Osnabrück Osnabrücker Einzelhandel geht mit verhaltenem Optimismus ins neue Jahr

Osnabrücker Einzelhandel geht mit verhaltenem Optimismus ins neue Jahr

Immer neue Hotel-Pläne bereiten den Verantwortlichen Sorge

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Fast wirkte es wie ein wenig wie untereinander abgesprochen, auch die Kaufmannschaft will sich ihr Osnabrück nicht kaputtreden lassen. Ganz ähnlich hatte sich Oberbürgermeister Wolfgang Griesert am Montagabend geäußert, und dabei  gegen IHK und Handwerkskammer gestichelt, deren Mitglieder in Befragungen regelmäßig vor allem die Verkehrs- und Baustellenlage in der Hasestadt kritisieren.

Nur zwei Tage nach der traditionellen Handgiftenrede des Oberbürgermeisters trafen sich am Mittwochabend Vertreter des Handels, des Gastgewerbes, der größten Unternehmen der Stadt und Vertreter der Politik zum Neujahrsempfang von OCM (City Marketing), der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) und der Stadtverwaltung im historischen Rathaus.

Ira Klusmann, OCM Vorsitzende, stellte in einem von Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer moderierten Talkformat zu Beginn fest, dass zahlreiche Einzelhändler in der Stadt inzwischen ihre Positionierung bezüglich des Onlinehandels gefunden hätten. Einige haben sich das Onlinegeschäft zum zweiten Standbein ausgebaut, viele andere Einzelhändler konzentrieren sich auf den Handel vor Ort.
Klusmann würde sich wünschen, wenn die Osnabrücker bei der Betrachtung der eigenen Stadt erkennen würden, wie viele attraktive Geschäfte es in der Innenstadt gibt, und nicht immer danach schielen würden, welche Kette vielleicht noch fehlt.

Vorerst keine verkaufsoffenen Sonntage mehr

Nachdem die Gewerkschaft ver.di im vergangenen Jahr kurzfristig einen lange geplanten verkaufsoffenen Sonntag vor Gericht stoppen konnte, haben sich die Verantwortlichen entschieden, diesen Aufwand nicht weiter zu betreiben. Solange es in Niedersachsen eine fortwährende Rechtsunsicherheit gibt, wird es in Osnabrück vorerst keine verkaufsoffenen Sonntage mehr geben. So entfällt auch ein für April während des Hollandmarktes geplanter verkaufsoffener Sonntag.

Sorgenkind Johannisstraße, Boom in der Herrenteichsstraße

Auch hinsichtlich der Passantenfrequenznen in der Osnabrücker Innenstadt gab es Neuigkeiten. OMT-Chefin Petra Rosenbach gab einen ersten Einblick in die Messzahlen des vergangenen Jahres, auf die man wegen eines unerwarteten Besuchereinbruchs im Weihnachtsgeschäft 2017 besonders gespannt war. Rosenbach konnte für 2018 jedoch grundsätzlich konstante Kundenfrequenzen melden. Einziges Sorgenkind ist die baustellenbedingt aktuell besonders unattraktive Johannisstraße, während die Herrenteichsstraße, über die seit dem Frühjahr das neue L&T-Sporthaus angebunden ist, Besucherzuwächse in zweistelliger Prozentzahl verzeichnet.

Zukünftig, so Rosenbach, werden die in den Osnabrücker Fußgängerzonen gesammelten Frequenzmessungen mit den Daten aus der Kamp Promenade zusammengeführt. Darüber hinaus werden die Osnabrücker Daten, um eine bundesweite Vergleichbarkeit zu schaffen, mit  Ergebnissen aus anderen Städten gemeinsam veröffentlicht.

Motel One will jetzt auch nach Osnabrück kommen

Die OCM-Vorsitzende Ira Klusmann gab den Anwesenden einen Einblick in die erwartete Zukunft des Beherbergungsgewerbes, die ihr als Geschäftsführerin des Steigenberger Remarque-Hotels Sorgen bereitet. Wenn aktuell gleich mehrere Hotelketten nach Osnabrück drängen, hat das nichts mit einer Entscheidung für das besonders attraktive Reiseziel Osnabrück zu tun, so Klusmann, sondern mit irrationalen Expansionsplänen von Hotelketten, die einzig nach dem Muster handeln “wo mein Wettbewerber sich ansiedelt, da gehe ich auch hin”.

Die für die nahe Zukunft erwartete Bettenkapazität würde bei branchenüblicher Auslastung ausreichen um über das Jahr rund 100.000 zusätzliche Besucher in Osnabrück zu beherbergen, so die Hotelmanagerin. Egal wie attraktiv Osnabrück auch sei, kann sich Ira Klusmann nicht vorstellen, wo die herkommen sollen.
Neben den bereits bekannten Neubauplänen, für neue Hotels am Neumarkt (2x), in der Johannisstraße und am Pottgraben, gibt es nach Kenntnis der OCM-Vorsitzenden noch mehrere laufende Standortprüfungen verschiedener Hotelketten. So soll auch die Hotelkette Motel One starkes Interesse haben nach Osnabrück zu kommen.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und OMT-Chefin Petra Rosenbach betonten beide, dass Osnabrück als Kongressstandort weiter positioniert werden soll. Über diesen Weg könnten auch mehr auswärtige Besucher nach Osnabrück gelockt werden. Damit Osnabrück, vor allem auch mit der Osnabrück Halle, in diesem Bereich noch erfolgreicher wird, wurden zwei neue Stellen geschaffen.


Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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