Am 22. Dezember waren es exakt 6 Monate, seit Einreichung des Bauantrags für das mögliche und seit Jahren immer wieder verschobene Shoppingcenter am Neumarkt.

Auch wenn dieses neuerliche Warten nach einer langen Zeit klingt, ist das Projekt tatsächlich im (aktualisierten) Plan – wenn man die wenigen konkreten Aussagen zum Maßstab nimmt, die während der Übergabe der auf 98 Leitz-Ordner verteilten Antragsunterlagen im Juni 2018 getroffen wurden.



Unsere Redaktion blickt zurück auf das Jahr 2018 und was Osnabrück während des vergangenen Jahres bewegte.
In den „Rückspiegel“ blickt stellvertretend unsere Redaktions-Bulldogge „Frida“.
Wo möglich, wagen wir auch einen Blick nach vorn, wie es 2019 weitergehen wird.

Baugenehmigung kurz nach der Jahreswende?

Es bleibt spannend, ob die im Juni von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert im Juni getroffene Aussage, dass die Verwaltung voraussichtlich „kurz nach der Jahreswende“ die Antragsprüfung und das Genehmigungsverfahren abgeschlossen haben wird.

„Ungefähr im März“, und das war im Juni eine der wenigen konkreten Aussagen von Andreas Hohlmann, Deutschlandchef des franko-australischen Investors Unibail-Rodamco-Westfield, könnten dann die Abrissbagger anrollen.

Regenbogenpolitiker behaupteten Abriss schon im Februar 2016

Angesichts des möglichen Abrisses des alten Wöhrl- und des Kachelgebäudes im kommenden März, werden sich viele Osnabrücker sicher an einen seltsamen Pressetermin von Vertretern der SPD, Grünen, FDP und Linkspartei im Februar des Kommunalwahljahres 2016 erinnern, als die Vertreter der Center-Befürworter-Parteien eine (fehlerhafte) „Abrissanzeige“ präsentierten und den Eindruck erweckten, ein Baubeginn stehe kurz bevor.

Investor:  Vorvermietungsquote ist gut

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte ein Pressesprecher des Investors kurz vor Weihnachten, dass man inzwischen intensive Gespräche mit einem Generalunternehmer führen würde und die Vorvermietungsquote „gut“ sei.
Konkrete Angaben zu den zukünftigen Mietern und den nächsten Terminen konnte der Pressesprecher nicht machen, nur, dass man noch auf die Genehmigung des Bauantrages durch die Stadtverwaltung warte.

SiNN könnte Ankermieter werden

Glaubt man der aktuellen Gerüchtelage, will das Textilkaufhaus SiNN (ehemals Sinn Leffers) in das neue Shoppingcenter einziehen. Da das alte Geschäftshaus in der Johannisstraße einem Hotelneubau weichen und im Frühjahr geräumt werden muss, plant SiNN einen temporären Umzug in die ehemalige Theaterpassage – der Ausverkauf begann bereits im Herbst.

Alles in allem: Das Projekt verliert sich weiterhin im Konjunktiv.

Shoppingcenter sind ein Auslaufmodell

Der deutsche Marktführer für den Bau von Shopping-Centern, die Firma ECE aus Hamburg, hat sich inzwischen von allen weiteren Neubauprojekten im stagnierenden Einzelhandel zurückgezogen.
Das zum Otto-Imperium gehörende Unternehmen konzentriert sich inzwischen auf den Bau von Logistikcentern für den boomenden Onlinehandel – zum Beispiel auch direkt an der Autobahnauffahrt des Flughafen FMO in Greven.
Bereits im kommenden Weihnachtsgeschäft sollen von dort aus die Lieferungen von Amazon, Zalando & Co möglichst noch am Tag der Bestellung zum Kunden in Osnabrück und Münster gebracht werden.