Dauerhaft geschlossen„, meldet Google, wenn man nach dem Restaurant Manolo in der Osnabrücker Hasestraße sucht.

Warum das Restaurant nach dem Besuch von TV-Koch Frank Rosin im März nun auf ein neues Konzept wartet? Wir haben uns auf Spurensuche begeben und haben als Teil der Antwort wenig appetitliche Bilder erhalten, die nach dem Ende der Dreharbeiten und dem Auszug des bisherigen Pächters entstanden sein sollen.

Während der Speisekarten-Kasten neben der Tür nur wortkarg „Geschlossen“ vermeldet, und auf eine womöglich verlängerte Sommerpause hoffen lässt, fördert die weitere Suche unter der ehemaligen Internetadresse www.manolo-os.de dann auch nur noch die technische Meldung „Webseite deaktiviert“ hervor, und auch die einstige Facebookpräsenz ist nicht mehr verfügbar.

TV-Koch Frank Rosin versprach eine Überraschung

Es sei etwas etwas geplant, das es so „bisher in keiner Folge zuvor gegeben hat“, kündigte TV-Koch Frank Rosin am Rande der Dreharbeiten für seine bei Kabel 1 laufende Gastronomie-Sendung an.
Noch ist bei dem Privatsender Sommerpause und es werden nur alte Folgen gesendet, doch bei den Dreharbeiten im März wurde vage ein Ausstrahlungstermin nach Ostern angekündigt. Wollte man die Aussage so interpretieren, dass damit „kurz“ nach Ostern gemeint sei, dann wurde daraus nichts.
Eine Mitarbeiterin der Produktionsfirma konnte auf Nachfrage unserer Redaktion im Juli, und erneut in der vergangenen Woche, auch nicht weiterhelfen. Weder von Seiten der Produktionsfirma noch von Kabel 1 werden Details zu den in Osnabrück durchgeführten Dreharbeiten bekannt gegeben. Auch das es überhaupt eine Sendung zum „Manolo Osnabrück“ geben wird, wollte man uns auf Nachfrage nicht bestätigen.

Frank Rosin in Osnabrück
So kennt man Frank Rosin aus dem Fernsehen.

Gab es gar kein neues Konzept für das Manolo?

Bereits während des Pressetermins im Frühjahr war auffällig, dass es keine große Umgestaltung des nach einem Betreiberwechsel 2012 unter dem bereits 1987 eingeführten Namen weitergeführten Restaurants gab.
Und wenn man sich die unserer Redaktion jetzt vorliegenden Bilder anschaut, dann darf durchaus hinterfragt werden, ob wirklich so viel umgebaut wurde, wie es Rosin und sein Team im März wortreich erklärten.

Das Team von Spitzenkoch Frank Rosin ging, der Name blieb und irgendwann war das Schild mit dem Wort „Geschlossen“ im Speisekartenkasten.

Manolo Osnabrück
Der Kommentar stammt vom Vermieter, der nach dem Auszug putzen durfte (Foto mit Kommentar im Bild: Privat)

Vermieter sucht nach wirklich neuem Konzept

Auf der Suche nach Antworten erreichten wir den Vermieter, der aktuell nach einem wirklich neuen Konzept für das historische Gebäude sucht, das in der Nachkriegszeit von der bekannten Metzgersfamilie Unnewehr zu einer führenden Gastronomie-Adresse der Altstadt ausgebaut wurde. Bevor Ende der 80er Jahre – und damals sehr erfolgreich – Mexiko zum beherrschenden Thema der Küche wurde, waren hier die Kutscherstube, die Deele und das beliebte Hase-Dorf untergebracht – bei vielen älteren Osnabrückern noch gut in Erinnerung.

Wer rief denn eigentlich den TV-Koch um Hilfe?

Besagter Vermieter berichtete unserer Redaktion auch von einer nicht ganz unwichtigen Kleinigkeit, die das Filmteam beim Pressetermin ein wenig anders darstellte. Von Seiten der TV-Produktion, wurde im März von einem Hilferuf des Vermieters berichtet. Doch der sagt nun: „Die Bewerbung zu Rosins Restaurants ist zunächst 2015 vom Pächter und seiner Frau abgegeben worden, die Bewerbung ist jedoch wegen mangelnder kompetenter Ausführung nicht in Betracht gezogen worden“.
Während der Dreharbeiten, und auch beim Pressetermin mit der Produktionsfirma, wurden vom Pächter die Behinderungen durch die Straßenbauarbeiten in der Hasestraße  im Sommer 2016 als Grund für die Probleme des Restaurants angegeben. Der Vermieter weißt allerdings auf die erste an Frank Rosin geschickte Bewerbung hin: „Da fragt man sich, warum er sich bereits 2015 bei Rosin´s beworben hat?“ Und weiter: „Ein weiteres mal gaben der Pächter und seine Frau eine Bewerbung in 2016 ab, auch diese Bewerbung schlug laut der Redaktion fehl“.
Erst darauf hin habe er, „in Absprache mit dem Pächter“ eine Bewerbung verfasst, die dann angenommen wurde und die Sache ins Rollen kam.

Manolo Osnabrück
So fand der Vermieter das Lokal nach dem Auszug des Pächters – und nach den Dreharbeiten – vor (Foto mit Kommentar im Bild: Privat)

Neustart mit Rosin: „gescheitert“

Was dann bei den Dreharbeiten passierte, fasst unser Ansprechpartner – den damaligen Pächter konnten wir leider nicht ausfindig machen – in einem Satz zusammen: „Die ganze Angelegenheit ist gescheitert, zu sehen in Kürze in den neuen Sendungen.
Der Pächter hat Mitte Juni 2017 aufgegeben, hat alles stehen und liegen lassen, genau  so fanden wir zum Beispiel die Küche auch vor“.
Ein ganzer Schwung an Bildern (die Kommentare waren bereits eingefügt), soll den Zustand nach der Übernahme zeigen.

Hat die Hygieneprüfung versagt?

Was in den fünf Jahren der Verpachtung passiert ist, ist nach Ansicht des Eigentümers an der staatlichen Kontrolle vorbei passiert: „Anscheinend war in fünf Jahren niemand von der Lebensmittelüberwachung im Restaurant, welches als grober Verstoß angesehen werden sollte“.

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte dazu ein Sprecher der für die Überwachung auch in der Stadt zuständigen Kreisverwaltung am Schölerberg, dass bis zur Gewerbeabmeldung, die am 31. Juli erfolgte, „keinerlei Beschwerden über den Betrieb“ eingegangen seien. Bis zum Zeitpunkt der Abmeldung wurde das Restaurant in der Hasestraße zweimal von Hygieneprüfern besucht: „Das Restaurant Manolo wurde im Jahr 2012 mit dem Ergebnis, dass kleinere Mängel festgestellt wurden, kontrolliert. Ein weiterer Besuch des Betriebs  hat  im April 2017 stattgefunden. Zu der Zeit war der Betrieb nicht geöffnet, sodass nach rechtlichen Vorgaben zum Betretungsrecht keine Kontrolle der Betriebsräume stattfinden konnte. Der Betrieb wurde dann gewerberechtlich abgemeldet“, so der Sprecher des Landkreises, der ergänzend hinzufügte: „Die  Frequenz der Kontrolle  wie in diesem  Fall entlässt den Lebensmittelunternehmer nicht aus der Pflicht, die gesetzlichen Regelungen einzuhalten.“

Putzen, putzen, putzen …und die Suche nach einem Konzept

Nach dem Auszug seines Mieters ist der Eigentümer derzeit nicht nur auf der Suche nach einem neuen Konzept für das denkmalgeschützte Kleinod, er muss auch erstmal Klarschiff machen: „Wir haben bereits wahnsinnig viele Stunden in die Reinigung des Objekts gesteckt, die Arbeiten sind aber noch nicht abgeschlossen.“

Wie es weitergeht steht und fällt mit dem neuen Konzept, dabei muss es sich nicht unbedingt wieder um Gastronomie handeln. Von Seiten des Eigentümers ist man offen für frische Ideen – unsere Redaktion stellt gerne den Kontakt her.

 

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