Ein maskierter Mann, mit einer „ohne Bommel“-Mütze, hat am Mittwochabend kurz vor 22 Uhr die Westfalen Tankstelle an der Sutthauser Straße überfallen.
Gegen 21.49 Uhr betrat der unbekannte Mann den Verkaufsraum der Tankstelle und begab sich in den hinteren Teil des Gebäudes. Diesen Moment nutzte der allein anwesende Angestellte (26 Jahre), um das Gebäude mit einer gerade eintretenden Kundin zu verlassen.
Räuber verfolgte Angestellten über das Tankstellengelände
Der Täter verließ ebenfalls das Tankstellengebäude, bedrohte draußen den Angestellten mit einem Messer und forderte ihn auf, wieder in den Verkaufsraum zu gehen. Der 26-Jährige rannte davon und wurde von dem Räuber verfolgt. Der Täter gab jedoch die Verfolgung nach kurzer Zeit auf und floh ohne Beute über einen Fußweg stadteinwärts.
Die Polizei beschreibt den Täter wie folgt: ca. 25 Jahre alt, 1,80-1,85m groß, schwarze Wollmütze ohne „Bommel“, maskiert mit hellem Tuch, schwarze Jacke/ Pullover mit weißem Emblem vorne und auffällig hellblauen Ärmeln, schwarze Hose und Schuhe, sprach hochdeutsch.
Zeugen müssen die Tat mitbekommen haben
Die Polizei sucht Zeugen des Überfalls, insbesondere die Kundin, die die Tat „live“ miterlebte und eigentlich Zigaretten kaufen wollte. Dann noch weitere Kunden, die sich nach dem Vorfall zur Tankstelle begeben haben. Dazu zählt eine Frau mit Hund und eine Person, die getankt hat. Diese Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Osnabrück unter 327 2115 oder 327 3203 zu melden.
Zirkus-Wildtierverbot in Osnabrück: Wie kommt es eigentlich zu so einer politischen Entscheidung?
Das in der letzten Ratssitzung des Jahres 2015 auf den Weg gebrachte Wildtierverbot hat für viel Zustimmung auf unserer Facebook-Seite gesorgt.
HASEPOST berichtete bereits im Frühjahr über die ersten Schritte zu dieser Entscheidung. Unser Portal berichtete auch exklusiv über die Problematik mit dem Grundstück vor der Halle Gartlage, das zwar in Teilen der Stadt gehört, über das sie jedoch nicht verfügen kann, weil diese Rechte an die Herdbuchgesellschaft abgetreten wurden.
Wir haben nun nochmals mit der Ratsfraktion aus UWG und Piraten gesprochen, auf deren Initiative das Wildtierverbot erstmals im Stadtrat diskutiert wurde.
Wie entstand das Wildtierverbot, wie geht es weiter?
Nachgefragt bei den Osnabrücker Ratsmitgliedern Wulf-Siegmar Mierke (UWG) und Ralf ter Veer (Piraten).
Das jetzt auf den Weg gebrachte Wildtierverbot wurde ja durch ihre kleine Fraktion aus PIRATEN und UWG im Frühjahr initiiert, wie ist es dazu gekommen?
UWG/Piraten: Im Frühjahr erreichte die Fraktionsgeschäftsstelle eine E-Mail, in der uns ein Bürger bat, ein kommunales Zirkus-Wildtierverbot auf den Weg zu bringen. Ausschlaggeben war die Werbung eines bekannten Zirkus, die überall in der Stadt verteilt wurde. Da uns die Idee sehr sympathisch war, hat die Geschäftsstelle recherchiert, welche kommunalen Handlungsmöglichkeiten in Frage kommen. Einige Städte und Länder hatten bereits ein Wildtierverbot umgesetzt. Eine einheitliche, bundesweite Regelung über das Bundestierschutzgesetz ist aber leider bislang noch nicht erfolgt. Daher sahen wir hier Bedarf, einen Antrag zu stellen und zu prüfen, was wir in Osnabrück erreichen können.
Gab es in den vergangenen Monaten Reaktion von Bürger, positive oder negative zu diesem Vorstoß?
UWG/Piraten: Ja es gab natürlich beides, aber die positiven Reaktionen haben deutlich überwogen. Klar fragt man sich, ob dies ein wichtiges Thema für eine Stadt wie Osnabrück ist. Aber Politik wird halt auch im Kleinen gemacht und der Tierschutz ist für viele Mitmenschen ein konkreteres Thema als z.B. eine Straßenreinigungssatzung. Zudem wollten wir uns als Kommune positionieren und damit ein deutliches Signal in Richtung Bund senden.
Wie funktioniert Ratsarbeit eigentlich genau, welchen Weg nimmt die „Idee“ zum Beispiel ein Wildtierverbot in Osnabrück durchzusetzen, bis es dann endlich soweit ist?
UWG/Piraten: Die “Idee” für einen Antrag kommt von verschiedenen Stellen. Aus der Fraktion, von Bürgern die uns direkt ansprechen, über OpenAntrag, vom UWG oder Piraten-”Stammtisch” und manchmal auch aus dem eigenen Umfeld.
Wenn wir eine Idee haben, wird dazu erstmal jede Menge recherchiert und geschaut, welche Möglichkeiten wir haben, dieses Thema in den Rat einzubringen. Manchmal stellt man auch einen Antrag direkt im zuständigen Ausschuss. Dann hoffen wir natürlich, dass wir die Zustimmung der anderen Fraktionen bekommen und der Antrag angenommen wird.
Wir haben auch schon einen Antrag mit einer Schülerin aus dem KidS-Projekt (Kommunalpolitik in der Schule) erarbeitet, diesen dann in den Rat eingebracht und er ist dann schließlich sogar angenommen worden. Das war natürlich ein super Erfolg für die Schülerin.
Jetzt ist aber erstmal wieder die Verwaltung gefragt – wie geht es weiter?
UWG/Piraten: Die Verwaltung wird jetzt erstmal mit der Herdbuch eG sprechen und sie hoffentlich davon überzeugen können, die Fläche an der Gartlage nicht mehr Zirkussen zur Verfügung zu stellen, die Wildtiere mitführen. Außerdem wird sie den Gesetzgeber dazu auffordern, endlich eine gesetzliche Regelung zu schaffen. Leider hatte der Bundestag 2011 einen Antrag dazu abgelehnt. Wir hoffen, dass dieses Thema erneut behandelt wird und einem Verbot endlich zugestimmt wird. Vielleicht können wir dann in Zukunft auch auf Schlagzeilen wie “entlaufender Zirkuselefant tötet Spaziergänger” verzichten. Wenn der Bundesgesetzgeber sich nicht um den Tierschutz kümmern möchte, dann vielleicht wenigstens um die Sicherheit der Menschen.
Der übliche Gastspielplatz für Zirkusvorstellungen ist ja der Platz vor der Halle Gartlage. Gilt die nun auf den Weg gebrachte Regelung dann auch für diese Fläche, oder wird die Stadt hier noch mit der Herdbuchgesellschaft eine Regelung finden müssen?
UWG/Piraten: Leider gilt diese Regelung nur für die städtischen Flächen, weshalb auf dem Platz vor der Halle Gartlage weiterhin Gastspiele mit Wildtieren stattfinden können.
Die neue Regelung muss eher als eine Art Statement der Stadt gesehen werden. Wir drücken damit aus, dass wir es nicht gutheißen, wie Zirkusse mit den Tieren umgehen und hoffen, dass viele Bürger in Osnabrück das genauso sehen. Denn nur durch sich verändernde Besucherzahlen werden die Zirkusse umdenken und ihr Programm ändern. Es gibt ja bereits jetzt schon Gastspiele, die ohne Wildtiere auskommen und dennoch sehr erfolgreich sind.
Mit welchen Reaktion der Zirkusse rechnen Sie? Wird sich die Stadt bald vor Gericht mit einem Zirkus streiten?
UWG/Piraten: Wir gehen nicht davon aus, dass es soweit kommen wird, sondern dass vernünftige Gespräche geführt werden können. In Zukunft werden sicherlich weitere Städte unserem Beispiel folgen und ähnliche Regelungen einführen. Hier wird also bei allen Beteiligten ein Umdenken stattfinden müssen, den Besuchern, den Städten und natürlich den Zirkussen.
Die Osnabrücker Polizei hat im November wieder Fahrradkontrollen in der Stadt durchgeführt.
116 „Fahrradsünder“ gestoppt
An 6 Terminen haben die Beamten der Bereitschaftspolizei 116 Verkehrssünder gestoppt. In 67 Fällen verwarnten sie die Verkehrsteilnehmer mündlich.
49mal mussten sie ein Verwarnungsgeld erheben oder eine Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeige fertigen, die ein Bußgeld und Punkte mit sich bringt. Beleuchtungsmängel, Befahren des Fußgängerbereiches und Fahren entgegen der Fahrtrichtung waren die am häufigsten festgestellten Verstöße der Radler.
Fahrradlicht (Symbolbild)
31 Autofahrer angehalten
In 31 Fällen wurden auch Autofahrer gestoppt. Hier fielen in erster Linie das verbotene Verwenden des Mobiltelefons sowie Verstöße gegen die Gurtpflicht auf. Die Polizei kündigte weitere Kontrollen an.
Detlev Rudolf stellte uns persönlich sein Buch in unserer Redaktion vor
Ist er ein weltreisender Koch oder ein Weltreisender der auch kocht? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, wenn man sich das kürzlich erschienene „Reise- und Kochbuch“ von Detlev Rudolf anschaut.
Es gibt sicher schwerere und vor allem auch teurere Kochbücher. Allein vom Umfang und dem Konzept der Kombination von Reiseerlebnissen mit Kochrezepten, ist dieses Buch etwas ganz besonderes.
Auf mehr als 450 Seiten hat der Wallenhorster seine teils extremen Reiseerlebnisse und die auf seinen Weltreisen gesammelten Rezepte (mehr als 600) zusammengefasst. Wie bei guten Köchen üblich, kennt Detlev Rudolf das genaue Gramm-Gewicht seiner Zutaten, und in diesem Fall auch das Gewicht des Resultats: Stolze 2.350 Gramm bringt das durchweg vierfarbig gedruckte großformatige Kochbuch auf die Waage.
Detlev Rudolf ist kein Unbekannter in der hiesigen Gastronomie-Szene. Der weitgereiste Küchenmeister hat sich aufgrund seiner Kochkenntnisse und Ideen, die er auch gerne immer wieder Kollegen zur Verfügung stellt, einen Namen gemacht. So entstehen hierzulande oft neue Kreationen, die durchaus auch vom anderen Ende der Welt kommen können.
Detlev Rudolf stellte uns persönlich sein Buch in unserer Redaktion vor
Weltreisender Koch, der mehr als 100 Ziele besuchte
Detlev Rudolf hat über 100 Inseln und Länder bereist und starke Kontakte geknüpft, Ideen gesammelt und erlesene, einfache und auch seltene Rezepte von seinen kulinarischen Reisen mitgebracht.
Neben exotischen wie auch landestypischen Rezepten werden ebenfalls die zugehörigen Inseln, Länder und Orte beschrieben, zusammen mit den entsprechenden Erlebnisberichten, Rezepturen und Zutaten. Ein umfangreiches Werk mit einer Vielzahl an interessanten Fotos und wissenswerten Informationen über Lebensmittel im Allgemeinen und vielem mehr.
Das in limitierter Auflage erschienene Buch ist für 34,90 Euro über zahlreiche lokale Händler in Osnabrück und Umgebung und den Verlag erhältlich (siehe Website von Detlev Rudolf).
Demnächst keine Zirkus-Shows mit Tieren mehr in Osnabrück?
Auch wenn noch einige juristische Fallstricke drohen, hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung des Jahres 2015 ein Wildtierverbot auf den Weg gebracht.
Für die Fraktion der Grünen kritisierte Thomas Klein die Arbeit des Rechtsamtes der Stadt. Er habe als Rechtsanwalt in eigener Recherche einige teils höchstrichterliche Urteilte gefunden, die es wahrscheinlich machen, dass die Stadt Osnabrück mit einem Wildtierverbot erfolgreich sein kann.
Soweit es den „legitimen Vorstellungen einer Gemeinde widerspräche“, so sei in einem vergleichbaren Urteil in München geurteilt worden, könne die Stadt sich gegen öffentliche Aufführungen aussprechen, auch wenn dadurch das Recht auf freie Berufsausübung berührt sei.
Eingangs seines Statements hatte Klein eine kurze historische Betrachtung vorgenommen, und dabei festgestellt, dass es längst üblich sei, dass in Zirkussen keine kleinwüchsigen Menschen oder Behinderte (zum Beispiel Elefantenmensch) mehr gezeigt würden, dies solle nun auch bald für die Zurschaustellung von Wildtieren gelten. Im Wortbeitrag des Grünen Politikers fiel auch das Wort „Kreaturen“, was zu einer scharfen Reaktion von Marius Keite (CDU) führte, der Behinderte so nicht in einer Diskussion über die Zurschaustellung von Wildtieren verglichen wissen wollte.
Insgesamt hegte die CDU-Fraktion Bedenken, dass mit dem Wildtierverbot etwas zur Abstimmung steht, das nicht in der Verantwortung der Gemeinde liege und daher vermutlich vor Gericht wieder scheitern wird.
Demonstration gegen Wildtierhaltung vor einem Zirkus in Osnabrück, April 2015
Hitzige Debatten im Ratssitzungssaal – auch über eine offenbar mangelhafte Diskussionskultur
Traditionell steht die Aussprache zum Haushalt am Ende eines langen Sitzungsmarathons, der auch in diesem Jahr nicht ohne Streit geblieben ist. So wurden die nicht an eine Fraktion gebundenen Mitglieder des Stadtrats von einer entscheidenden Sitzung ausgeladen (HASEPOST berichtete). Bevor der Haushalt endlich verabschiedet werden kann, sieht die politische Agenda eine Aussprache vor.
Wer nun erwartete, dass bei der heute erfolgten Aussprache erneut kritische Stimmen zu hören sind, der wurde zwar nicht enttäuscht, es dominierte aber der Konsens – und natürlich das Thema der Finanzierung des Theaters.
Aus den grundsätzlich gehaltenen Reden der Fraktionsvorsitzenden und einzelnen Ratsmitglieder sprach – abnehmend mit der Größe der Fraktion – vor allem die Freude zu einem gemeinsamen Ergebnis gekommen zu sein.
Fraktionsvorsitzende der großen Parteien nur mäßig kritisch
Das Fritz Brickwedde, als erster Redner, für die CDU vor allem die Erfolge beim Wohnungsbau in den Vordergrund stellte, Frank Henning für die SPD nicht ohne Kritik an der Politik der Bundesregierung auskam und Michael Hagedorn für die Grünen die Bedeutung des Nahverkehrs gegenüber dem Individualverkehr betonte, verwundert nicht. Grundsätzlich zeigten sich die drei Vertreter der großen Parteien erfreut über den heute anstehenden Abschluss der Haushaltsberatungen.
Erst bei der Rede von Ralf ter Veer, der für die Piraten in einer gemeinsamen Fraktion mit der UWG ist, kamen wirklich kritische Vorschläge an den Tag, die aber ganz offensichtlich (noch) nicht reif für die ernsthafte Diskussion der großen Fraktionen waren. Von ter Veer angeführte Vorschläge wie die Umwandlung des Theaters in ein Gastspielhaus (HASEPOST berichtete) oder eine weitere Digitalisierung der Verwaltung, sind wohl zu weit vom Tagesgeschäft der anderen Lokalpolitiker. So schloss der Pirat auch mit der Einsicht, dass seine kleine Fraktion die herrschende Realität zwar in Frage stellen und Diskussionen anstossen kann, die Bevölkerung aber wohl erst in ein paar Jahren so weit sein dürfte.
Im weiteren Reigen der Kleinfraktionen wurde von Thomas Thiele ein ganz anderer Ton angestimmt. Der FDP-Politiker kritiserte konkret Finanzvorstand Thomas Fillep, der es in seiner Amtszeit bislang nicht geschafft hat eine einst versprochene „schwarze Null“ zu liefern. Deutliches Mißfallen aus allen Fraktionen löste Thieles Erwähnung der privaten Lebensumstände des Finanzvorstandes aus: Der FDP-Chef warf dem Kämmerer vor seinen persönlichen Lebensmittelpunkt immer noch zu sehr in Berlin zu haben, wo seine Lebensgefährtin wohnt. Auch die grundsätzliche Entscheidung der Ratsmitglieder, ausnahmsweise einen Doppelhaushalt für die Jahre 2016 und 2017 zu verabschieden, kritisierte Thomas Thiele scharf. Seiner Ansicht nach nimmt der jetzige Rat damit den nachfolgenden Ratsmitgliedern das Heft des Handelns aus der Hand.
Der Rat der Stadt hatte sich mehrheitlich für einen Doppelhaushalt entschieden, um den Haushalt 2017 nicht in direktem Anschluss an die Kommunalwahl am 11. September 2016 verhandeln zu müssen.
Vor allem das Theater sorgte für Theater im Ratssitzungssaal
Nach den grundsätzlichen Beiträgen der Fraktionsvorsitzenden meldeten sich Giesela Brandes-Steggewentz (Linke) und verschiedene einzelne Mitglieder aus den Fraktionen zu Wort. Der Reigen der weiteren Wortbeiträge reichte von grundsätzlicher Kritik am Arbeitlosengeld 2 (Brandes-Steggewentz/Linke) über die Klimakonferenz in Paris (Volker Bajus/Grüne) bis hin zu einer neuerlichen Debatte um die Einführung einer dritten Gesamtschule und den Renovierungsbedarf in zahlreichen Schulen (Irene Thiel/CDU). Selbstverständlich wurde auch die Flüchtlingsproblematik nicht ausgespart (Christel Wachtel/SPD). Jens Meier freute sich für die Grünen, dass diese Haushaltsberatungen nicht zum Einsammeln von Kleinstbeträgen geführt haben – was wohl am Volumen des erwarteten Defizits liegt. Meier kann die CDU nicht verstehen, die scheinbar die Attraktivität an der Erreichbarkeit der Innenstadt messe. Seiner Ansicht nach gelten in weltweiten Rankings vor allem die Städte als lebenswert, die an alternativen Verkehrskonzepten arbeiten. Auch der Lokalpolitiker der Grünen kam in seiner Rede zum Haushalt in Osnabrück nicht umhin um einen Bogen zur Klimakonferenz in Paris zu ziehen. Brigitte Neumann redete sich in Rage gegen die Vorschläge von UWG und Piraten das Theater zum Gastspielhaus umzubauen. Erst heftiger Zwischenbeifall aus allen Fraktionen, mit dem Ziel den monothematischen Vortrag endlich zu unterbrechen, stoppte den Redefluss der sich immer mehr – ohne Punkt und Komma – für das Stadttheater begeisternden CDU-Politikerin. Jens Martin nutzte die Gelegenheit um mit den bildungspolitischen Forderungen der Union abzurechnen. Michael Florysiak (fraktionslos) wagte einen Vorstoß zum Theater, nicht ohne sich bereits vorab bei Brigitte Neumann für seinen folgenden Vorschlag zu entschuldigen. Der ehemalige Grüne regte an das Orchester des Theaters mit einem weiteren Orchester aus einer anderen Stadt, zum Beispiel Münster, zusammenzulegen. So könnte bei gleichzeitigen Einsparungen in Millionenhöhe die Qualität des dann gemeinsamen Orchesters zu einem „A-Orchester“ verbessert werden. Franz-Josef Schwack beklagte für die CDU, dass die Kommunen für die Flüchtlingsunterbringung in Vorleistung treten müssen. Christopher Cheeseman meint, die Ratsmitglieder würden wie das Kaninchen auf die Schlange starren, wenn es um die Schulden der Stadt gehe.
UWG-Ratsmitglied Wulf-Siegmar Mierkekritisierte den Ausschluss der Bevölkerung von den Beratungen für den Haushalt. Die Annahmen zu Zinsniveau, Ausgaben und Einnahmen im Haushalt hält der UWG-Politiker für zu optimistisch. Der Vorrednerin Neumann dankte Mierke für ihren ungebremsten Redefluss, damit habe sie die Aufmerksamkeit auf einen Vorschlag (Umbau des Theaters zum Gastspielhaus) gerichtet, der zukunftsgerichtet sei, so Mierke.
Als letzte Rednerin aus dem Kreis des Stadtrats kam auch Karin Jabs-Kiesler (SPD) nicht umhin sich vehement für das Theater einzusetzen. Dem Vorschlag von Michael Florysiak, das Osnabrücker Theater, oder Teile davon, mit einem anderen Haus zusammenzulegen, und dem vielfach kritisierten Vorschlag von UWG und Piraten hielt sie entgegen, dass diese Ratsmitglieder sich wohl nicht genügend kundig gemacht hätten über das Engagement der Kulturschaffenden und sie sollten endlich aufhören die Kultur schlecht zu reden. Ihren Vortrag beendete sie mit einem herzhaften „so!“, was für Gelächter sorgte.
Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erklärte in seiner abschließenden Stellungnahme, dass bei einem Volumen von rund einer halben Milliarde der Haushalt immerhin zu 99% ausgeglichen ist.
Es seien Sondereffekte, so der Oberbürgermeister, die den Haushalt des vergangenen Jahres belastet haben. Die Botschaft des Doppelhaushalts, so sieht es der Oberbürgermeister, lautet: „Wir sind handlungfähig.“
Auch auf die Historie und verpasste Chancen ging der Oberbürgermeister ein. Hätte Osnabrück in den 70er Jahren mehr eingemeindet, so wie zum Beispiel Münster, würde Osnabrück finanziell deutlich besser dastehen und hätte mehr als 100.000 Einwohner mehr.
Über einige herausragende Punkte des Doppelhaushalts 2016/2017 werden wir am Donnerstag gesondert berichten.
Mit einer Adaption des Musical-Klassikers „Putting it together“ von Stephen Sondheim läßt os1.tv-Chefredakteuerin Claudia Puzik am Ende der Aufzeichnung zur letzten os1.tv Talkshow sechs Jahre Lokalfernsehen in Osnabrück Revue passieren.
Während der Song im Musical die Schwierigkeiten beschreibt, moderne Kunst zu erschaffen, konnten die Gäste und Zuschauer der Talkshow-Aufzeichnung mitverfolgen, wie von Seiten einer fiktiven Geschäftsführung (souverän dargeboten von den beiden Praktikanten Kevin Kopsicker und Lukas Winter) allerlei Bedenken vorgetragen werden und das Medium scheinbar auch nicht verstanden wird („Bewegtbild, das reicht doch“).
Der Refrain deutete es gleich zu Beginn an, und alle Zuschauer im zum Studio umfunktionierten Autohaus Rahenbrock wissen es: »You have to pay a price, girl«.
Ein Preis, den neben der Chefredakteurin Claudia Puzik nun auch zahlreiche Mitarbeiter zahlen müssen.
Damit ist auch klar: Dieser Song ist ein Abschiedslied; am 31.12. ist dann tatsächlich Schluss mit Lokalfernsehen Marke os1.tv. Dann wird es wohl tatsächlich nur noch „Bewegtbild“ geben, so wie es die NOZ-Mediengruppe ihren Mitarbeitern zum „Aus“ der Fernsehtochter bereits mitgeteilt hatte (HASEPOST berichtete).
Claudia Puzik, Titus Dittmann und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert
Ein letztes großes Fernseh-Event aus Osnabrück
Doch bevor das Ende kommt, wird diese Talkshow – Erstausstrahlung bei os1.tv diesen Freitag (11.12.2015) – nochmal beweisen, was den Unterschied zwischen echtem Lokalfernsehen und „Bewegtbild“ ausmacht. Neben dem bekannten Fernsehgesicht Claudia Puzik präsentierte sich erstmals auch Ralf Geisenhanslücke vor der Kamera.
Ob es wirklich so einfach ist vom Schreibtisch eines Zeitungsjournalisten – Geisenhanslücke ist Chefredakteur der Lokalzeitung NOZ – vor die Kamera zu wechseln, wird wohl erst die geschnittene Sendefassung der Talkshow zeigen. Im direkten Vergleich zeigte sich jedoch: Sechs Jahre Fernseherfahrung (Puzik) sind durch nichts zu ersetzen, auch nicht durch noch so gut vorbereitete Notizkärtchen, von denen sich präzise vorbereitete Fragen ablesen lassen.
Fernseh-Neuling Geisenhanslücke und TV-Profi Puzik wechseln sich in der Befragung ihrer Gäste ab, ein „Zuwerfen von Bällen“ oder ein „Kreuzverhör“ bei kritischen Themen ist es jedoch nicht. Zu sehr haben die beiden ihre Claims abgesteckt, sichtlich bemüht respektvoll dem jeweils anderen seine Zeit mit dem jeweiligen Talkgast zu gönnen.
Unfreiwillig komisch: Scheinbar ist weder Gästen noch Moderatoren klar, ob sich nun geduzt wird oder das formelle „Sie“ gewählt werden soll. Klar im Vorteil ist hier Claudia Puzik, die gefühlt jeden der Gäste schon mal vor der Kamera hatte, und der man eine lockere Ansprache auch eher abnimmt.
So also kommt kein wirklicher Schwung in die Runde, auch wenn das dem grundsätzlichen Unterhaltungswert der Talkshow nicht abträglich ist. Was an Interaktion zwischen den beiden Talkmastern fehlt, das können die hervorragend ausgewählten Gäste inhaltlich wettmachen.
Großes Finale der os1.tv Talkshow
Gäste aus der Region, die etwas zu erzählen haben
Titus Dittmann, der Münsteraner Skateboard-Papst, erzählt aus seinem Leben, so wie man es vielleicht schon mehrfach in anderen Talkshows von ihm gehört hat. Doch obwohl Dittmann über teils bereits bekannte Höhen und Tiefen seines Lebens berichtet, schafft er es einen Spannungsbogen zu halten, bei dem es Spaß macht ihm zu folgen.
Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ist selbstverständlich der natürliche Gesprächspartner für den NOZ-Chefredakteur Geisenhanslücke, der zu Beginn daran erinnert, dass die Amtszeit Grieserts inzwischen ins dritte Jahr geht. Das kritische Thema Neumarkt darf auch in der Talkshow nicht fehlen. Bevor die immer gleiche Frage aufkommt, „wann denn die Bagger am Neumarkt anrücken würden“, beantwortet Griesert diese souverän für sich selbst: „Die fangen in der Regel immer am frühen Morgen mit der Arbeit an“. Damit ist zumindest dieses Thema geklärt.
Kinderbuchautorin und Osnabrücker Ex-Bürgermeisterin Lioba Meier zeigt sich beruhigt, dass Griesert wohl „kein Engel“ ist, denn dann wäre er ihr suspekt. Bildhaft beschreibt sie ihre Kindheit im Iburger Schloss und zeigt sich auch als engagierte Streiterin für den Frieden – der frisch beschlossene Eintritt der Bundesrepublik in den Syrienkrieg bleibt so nicht ausgespart.
Die aus China stammende Sopranistin Lina Liu, die in der hierzulande kaum bekannten Millionenstadt Chengdu (Einwohnerzahl: 14 Millionen!) aufgewachsen ist, hält uns Osnabrückern den Spiegel vor, in einer kleinen und glücklichen Gemeinde zu wohnen. Sie selbst fliegt jährlich für ein paar Wochen auf Besuch in die alte Heimat, in der so vieles so anders ist. Ihre Eltern haben sie in Osnabrück noch nie auf der Bühne gesehen. Als Beweis ihres Könnens tritt sie vors Mikrofon und bringt Opernatmosphäre in die Halle, die eigentlich eine Reparaturwerkstatt ist.
Über die Schulter geschaut: Ralf Geisenhanslücke und Rene Turrek (Vordergrund)Der Graffitikünstler Rene Turrek beschreibt seinen Werdegang vom – in seinen Augen zu Recht, aber zu hoch – vorbestraften Sprayer, der inzwischen regelmässig auf internationalen Kunstmessen zu Hause ist und scheinbar am Fließband hochklassige Luxusautos für hochkarätige Hollywoodstars mit seinen Bildern versieht.
Dr. Klaus Lang ist als katholischer Theologe, IG-Metaller, ehemaliger Arbeitsdirektor der Georgsmarienhütte und jetziger Vorsitzender der Osnabrücker Bürgerstiftung, nur scheinbar ein Kontrapunkt zum Grafittisprayer Turrek. Lang kann auch anders: Seine Freizeit verbringt er auf dem Motorrad, und dass er dem Stahlwerksbaron und Multimillionär Jürgen Großmann nicht nur im Hinterzimmer des La Vie, wie er es beschreibt, die Stirn geboten hat, das nimmt man ihm ab.
Für die Bürgerstiftung von Klaus Lang gab es am Ende einen Scheck vom os1.tv TeamKurz gesagt: Eine sehenswerte Talkshow mit interessanten Gästen aus der Region.
Sendetermine: kommenden Freitag (11.12.) und Samstag (12.12.) ab 21 Uhr im Livestream und Kabelfernsehen bei os1.tv.
Und solange die Website von os1.tv noch verfügbar ist, dort in der Mediathek rund um die Uhr.
Für die dritte os1.tv Talkshow, die es in dieser Form nicht mehr geben wird, hätte man sich eine Rückkehr von Marcel Trocoli-Castro auf die Bühne gewünscht, etwas mehr Interaktion und weniger Allein-Redezeit für die Gäste.
Im Hintergrund dieser Produktion agierte Julia Schlöpker, deren Präsenz sich für die Gäste der Aufzeichnung auf Regieanweisungen aus dem Off beschränkte.
Im Publikum: Metallkünstler Norbert „Jonathan“ HenzeAuch dabei im Publikum: Zahlreiche Lokalprominenz und Wegbegleiter von os1.tv, unter anderem: Ex-OB-Kandidat, Kabarettist und Buchautor („Mein Vau Eff-Ell“) Kalla Wefel, ebenfalls VfL-Buchautor („Fußlümmel“) Heiko Schulze, Koch und Kochbuchautor Detlev Rudolf, Society-Lady Ulla Weller, Güterbahnhof-Kulturschaffender Carsten Gronwald, Oberbürgermeister-Gattin Elisabeth Griesert, Metallkünstler Norbert „Jonathan“ Henze, Charity-Läufer John McGurk , Wilfried Witte vom Medium Terzett, Polizeipräsidentin a.D Heike Fischer, Landgerichtspräsident Antonius Fahnemann und Theaterintendant Dr. Ralf Waldschmidt.
Wolfgang Niemeyer und Sven Stumpe von Niemeyer & KonsortenMusikalisch wurde der Abend begleitet vom Mann am Klavier Wladimir Krasmann (Stadttheater), sowie der Band Therapiezentrum (grandios!) und Wolfgang Niemeyer, Sven Stumpe und Matthias Wilhelm von Niemeyer & Konsorten (mutig!).
Technische Unterstützung gab es von der bald ehemaligen Senderschwester ev1.tv aus Lingen.
Selbstbild/Fremdbild oder Zukunft des Journalismus in Osnabrück? Ein in die Talkshow verirrter Horst Schlemmer und NOZ Chefredakteur Ralf Geisenhanslücke im Gespräch nach der Aufzeichnung
Das Planetarium teilt mit, das in den nächsten Tagen wieder die Internationale Weltraumstation ISS als hell leuchtender Lichtpunkt bei klarem Himmel über der Region Osnabrück sichtbar sein wird.
Wegen der kurzen Dämmerung sind die Überflugzeiten im Winter aber kürzer als im Sommer.
Zuletzt gab es im April einen ähnlich guten Blick auf die Weltraumstation (HASEPOST berichtete).
Bei de.astroviewer.net kann man die Position der ISS am Himmel ermitteln
Wir haben eine Liste der Überflüge, zu denen die ISS mindestens 30 Grad hoch über den Horizont gelangt. Die Zeiten sind diejenigen, wann sie erstmals in westlicher Richtung sichtbar wird. Dann wandert sie bis zu circa sechs Minuten über den Himmel in östlicher Richtung, oft verschwindet sie aber vorher im Erdschatten:
In den nächsten Nächten werden auch wieder verstärkt Sternschnuppen zu sehen sein – natürlich nur wenn der Himmel klar ist. Die Geminiden gehören zum stärksten Sternschnuppenschauer des Jahres. Die meisten sind während etwa 24 Stunden zu sehen, die Mitte liegt am Montag, 14. Dezember, gegen 19 Uhr. Dieses Jahr liegt es also für Mitteleuropa günstig, das Licht des nur wenige Tage alten Mondes stört nicht. Bei dunklem Himmel sollten dann mindestens 30 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein.
HP/PM Stadt Osnabrück, Foto: NASA/PD "Zvesda-Modul", Screenshot: astroviewer.net
Mit gestohlener ec-Karte am Geldautomat in Osnabrück
Bereits am 12. Juni 2015 wurde in der Magdalenenstraße (Neustadt/Kalkhügel) eine Handtasche aus einem Auto gestohlen. In der Tasche befand sich auch eine ec-Karte.
Mit der gestohlenen ec-Karte hob der Täter noch am selben Tag bei zwei Osnabrücker Bankfilialen an der Meller Straße mehrere hundert Euro ab. Die Polizei fahndet nun mit Fotos nach dem unbekannten Geldabheber.
Hinweise auf den abgebildeten Täter bitte direkt an die Polizei Osnabrück unter 327 3324.
Fußgänger bei Verkehrsunfall in Osnabrück schwer verletzt
Bereits Freitagnacht ereignete sich eine kuriose Flucht im Osnabrücker Stadtgebiet, bei der ein französischer Mercedes und zwei Betrunkene, die beide gleichzeitig gefahren sein wollen, eine Rolle spielen.
Eine zivile Streife der Polizei wurde am Freitagabend (gegen 22.05 Uhr) auf der Hannoverschen Straße auf einen Mercedes mit französischen Kennzeichen aufmerksam. Die Polizisten waren in Richtung Meller Landstraße unterwegs, als sie beobachteten, wie der Fahrer auf eine Rotlicht zeigende Ampel zufuhr und in Höhe der Autobahnauffahrt Fledder (BAB 33, Richtung Bielefeld) ohne anzuhalten den Einmündungsbereich passierte. Unmittelbar darauf, im Bereich der Meller Landstraße kurz vor dem Kreisverkehr, wurde der unbekannte Fahrzeugführer aufgefordert anzuhalten.
Flucht vor der Zivilpolizei endete in einer Hecke
Der Fahrer des Mercedes ignorierte jedoch die Anhaltesignale, fuhr weiter und steuerte auf die Einmündung zur Holsten-Mündruper-Straße zu. An der dortigen ebenfalls Rotlicht zeigenden Ampelanlage warteten bereits zwei Pkw. Der Fahrer des Mercedes hielt allerdings nicht an, sondern fuhr über eine Haltebucht der dortigen Bushaltestelle an den wartenden Fahrzeugen vorbei. Dann bog der Pkw bei Rotlicht nach rechts in die Holsten-Mündruper-Straße ab und der Fahrer beschleunigte sehr stark, um sich einer Kontrolle durch Flucht zu entziehen. In einer Linkskurve, im Bereich der Abzweigung zur Bauernschaft Hickingen, kam der Pkw dann aufgrund der deutlich überhöhten Geschwindigkeit nach rechts von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug durchbrach eine Hecke und kam im Vorgarten eines Hauses auf der Beifahrerseite liegend zum Stillstand.
Zwei Betrunkene, einer ohne Führerschein, wollen gefahren sein
Im Schutz der Hecke verließen die drei Insassen das Fahrzeug. Bei den Personen handelte es sich um zwei 19-jährige Männer und eine ebenfalls 19 Jahre alte Frau. Der aus Hilter stammende 19 Jahre junge Mann hatte sich durch den Unfall leichte Verletzungen zugezogen. Er gab an den Mercedes gefahren zu haben und geflüchtet zu sein, weil er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis sei. Außerdem sei der Pkw weder angemeldet noch versichert und er habe vor Fahrtantritt Alkohol getrunken. Der junge Mann wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der aus Lotte stammende 19-Jährige erklärte allerdings ebenso gefahren zu sein und räumte gleichfalls ein, Alkohol getrunken zu haben.
Mitfahrerin (19) unter Schock
Die Mitfahrerin aus Hilter erlitt durch den Unfall einen Schock und konnte zunächst keine Angaben machen. Sie wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Den beiden Männern wurde eine Blutprobe entnommen. Die weiteren Fahrerermittlungen der Polizei dauern an.