Start Kallas Kolumne Kallas Kolumne: Von Autobobbyisten und der schönsten Teerlunge der Stadt

Kallas Kolumne: Von Autobobbyisten und der schönsten Teerlunge der Stadt

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Mein einsamer Kampf um den Erhalt des historisch gewachsenen Parkplatzes neben der Dominikaner Kirche droht offenbar zu scheitern, bevor ihm überhaupt eine faire Chance gegeben wurde.

Das Auto muss leben, auch wenn wir sterben müssen!

Ich und mein Auto, besser: Mein Auto und ich sind das Opfer der radikalen Kehrtwendung einer Wählergruppe, die einst als Autobobbyisten angetreten war, um sich für die wirklichen Belange der autofahrenden Bevölkerung Osnabrücks einzusetzen.
Am Anfang schien sich alles ausschließlich um die freie Durchfahrt am Neumarkt zu drehen, wenngleich böse Zungen behauptet hatten, es gehe vor allem um den Machterhalt von L&T. Dennoch hatte ich als ein auf vier Rädern geborener Ureinwohner klammheimlich gehofft, dass auch irgendwann die Große Straße, die Bier- und die Krahnstraße endlich wieder wie einst in den 60er Jahren von den lästigen Fußgängern und Fahrradterroristen befreit werden würden, von den 30er Jahren gar nicht zu reden …
Pustekuchen! Ich fühle mich verraten und verkauft! Der Bund Osnabrücker Bürger kämpft plötzlich für ein Biotop, das nie eins war, und schlägt nun die Aufforstung des Parkplatzes neben der Dominikanerkirche vor.


Ey, geht’s noch?
Das ist MEIN Parkplatz und kein Regenwald!
Mein absoluter und totaler Lieblingsparkplatz, der erhalten werden muss!
Meine über alles geliebte Teerlunge direkt am offenen Herzen der Stadt!

Ob nun mit Bäumen oder ohne, mir doch egal. Mein Ford KA, eine fast neuwertige schwarze Stretchlimousine, braucht Platz, und zwar Parkplatz! Und komm mir nun bloß kein Grüner damit, der Parkplatz sei ohnehin erst ab 14 Uhr für den Normalbürger geöffnet. Vorher stehe ich eh nie auf, denn RTL verlangt Opfer. Ist das klar?
Scheiß Ökofaschisten! Dafür habe ich BOB nie gewählt, das ist glatter Betrug am Wähler! Natürlich stellt sich mir die Frage, von wem werden meine Interessen als Autofahrer in Zukunft überhaupt noch vertreten?
Bevor ich aber nun meine eigene Wählergruppe „Bund Osnabrücker Parplatzwächter“ (BOP) gründe – neben Mario-Barth-Glotzen und Hasskommentare-ins-Netz-Kotzen ist mir das einfach zu viel Stress – wähle ich dann das nächste Mal ganz offen die Partei „Autofahrer für Deutschland“ (AfD).


Schon klar, jetzt pisst mich gleich das ganze links-grün versiffte BOB-Pack bestimmt wieder an, aber die, die ich dann wähle, kümmern sich wenigstens um die wirklichen Belange der armen Leute und um meinen Kleinwagen (Baujahr 2001 – Kampf dem TÜV-Terror!). Und dass Höcke offiziell als Faschist bezeichnet werden darf, na und? Dann ist das eben so! Schließlich ist ja auch jeder Gauleiter ein Gauland und jeder verschwulte Storch ein Grüner. Wo ist das Problem?
Von wegen Storch: Wie stellt ihr Autobobbyisten euch das überhaupt vor mit dem neuen Stadtpark? (Hat euch eigentlich schon mal jemand verraten, dass es bereits einen Stadtpark gibt?)
Ich meine, sobald BOB weg vom Fenster und die AfD an der Macht ist, könnte man das entstandene Machtvakuum im neuen Ökoparadies durchaus vernünftig nutzen und zum Beispiel ein Wolfsrudel aussetzen. Das hält immerhin Asylanten fern, die dort ohnehin nur mit Drogen dealen oder ihren Müll entsorgen würden. Außerdem könnte man ein oder zwei Hochstände errichten und …
… na, man wird ja wohl noch mal fragen dürfen, ob Asylanten wirklich zwei Nieren benötigen.
Und wo wir gerade beim Abknallen sind: Was ist überhaupt mit dem drohenden Silvester-Böllerverbot? Was sagt die neue Umweltschutzpartei BOB dazu? Seht ihr? Gar nichts! Die von der AfD haben wenigstens Lösungen, und zwar Endlösungen.
Und wie kommt Greta Thunberg zurück aus den Staaten?
Und was hat das alles mit Helgoland zu tun?

Für eine Vorfahrt von Rechtsabbiegern!
Der Neumarkt muss endlich wieder zum Adolf-Hitler-Platz werden!
Für eine Mindestgeschwindigkeit von 88 km/h in der Innenstadt!
Und Merkel muss weg (ist die überhaupt noch da?) !!!!!!!!!111111

Eine schöne Woche wünscht euch Kalla with a K.

 


Als Kommentar, Kolumne, Meinungsbeitrag oder Satire gekennzeichnete Beiträge geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht die der gesamten Redaktion.

Kalla Wefelhttps://kallawefel.info/
Kalla Wefel saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär. Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit über vierzig Jahren arbeitet er professionell als Kabarettist, Musiker, Journalist und Autor.




 

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