Kolumne Mösers Meinung: Schöne Ferien!

Mösers Meinung: Schöne Ferien!

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Guten Abend,

vor ein paar Tagen haben die großen Ferien in Niedersachsen begonnen. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, wurde den zahlreichen Pädagogen in unserem wunderschönen Bundesland pünktlich zum Urlaubsantritt ein ganz besonderes Geschenk mit auf den Weg gegeben. So bekommen Niedersachsens Grund-, Haupt,- und Realschullehrer schon im nächsten Jahr eine monatliche und nicht leistungsbezogene Zulage von 94 Euro, zusätzlich zu ihrer ohnehin schon recht großzügigen Entlohnung und bar jeder wirtschaftlichen Vernunft. Denn seit geraumer Zeit mehren sich in Deutschland die Anzeichen für einen ökonomischen Abschwung, und da hat dieser unverhoffte Geldsegen dann doch einen etwas bitteren Beigeschmack. Warum wird der öffentliche Dienst wieder einmal bevorzugt behandelt, warum wird das von zahlreichen fleißigen Bürgern hart erarbeitete Steuergeld an eine Branche weitergeleitet, die zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung kaum etwas beiträgt? Wollen sich SPD und CDU in einem der wenigen Bundesländer, in dem sie noch einigermaßen respektable Wahlergebnisse erzielen konnten, mit populistischer Umverteilungspolitik zukünftige Wählerstimmen sichern? Oder signalisiert der Staat mit diesem ebenso unbedachten wie ungerechten wirtschaftlichen Harakirikurs, daß nur derjenige sorgenfrei leben kann, der sich in die Obhut der staatlichen Institutionen begibt? 


Ich wünsche von den verantwortlichen Politikern ein sorgfältigeres Abwägen der Folgen ihres Handelns. Es kann doch nicht sein, daß die Steuerlast für die in der freien Wirtschaft tätigen Menschen immer weiter steigt, wahrend Beamte ihr ganzes Berufsleben hindurch bevorzugt behandelt werden und als Pensionäre vollends ausgesorgt haben. Da weht der alte preußische Geist durch die Amtsstuben, da zeigt sich ganz deutlich die Rückkehr des paternalistischen und angeblich fürsorglichen Obrigkeitsstaates, der sich um seine Schäfchen kümmert, wenn sie ihm nur allzeit treu zu Diensten sind. Im Gegenzug müssen natürlich schnell neue Steuereinnahmen generiert werden, um den ganzen Spaß auch einigermaßen solide finanzieren zu können. Die vielbeschworene Klimakrise macht womöglich auch bis in den Herbst mal eben Pause (wir werden sehen, ob die Fridays for Future-Demonstrationen auch während der in den kommenden Wochen ganz offiziell schulfreien Zeit noch so attraktiv sind, wenn die vielbeschäftigten Schüler mal eben schnell in den Urlaub jetten müssen), nichtsdestotrotz wird fleißig an Modellen gebastelt, um diesen Fetisch der postmodernen Überflußgesellschaft in klingende Münze zu verwandeln. Die Zeche wird zum Schluß wieder der einfache Bürger bezahlen müssen, der sich einen Urlaub kaum leisten kann und der trotzdem immer weiter ausgepresst wird wie eine Zitrone.


Genießen Sie ihren Urlaub, liebe HASEPOST-Leser, denn die Zeit danach wird schlimm genug. Ungeachtet aller steuerlichen Ungerechtigkeiten setzt man in Osnabrück weiterhin auf eine selbstzerstörerische Verkehrspolitik. Getreu dem Motto “Jetzt erst recht” scheint es nun dem Neumarkt endgültig an den Kragen zu gehen. Wer dieser Tage diesen neuralgischen Punkt unserer Stadt mit dem Auto passieren musste, der weiß, wovon ich schreibe. Die Lehrer wird es wenig kümmern, sie haben die nächsten sechs Wochen erstmal Zeit und Geld genug, um sich gepflegt vom Acker zu machen. Ausbaden müssen den ganzen Irrsinn leider wieder die, die am wenigsten dafür können: die einfachen Leute, die für ihr Geld jeden Tag richtig arbeiten müssen.

Lassen Sie sich nicht unterkriegen. Schöne Ferien, in denen es nichts zu mösern gibt.

Ihr

Justus Möser

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Justus Möser
Justus ist unser "ältester Mitarbeiter", seit 1720 wandelt er durch unsere Stadt - wobei er inzwischen eher "geistert". Sein Vertreter in der Gegenwart ist unser Autor Wolfgang Niemeyer, der sich in dieser Kolumne regelmäßig darüber Gedanken macht „was würde Möser dazu meinen“?

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