MedienRechtschreibfehler in der Lokalzeitung? Wenn Journalismus durch Computer ersetzt...

Rechtschreibfehler in der Lokalzeitung? Wenn Journalismus durch Computer ersetzt wird….

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“Computer sind doof” sangen Spliff in den 80er Jahren, und kannten offenbar noch nicht segensreiche Anwendungen wie das Internet oder die Rechtschreibkorrektur im PC.

Wenn Computer langsam aber sicher dafür sorgen, dass programmierte Prozesse uns vorgaukeln was eine Nachricht ist und was nicht, dann zeigt sich wirklich wie “doof” Computer sind.

Wer noch glaubt, dass eine lokale Tageszeitung ausschließlich von ernsthaft am Tagesgeschehen interessierten Journalisten gemacht wird, der wurde heute bei der Online-NOZ mal wieder eines Besseren belehrt. Ein ganz grober “Klopfer” rutschte offenbar automatisiert in die Online-NOZ.

NOZ.de

Dabei kann so ein Tippfehler wie “der” statt “das Ventil” jedem mal passieren…
Bei der Prüfung via Google, ob dies nicht doch irgendwie eine (rechtschreibreformierte) Schreibweise ist (nein, ist es nicht) wurde dem geneigten Blogger offenbar, dass auch diese Meldung nur billige Agentur-Ware ist, die ungelesen in die Online- (und vermutlich auch heute Abend auf Papier gedruckte) NOZ “gekippt” wurde.
Kein Journalist, der nochmal einen Blick darauf wirft, ob denn diese Meldung wenigstens in der Rechtschreibung den Ansprüchen einer angeblich viel-zitierten Qualitätszeitung genügt.

Google

Genau wie bei aktuell mehr als 670 anderen mehr oder weniger qualitativen Medien, die online den kuriosen Rechtschreibfehler verbreiten… immer der gleiche Text, immer ohne wenigstens oberflächliche Prüfung. Und da wundert sich die gesammelte Verlegerschaft, wenn “die Tageszeitung” als Medium in einen immer stärkeren Abwärtsstrudel gerät?

Wer ohne Nachzudenken abschreibt wird bestraft, das haben wir schon in der Schule gelernt, spätestens jedoch bei Guttenberg & Co!
Die Bestrafung der Tageszeitungen erfolgt jedes Quartal neu mit stetig einbrechenden Auflagenzahlen!

Schade, denn guter Journalismus war einst der Stolz eines jeden Verlegers – zu Zeiten als Agenturen wie dpa nur Hintergrundinformationen für eine eigene Berichterstattung boten.
Wenn schon die Verleger offenbar ihren Stolz verloren haben, dann liegt die letzte Hoffnung bei den Journalisten.
Ist ungeprüfte und automatisch (wie bei 675 anderen Medien identisch) eingefügte Agenturware wirklich noch Journalismus? Darf man nicht langsam von einer Gleichschaltung 2.0 sprechen, weil offenbar Profitinteresse vor Anspruch und Qualität gestellt wird… fragt sich ein treuer Zeitungsleser!

HP, Quellen: NOZ.de und Google.de

PS: auch in I-love-OS gibt es mehr als genug Tipp- und Rechtschreibfehler, das passiert wenn man “direkt in den Blog” schreibt. Was es hier nicht gibt: “Copy&Paste-Journalismus”!

Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS". Die Titelgrafik der HASEPOST trägt dieses ursprüngliche Motto weiter im Logo. Die Liebe zu Osnabrück treibt Heiko Pohlmann als Herausgeber und Autor an. Neben seiner Tätigkeit für die HASEPOST zeichnet der diplomierte Medienwissenschaftler auch für zwei mittelständische IT-Firmen als Geschäftsführer verantwortlich.

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