In der Innenstadt von Osnabrück lassen sich immer weniger Besucher sehen, das geht aus dem 6. Handelsmonitor, der am 30. Mai vorgestellt wurde, hervor. An verschiedenen Messstandorten in der Innenstadt konnten Vergleichswerte von 2016 zu 2017 hergestellt werden.

HASEPOST berichtete bereits Anfang des Jahres über den Einbruch der Passantenfrequenzen im Weihnachtsgeschäft.

An verschiedenen Standorten wurde die Passantenzahl gemessen: H&M an der Großen Straße, McDonald´s an der Herrenteichstraße, Johannisstraße, P&C an der Krahnstraße, L&T Markthalle an der Großen Straße, L&T Haupteingang an der Großen Straße und L&T Intersport an der Georgstraße. An allen Messstandorten kann ein Rückgang der Frequenzzahlen festgestellt werden. Lediglich an der Herrenteichstraße kann ein Plus von vier Prozent verzeichnet werden.

Wir fragen unsere Leser

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Johannisstraße im freien Fall

Die negativste Entwicklung zeigt die Johannisstraße mit einem Frequenzrückgang von 22 Prozent. Die übrigen Frequenzzahlen schwanken zwischen einem Rückgang von sechs und sieben beziehungsweise von 14 bis 17 Prozent.

Negativer Verlauf an den Messstandorten
Negativer Verlauf an den Messstandorten. Quelle: Handelsmonitor Osnabrück 2018

11 Prozent weniger Passanten als 2016

Tendenziell zeigt sich also eine negative Frequenz, die während der Kernöffnungszeiten circa elf Prozent unter der Frequenz von 2016 liegt. Auch das Weihnachtsgeschäft ist schlecht gelaufen: 20 Prozent weniger Passanten im Dezember 2017 als im Vorjahr. Obwohl Petra Rosenbach, Geschäftsführerin der Osnabrück-Marketing und Tourismus GmbH (OMT), erklärte, dass Aktionstage und verkaufsoffene Sonntag wichtig für Osnabrück seien, zeigt sich im Handelsmonitor, dass nicht alle Standorte in der Innenstadt davon profitieren, doch eine steigende Tendenz von Frequenzzahlen an diesen Tagen ist sichtbar.

Frequenz während der Kernöffnungszeiten
Frequenz während der Kernöffnungszeiten. Quelle: Handelsmonitor Osnabrück 20018

Auch der engagierte Einzelhändler Peter Wüsthoff findet die Zahlen erschreckend und bezeichnet einen Rückgang von elf Prozent als „Warnzeichen“. Seiner Ansicht nach ist das Problem die Verkehrspolitik in Osnabrück.

Ist der Onlinehandel schuld?

Die Onlineaktivität ist auf 31 Prozent gestiegen. Ebenso ist die Leerstandsquote der Ladenlokale in der Innenstadt um einen Prozent angestiegen. Hier Verbindungen zu ziehen, wäre Spekulation. Doch besteht schon lange die These: Der Onlinehandel löst den Einzelhandel ab. Ein Lösungsweg für Osnabrück muss her. Diesen sieht Petra Rosenberger in der Zusammenarbeit von Einzelhändlern in Osnabrück. „Das Interesse an einem Citymarketing ist groß, doch die Beteiligung gering.“ Damit spricht sie die traurige Beteiligung von 12 Händlern (Osnabrück weist 500 bis 800 Händler auf) im vergangenen Jahr an der Aktion „Heimat Shoppen“ an.

Hier kann der komplette Handelsmonitor 2018 eingesehen werden.