Datum reicht offenbar) auslösen, die nicht allein im Google-Index fehlerhaft verzeichnet ist, sondern gleich von 676 teils renomierten Medien verbreitet wird?
Solange lediglich EDV-Prozesse dafür sorgen, dass Ticker-Meldungen ungeprüft (egal ob bei Rechtschreibung oder Inhalt) online gestellt werden, besteht hier eine latente Gefahr! Ärgerlich ist es zudem, wenn es mehre Stunden dauert, bis ein grober Fehler entdeckt und korrigiert wird.

HP

PS: es geht hier nicht gegen die NOZ – die unten behandelte fehlerhafte Tickermeldung wurde schließlich von 675 anderen Medien (u.a. Stern, Welt) gleichlautend unkorrigiert verbreitet – es geht vielmehr um guten Journalismus, den alle Leser einer Tageszeitung (und die heißt in OS nun mal NOZ) einfordern sollten! Wenn überall nur noch die gleichen Tickermeldungen (unkorrigiert) weiterverbreitet werden, dann verliert auch die Demokratie die Vierte Gewalt, und das wäre ein schlimmer Verlust!

AFP

Rechtschreibfehler in der Lokalzeitung? Wenn Journalismus durch Computer ersetzt wird….

“Computer sind doof” sangen Spliff in den 80er Jahren, und kannten offenbar noch nicht segensreiche Anwendungen wie das Internet oder die Rechtschreibkorrektur im PC.

Wenn Computer langsam aber sicher dafür sorgen, dass programmierte Prozesse uns vorgaukeln was eine Nachricht ist und was nicht, dann zeigt sich wirklich wie “doof” Computer sind.

Wer noch glaubt, dass eine lokale Tageszeitung ausschließlich von ernsthaft am Tagesgeschehen interessierten Journalisten gemacht wird, der wurde heute bei der Online-NOZ mal wieder eines Besseren belehrt. Ein ganz grober “Klopfer” rutschte offenbar automatisiert in die Online-NOZ.

NOZ.de

Dabei kann so ein Tippfehler wie “der” statt “das Ventil” jedem mal passieren…
Bei der Prüfung via Google, ob dies nicht doch irgendwie eine (rechtschreibreformierte) Schreibweise ist (nein, ist es nicht) wurde dem geneigten Blogger offenbar, dass auch diese Meldung nur billige Agentur-Ware ist, die ungelesen in die Online- (und vermutlich auch heute Abend auf Papier gedruckte) NOZ “gekippt” wurde.
Kein Journalist, der nochmal einen Blick darauf wirft, ob denn diese Meldung wenigstens in der Rechtschreibung den Ansprüchen einer angeblich viel-zitierten Qualitätszeitung genügt.

Google

Genau wie bei aktuell mehr als 670 anderen mehr oder weniger qualitativen Medien, die online den kuriosen Rechtschreibfehler verbreiten… immer der gleiche Text, immer ohne wenigstens oberflächliche Prüfung. Und da wundert sich die gesammelte Verlegerschaft, wenn “die Tageszeitung” als Medium in einen immer stärkeren Abwärtsstrudel gerät?

Wer ohne Nachzudenken abschreibt wird bestraft, das haben wir schon in der Schule gelernt, spätestens jedoch bei Guttenberg & Co!
Die Bestrafung der Tageszeitungen erfolgt jedes Quartal neu mit stetig einbrechenden Auflagenzahlen!

Schade, denn guter Journalismus war einst der Stolz eines jeden Verlegers – zu Zeiten als Agenturen wie dpa nur Hintergrundinformationen für eine eigene Berichterstattung boten.
Wenn schon die Verleger offenbar ihren Stolz verloren haben, dann liegt die letzte Hoffnung bei den Journalisten.
Ist ungeprüfte und automatisch (wie bei 675 anderen Medien identisch) eingefügte Agenturware wirklich noch Journalismus? Darf man nicht langsam von einer Gleichschaltung 2.0 sprechen, weil offenbar Profitinteresse vor Anspruch und Qualität gestellt wird… fragt sich ein treuer Zeitungsleser!

HP, Quellen: NOZ.de und Google.de

PS: auch in I-love-OS gibt es mehr als genug Tipp- und Rechtschreibfehler, das passiert wenn man “direkt in den Blog” schreibt. Was es hier nicht gibt: “Copy&Paste-Journalismus”!

AFP